Stabilisierungstechniken

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Lorelei
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Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von Lorelei » Fr Jul 29, 2016 3:52 pm

Offline gehen (Anfänger-Profis)


Die Nachrichten sind dieser Tage nicht wirklich dazu geeignet, uns aufzuheitern. Vielleicht klebt man irgendwie an diesen Geschichten, findet sie schrecklich und kommt doch nicht von ihnen los, bevor man sie gelesen oder gesehen hat. Zusätzlich kann es sein, dass ihr hier im Forum auch Geschichten von anderen mitlest, vielleicht mehr, als euch gerade gut tut. Wenn ihr aber fest stellen solltet, dass es euch nach dem Lesen dieser Geschichten nicht besser geht, sondern eher schlechter, dann gönnt euch eine Auszeit vom Internet und: geht Offline. Einfach mal den Kopf auf Urlaub schicken. Automatische E-mail-Antwort einrichten, auf einschlägigen Seiten kundgeben, dass ihr jetzt mal eine Zeit lang abwesend seit, damit jeder Bescheid weiß, den ihr Bescheid wissen lassen möchtet, und weg.

Zuviel auf Facebook unterwegs? Gönnt euch und eurer Seele die Aufmerksamkeit, die sie jetzt gerade von euch benötigt.

Ablenkung gewünscht? Ein Buch, das ihr lange schon mal lesen wolltet, ein schöner Urlaubsschmöker oder etwas zum Rätseln können euch ebenso beschäftigen wie ein Hobby, ob es nun Handarbeiten, Kochen, Zeichnen oder mathematische Gleichungen lösen ist. Perfekt zum Ablenken ist auch, die eigene Wohnung wieder auf Vordermann zu bringen oder weiter zu verschönern.
Wer lieber draußen ist, kann z.B. shoppen, spazieren gehen, bisher unbekannte Radwege in der Umgebung erkunden.

Ihr wollt noch mehr Ruhe? Vielleicht liegt euch achtsames Gehen nach Tich Nhat Hanh, oder Meditation nach Jon-Kabat Zinn oder Chi Gong?

Körperlich aktiv werden könnt ihr über sportliche Aktivitäten jeglicher Art vom Laufen übers im Klettergarten herumkraxeln bis zum Segelboot fahren.

Schönen Urlaub!

Lo
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Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von Lorelei » So Aug 14, 2016 9:54 am

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Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von Lorelei » So Aug 14, 2016 10:52 am

Klassische Musik gegen Stress (Anfänger - Profis)



Das konnte ich nicht an euch vorbei gehen lassen. Dass Musik aufs Gemüt wirkt, wissen wir alle. Besonders stark wirkt aber offenbar klassische Musik, wie verschiedene vergleichende Studien heraus gefunden haben - so hat z.B. die Musik von ABBA überhaupt keine Wirkung auf den Cortisolhaushalt der Probanden einer Studie gezeigt, im Gegensatz zu Mozart oder Musik von Johann Strauss.
Musik hat aber auch Auswirkungen auf die Gesundheit. Sie senkt die Herzfrequenz und den Blutdruck, beruhigt die Atmung und reduziert Stresshormone, wie neuere Studien zeigen. Welche Musik bei Bluthochdruck geeignet ist und wie sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann, erläuterten Experten auf dem Kongress der Deutschen Hochdruckliga in Münster.

Studien zeigten, dass Musik das vegetative Nervensystem beeinflusst. „Dadurch kommt es zu emotionalen, aber auch hormonellen Veränderungen“, erläuterte Prof. Dr. med. Hans-Joachim Trappe, Herne. „Nicht nur die Gemütslage kann sich positiv oder negativ verändern. Dadurch, dass das vegetative Nervensystem auch das Herz-Kreislauf-System kontrolliert, hat die Musik indirekten Einfluss auf die Herz- und Atemfrequenz sowie den Blutdruck.“ Klassische Musik besitze die stärkste Heilkraft.

