EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

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Mucki
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Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Mucki » Di Jan 23, 2018 2:54 pm

Liebe Rosenrot, "Herr des Verfahrens" ja, aber ich gehe zur Fachfrau, weil die ein wenig mehr weiß als ich. Gestern haben wir die Szene bearbeitet, die ich als die schlimmste überhaupt angegeben habe und der erste Impuls war, das zu lassen. Auch während der Bearbeitung ging ich durch viele Ängste, war im Trauma, hatte Schmerzen, Luftnot, wollte weglaufen, tot sein.....es war die Hölle. Am Ende aber, damit hätte ich niemals gerechnet, war der Belastungsgrad wirklich bei 0. Ich hatte vorher mit ihr besprochen, ob ich wirklich weiter machen sollte und die Therapeutin hat es mir noch einmal erklärt und gesagt, dass ich eine sehr gute Chance hätte, mein Leben zu verbessern. Also mache ich weiter, auch wenn das nachprozessieren zu Hause, das automatisch passiert, nicht gut klappt. Dafür habe ich aber jeden Tag einen Kurzkontakt und schon morgen die nä. Doppelstunde.
Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass es manchmal wichtig sein kann, durch die "Hölle" zu gehen, auch wenn die Angst groß ist. Das ist sicher nicht für jeden die Lösung, ich habe mich aber dafür entschieden.

Rosenrot

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Rosenrot » Di Jan 23, 2018 6:10 pm

Liebe Mucki,
das ist doch (für Dich) absolut o.k. so - Du hast Dich entschieden - Du trägst die
Verantwortung - mit allen Konsequenzen für Dich und Dein Leben - im Guten,
wie im Schlechten.

Wie es sich langfristig auswirkt, wird die Zeit zeigen;
ich hoffe positiv für Dich.

Auf jeden Fall ein wichtiger und richtiger Schritt in Sachen
Selbst-Verantwortungsübernahme, und somit
ein Stück weit raus aus der Opferrolle.

Herzliche Grüße,
Rosenrot

Mucki
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Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Mucki » Fr Feb 09, 2018 8:29 pm

Danke liebe Rosenrot,
nun hatte ich schon wieder einige Doppelstunden EMDR und eine incl. IRRT. Es ist nach wie vor ein harter Weg und im Moment widmen wir uns meinem schwierigsten Thema überhaupt, meiner Mutter. Sie war aktiv beteiligt, hat mich gequält uvm. aber nach wie vor habe ich das Gefühl sie beschützen zu müssen und sie zu lieben. Gleichzeitig lebt sie als Introjekt in mir und hält die alten schädigenden Aussagen und Wahrheiten am Leben.....manchmal so intensiv, dass ich mich selbst bestrafen muss. Mir war nicht ganz klar, wie viel Macht sie in mir noch hat und das, wo sie schon 33 Jahre tot ist! Das zweifle ich oft an meinem Verstand. Mir ist bewusst, dass ich bis heute darauf warte von meiner Mutter geliebt zu werden, Anerkennung und Lob zu bekommen und eine schützende mütterliche Umarmung, aber das gehört alles zu den Dingen, die ich nicht mehr nachholen kann.
Die EMDR Sitzungen zu dem Thema Mutter laufen auch nicht ganz so glatt wie die bisherigen, aber ich hoffe, dass die Macht über mich kleiner werden kann. Meine Therapeutin ist davon überzeugt, dass wir meine Mutter entmachten werden, es aber leider nötig ist, dass ich durch diese momentan sehr schmerzhafte Phase gehe. Weiterhin habe ich 1x tägl. einen Kurzkontakt per Whats App zu ihr, damit sie weiß wie es mir geht. Ich hätte so gerne eine echte schützende Umarmung......

