Zusammenwachsen

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elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » So Dez 10, 2017 1:41 pm

Liebe Waldkatze, ja, das ist ein tröstlicher Gedanke, dass es "eingepflanzt" ist. Das beinhaltet die Möglichkeit, dieses Unkraut wieder rauszureißen...(nur leider habe ich dazu noch kein Werkzeug)

Ansonsten habe ich letzte Woche mehrere und auch schöne Kontakte zu anderen Menschen gehabt. Habe dann noch gewitzelt, dass ich ja lustige und gesellige Erlebnisse hatte für eine Menschen, der keine Freunde hat.
Aber das Problem ist eben die Diskrepanz zwischen dem scheinbar normalen Leben und dem Gefühl.

Mir geht es heute, und auch eigentlich gestern und vorgestern schlecht, heute Nacht lag ich von 23.00 bis 3.30 wach in meinem Bett und konnte nicht schlafen. Das, obwohl ich mich krank, erkältet, erschöpft und übermüdet fühle. Und es scheinbar keinen Grund gibt.
Ich war von 18.90-21.00 mit einer Gruppe, die ich eigentlich noch nicht kenne, die aber recht nett und lustig sind, essen.
Das ist so typisch für mich. Jede soziale Veranstaltung ist letztendlich immer irgendwie so ein Stress/ so voller trigger, dass ich hinterher wach bleibe. Obwohl ich mich dort (scheinbar?) wohlgefühlt habe.
An Schlaf ist nicht zu denken.
Nur mit Schlaftablette dann möglich.

Fällt mir schwer zu akzeptieren, dass es so ist.

elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » So Dez 10, 2017 1:44 pm

Außerdem merke ich, dass mein nick Elefantenkind nicht mehr stimmt. Durch das Zusammenwachsen verändere ich mich. Sie ist größer geworden, und zugleich scheuer und verletzlicher, aber auch mehr in dieser Welt. Kein Kind mehr. Ein Mädchen.
Vielleicht bald sogar eine junge Frau? Sie hat in sich viel Mut und und eine große Kraft und Stärke. Ich bin das. Mich mit ihr zu verbinden, bedeutet auch, mehr Wertschätzung für mich selbst zu empfinden.
Mich mit der verborgenen Kleinen zu verbinden, bedeutet mehr Mitgefühl mit mir zu empfinden. Es bedeutet auch, mehr Schmerz und mehr Angst zu fühlen.

Eine ganze Welt tut sich auf.

elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » So Dez 10, 2017 1:50 pm

Und zu meiner Schwester:

Sie hasst mich dafür, was ich als Kind bekommen habe und sie nicht. Sie sieht die Verbindung zwischen mir und meiner Mutter und weiß, sie ist außen vor.
Sie ist neidisch, und traurig, und bedürftig. Sie ist einsam und wütend. All das mit dem Blick auf mich.

Ich möchte ihr so gerne sagen, dass ich in der Symbiose zwischen Mutter und mir nicht existiert habe. Dass ich eine Zuwendung bekommen habe, die sie nie hatte, ja, das stimmt. Dass der Preis dieser Zuwendung aber mein Ich war, meine Möglichkeiten Gefühle wie Wut oder Zorn zu empfinden, die Fähigkeit, Grenzen zu ziehen...

Aber ich schätze, dass sie es nicht verstehen kann... Und wozu will ich denn ihr Verständnis? Um Nähe zu ihr zu empfinden. Zusammenhalt. Zwei Kinder in einer kalten und einsamen Kindheit, die zusammenhalten. Hand in Hand. Das ist aber eine alte Sehnsucht, eine Sehnsucht des Elefantenmädchens, die nicht ins hier und heute gehört.

elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » So Dez 10, 2017 1:55 pm

*********** triggerwarnung**************





Und wie soll ich ihr sagen, dass ich mich daran erinnern kann, wie er nachts an ihr Bett kam?
Nein, das kann ich ihr überhaupt nicht sagen. Es ist ihre Geschichte. Sie war zuerst dran, als ich noch ganz ganz klein war
Vielleicht hat es sich auch überschnitten?
Aber irgendwann war nur noch ich interessant. Weil ich jünger war, und so viel zarter und kindlicher.
Wie ein Stück Fleisch, das besser schmeckt.