Doch jeder Komponist und jede Kompositionsform hat Trappe zufolge unterschiedliche Effekte auf das Herz-Kreislauf-System. So sei vor allem Musik von Bach, Mozart, Händel, Corelli, Albinoni und Tartini bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfehlenswert. Eine Studie mit 60 Probanden an der Universitätsklinik Marienhospital Herne unter Trappe zeigte, dass beispielsweise Bachs Orchestersuite Nr. 3 den Blutdruck um durchschnittlich 7,5 zu 4,9 mmHg senkt. Auch die Herzfrequenz ging um etwa sieben Schläge pro Minute zurück. Nach der Beschallung stiegen der Blutdruck und die Herzfrequenz bei den Teilnehmern hingegen wieder an. „Interessanterweise konnten wir auch Blutdrucksenkungen bei Heavy-Metal-Musik nachweisen“, ergänzte Trappe. Da nicht jede Musikrichtung jedem Menschen gefalle, seien immer individuelle Vorlieben zu berücksichtigen. „Dennoch haben sich bestimmte Musikrichtungen bei bestimmten Erkrankungen bewährt“, betonte Trappe.

Dass Musik bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen als „Medikament“ etabliert werde, hänge von weiteren Untersuchungen ab. Welche Musik bei welchen Erkrankungen sinnvoll ist und welche Entspannungsübungen helfen, den Blutdruck zu reduzieren, erklärte Trappe vor Journalisten (Kasten).

Nicht jede Musik gefällt jedem Menschen. Außerdem spielt die körperliche, geistige und seelische Verfassung eine entscheidende Rolle zusammen mit äußeren Einflüssen, Lebensalter und aktueller Lebenssituation. Dennoch haben sich verschiedene Musikrichtungen bei bestimmten Erkrankungen bewährt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Tomaso Albinoni
Adagio g-moll für Orgel und Streicher

Johann Sebastian Bach
Brandenburgische Konzerte (BWV 1046−1051)

Kantate 147 (Herz und Mund und Tat und Leben) (BWV 147)

Air (aus der Orchestersuite Nr. 3) (BWV 1068)

Das wohltemperierte Klavier (alle Fugen) (BWV 846−869)

Arcangelo Corelli
Adagio

Georg Friedrich Händel
Wassermusik

„Ankunft der Königin von Saba“ (aus dem Oratorium „Salomon“)

Wolfgang Amadeus Mozart
Andante und Variationen G-Dur für Orgel zu vier Händen (KV 501)

Giuseppe Tartini
Adagio cantabile

Förderung der Konzentration, Hilfe bei Depressionen

Johann Sebastian Bach
Englische und französische Suiten (schnellere Sätze)

Toccata und Fuge d-moll (BWV 565)

Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur (op. 58)

Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 94

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierkonzerte (schnellere Sätze)

Arie „Dies Bild ist bezaubernd schön“ (aus der Oper „Zauberflöte“) (KV 620)

Domenico Scarlatti
Sonaten

Antonio Vivaldi
Konzerte für Streicher und Cembalo

Charles Marie Widor
Toccata (aus der Orgelsinfonie Nr. 5, op. 42)

Entspannung, Stärkung des Immun- und Nervensystems

Johann Sebastian Bach
Goldberg-Variationen (BWV 988)

Ludwig van Beethoven
Mondscheinsonate (op. 27, Nr. 2)

Klavierkonzerte Nr. 4 G-Dur (op. 58)

Frédéric Chopin
Fantasie-Impromptu (op. 66)

Nocturnes

Claude Debussy
La Mer

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 40 g-moll, 2. Satz (KV 550)

Maurice Ravel
Klaviertrio a-moll

Camille Saint-Saëns
Symphonie Nr. 3 c-moll (op. 78)

www.aerzteblatt.de
Diese Musik könnt ihr euch über youtube oder Spotify oder im Radio anhören, online oder im Laden kaufen, oder auch mal wieder in ein klassisches Konzert gehen, wenn euch der Sinn danach steht - das Erlebnis live ist noch einmal völlig anders, direkter und persönlicher. Wenn ihr euch alleine nicht traut, könnt ihr gern ein paar gute Freunde mitnehmen oder ein Programmheft kaufen, das euch die Hintergründe der Stücke noch einmal näher bringt. Viel Spaß beim Hören! :)

P.S.: Wer selbst Musik macht - entsprechende Stücke spielen oder singen macht auch Freude, wenn kein Druck dahinter steht, etwas zu "müssen". Also lasst euch nicht davon abhalten, Spaß mit der Musik zu haben, die ihr gerade macht.
Was hinter uns liegt und was vor uns liegt ist nichts in Vergleich zu dem, was in uns liegt. - Ralph Waldo Emerson

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Re: Stabilisierungstechniken > Kinderlieder hören !