Mucki
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Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Mucki » Sa Apr 14, 2018 10:34 am

Nach 4 Wochen Pause befinde ich mich quasi auf der Zielgeraden der Therapie. Es werden noch ca. 5 Doppelstunden sein und die dann verbleibenden Stunden werden dann größere Abstände haben und Einzelstunden sein. Einerseits bin ich froh darüber, denn die Pause hat mir etwas Abstand und Erholung ermöglicht, andererseits habe ich große Angst davor, am Ende noch nicht so weit zu sein ohne therapeutische Begleitung aus zu kommen. Das habe ich der Thera auch sagen können, allerdings traut sie mir absolut zu allein zurecht zu kommen.....ich glaube nicht, dass es bei ihr möglich sein wird bei Bedarf eine Stunde auf eigene Kosten zu bekommen.
Gerade jetzt im Moment spüre ich die Fortschritte, die ich zweifellos gemacht habe, so gar nicht. In der letzten Woche haben wir eine Szene der ganz frühen Erinnerungen bearbeitet und ich konnte mich bis dahin nur sehr vage erinnern, Nun weiß ich, dass der Körper und die Seele einer 2 jährigen doch sehr viel mehr speichert, als man glauben mag. Entsprechend befinde ich mich in der Phase des Nachprozessierens, richte aber die Wut gegen mich und nähre meine Schuldgefühle, schaffe es also wieder wunderbar, es mir schlecht gehen zu lassen. Das Wetter trägt auch nicht dazu bei die Stimmung zu heben und in den letzten 2 Nächten hatte ich nicht genug Schlaf, was die Verfassung natürlich auch beeinflusst. In der letzten Nacht habe ich eine Mail an meine Thera geschrieben. Die Gedanken "aus mir heraus zu schreiben" ist eine hilfreiche Strategie, die besonders in der Nacht hilft. Wir haben die Vereinbarung, dass ich mich per Whats App melde, wenn es mir schlecht geht, aber das wage ich nicht mehr, da ich das in einer schlimmen Phase so oft gemacht habe. Nun meine ich, dass ich doch schon so fortgeschritten und stabil sein sollte, dass ich das gefälligst nicht mehr zu brauchen habe. Mir ist klar, dass das kein hilfreicher Gedankengang ist, aber das Wissen darum macht ihn nicht weg.
Nun beginnt das Wochenende und diese Tage sind meistens sehr einsam, da alle Bekannten und Freunde, die ich sonst ab und zu treffe, mit ihren Familien/Partnern zusammen sein möchten. Gut, dass mir meine beiden Katzen immer wieder helfen nicht gänzlich ab zu stürzen.

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Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Simone » Mi Apr 18, 2018 4:58 pm

Hallo,
ich möchte euch, die ihr auch EMDR macht, mal nach ein bisschen Austausch fragen. Ich werde auch diesen Threads nochmals komplett lesen, wenn ich die Zeit dafür finde. Bisher habe ich noch nicht alles lesen können, also schon einmal Entschuldigung falls es sich Doppeln sollte.
Ich mache auch EMDR wegen Trauma, und seit 2 Wochen sind wir jetzt am "Haupttrauma" dran.
Ich habe festgestellt, dass ich immer das Gefühl habe, es 'bringt' nichts. Ich gehe in Gedanken in das Trauma hinein,so wie sie es sagt, sie tappt auf meine Oberschenkel, und es passiert... Nichts.
Also manchmal habe ich ein paar Gedanken, die kommen, aber es ist eher so,wie wenn einem noch was einfällt,was man vergessen hat. Es sind keine großartigen Gefühle, die da kommen,und ich dachte immer,das wäre bei EMDR so... Sie sagt immer zu mir,es kommt was kommt und ich soll mir da keine Sorgen machen...aber ich habe irgendwie Angst dass das gar nichts bringt. Und dabei ist das erste Trauma durch EMDR schon weniger schlimm geworden... trotzdem habe ich irgendwie Sorge,dass es deswegen nichts bringt.
Wie ist das bei euch?
Vielleicht mag ja Mal jemand erzählen?
Vielen Dank und viele Grüße
Simone
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
(Goethe)

Glitza

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Glitza » Mi Apr 18, 2018 8:56 pm

Ich habe andauernd direkt hinterher gedacht dass es nichts bringt.
Gebracht hat es immer was.
Immer.
Manchmal war es ein großer Sprung nach vorne der passierte und manchmal war es als wenn sich irgendwo ein winziges Zahnrad ein Stück weiter gedreht hätte.