Kann ich jetzt Hass empfinden? Ja, einen Bruchteil. Eine Spur.






********** triggerende *************

Sie muss ihre Geschichte selbst erinnern oder auch nicht.

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A.Rhiannon
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von A.Rhiannon » So Dez 10, 2017 6:10 pm

Liebe Elefantenkind,

ich möchte dir liebe Grüße hier lassen.
Ich kann die Sehnsucht des Elefantenmädchens verstehen. Vielleicht kannst du ihr nochmal erklären, dass die Schwester inzwischen erwachsen ist und für sich selbst entscheidet. Die Erwachsene weiß das, aber vielleicht das Mädchen nicht. Und vielleicht kannst du ihr noch sagen, dass das Mädchen keine Schuld hat, weder daran, was der Schwester passiert ist noch daran was ihr selbst angetan wurde. Und auch dass sie und ihr Körper nichts dafür können, dass es ihr häufiger angetan wurde.
Schau mal, ob vielleicht etwas davon für dich passt.
Zeig dem Mädchen vielleicht auch noch kurz vor dem Einschlafen, dass sie in Sicherheit ist und nimm dir ein bisschen Zeit, um sie zu beruhigen.

Schön, dass du nette Kontakte und Freundschaften hast. Auch wenn es oft auch anstrengt. Und aus Kontakten können manchmal noch neue Freundschaften entstehen.

Ich wünsche dir eine gute Besserung und gute Erholung und dass du diese Nacht besser schlafen kannst.

Und wenn der Name für dich nicht mehr passt, dann findet sich vielleicht ein anderer, der besser passt.

Alles Liebe,
A.Rhiannon
"Wenn man ins Universum starrt, ist sein Mittelpunkt nur Kälte. Und Leere. Letztendlich sind wir dem Universum egal. Dem Universum und der Zeit. Deswegen dürfen wir einander nicht egal sein."

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Izzy
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von Izzy » So Dez 10, 2017 8:47 pm

Liebe Elefantenkind,

lass dir auch mal ein Kraftpaket hier, ganz schön viele schwierige Themen.
Und mag mich A. Rhiannon anschliessen, es ist nicht deine Schuld. Und es ist nicht deine Verantwortung. Einen guten Umgang mit deiner Schwester zu haben und näher zu rücken ist eine sehr verständliche Sehnsucht. Und sie darf sein, da sind vielleicht auch Kindanteile, die sich nach der großen Schwester sehnen? Aber dazu gehören immer zwei und wenn sie nicht bereit dafür ist und eine Benachteiligung ihr Hauptthema ist, dann kannst du nicht mehr machen, als ihr mit der Offenheit und Angebot zur Aussprache zu begegne. Und damit ist der Ball nun bei ihr und das geht auch nur ohne Abwertung ihrerseits. Du solltest dabei auch geschützt sein.
Und das was deine Mutter betrieben hat, ist emotionaler Missbrauch. Da kommt bei mir Wut auf.

Das hat mich gefreut,als ich es gelesen habe:
Durch das Zusammenwachsen verändere ich mich. Sie ist größer geworden, und zugleich scheuer und verletzlicher, aber auch mehr in dieser Welt. Kein Kind mehr. Ein Mädchen.
Vielleicht bald sogar eine junge Frau? Sie hat in sich viel Mut und und eine große Kraft und Stärke. Ich bin das. Mich mit ihr zu verbinden, bedeutet auch, mehr Wertschätzung für mich selbst zu empfinden.
Mich mit der verborgenen Kleinen zu verbinden, bedeutet mehr Mitgefühl mit mir zu empfinden. Es bedeutet auch, mehr Schmerz und mehr Angst zu fühlen.

Eine ganze Welt tut sich auf.
Aber es kostet bestimmt auch sehr viel Energie und war ein Kraftakt, dorthin zu kommen und dies so zulassen zu können.
Ich lese auch sehr viel Mut, Kraft und Stärke raus.

Lass dir einen ganz lieben Gruß hier
Isa

elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Mi Dez 20, 2017 6:54 pm

Ich habe keine Schuld.

Das möchte ich gerne verstehen und auf jeder Ebene meines Seins glauben.