Beitrag von StummesKind » Mo Okt 31, 2016 9:00 am

Was mir sehr hilft ist, mir Kinderlieder anzuhören, zur Zeit sind es Weihnachtslieder für Kinder, einfach zuckersüß......die bringen mich in die FÜR MICH so angenehme, kuschelig-warme Advents- und Weihnachtsstimmung. Voraussetzung, wie schon gesagt, EIGENVERANTWORTUNG. Ich verbinde nur kuschelige, warme Erinnerung dran. Bei wem es anders ist, der sollte einfach weglesen, ok ?
Meistens hole ich die Cd so um die Zeitumstellung raus, weil für mich die Adventszeit definitiv zu kurz ist...... auch LED-Kerzen stelle ich auf, ABER wie gesagt, WER ES MAG !!!
Wer es in kleinen Dingen mit der Wahrheit nicht ernst nimmt,
dem kann man auch in großen Dingen nicht vertrauen.
Albert Einstein

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Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von StummesKind » Mo Okt 31, 2016 9:29 am

Eine Spieluhr mit tröstender Musik ....... will ich mir schon die ganze Zeit zulegen........eine völlig idiototische Hemmschwelle eines Kopf-Menschen, einer Geschäftsfrau hält mich leider noch davon ab.......
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Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von StummesKind » Mo Okt 31, 2016 9:30 am

Werbung soll man ja keine machen >>>> ich kürze es ab >>>> Mutmachlieder von R. Z. sind Gold-Wert.... für mich zumindest !!!
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Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von Lorelei » Fr Jan 06, 2017 9:33 pm

Rosa

glaubst du an rosen?
aus den schartigen klüften
deiner narben heraus,
den wuchernden mauern,
kargen wüsten
und dem spiegellabyrinth:
glaubst du an rosen?

was für ein mut, sich wieder
an die zartheit ihrer blätter
zu gewöhnen,
heimzukommen
in die stetige entfaltung,
unaufhörliches
blühen wollen -

sieh sie dir an,
wie jedes blatt
nach licht und wärme sucht,
und immer wieder neu -

der weg ist lang.
aber man kann ihn gehen.

glaubst du an rosen?
aus: "Gewaltige Metamorphose", Christian Knieps (Hrsg.)
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Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von Lorelei » Fr Jan 06, 2017 10:59 pm

Ätherische Öle (Anfänger-Profis)


Ich bin seit einem Monat noch einmal tiefer in die Welt der Düfte eingestiegen. Meine Therapeutin befürwortet das, denn Düfte gehen direkt ins limbische System im Gehirn, den Sitz unserer Emotionen, und können uns so direkt unterstützen, ohne dass wir ihnen erzählen müssten, wie es uns gerade geht. Ätherische Öle sind dabei gute Helferlein für allerhand Erkrankungen im Alltag. Dass sie gut für mich sind, wusste ich schon vorher, aber jetzt erst bin ich darauf gekommen, wie ich mit ihnen arbeiten kann. Ätherische Öle sind hochkonzentriert, deshalb sparsam dosieren! Es ist auch sehr wichtig, dass ihr Öle von hoher Qualität benutzt, wenn ihr die angestrebten therapeutischen Wirkungen haben wollt. Auf eurem Öl sollte der Name des Öls, der lateinische Name, die Art der Gewinnung und ggf. auch die Wirkung angegeben sein. Nur so vermeidet ihr, euren Körper mit Chemikalien und synthetischen Ersatzstoffen zuzupflastern, die nicht halb so effektiv sind.

Duftlampe / Diffusor

In der Duftlampe aus Keramik 1-5 Tropfen eures Öls verdampfen lassen. Die Aufnahme der Dämpfe erfolgt unbewusst, ihr könnt nebenher etwas ganz anderes tun. Wer keine Duftlampe hat, kann auch einfach ein Schälchen mit Wasser auf die Heizung oder den Herd stellen und das Öl dort hinein tun. Auch eine Schale Wasser im Ofenrohr oder dem Kohleherd funktioniert, wenn ihr zufällig an einem Ort sein solltet, wo so ein altmodisches Gerät steht. Ein Diffusor vernebelt die Dämpfe noch etwas feiner, ist aber meiner Ansicht nach nicht zwingend notwendig. Achtet darauf, dass das Wasser nicht vollständig verdampft und eure Öle nicht anbrennen.

