Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Hier können Betroffene über ihre Erlebnisse diskutieren.
ChaosBande
Beiträge: 186
Registriert: So Feb 28, 2016 4:10 pm

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von ChaosBande » Di Mai 22, 2018 12:21 am

hallo Martha

wie fühlt es sich für dich denn an?
Es klingt als würdet ihr mehr zusammen finden. WIe empfindest du es?
Manchmal sind es kleine anäherungen die helfen können.

Ich wünsche dir das du und deine Mitbewohnerinen jetzt etwas ruhe und zeit für dich findest.

Grüße ChaosBande

marthaunl.

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von marthaunl. » Fr Mai 25, 2018 8:59 pm

Liebe ChaosBande,danke. :wink:

Sich jetzt im Gedanken mehr mit ihnen zu beschäftigen, ist wohl von meiner Seite ein Versuch, das ich meine Abwehr noch mehr "knacke"!? Zu verstehen, was "mir" damals alles passiert ist und wie "ich" mich dann gefühlt habe? Was bedeutet es aber als Konsequenz für mich und werde ich dem gewachsen sein? Fragen über Fragen, die auch Angst machen....

martha

martha unl.

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von martha unl. » Fr Jun 01, 2018 11:39 pm

Fremdschämen, so fühlt sich das manchmal an und doch bin "ich" es, die so ist. Diese Zweifel, die manchmal so patzigen oder beleidigenden Antworten und Mails, diese Ablehnung. Ja, ich weiß, alles hat seine Ursachen, aber ich kann sie noch nicht nachfühlen. Und nach außen, nur nichts anmerken lassen....

martha

martha unl.

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von martha unl. » Di Jun 26, 2018 9:56 pm

Bin gefühlsmäßig ein "harter Hund". Das wurde so heute zu mir gesagt. :oops: Reaktion: Flapsige Antwort und tief innen Scham.

Martha

martha unlog.

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von martha unlog. » So Aug 05, 2018 2:09 pm

Die Mutter. Vor zwei Wochen in der Wohnung zusammengebrochen und Gott sei Dank war da gerade jemand bei ihr, die dann die Feuerwehr rufen konnte. Diesmal kein Schlaganfall, aber die Sprache ist komplett weg und körperlich baut sie ganz massiv ab. Mitleid, Verständnislosigkeit und die Wut wechseln sich bei mir ab.Sie wird inzwischen gepampert, gefüttert, bekommt infusionen und scheint auch in der Körperkontrolle sehr beeinträchtigt zu sein. ABER, warum ist das jetzt so, wie soll das weitergehen????

Fühle mich so hilflos.....so überfordert......so gefühlsüberflutet....so planlos.... Innen und außen dominiert das Chaos, Kontrolle fast nicht möglich. Vor, bei und nach dem Besuch bei ihr geht es mir immer sehr schlecht und es kostet unglaubliche Kraft, mich dann nicht immer total abzuschießen.
Ich will das alles nicht!!!!

Dienstag sehe ich endlich wieder die Vertraute, aber wird das diesmal helfen???

Martha

starofhope
Beiträge: 9527
Registriert: Mo Aug 10, 2009 6:18 pm

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von starofhope » Mo Aug 13, 2018 10:34 am

oh, martha, das tut mir leid. ich glaube, ich kann ganz gut nachfühlen, was du beschreibst. es ist eine extrem schwierige situation. dass die flutet, kein wunder.
meine hoffnung für dich und deine mitbewohner ist, dass ihr sehen könnt, dass das EIN stück euerer realität ist, es aber noch ganz viele andere parallel gibt, vlt. mit hilfe euerer vertrauten? dadurch könnte sich euer empfinden etwas relativieren lassen und dadurch mehr handlungsfähigkeit frei werden, für euch und dort, wo ihr es braucht.
glg
star
In der Geduld brennt die Flamme der Hoffnung.
HEILUNG GIBT ES NUR IM LEBEN.
Follow the light.
lieber sinnlos als herzlos

DON'T DROWN MY WILL TO FLY

"If I loose my grip, will I take flight?" Bruce Cockburn

Aufatmende
Beiträge: 897
Registriert: Mi Jul 17, 2013 10:26 pm
Wohnort: hinter den Bergen bei den sieben Zwergen

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von Aufatmende » Mo Aug 13, 2018 12:56 pm