Ich hatte keine Schuld, nicht als Kind und auch nicht heute als Erwachsene, nicht meiner Mutter und nicht meiner Schwester gegenüber.

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A.Rhiannon
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von A.Rhiannon » Mi Dez 27, 2017 11:12 am

Liebe Elefantenmädchen,

deine letzten Sätze kann ich genauso unterstreichen.
Du hast KEINE Schuld. Nicht früher und nicht heute. Niemandem gegenüber.

Ich hoffe, du hattest möglichst angenehme Feiertage und konntest sie möglichst so gestalten, dass es dir damit gut ging.

Ganz liebe Grüße,
A.Rhiannon
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elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Do Dez 28, 2017 2:36 pm

Liebe Isa und liebe A.Rhiannon und auch liebe andere, die ihr hier lest und schreibt,

Vielen Dank, dass ihr mit mir zu meinen Themen eure Gedanken und euer Wohlgesonnen sein teilt. Das war im letzten Jahr hier für mich sehr wichtig.
Es ist immer wieder ein sichtbar machen können von dem, was Jahrzehnte unsichtbar bleiben musste, es ist ein Verankern in der Realität von Lebensteilen, von Erfahrungen, die abgespalten werden mussten. Es ist Trost und Mitgefühl für Innere, die immer einsam und ängstlich waren. Es ist Hilfe beim Aufdecken der emotionalen Komponenten des Missbrauchs und der kranken Familie.
Es ist sehr viel wert.

Wenn ich auf das letzte Jahr zurück blicke, dann ist da ein Gefühl von Staunen und Zufriedenheit. Ich glaube, mein Leben hat Fahrt in eine gute Richtung aufgenommen. Ich gehe jeden Tag ohne Angst zur Arbeit, und das habe ich nicht nur meinen Kollegen, sondern auch mir zu verdanken, denn ich habe viel dafür getan, an diesen Arbeitsplatz zu kommen. Sogar gegen den ausdrücklichen Rat meiner Therapeutin damals :lol:

Meine Beziehung ist von gegenseitiger Unterstützung, Wertschätzung und tiefer Liebe geprägt. Das ist für mich ebenso ein großes Geschenk und gleichzeitig darf ich auch stolz darauf sein, denn ich habe viel dazu beigetragen.

Mit meiner Angst kann ich ebenfalls inzwischen viel besser umgehen. Ich kann mich mit mir selbst besser verbinden, viele Gefühle annehmen und für mich oft besser sorgen. Das Zusammenwachsen funktioniert!

Ich weiß, dass noch einiges fehlt, immer noch die Wut, und auch immer noch der Glaube an meine Realität, oft zweifel ich noch. Aber das ist eben die Art der Gehirnwäsche, die ich erfahren habe. Ich wurde in diese Familie hineingeboren und habe seit meinem ersten Atemzug nichts anderes gekannt. Wie soll ich da gelernt haben, mir selbst zu vertrauen? Und ich habe ja euch alle in diesem Prozess!!!

Meine Mutter war Weihnachten hier, zu lange, und sie hat sich in ihrer narzisstischen Pracht gezeigt. Wie ein kleines Kind war sie. Ich habe durch den Abstand, den ich jetzt gesunderweise spüren kann (und zwar rund um die Uhr!) wenig Mitgefühl für sie gehabt. Ich habe ihr so eine Art professionelle Freundlichkeit entgegen gebracht und es gab mehrere Situationen, wo ich auch sehr verärgert war und ihr das deutlich gezeigt habe. Ich war die ganze Zeit erwachsen, und die Kleinen waren im Inneren gut versorgt.
Ich will es nicht wieder so lange haben, und ich war in der Zeit auch nicht wirklich entspannt oder habe mich erholen können, aber dennoch bin ich stolz darauf, diesen Kontakt so gut überstanden zu haben.

Nächstes Jahr wird sie bei meiner Schwester sein, hihi.

So, nun werde ich mich in den nächsten Tagen auf das neue Jahr vorbereiten. Mal wieder Zeit für Tagebucheinträge, für Bilder und Gedanken, für lange Spaziergänge und für das Loslassen von alten Dingen, die ich nicht mehr brauche.