Inhalieren

Besonders bei Erkältungen oder kosmetischen Anwendungen gut. Hier werden die Düfte, etwa 3-7 Tropfen, in eine Schüssel mit kochendem Wasser gegeben, das langsam bei Zimmertemperatur abkühlt. Da die Nase drüber halten und die Dämpfe inhalieren.

Badezusatz

Wenn ihr euren Lieblingsduft für ein Vollbad verwenden möchtet, werdet ihr fest stellen, dass sich Wasser und Öl nicht mischen. Deshalb braucht ihr einen Emulgator wie Honig (1 EL) oder Sahne (1 EL). 10-15 Tropfen eures Öls dort hinein mischen, ins warme Badewasser damit, und genießen.

Eigene Creme herstellen

Meine derzeitige Lieblingsanwendung. Ihr nehmt eine neutrale Creme, die von Haus aus kein Parfum enthält - ich habe 160mg DAC Basiscreme aus der Apotheke genommen, aber andere neutrale Cremes funktionieren genauso gut - und gebt 10-15 Tropfen eures Öls oder eurer Mischung da hinein. Mehr Wasser verdünnt die Creme, Mehr Fett macht sie, nun, fetter - hierfür könnt ihr ein Pflanzen- oder Nussöl eurer Wahl verwenden, ob es nun Sonnenblumen- oder Kokosöl, Arganöl oder Walnussöl sein soll, ist euch überlassen (gibts übrigens eher im Salatsaucenregal zu kaufen :mrgreen: ). Kräftig umrühren, die Wirkstoffe sich etwas setzen lassen: Fertig!

Ich hab meine Creme übrigens immer dabei, sie lässt sich problemlos in der Handtasche verstauen und läuft nicht aus.

Meine Mischung auf 160g: Rose (7 Tr.), Ylang-Ylang (4 Tr.), Fichtennadeln (4 Tr.), Lavendel (2 Tr.), Sandelholz (2 Tr.)
Diese Mischung beruhigt sanft, öffnet das Herz, stärkt sanft die Verbindung zur Erde und vermittelt Schutz und Geborgenheit.


Eigenes Massageöl herstellen

Für Mittelstufe, Fortgeschrittene und Profis hier ein Einstieg in die Massage - auch und gerade von und für euch selbst daheim, eine Fußsohlenreflexmassage eignet sich dafür bestens. Über die Fußsohlen werden die Öle nämlich besonders schnell dorthin transportiert, wo sie gebraucht werden.

Erster Schritt: Ein Trägeröl aussuchen. Das ist ein Pflanzenöl eurer Wahl, das möglichst neutral duftet.
Super und preiswert sind z.B. Sonnenblumen- und Rapsöl, wie ihr es vielleicht in der Küche verwendet. Einen starken Eigengeruch hat Olivenöl. Müsst ihr sehen, ob euch der Geruch gefällt, mir war er zu stark.
Etwas hochwertiger sind Leinöl, Haselnuss- und Walnussöl. Kokosöl ist für Menschen geeignet, die eine tropische Note mögen. Fraktioniertes Kokosöl hat den Vorteil, dass es beim Erkalten nicht wieder zu einer Masse zusammen schrumpft, sondern flüssig bleibt.
Teuer und hochwertig: Mandelöl, Jojobaöl, Johanniskernöl, Arganöl.

Zweiter Schritt: 10-15 Tropfen Duftöle hinzu fügen. Entweder vorsichtig immer der Nase nach mischen oder ein Rezept aus dem Internet oder Büchern über Aromatherapie heraus fischen. Ölmischungen funktionieren noch besser als einzelne Öle, weil sich die Wirkungen der einzelnen Öle gegenseitig verstärken.

Spontane Vorschläge meinerseits:

Anti-Panik:
Pfefferminzöl (Mentha piperita) pur riechen oder unter die Nase halten. Gibt einen klaren Kopf und stärkt rationales Denken. Früher hatten feine Damen für ihre häufigen (fingierten oder echten) Ohnmachtsanfälle stets ihr Riechsalz bereit.