Ich habe hier nur die letzten beiden Postings gelesen, also ohne Zusammenhang: es gäbe auch die Möglichkeit, dass du deine Mutter wenig oder gar nicht oder wenn das hilft in Begleitung besuchst. Du hast ein Recht auf Selbstschutz. Meine Therapeutin hat mich, als meine Mutter im Sterben lag, eindringlich vor den Folgen von Besuchen gewarnt. Ich war noch ein einziges Mal da, um mich zu verabschieden. Das war für mich die allerbeste Lösung.
Rückfälle sind Vorfälle!

martha
Beiträge: 1590
Registriert: Di Dez 17, 2013 2:32 pm

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von martha » Mi Aug 15, 2018 9:30 pm

@Liebe starofhope, danke. :wink:
starofhope hat geschrieben:
Mo Aug 13, 2018 10:34 am
dass das EIN stück euerer realität ist
Ja, es ist nur ein Teil meiner vergangenen und gegenwärtigen Realität, aber sie haut mich gerade richtig um. :( Da gibt es dieses große Mitleid - dass ich aber auch bei jedem anderen hätte - dann diese Ungewissheit, kommt sie noch mal nach Hause oder doch in ein Pflegeheim. Es gibt aber auch die immer wieder rasch aufsteigende Wut und das Unverständnis, dass die Mutter nicht allzu viel dazu beiträgt, dass sich etwas verbessert. Ach mensch....

@liebe Autantmende, auch Dir danke. :wink:
Aufatmende hat geschrieben:
Mo Aug 13, 2018 12:56 pm
dass du deine Mutter wenig oder gar nicht oder wenn das hilft in Begleitung besuchst.
Das ist mir ja in den letzten Jahren schon ganz gut gelungen. Ich besuche sie nur noch in größeren Abständen, telefoniere dafür aber noch recht oft mit ihr. Dadurch dass sie jetzt im Krankenhaus ist,hat sich eine andere Situation ergeben. Ich "muss" sie dort alle 3-4 Tage besuchen.... :evil:
Aufatmende hat geschrieben:
Mo Aug 13, 2018 12:56 pm
Meine Therapeutin hat mich, als meine Mutter im Sterben lag, eindringlich vor den Folgen von Besuchen gewarnt. Ich war noch ein einziges Mal da, um mich zu verabschieden. Das war für mich die allerbeste Lösung.
Kommst Du aber damit heute gut zurecht? Ich würde meinem inneren Druck, der doch bestimmt von einigen Mitbewohnern aufgebaut und ausgübt wird, nicht lange standhalten können.


Heute war ich wieder bei der Mutter. Vorher musste ich aber noch in ihre scheiß kack verdammte Wohnung und Sachen für sie zusammensuchen, weil sie heute in die geriatrische Reha verlegt wurde. :twisted: :twisted: Konnte vor dem Transport noch schnell den Arztbrief überfliegen. Da steht doch dann unter anderem doch tatsächlich: Weder das Plegepersonal, noch die Physiotherapeutin, konnten sie dazu bewegen aufzustehen!!!!! :evil:
Was soll denn das?????
Meine Fresse nee. Jammert rum, will unbedingt wieder nach Hause, bloß nicht ins Pflegeheim und dann tut die aber auch gar nichts selbst dafür!!!!!!
War kurz dafür auszurasten und jetzt hänge ich wieder gerade drin.....:(

martha

Aufatmende
Beiträge: 897
Registriert: Mi Jul 17, 2013 10:26 pm
Wohnort: hinter den Bergen bei den sieben Zwergen

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von Aufatmende » Do Aug 16, 2018 1:42 pm

Das ist der Punkt. Sie trifft Entscheidungen und SIE muss die Folgen tragen, nicht du! Du kannst dich auch weigern und sie bekommt einen Betreuer. Ich habe keinen Fuß mehr in mein Elternhaus gesetzt. Meine beiden Schwestern haben nur sehr unvollständig wahrgenommen, wie es dort aussah. Das Besuchen dort hat ihnen aus meiner Sicht massiv geschadet.
Ärzte und Pflegepersonal kennen komplizierte Familienverhältnisse. Die werden dir eher keine Vorwürfe machen. Oder hast du das schon anders erlebt?
Rückfälle sind Vorfälle!

starofhope
Beiträge: 9527
Registriert: Mo Aug 10, 2009 6:18 pm

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von starofhope » Di Aug 21, 2018 7:51 pm

liebe martha, ja, das ist eine knochenjob-zeit und dass die thematik sich aufdrängt, keine frage. kann sich keiner vorstellen, der das nicht erlebt hat.
und als tochter hängt man da noch mehr drinnen....nicht nur innerlich - sondern auch mit den orga-sachen. :| :shock:
ich wünsche dir so viel kraft.
In der Geduld brennt die Flamme der Hoffnung.
HEILUNG GIBT ES NUR IM LEBEN.
Follow the light.
lieber sinnlos als herzlos