Also ich kenne die Sorge. Gut sogar.

LG Glitza

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Simone
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Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Simone » Mi Apr 18, 2018 9:36 pm

Hallo Glitza,
Danke für deine Antwort.
Das, was Du schreibst, beruhigt mich ein wenig. Dann ist es vielleicht tatsächlich so, dass ich nur Mal wieder zu viel will und zu ungeduldig bin...
Viele Grüße
Simone
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
(Goethe)

gastacht

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von gastacht » Fr Apr 20, 2018 11:15 pm

Empfehl dir das buch von arne hoffmann über emdr. Dort beschreibt er die vier häufigsten reaktionen von emdr. Eine davon beschreibst du.
Viele haben keimen emotionsausbruch sondern sind eher ruhig spüren nicht viel. Dh aber nicht dass es nicht viel bringt!
Gastacht

Gast

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Gast » Sa Mai 05, 2018 12:51 am

Mein Problem ist, dass ich durch einen sexuellen Übergriff traumatisierte wurde. Und zwar ziemlich heftig.
Fühlt sich so an wie leichtes Fieber jeden Tag und manchmal Kopfschmerzen und Kopfbrennen.
Ist aber im wesentlichen so, dass ich auch das Gefühl habe irgendwie krank zu sein.
So als hätte ich irgendwie ein Körperteil verloren, wäre nicht mehr ganz.
So als wäre ich irgendwie seelisch verbrannt und verkohlt.

Also ich habe schon ein mächtiges Trauma abbekommen und kann auch keine Sexualität mehr einfach nur genießen.
Sondern verbinde damit immer etwas schlechtes, weil zur Stimulierung benutzt wurde, kann ich mich selber nicht mehr richtig stimulieren.

Jetzt meine Frage...

Eine Wunderheilung per Gesprächstherapie ist nicht möglich, auch belastet mich das Trauma nicht über diese Symptome hinausgehend,
sodass ich einfach nur jemanden bräuchte um Balast abzulassen oder so etwas.
Also brauche ich schon wirklich jemanden, der eben dieses heilen, mithin jemanden, der Traumata und PTBS heilen kann.

Die einzige Methode zu so einer Traumatherapie die mir bekannt ist, ist nun EMDR... nun also die Frage, klappt es bei so etwas ?
Bringt es etwas ? Oder muss die eigentliche Medizin um Traumata und PTBS tatsächlich zu heilen, erst noch entwickelt werden ?

Mucki
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Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Mucki » Sa Mai 05, 2018 11:44 am

Hallo Gast, es kommt darauf an, was Du unter Heilung verstehst. In einer Therapie, egal in welcher, kann es natürlich passieren, dass innerliche Verletzungen zutage kommen, von denen Du nicht wusstest, dass sie in Dir schlummern. Wenn es Dir darum geht aussprechen zu können, was Dir passiert ist und wie es Dir in Deiner Sexualität geht, kommt sicher eher eine reine Gesprächstherapie infrage.

Heilung erhoffe ich persönlich mir in der Form, dass ich an all die schlimmen Szenen denken kann, ohne dass sie mich im Heute belasten und beeinträchtigen, dass ich keine Flashbacks mehr haben muss, oder eben fast keine. Nach einigen Jahren Gesprächstherapie mache ich jetzt seit fast 1 Jahr EMDR und das aufdeckend. Sehr schwer, aber für mich hilfreich.

Schau was Deine Erwartungen und Hoffnungen sind, lass Dich ggf. beraten, was die jeweilige Therapie bieten kann, welche Methode gut wäre usw.
Alles Gute für Dich.