Beruhigende Mischung:

4 Tr. Lavendel
4 Tr. Baldrian
3 Tr. Rose oder Geranie
2 Tr. Kamille
2 Tr. Schafgarbe (nach Belieben)

Zur Wundheilung, Narbenbildung, Hautregeneration:

Für kleinere Schnittwunden 1-2 Tropfen hochwertiges Lavendelöl (Lavandula angustifolia) pur um die Wunde herum auftragen. Nicht Lavandin! Das preiswertere Öl oder ein billiges Duftöl ohne die therapeutische Wirkung ist ein anderes Derivat und brennt wie der Teufel. Erst danach kann mit Cistrose und Immortelle gearbeitet werden - die Cistrose wird in der Aromatherapie auch die "aromatische Naht" genannt. Auch hier wieder vorsichtig arbeiten.

4 Tr. Lavendel (Lavandula angustifolia)
4 Tr. Kamille (römisch oder deutsch)
3 Tr. Rose bulgarisch
3 Tr. Cistrose
2 Tr. Immortelle

Das ist selbstverständlich keine Freigabe für euch, euch nicht an Abmachungen zu halten. Vielmehr sollt ihr, wenn ihr euch doch lieber besser behandeln mögt als früher, hier einen guten Anfang dafür finden, diesen Entschluss auch in eurem emotionalen Gehirn zu verankern.


Zum Wolken im Kopf verscheuchen

4 Tr. Zitrone
4 Tr. Orange
3 Tr. Zeder
2 Tr. Pfefferminze
1 Tr. Fichtennadeln

Für Erdung und Öffnung, orientalisch-würzig:

5 Tr. Myrrhe
4 Tr. Sandelholz
2 Tr. Rose bulgarisch
2 Tr. Lavendel (Lavandula angustifolia)
2 Tr. Patchouli

Diese Mischungen könnt ihr auch in ein Trägeröl eurer Wahl mischen oder mit Honig / Sahne ins Badewasser tun.
Natürlich gibt es auch fertige Mischungen zu kaufen, wenn ihr euren Geldbeutel schonen möchtet.
_________

Ich habe die Duftöle auch bei Bekannten ausprobiert, die ich sonst immer mit ein wenig Vorsicht besuchen muss und immer innerlich auf den Punkt warte, an dem es mir emotional zu viel wird und ich abreisen muss. Am besten für alle hat wohl das Salbeiöl funktioniert, das ich mit 1-2 Tropfen in einen immer auf dem Kohleherd stehenden Teekessel getan habe. Erstaunlicherweise gab es über mehr als eine Woche keine Streitereien während meines Besuchs. Keine Beleidigungen, keine Ignoranz, kein emotionales Wellenschlagen, trotz diverser Krankheiten an Bord. Zusätzlich hatte einer eine Erkältung, die mit drei Tagen wesentlich kürzer abgelaufen ist als sonst (Salbei, Pfefferminze, Fichte, Eukalyptus hab ich in die Duftlampe getan). Zwei kleine erkältete Mädchen, 5 und 8 Jahre alt, konnten mit ätherischen Ölen besser einschlafen (für Kinder nur gering dosieren!). Ein anderer lehnt alternative Therapien ab, aber als ich heimlich zum ersten Mal das Pfefferminzöl in der Küche benutzte, hat er erstmals von seiner künstlichen Ernährung Abstand genommen - er hatte eine Operation am Verdauungssystem hinter sich - und wieder angefangen, normale Nahrung zu sich zu nehmen (Pfefferminze wirkt gut fürs Verdauungssystem). Für langfristige Krankheiten braucht man wohl auch eine längerfristige Anwendung.

Neugierig geworden? Dann könnt ihr gerne einen Streifzug durchs Internet und eure Bibliothek oder Buchhandlung vor Ort unternehmen.
http://www.aetherische-oele.net bietet erste Anhaltspunkte.

Wer sich ätherische Öle kaufen möchte, schaut am besten im Reformhaus oder Bioladen vorbei oder bestellt aus dem Internet das, was gewünscht wird.