DON'T DROWN MY WILL TO FLY

"If I loose my grip, will I take flight?" Bruce Cockburn

martha
Beiträge: 1590
Registriert: Di Dez 17, 2013 2:32 pm

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von martha » Sa Aug 25, 2018 8:56 pm

immer wieder angesetzt, hier zu schreiben und zu antworten, um dann zu merken, dass ich es nicht kann.
Es ist nur noch schlimm und ich nehme an "meinem" Leben so gar nicht mehr teil, rutsche immer mehr ins dunkle tiefe Loch. Bilder und Gedanken an die Mutter sind allgegenwärtig und kaum auszuhalten. Bin ganz oft regelrecht am "absaufen" und weiß gar nicht, wie ich die zukünftigen Herausforderungen bewältigen soll. Die Schwägerin übernimmt schon ganz viel und doch bleibt auch viel an mir hängen. Gespräche mit Ärzten und Sozialdiensten müssen geführt werden und dann die Besuche bei der Mutter..... :(
Ich kiffe wieder. Hm,das hat sich seltsamerweise (kam das von innen???) so ergeben, aber ich kann das alles so etwas besser aushalten, denn die belastenden Gedanken an die Mutter werden dadurch ganz gut unterdrückt, die unangenehmen Körpersymptome werden auch gedämpft und ich komme so mal ein wenig zur Ruhe. Ich muss doch weiter funktionieren!
Tja, und heute war ich sie wieder besuchen und wie immer konnte ich es kaum ertragen, sie da so liegen zu sehen. Seit 10 Tagen befindet sie sich ja nun in einer geriatrischen Reha und dank der Logopädin kann sie jetzt so sprechen, dass man sie wieder etwas versteht. Ihre Motorik hat sich leicht verbessert, ist allerdings immer noch sehr eingeschränkt, gefüttert und gepampert wird sie auch weiter und aufstehen geht aufgrund ihrer körperlichen Schwäche? noch gar nicht. Sobald sie das aber dort doch noch hinbekommen, wollen sie versuchen, sie in eine Neurologische Reha zu verlegen. Diese kann dann länger dauern und hätte dann das Ziel, sie wieder so mobil zu machen, dass sie zumindest wieder etwas laufen und selbstständig essen und trinken kann. Hm, die Entscheidung, Pflegeheim oder doch wieder nach Hause, ist also noch vertagt und damit auch das Horrorszenario: "wir müssen dann die Wohnung auflösen". Das macht sooo Druck!!!

Liebe starofhope,
starofhope hat geschrieben:
Di Aug 21, 2018 7:51 pm
das ist eine knochenjob-zeit und dass die thematik sich aufdrängt, keine frage. kann sich keiner vorstellen, der das nicht erlebt hat.
und als tochter hängt man da noch mehr drinnen....nicht nur innerlich - sondern auch mit den orga-sachen. :| :shock:
ich wünsche dir so viel kraft.
Danke fürs viel Kraft wünschen! :wink: Und ja, es hängt so so viel daran und ich bin erschüttert, wie wenig gut ich damit umgehen kann. Ich denke manchmal, ich schaffe es einfach nicht mehr und ich habe doch keine Chance..... :(

Liebe Aufatmende,
Aufatmende hat geschrieben:
Do Aug 16, 2018 1:42 pm
Das ist der Punkt. Sie trifft Entscheidungen und SIE muss die Folgen tragen, nicht du! Du kannst dich auch weigern und sie bekommt einen Betreuer.
Naja, aber trifft sie diese Entscheidungen bewusst oder spielt ihre Psyche auch eine Rolle? Seit ein paar Tagen bekommt sie ein Antidepressiva und ich hatte heute den Eindruck, dass sie schon wieder etwas aktiver am Leben teilnimmt. Nein liebe Aufatmende, ich kann mich nicht weigern.
Aufatmende hat geschrieben:
Do Aug 16, 2018 1:42 pm
Ärzte und Pflegepersonal kennen komplizierte Familienverhältnisse. Die werden dir eher keine Vorwürfe machen. Oder hast du das schon anders erlebt?
Nein.