Mucki

gastacht

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von gastacht » So Mai 06, 2018 1:13 am

Hi
Frag das am besten eine fachfrau die deine geschichte kennt.
Klar ist und wissenschaftlich 1000 mal bestärigt ist das emdr bei trauma hilft. Vg und mb. Etc.. Aber nicht jedem und nicht bei jedem symptom.
Ob und wie es bei dir hilft weiss hier keiner.
Und wenn heilung für dich heisst alles wird wie vorher wird es nicht heilen.
Nur emdr machen ist unprofessionell und quatsch. Auch wenn das so pseudo fachleute meinen. Vorsicht. Emdr lernt man nicht im wochenendkurs. Das gibt es aber leider. Geh zum thera mit kassenzulassung der auch emdr kann. Dh ein verhaltensthera oder tiefenpsychologisch der auf trauma soezialisiert. Der ist dann traunathera. Reine traumathera gibs nicht und ist von vt und tiefenpsychologie und hypnothera etc durchdrungen. Es gibt zig methoden in der traumathera. Nicht nur emdr. Das ist für komplexe ptbs auch teilweise gar nicht gut.
emdr ist kein wundetmittel sondern unberechenbar. Da können traumata hoch kommen von denen du nix ahnst.

find deine abwertung der gesprächsthera ungut. Der zeitgeist ist das alles schnell weggehen soll. Eine seele ist keine maschine. Gesorächsthera kann sehr heilsam sein. Ohne das wär ich schon tot. Es heilt nur andere dinge als emdr.

Alles gute
gastacht

Gast

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Gast » Di Mai 08, 2018 8:41 pm

hmm, das hört sich in meinem Fall nicht so erfolgsvorsprechend an, denn mich belastet das Ereignis nicht so stark,
weil es nur ein Übergriff war und ich schon recht alt war zu der Zeit, mich stört die "Krankheit" die dadurch ausge-
löst worden ist. Scheinbar gibt es keine Möglichkeit diese zu heilen, weil keiner weiß, wie die Psyche Funktioniert.

Dann würde mich nur mal interessieren, ob einer von euch Erfahrung mit natürlicher Genesung, also Heilung gemacht hat.
Nehmen solche Symptome mit der Zeit ab oder sind sie bei euch, wenn ihr ähnliche habt/hattet, immer gleich geblieben ?

Und wie ist es mit eurer Einstellung zur Sexualität, das traurige ist, dass ich die Stillung meines sexuellen Verlangens,
mithin auch den Auslöser, dieses Verlangens, nicht mehr wahrnehmen kann, ohne vergrault zu sein durch das Trauma.
Lassen sich solche Verhaltensmuster denn wegtherapieren ?

gastacht

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von gastacht » Fr Mai 11, 2018 11:19 pm

Was genau hast du seit dem? Welche krankheit meinst du? Versuch es bitte konkreter.
Bei flashbacks hilft es. Bei integration von anteilen je nachdem. Wenn du svv machst um flashs auszuhalten hilft es. Wenn du es machst weil du dich hasst hilft es nicht. So als bsp.

Man weiss heute viel über die psyche. Ihre mechanismen etc. Das geht über neurologisches zeug bis hin zu täterintrojekten und dissoziation bzw abwehrmechanismen. Bitte lass doch so generalisierungen wie niemand weiss wie die seele funktioniert wenn du keine ahnung hast. Psychologie ist ne anerkannte 100jahre alte wissenschaft. Was glaubst du was die leute da den ganzen tag tun? Grübeln?
Klar sind krankheiten heilbar! Was hast du für ne diagnose? Sogar persönlichkeitsstörungen und chronische depressionen sind heilbar. Nur wie bei anderen ärzten braucht es jemand gutes der zu dir passr und dem vertrauen kannst.

Man sagt bei einem teil geht die belastung weg. Alles was nach drei monaten nicht weniger wird ist ptbs und bleibt meist bestehen und verschlimmert sich bei neuen traumata oder belastungen. Kenn 90jährige die jetzt noch unter dem krieg leiden.

