tabuthema suizid

Hier können Betroffene über ihre Erlebnisse diskutieren.
gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau » Do Mär 10, 2011 8:33 pm

ira, du solltest dringend den psychiater wechseln!!! unglaublich, was du da schreibst....das schreckt ja richtig ab!
und unglaublich, dass du da immer wieder hingehst?! scheint ja nicht gerade hilfreich zu sein....

Mucki

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Mucki » Fr Mär 11, 2011 9:00 pm

Bin lange nicht hier gewesen, das Thema selbst interessiert mich, weil ich einen S-Versuch hinter mir habe und danach vor 4 Jahren erstmals eine Therapie begann.
Ich habe zwar nun ein wenig gelernt, mir selbst in Krisen wie auch jetzt gerade wieder zu helfen, Hilfe von Außen -außer die meines Therapeuten- nehme ich aber nach wie vor niemals an, dazu fehlt mir jegliches Vertrauen! Wenn ich "stark" bin, schaffe ich es inzwischen manchmal, meinem Partner gegenüber auch mal "Schwäche" zu zeigen, irgendwie aber immer mit einem nachhaltigem "Negativ"-Gefühl, ihn damit zu belastet zu haben. In Krisensituationen wie jetzt, in denen ich mich völlig schwach fühle, ziehe ich mich leider immer noch total zurück, isoliere mich und obwohl ich weiß, dass es falsch ist, kann ich es "noch" nicht ändern....so werde ich also Krise für Krise üben.....Nach Außen, also auf der Arbeit kann ich das immer absolut verbergen......da bin ich sogar dann extrem bemüht, mich in lustiger Höchstform zu zeigen! Das Positive: noch vor 4 Jahren habe ich mich in diesen Krisen extrem selbst gehasst......heute fühle ich mich nur noch extrem schwach. Da es mich alle Energie kostet, das nach Außen zu verbergen, könnte ich zur Zeit nur noch umfallen und schlafen, sobald ich meine Wohnung nachmittags betrete. Ich habe in Krisensitationen erfreulicherweise nur noch selten Todessehnsucht, aber dennoch den Wunsch nur noch zu schlafen.......es ist die Sehnsucht nach "Krafttanken", die für mich inzwischen die richtige Alternative ist.

monalisa

Re: tabuthema suizid

Beitrag von monalisa » Sa Mär 12, 2011 10:20 am

ich hatte gestern wieder Selbstmordgedanke
habe mir aber Hilfe geholt
ein langes Gespräch mit sprechen-hilft fing das Schlimmste ab
und dann noch mit dem Therapeuten geredet
es hat mir wohl geholfen, daß ich nicht allein damit bin
heute ist es besser, bin nur noch erschöpft

Frea

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Frea » Sa Mär 12, 2011 12:09 pm

monalisa, ich bin wirklich froh, dass es dir besser geht ;o)

nicole29

Re: tabuthema suizid

Beitrag von nicole29 » Sa Mär 12, 2011 12:15 pm

ich bin so froh, dass ich einen wahren Freund habe, der mich Gestern aufgefangen hat. Sonst hätte ich wahrscheinlich irgendwas gemacht, was nicht gut ist. Für mich nicht und auch für meine Tochter nicht, die ich trotzallem sehr liebe.

Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg » So Mär 13, 2011 7:58 pm

Hallo Gästefrau - ich finde 2 Menschen zu denen man einigermaßen ehrlich ist, reicht völlig. Denn wie du schreibst, muss man ja auch sicher sein können, dass es sie nciht zu sehr belastet.
Mit Psychiatern hab ich leider nur Negativ-Erfahrungen. Das Antidepressivum, dass ich längere Zeit genommen habe, musste ich mir zwar von einem verschreiben lassen, aber danach hat er mich auch nciht mehr zu sehen bekommen, hab mir nur immer an der Rezeption ein neues Rezept geholt. Ein Problem mit denen ist für mcih, dass sie patienten in Schubladen stecken. Etikett mit der "Krankheit" drauf und fertig. Da hab ich keine Lust drauf, echt nicht.

gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau » Mo Mär 14, 2011 7:25 pm

hallo!
@ mucki: darf ich dich fragen, wie du es geschafft hast, den selbsthass los zu werden???....ich schaff das irgendwie überhaupt nicht....manchmal hasse ich einfach alles an mir, manchmal ist es etwas besser, aber im grunde ist ein gewisser selbsthass immer da.... :?