LG,

Lo
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Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von Lorelei » Sa Feb 18, 2017 8:55 pm

Meditation, The Work und andere Gedankentechniken (Anfänger - Profis)



Vor einigen Wochen bin ich wieder darauf gekommen, wie sehr wir mit unseren Gedanken unsere Sicht der Welt formen. Ich hatte bei einem Bekannten das Gefühl, dass er mir nicht zuhören will - er saß ganz abgewandt von mir da, sehr in sich eingeigelt, obwohl ich extra für ihn vorbei gekommen war. Ich war ziemlich irritiert. Was ich erst später verstand: Er hatte mir sein Ohr hingehalten, um besser zuhören zu können. Ich hätte gar nicht so irritiert sein müssen. Ich hatte ihn vollkommen falsch verstanden und demzufolge auch falsch reagiert.

Ausgehend von dieser Erkenntnis habe ich wieder angefangen, mich mit unserer Wahrnehmung der Welt zu beschäftigen. Unsere Gedanken und Bewertungen der Dinge, die passieren oder auch nicht passieren, sind extrem kraftvoll. Das gilt gerade dort, wo wir mit eingefahrenen Glaubensmustern zu tun haben. "Weil A passiert ist, muss auch B passieren" oder "Weil C passiert ist, bin ich D", und so weiter. Das kann bis zu immer wieder kehrenden Gedankenkreiseln führen, die sich immer weiter steigern und aus denen wir (scheinbar!) keinen Ausweg mehr finden.

Meditation kann helfen, sich der Gedanken, die man so mit sich herum trägt, bewusst zu werden. Man muss kein buddhistischer Mönch werden, um das zu lernen, nur ein wenig Neugierde mitbringen. Eine der am weitesten bekannten Schulen für westliche Interessierte ist die Mindfulness-Based Stress Reduction Meditation (MBSR), zu deutsch Achtsamkeitsmeditation, von Jon Kabat-Zinn. Dabei lernt man ganz allmählich, sich von seinen eigenen bewertenden Gedanken zu distanzieren. Auf eine ruhige, freundliche Art schaut man sich dann einmal an, was man denn da so denkt. Und dann lässt man diesen Gedanken wieder gehen. Man hält ihn nicht fest. Man füttert ihn nicht weiter. Man macht ihn nicht groß und weltfüllend. Man lässt ihn einfach gehen.

Es gibt viele Arten und Wege, sich der Meditation zu nähern. Wenn ihr mögt, könnt ihr euch einen Kurs suchen, der auf eure persönlichen Gegebenheiten Rücksicht nimmt, oder euch andere stabilisierende Komponenten dazu aussuchen, mit denen ihr euch sicher und geborgen fühlt (schöne Düfte, ein Talisman, ein Krafttier...). Das geht bis hin zur traumasensiblen Anpassung der Meditationsvorschläge. Wenn ihr z.B. in der Meditation eingeladen werdet, die Augen zu schließen, und das für euch absolut gar nicht funktioniert, dann lasst sie offen. Wenn ihr nicht tief atmen möchtet, dann atmet eben so, wie es für euch geht. Und so weiter. Wenn ihr euch in der Umgebung oder der Übung nicht entspannen könnt, dann hilft sie euch nicht. Stellt das einfach in Ruhe fest und geht weiter.

Ich habe für mich früher festgestellt, dass es auch möglich ist, dass da gewisse emotionale Themen wieder hoch kommen, und habe deshalb von der Meditation erst einmal Abstand genommen, weil es mir zu viel wurde. Das kann passieren. Es ist immerhin ein gewisses In-sich-hinein-Lauschen. Deshalb nicht von Anfang an die große Erleuchtung erwarten oder bahnbrechende Erkenntnisse, lasst euren Gedanken Zeit, still zu werden, und überfordert euch nicht.

Wem das zu esoterisch klingt, und wer mit Körperarbeit gar nichts anfangen kann im Moment, der kann sich nach Byron Katies "The Work" umschauen. Hier werden alle möglichen destruktiven Glaubenssätze mit vier einfachen Fragen hinterfragt und ausgehebelt. Ich habe viele Parallelen zur Meditation und der ihr innewohnenden Haltung darin gefunden.