Liebe Grüße!
martha

Aufatmende
Beiträge: 897
Registriert: Mi Jul 17, 2013 10:26 pm
Wohnort: hinter den Bergen bei den sieben Zwergen

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von Aufatmende » Di Aug 28, 2018 3:43 pm

Natürlich kannst du dich weigern. Wenn deine Mutter dazu führt, dass du dein eigenes Leben nicht mehr leben kannst, müssen andere für sie die Versorgung und die Verantwortung übernehmen.
So weit die Faktenlage. Dass es sich gefühlsmäßig anders anfühlt, liegt auf der Hand.
Aber wie viel hat denn deine Mutter dazu beigetragen, dass du so instabil bist?
(Natürlich erwarte ich auf meine Fragen keine Antwort. Ich kriege es nur gerade nicht anders formuliert. Auf deine Mutter kann ich wenigstens wütend sein, im Gegensatz zu meiner eigenen....)
Rückfälle sind Vorfälle!

martha unl.

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von martha unl. » So Sep 02, 2018 9:26 pm

Liebe Aufatmende, tut mir leid, dass es immer länger dauert, ehe ich auf etwas antworte oder einfach so schreibe. So wie jetz auch, muss ich mich dann aber ja auch mit ihr gedanklich beschäftigen und das kann mich mal schnell ein paar Stunden umhauen. Ich versuche sie mit aller Kraft zu verdrängen und zu vermeiden. Mich graut es so vor der noch kommenden Zeit....
Aufatmende hat geschrieben:
Di Aug 28, 2018 3:43 pm
Natürlich kannst du dich weigern. Wenn deine Mutter dazu führt, dass du dein eigenes Leben nicht mehr leben kannst, müssen andere für sie die Versorgung und die Verantwortung übernehmen.
So weit die Faktenlage. Dass es sich gefühlsmäßig anders anfühlt, liegt auf der Hand.
Stimmt, das ist die offizielle Faktenlage, aber das kriege ich nicht hin.
Aufatmende hat geschrieben:
Di Aug 28, 2018 3:43 pm
Aber wie viel hat denn deine Mutter dazu beigetragen, dass du so instabil bist?
Ich glaube, mir fehlt einfach die Wut, denn es gibt doch keine Erinnerungen.

Hm....

Liebe Grüße!
martha

chaoskopf
Beiträge: 5069
Registriert: Do Jul 18, 2013 12:15 pm

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von chaoskopf » Fr Sep 07, 2018 9:16 pm

liebe martha, entschuldige, dass ich so lange nicht bei dir geschrieben habe.....
wahnsinn, was du grade durchmachst. was jedoch nicht bedeutet, dass ich nicht an dich denke.....ich hab auch immer wieder hier gelesen, aber manchmal fehlen einfach die worte......ich schick dir viel kraft!

martha
Beiträge: 1590
Registriert: Di Dez 17, 2013 2:32 pm

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

Beitrag von martha » So Sep 09, 2018 12:40 pm

Liebe chaoskopf, danke!!! Brauchst dich doch nicht entschuldigen!! Weißt du, ich lese auch viel bei dir und bei einigen anderen und auch mir fehlen dann die passenden Worte. Manchmal fällt mir zu einem Thema zwar was ein, aber dann antworten andere schon darauf, was sich mit meinen Gedanken fast deckt und dann lasse ich es lieber.
chaoskopf hat geschrieben:
Fr Sep 07, 2018 9:16 pm
wahnsinn, was du grade durchmachst.
Ja ist es und mit NICHTS konnte ich mich auf diese Situation irgendwie einstellen oder hätte mir jemals vorstellen können, wie hilflos und überfordert ich damit sein würde. :| Ich wurde davon buchstäblich überrollt und ist es jetzt die Ruhe vor dem großen Sturm?????
Seit einer Woche ist sie in einer neurologischen Reha und schaffen sie es da, sie wieder so mobil zu machen, dass sie doch wieder nach Hause kann?? Ich wünsche es ihr so, denn sie in einem Pflegeheim zu wissen, damit könnte ich gar nicht gut umgehen. Es würde mir so leid tun, denn das wünscht man doch niemanden.
Oh mann, und meine Schwägerin erzeugt mit ihrem sicher gutgemeinten Engagement, für noch mehr Druck bei mir und denen da drinnen. Gut, sich schon mal Pflegeheime angucken (was ich aber nicht kann) ist ja nicht verkehrt, aber dass sie schon Entrümplerfirmen kommen lässt und von mir erwartet, dass ich dabei bin oder sogar zu mir sagt, dass ich doch schon mal was aus der Wohnung mitnehmen könnte, was mich interessiert, das geht mir zu weit!!! Das geht doch auch nicht, oder????
Ach, ist das alles eine scheiße.....

martha

Antworten