@ aud dem weg: danke für deine antwort....also mir hat da meine therapeutin jemanden empfohlen, den sie kennt und mit dem sie sich ebenfalls gut austauschen könnte. vermutlich wäre das der sinnvollste weg, oder?? ich weiß nicht recht, ein wenig skeptisch bin ich schon, aber ich glaub andererseits wirklich, dass ein notfallmedikament sinnvoll wäre....ich weiß noch nicht so recht, kann mich mit dem gedanken noch nicht so richtig anfreunden, dass ich wirklich einen psychiater brauche...... :oops:
schade, dass du da so viele negative erfahrungen machen musstest...
auch meine therapeutin sagt, dass es sehr viele psychiater gibt, die nicht wirklich "gut" sind.....ich find das ziemlich tragisch.....
hui....dass es immer wieder so schwer ist, einen schritt auf was neues zugehen zu können....
hat denn irgendwer einen tip, wie ich mir das erleichtern kann....ich mein anrufen, termin ausmachen, hingehen.....das kann doch nicht so schwer sein, oder??? versteht das irgendjemand???

Frea

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Frea » Mo Mär 14, 2011 8:19 pm

hallo gästefrau,

ja, das verstehe ich total gut, sowas ist auch schwer.... Ich wünsche Dir viel Kraft, denn ich denke, der Rat mit dem Notfallmedikament ist gut...

Ich persönlich tu immer so, als würde ich das alles nicht für mich machen... Das klingt jetzt sicher total albern... aber ich stell mir das dann immer so vor, als wäre ich "in echt" nicht ich... das klappt bei mir prima... ist aber schwer zu erklären

früher als libby hiergewesen

Re: tabuthema suizid

Beitrag von früher als libby hiergewesen » Mo Mär 14, 2011 8:52 pm

Hallo gästefrau!

ich klinke mich kurz hier ein, um dir etwas zu der Psychiater-Frage zu sagen. Ich habe es vor vielen Jahren tatäschlich so gemacht: Telefonbuch aufgeschlagen, bei einer neurologischen Praxis angerufen und hingegangen. (Das hat natürlich auch viele innere Kämpfe und lange Zeit gebraucht, aber egal...) Ich muss sagen, dass ich sehr großes Glück hatte. Meine Psychiaterin ist sehr nett, nimmt sich Zeit, unterhält sich und fragt auch außenrum: also nach Studium, nach Zukunftsplänen, nach Beziehung usw. Ich bin nur alle halbe Jahr mal da, um ein neues Rezept zu holen, aber wenn ich eine akute Krise habe, gehe ich auch zwischendurch hin. Und sie ist wirklich mit mir "unglücklich", wenn es mir wieder schlecht geht und freut sich mit mir, wenn es mir gut geht. Die Medikamente waren für mich lange eine sehr große Erleichterung, v.a. meine Notfallmedikamente und ich bin sehr froh, dass ich sie in manchen Nächten hatte. Meine Psychiaterin hat sich da auch Zeit genommen, mit mir rumzuprobieren, um das Richtige zu finden. Also, ich hab wirklich positive Erfahrungen gemacht und möchte dir Mut machen. Und wenn du bei einem Psychiater oder einer Psychiaterin landest, die dir nicht sympathisch ist oder wo du das Gefühl hast, die hat so 'ne "Medikament-rein-gut-is-Mentalität", dann gehst du halt wieder. Keiner kann dich zwingen, Medikamente zu nehmen, das ist immer deine Entscheidung. Aber du kannst dich zumindest mal nach Möglichkeiten erkundigen, die dir dein momentanes Gefühlsleben erleichtern.