Nix wird "wegtherapiert". Das ist kein virus! Es wird angeschaut gewertschätzt versucht zu verstehen und dann wird versucht es zu ändern. Schrittchenweise. Es wird evtl länger dauern und hart werden. Nix was schnell und mit zauberformel weg geht.
Du wirkst sehr genervt und ungeduldig. Stimmt das? Helfen würd evtl schon ruhe, mitgefühl mit dir und akzeptanz das es gerad so ist wie es ist.
Ruf doch mal bei traumaambulanzen oder institutsambulanzen an und seh dir theras mehrerer schulen an. Dann kannst du ja sehen was passt oder auch nicht. Immer nur hypothetisch drüber nachzudenken bringt nix. Versuch es! Jeder hat angst. Vermute hinter deinen mehr oder weniger expliziten abwertungen steckt ne sch angst. Da passiert aber nix was du nicht willst.
Alles gute
Gastacht
Ps ja das thema mit s änderte sich sehr. Dauerte aber. Musste dafür viel betrauern und mich lernen sicher und erwachsen zu fühlen.

lara64unl.

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von lara64unl. » So Mai 13, 2018 10:36 am

hallo gast
Fühlt sich so an wie leichtes Fieber jeden Tag und manchmal Kopfschmerzen und Kopfbrennen.
Ist aber im wesentlichen so, dass ich auch das Gefühl habe irgendwie krank zu sein.
So als hätte ich irgendwie ein Körperteil verloren, wäre nicht mehr ganz.
So als wäre ich irgendwie seelisch verbrannt und verkohlt.
Also wenn klar ist, dass sich dahinter keine somatische Erkrankung verbirgt, würden PsychotherapeutInnen/TraumatherapeutInnen das entweder als psychosomatische Reaktion auf das Trauma oder als Körpererinnerung auf das Trauma verstehen.
DAs mit dem Körperteil wäre so was wie Deralisation/Abspalten des Körperteils..
alles Symptomatiken die sich mit dem Trauma gut erklären lassen.

Eine Wunderheilung per Gesprächstherapie ist nicht möglich, auch belastet mich das Trauma nicht über diese Symptome hinausgehend,
sodass ich einfach nur jemanden bräuchte um Balast abzulassen oder so etwas.
Also brauche ich schon wirklich jemanden, der eben dieses heilen, mithin jemanden, der Traumata und PTBS heilen kann.
Du suchst jemand bei dem du die Balast abladen kannst, aber keine Gesprächtherapie..äh wie möchtest du denn dann die Balast abladen..

EMDR ist eine von mehreren Methoden, um Traumata zu verarbeiten und sollte, wenn sie gut wirksam sein soll, innerhalb einer Traumatherapie eingebunden sein..EMDR lösgelöst von einer vernünftigen 'Vor- und Nachbearbeitung im Sinne der Stabilisation und der soweit möglich Integration des ganzen in das hier und jetzt, das heute Leben macht keinen Sinn, und wird von gut ausgebildeten Traumatheras so auch nicht angeboten.

Und "wegmachen" wegheilen oder so, dazu ist weder EMDR noch sonst eine therapeutische Methode da..
Therapie bedeutet Begleitung - und nicht Wunder bewirken. Da musst du dich an eine andere Abteilung wenden..
mich stört die "Krankheit" die dadurch ausge-
löst worden ist. Scheinbar gibt es keine Möglichkeit diese zu heilen, weil keiner weiß, wie die Psyche Funktioniert.
Du scheinst dich entweder nicht besonders gut informiert zu haben, oder hast nur einen sehr eingeengten Blick auf die Thematik..

Wie gastacht schon schrieb, wie unser Psyche "funktioniert" wie Psyche und Körper zusammen funktionieren als Einheit und Gesamtes, dazu weiß man heute sehr vieles und kann dazu auch vieles beschreiben, oder über bildgebende Verfahren darstellen. Auch dass Körper und Seele nicht lösgelöst voneinander gedacht und betrachtet werden können, sondern die beiden sich in ihrer "Funktionalität" oder auch "Dysfunktionalität" bedingen und gegenseitig beeinflussen..

Um Traumatas aufzuarbeiten gibt es unterschiedliche Weg und verschiedene Ansätze dazu.
Und je nachdem braucht es manchmal auch mehrer Anläufe bis Frau/Mann den/die passende Therapeutin findet.
Da hilft meist sich gut informieren, über die verschiedenen Methoden und Verfahren, und welche TherapeutInnen dann was anbieten.