Ich wünsche euch allen eine gute Zeit "zwischen den Jahren", möge die Magie dieser Zeit bei euch sein,
Euer Elefantenmädchen

Izzy
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von Izzy » Fr Dez 29, 2017 12:36 am

Liebe Elefantenmädchen,

freut mich, dass es mit deiner Mutter für dich zufriedenstellend gelaufen ist und auch so wie gedacht. Klingt sehr nach einem Kraftakt, aber auch nach viel Distanz und das trotz Weihnachten und trotz ihrer Anwesenheit.
Und schön, dass du soviel geschafft hast.
Ja die inneren Gehirnwäsche -Wege zu immer wieder zu verlassen ist echt schwer. Und Wut auf den/die T*ter geht bei mir auch nur sehr wohldosiert ..war früher eben sehr gefährlich, bzw. wäre gefährlich gewesen und musste unterdrückt werden.

Ich wünsche Dir ein gutes Vorbereiten auf das neue Jahr, das klingt nach sehr entspannten Plänen und viel zur Ruhe kommen.Und auch nach Zeit für die Kleinen.

Dir eine gute Zeit :D
ganz liebe Grüße!

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A.Rhiannon
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von A.Rhiannon » Do Jan 04, 2018 8:01 pm

Liebe Elefantenmädchen,

ich freue mich darüber, was du in dem letzten Jahr alles für dich erreichen konntest. Das klingt wirklich richtig gut. Das Ende eines Jahres ist ein guter Zeitpunkt, um all das zu würdigen.

Ich hoffe, du hattest einen schönen Jahreswechsel und einen guten Start ins neue Jahr.

Ich lasse dir ganz liebe Grüße hier,
A.Rhiannon
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elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Mo Feb 12, 2018 10:57 pm

elefantenkind hat geschrieben:
Do Dez 28, 2017 2:36 pm
...

Meine Mutter war Weihnachten hier, zu lange, und sie hat sich in ihrer narzisstischen Pracht gezeigt. Wie ein kleines Kind war sie. Ich habe durch den Abstand, den ich jetzt gesunderweise spüren kann (und zwar rund um die Uhr!) wenig Mitgefühl für sie gehabt. Ich habe ihr so eine Art professionelle Freundlichkeit entgegen gebracht und es gab mehrere Situationen, wo ich auch sehr verärgert war und ihr das deutlich gezeigt habe. Ich war die ganze Zeit erwachsen, und die Kleinen waren im Inneren gut versorgt.
Ich will es nicht wieder so lange haben, und ich war in der Zeit auch nicht wirklich entspannt oder habe mich erholen können, aber dennoch bin ich stolz darauf, diesen Kontakt so gut überstanden zu haben.
Ich lese, was ich hier geschrieben habe und es kommt mir völlig skurril vor.
Habe ich das je empfunden, gedacht, aufgeschrieben???? Ich kann mich an den Besuch meiner Mutter nicht auf diese Art erinnern... Narzisstische Pracht? Abstand?? Professionelle Freundlichkeit??? Zu lange hier????
Ich mache mir selbst Angst.

Naja, egal, das ist aber trotzdem mein Faden und hier bin ich wieder und hänge daran fest, einen Hauch über dem Abgrund.

Mir ging es im Januar nicht gut, ich war erschöpft. Ich war angespannt. Ich war weit weg von mir und meinen Gefühlen.
Ich kämpfe mit Magenproblemen und Reflux.

Wir planen unsere Hochzeit und das relativ spontan. Im Dezember habe ich quasi den Antrag angenommen, im Januar haben wir den Termin für den Frühsommer vereinbart und nun ist es irgendwie ins Rollen gekommen und erschlägt mich völlig.

Zum einen natürlich die Vorbereitung der Party, keine Frage, aber auf der anderen Seite schon wieder (!!!!!!!) die innere und äußere Debatte, welchen Teil der Familie man zu diesem Fest nun einlädt.

Alles sehr schmerzhaft und anstrengend.
Grundsätzlich muss ich mir ja auf die Schulter klopfen, denn zwei schwierige Hürden habe ich geschafft: erstens habe ich meiner Mutter eine Ferienwohnung gebucht und ihr das auch schon mitgeteilt. SIE WIRD NICHT HIER SCHLAFEN. Damit habe ich mir einen großen Wunsch erfüllt und eine riesiges tabu gebrochen.