VG.,
lib.

Mucki

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Mucki » Di Mär 15, 2011 5:25 pm

Hallo Gästefrau,

den Selbsthass schaffe ich auch noch nicht völlig aufzulösen, aber es gelingt immer öfter durch Bewusstmachung, dass es Täterintrojekte sind, die ich unbedingt loswerden möchte (wie viele von uns dann ja auch regelrecht "auskotzen", wenn es unerträglich wird)!!! Bei mir funktioniert es eigentlich auch nur, indem ich mir in diesen Momenten alternativ erlaube, schwach sein zu dürfen und mit der Person meines Vertrauens auch gerade darüber spreche......So akzeptiere ich mich in dem für mich geschützten Raum endlich mal als "Opfer", das alles andere als gehasst werden will. Ich denke und fühle irgendwie, dass ich meinen inneren Konflikt jetzt nur noch durch ganz viel Trauerarbeit auflösen kann, was mir immer gefehlt hat. Genau diese Trauerarbeit leiste ich für mich, wenn ich mich in Krisen noch zurückziehe und extrem schwach bin, aber es wird nach und nach leichter für mich, hier inzwischen selbst herauszukommen und auch öfters mal wieder mit positiven Gefühlen nach vorn zu schauen.
Mein Weg führte nur einmal nach meinem S-Versuch zum Psychiater, der mir für ein paar Wochen damals zur Stabilisierung Medikamente verschrieb, weil ich eine Klinik ablehnte. Ich hätte mich noch "irrer" gefühlt, wenn ich diesen Weg gegangen wäre und mein Umfeld auch noch davon erfahren hätte. Ich entschied mich nach einigen Wochen für eine ambulante Trauma-Therapie, weil ich einfach wusste, ich muss "REDEN", den ganzen Mist endlich mal loswerden mit allen Gefühlen, die dazugehören, ohne sie durch Antidepressiva einzudämmen. Ich kam mir mit den Medikamenten irgendwie teilnahmslos am Leben vor und dieser Zustand war für mich auch nicht wirklich positiv. Geholfen haben mir die Medis aber damals definitiv, meine S-Gedanken abzustellen. Deshalb denke ich auch, dass du jede Hilfe in Anspruch nehmen und auch diese Mittel für dich ausprobieren solltest.
LG und weiterhin ganz viel Kraft für dich!
Mucki

Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg » Mi Mär 16, 2011 9:15 pm

Für mich hab ich das ganz sicher nicht gemacht und hätte es auch nicht geschafft. Gästefrau - ich habs ganz bewusst für die Menschen getan, denen ich wichtig bin .....

gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau » Mi Mär 23, 2011 8:32 pm

@ frea: klingt nicht albern.....denn der gedanke, dass ich das für mich tue....damit kann ich nicht umgehen....

@ libby: danke für deinen beitrag....das macht irgendwie mut...ich freu mich für dich, dass du glück hattest! .....ja, du hast recht...ich sollte es versuchen....noch hab ich den schritt nicht gewagt....ich hab aber immerhin schon mal jemanden angerufen, wurde aber leider verwiesen, weil die keine neuen patienten mehr aufnehmen....das hat mich nicht besonders motiviert...aber ich bleib dran....
das komische ist, ich weiß, dass ich hilfe brauche, aber ich kann es einfach nicht glauben und wills irgendwie nicht wahrhaben.....
aber ich bin echt fertig....den ganzen winter über großteils krank.....ich hab bald keine kraft mehr, daher muss ich mich jetzt endlich aufraffen.....