Ich entdeckte, dass ich litt, wenn ich meinen Gedanken glaubte, aber dass ich nicht litt, wenn ich ihnen nicht glaubte und dass dies für jedes menschliche Wesen wahr ist. So einfach ist Freiheit. Ich habe entdeckt, dass Leiden freiwillig ist. Ich habe eine Freude in mir gefunden, die nie mehr verschwunden ist, nicht für einen einzigen Moment. Diese Freude ist in uns allen, immer. - Byron Katie


Und hier spricht sie nicht über das Leiden, das unvermeidlich oder bereits vorbei ist, sondern über das Leiden, das wir uns selbst zufügen, wenn wir ständig in demselben Zustand verbleiben, ihn uns immer wieder vor Augen holen, mit unseren Gedanken darum kreisen, und filmreife Dramen darum inszenieren, die wir, wenn wir es recht bedenken, eigentlich so gar nicht wollen und von ihnen lieber loskommen würden. Alles, was in Richtung Selbstsabotage geht, Bewertungen, verfestigte Glaubenssätze, unsere Ansichten von der Welt.

Falls du diesen Absatz gelesen haben solltest, dir einen Satz heraus gepickt hast und gedacht hattest: "Ich hab's ja doch gewollt, und dann sagt sie auch noch, dass das stimmt!", lies ihn noch einmal. Nun stelle ich dir Katies vier Fragen dazu. Frage dich selbst:
1. Ist das wahr?
2. Kann ich absolut sicher sein, dass das wahr ist?
3. Wie reagiere ich, wenn ich diesen Gedanken glaube?
4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?

Viel mehr möchte ich hier gar nicht verraten. Wer suchet, der findet... ;)

liebe Grüße und gute Gedanken,
Lo
Was hinter uns liegt und was vor uns liegt ist nichts in Vergleich zu dem, was in uns liegt. - Ralph Waldo Emerson

Leben?

Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von Leben? » Fr Aug 25, 2017 11:13 am

StummesKind hat geschrieben:Eine Spieluhr mit tröstender Musik ....... will ich mir schon die ganze Zeit zulegen........eine völlig idiototische Hemmschwelle eines Kopf-Menschen, einer Geschäftsfrau hält mich leider noch davon ab.......
Wenn wir uns persönlich kennen würden, würde ich dir jetzt gerne deine ganz eigene Spieluhr basteln mit einem Spielwerk, das du dir wünschst. Und einem Motiv nach deinem Traumort.

Bei mir wäre das eine Meereslandschaft

peshewa
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Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von peshewa » Fr Dez 08, 2017 10:00 am

-

gennixx

Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von gennixx » Sa Mai 26, 2018 2:19 am

Liebe Lorelei,

ich wollte Dir einfach nur für diese wundervollen Beiträge danken!

Es ist immer wieder großartig, wie fundiert Du schreibst und egal, auf welchem Level frau/ man sich befindet, immer wieder spannende Themen hinzukommen.

Danke!!!

Übrigens, ich bin gerade mal wieder am Entrümpeln und Renovieren nach einer extrem anstrengenden Zeit - wird Monate dauern,
aber es tut einfach nur gut!

LG, Genni

Coco
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Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von Coco » Mo Okt 22, 2018 5:49 am

Ich weiss nicht ob es schon jemand geschrieben hat...
Mir hilft die Übung wenn ich das Gefühl habe den Boden unter meinen Füssen zu verlieren

Füsse schulterbreit auseinander stellen. Augen schliessen ( wenn es geht- ich bin anfangs fast umgefallen - dann erst geöffnet lassen)
Tief in die Füsse atmen und mit jedem Atemzug stell ich mir vor dass ich hier in der Realität stehe und dass mir jetzt nichts passieren kann. Ich stehe hier fest auf den Boden und fühle diesen unter meinen Füssen.

Die Übung hab ich von meinem Therapeuten empfohlen bekommen als ich das Gefühl hatte in irgendwelchen Gefühlen unter zu gehen und den Halt zu verlieren.

Ballons

Re: Stabilisierungstechniken

Beitrag von Ballons » So Apr 14, 2019 2:08 pm

Es mag sich albern anhören, aber ich stelle mir (wenn ich emotional überladen bin) ganz viele Luftballons vor.
Diese steigen alle in meinen Gedanken auf einmal langsam in den Himmel. Es fühlt sich dann an, als wenn alle Sorgen, Probleme, Traurigkeit und Angst mit hinauf steigen und mit den Luftballons zusammen in den Himmel steigen

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