Zweitens habe ich zwar meine Schwester eingeladen, aber ihr deutlich vermittelt, dass sie hier nur willkommen ist, wenn sie offenen Herzens mit uns feiern kann. Was ihr sehr schwer fällt. Sie weiß auch noch nicht, ob sie kommen wird.

Ich bin aber auch klein und bedürftig und überfordert und verletzt . Es ist schwer, im Alltag Menschen zu finden, mit denen ich über diese komplexe Problematik sprechen kann. Die einen wissen nichts von dem Missbrauch, die anderen verstehen nicht, dass ich überhaupt Familie einlade, die dritten, die beides verstehen und wissen, die sind aber Familie (meine Cousine) und die Angst kommt hoch, dass sie es doch jemandem in der Verwandtschaft erzählt...
Macht sie nicht, ich vertraue ihr vom Kopf her, aber für innen ist sie einfach Familie und mit den anderen Menschen verknüpft und das macht dann schon wieder Gefühls-chaos

Ich habe meinen Faden verloren
Und lasse das Chaos einfach so stehen.

Müdes kleines Elefantenkind
Komm her, ich bringe dich jetzt ins Bett.

Izzy
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von Izzy » Di Feb 13, 2018 12:30 am

Liebe Elefantenmädchen, oder/ und Elefantenkind? :)

herzlichen Glückwunsch zur Verlobung, wie schön, freut mich sehr :D
und da legt ihr ja wirklich ein gutes Tempo vor.
Kann mir gut vorstellen dass das viel Stress auslöst in Bezug auf Familie, ist auch ein Grund warum mein Freund und ich das Thema so schieben. Dabei ist es ja etwas sehr schönes.
Und wenn du erst eine Liste machst mit Menschen, die du gern dabei hast ohne irgendeinen Zweifel? Und dann für dich gut überlegst, ob die anderen dazukommen? Das mit den Kompromissen (Ferienwohnung) klingt schonmal nach einer guten Strategie. Wie hat sie reagiert?

Und gut nachvollziehbar dass es innen zu Überforderung kommt und gar nicht einfach, mit den verschiedenen Menschen mit unterschiedlichem Wissen umzugehen. Manche können auch die Komplexität nicht nachvollziehen, die Familiensysteme mit sich bringen, vorallem solche in denen Missbrauch passiert.
Und vielleicht wichtig, die überforderten, verletzen und bedürftigen Anteile gut zu versorgen.
Ich hoffe auf jeden Fall für heute Nach schon einmal, Gute Nacht :)

Maya
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von Maya » Di Feb 13, 2018 9:28 am

Herzlichen Glückwunsch!!!

Ich kann gut verstehen das es über die speziellen Aspekte dieses Festes keine Gesprächspartner gibt.
Aber du freust dich doch trotzdem, oder?
Am Ende macht eine Hochzeit alle verrückt. Also so ist das bei uns.
Ich erinnere mich nicht mehr gut. Meine Mutter wollte unbedingt die Hochzeitstorte machen bzw. bezahlen. Oder so. Echt, ich wundere mich gerade wie wenig ich mich erinnere.
Ich weiß nicht wie jetzt deine oberflächliche Beziehung zu deiner Mutter ist.
Am Ende kann ich mich an keine Rolle meiner Familie bei meiner Hochzeit erinnern.
Wir hatte die Verwandtschaft da, aber doch eher mit Freunden und miteinander gefeiert. Glaube ich. Ist lange her.
Alles Gute!

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A.Rhiannon
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von A.Rhiannon » Di Feb 13, 2018 2:36 pm

Liebe Elefantenmädchen,

ich freue mich von dir zu lesen. :)

Herzlichen Glückwunsch zur Verlobung! :)
Ich finde es sehr gut und selbstfürsorglich, dass du deine Mutter woanders übernachten lässt und auch dass du deine Schwester nur unter genannten Bedingungen einlädst.

Auch wenn viel Stress aufkommt, wünsche ich dir doch, dass du auch das Positive der Hochzeit
mitnehmen und voll erleben kannst. Das Wichtigste ist, dass es für euch als Paar ein schöner Tag wird. Darauf könnt ihr gemeinsam zurückblicken.

Alles Liebe für dich,
A.Rhiannon
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