@ mucki:
Mein Weg führte nur einmal nach meinem S-Versuch zum Psychiater, der mir für ein paar Wochen damals zur Stabilisierung Medikamente verschrieb, weil ich eine Klinik ablehnte. Ich hätte mich noch "irrer" gefühlt, wenn ich diesen Weg gegangen wäre und mein Umfeld auch noch davon erfahren hätte. Ich entschied mich nach einigen Wochen für eine ambulante Trauma-Therapie, weil ich einfach wusste, ich muss "REDEN", den ganzen Mist endlich mal loswerden mit allen Gefühlen, die dazugehören, ohne sie durch Antidepressiva einzudämmen. Ich kam mir mit den Medikamenten irgendwie teilnahmslos am Leben vor und dieser Zustand war für mich auch nicht wirklich positiv. Geholfen haben mir die Medis aber damals definitiv, meine S-Gedanken abzustellen. Deshalb denke ich auch, dass du jede Hilfe in Anspruch nehmen und auch diese Mittel für dich ausprobieren solltest.
vielen dank für diese zeilen, mucki.....
ja, reden, reden, reden.....ich weiß, das ist der richtige weg.....aber wo sind die grenzen, was darf ich wem zumuten? .....
ich bin sehr skeptisch medis gegenüber...und genau das istes, wovor ich am meisten angst..dass ich teilnahmslos am leben bleibe.....das ist meine größte angst....ich will nicht, dass medikamente mein bewusstsein, meine empfindungen, mein erleben verändern....ich will einfach frei werden von diesen immer wiederkehrenden, quälenden gedanken....

@ auf dem weg: ....so wird es bei mir wohl auch sein....
denn so hab ich das auch mit der therapie gemacht...ich bin da nur für meine freundinnen hingegangen...

lg an alle, gästefrau

Auf dem Weg

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Auf dem Weg » Sa Mär 26, 2011 7:26 pm

Und warum auch nicht? Hauptsache wir machen uns "auf den WEg". Irgendwann machts dann klick und wir lernen es für uns zu tun.

gästefrau

Re: tabuthema suizid

Beitrag von gästefrau » So Mär 27, 2011 1:25 pm

ja, auf dem weg, genau das ist es. in der therapie funktioniert das mitlerweile...da ich mitlerweile echt für mich hin, das hätte ich mir zu therapiebeginn niemals gedacht.....

...mitlerweile hab ich - dank eurer anregungen hier - auch so eine art vereinbarung mit einer freundin....hab ihr versprochen, dass ich in eine klinik geh, bevor ich mir was antue.....und das tut richtig gut zu wissen, dass sie mich da auch hinbringen würde und mich da unterstützt....das ist das beste, das gefühl, da ist jemand da, auf den man zählen kann.....denn zur zeit gehts echt nicht gut...bin schon wieder krank....das ist das zweite antibiotikum innerhalb von drei wochen! mir ist schloecht, ich fühl mich richtig vergiftet von dem zeug, hab schweißausbrüche und ganz komische zustände....und fühl mich nicht wirklich gesünder....ich bin fertig, weiß nicht mehr, was ich tun soll....
morgen werd ich versuchen, wieder zu arbeiten...ich weiß noch nicht, der arzt meinte, ich sollte nochmal vorbeikommen, aber ich glaub das spar ich mir, bevor er mir das nächste antibiotikum verpasst......
ich fühl mich so eigenartig....plötzlich ist mir irgendwie alles egal....vor ein paar tagen noch, war ich traurig, weil ich ständig krank bin und nichts tun kann, jetzt aber ist es mir alles völlig egal. und es ist komisch, aber gerade jetzt scheinen sich ein paar leute sorgen um mich zu machen. ich versteh das überhaupt nicht und weiß gar nicht, wie ich drauf reagieren soll....ich versteh nicht, warum die sich jetzt plötzlich so sorgen.....
na egal....
ich fühl mich komisch, ganz fremd irgendwie....so seltsam....

Frea

Re: tabuthema suizid

Beitrag von Frea » Mo Mär 28, 2011 10:48 am

Ich find gut, dass ihr diese Vereinbarung habt. Sicher ein großer Schritt für Dich und auch ein wichtiger!

Und ich find auch gut, dass es Menschen gibt, die sich um Dich sorgen, auch wenn sich das seltsam und fremd für Dich anfühlt.

Wünsche gute Besserung

Frea

Antworten