@gastacht:
Kassenzulassung schützt nicht vor schwarzen Schafen bei der Traumatherapie, auch hier gibt eine eine Vielzahl von Theras, die neben ihrer VT oder TP nur so ein "Wochenendkurs" in EMDR machen, keine weiteren sinnvollen Qualifikationen anschließen und sich dann Traumatherapeutin nennen dürfen. Die werden einem dann von der KK vorgeschlagen, und wenn dann Rückfragen kommen, wie Erfahrung mit DIS oder bestimmten traumatischen Vorerfahrungen, dann kommt im besten Fall die Rückmeldung keine Erfahrung damit..wenn Frau Pech hat, die Rückmeldung, ich bin Traumatherapeutin und Psychologin und kann alles.. :evil: :twisted: :shock: . Das wiederum ist doch auch Quatsch, weil die eben nicht immer alles können, und oft genug dann auch keine Erfahrung damit haben, und dann mit ihrem einfach drauflos mehr Schaden anrichten können, wie hilfreich sind.
Da ist mir dann doch jemand der seine therapeutischen Qualifikationen bei anderen Verfahren (Gestalttherapie/Systemischer Therapie..) erworben hat und sich dann bei den Gesellschaften für Psychotraumatologie anerkannten Verfahren wie PITT/MITT/KST/SE/enaktiver Traumatherapie usw. als Zusatzqualifierworben weiterqualifiziert hat, und der einem dann bei der Finanzierung behilflich ist, oder auch die Einzelfallentscheidung bei der KK mitgeht..
und es ja auch gute Gründe gibt keine Kassenzulassung zu beantragen, selbst wenn diese möglich ist, weil man sich nicht der "Gängelung" durch die KKs aussetzen möchte. Hier schon Therapeutinnen ihre Kassenzulassung "zurückgegeben" haben, ganz explizit aus diesen Gründen.

Da finde ich nämlich hast du oft ein ziemlich abwertendes Bild von den TherapeutInnen die nicht Psychologie studiert haben und daher keine Kassenzulassung erhalten.
Ein Psychologiestudium und eine sich dann anschließende Ausbildung in VT, TP oder Psychoanalyse muss per se keine qualitativ "bessere" Therapiemethode sein, wie die beiden anderen oben genannten Verfahren.
Systemische Therapie ist von den Kassen anerkannt, solange eben eine Psychologin dies mach.
Dass die Verfahren wie die reinen systemischen Therapeutinnen (also die mit HP) keine Kassenzulassung erhalten, hat nichts mit der Qualität sondern mit berufspolitischen Themen und Pfründen zu tun, die eigenen Verfahren (VT/TP/Analyse) zu schützen und keine anderen Verfahren drin haben zu wollen, auch aus Angst vor Verlust von Patientinnen/Klientinnen..
Andere Professionen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen haben häufig ebenfalls ausreichend gute Kenntnisse um eine Weiterbildung in Therapeutischen Verfahren, bei Bedarf auch VT, TP oder zu durchlaufen.

Und wie hilfreich eine TherapeutIn erlebt und erfahren wird, hängt nicht immer von ihrer Grundausbildung ab, sondern davon wie gut sie/er Beziehungsarbeit leisten kann und will - da Traumatherapie immer über Beziehungsarbeit läuft.

Sorry gast, wollte dein Anliegen jetzt nicht damit sprengen und ist auch irgendwie OT, oder vielleicht auch nicht

Shalom - lara64

Gast

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Beitrag von Gast » So Mai 13, 2018 4:39 pm

@lara64uni.

"Und "wegmachen" wegheilen oder so, dazu ist weder EMDR noch sonst eine therapeutische Methode da..
Therapie bedeutet Begleitung - und nicht Wunder bewirken. Da musst du dich an eine andere Abteilung wenden.."

Kannst du das noch einmal genauer erläutern ?

Im Bezug auf meine Symptome, welche du ja zitiert hast.. lassen sich diese nun wegheilen oder nicht ?

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