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Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 04, 2011 3:23 pm
von gästefrau
@ sandkorn: danke für deine zeilen. ja, du hast recht, die täter dürfen nicht an macht gewinnen....aber für mich hat das jetzt nichts konkret mit dem täter zu tun.....zumindest nicht nur....oder vielleicht sogar mit was ganz anderem....das kann ich eigentlich nicht sagen....und für mich gehts hier grad nicht um täter oder opfer, sondern um mein empfinden, das ich durch diesen thread endlich mal zum ausdruck bringen möchte/kann/darf....denn wie bereits mehrmals erwähnt ist es gut, damit nach außen zu gehen um druck abzubauen...
ich selbst hab keine kinder...aber trotz allem möchte ich mich bedanken, dass du schreibst, wie du mit krisensituationen umgehst.

@ maya:
ich will einfach nicht mehr und ich kann doch nicht nur wegen anderen leben
geht mir manchmal so, ja...und da stellt sich bei mir echt die frage: was tun, wenn das leben einem selbst nicht mehr lebenswert ist? viele haben geschrieben, dass sie quasi für andere am leben geblieben sind...mich interessiert, inwieweit sich dadurch euer bewusstsein zum leben verändert hat?...
ja, maya, es ist ein ausdruck von verzweiflung.....
und auch ich bin nach außen meistens stark...und wenn ich schwach bin und das nicht mehr überspielen kann, versteck ich mich, igel mich ein, isolier mich....schwäche zu zeigen braucht stärke....also bin ich schwach!
vielleicht denkst doch nochmal nach was du deinem umfeld zumuten kannst. dich schwach und vielleicht leidend zu sehen oder dich zu beerdigen. wenn du ihenen das nämlich zutraust, dann können sie auch für dich da sein, bzw mitbekommen das du zb in eine klink gehst. denkst du nicht das sie erst diese chance verdint haben bevor du so entgültige pläne machst?
danke dafür...da muss ich weiter drüber nachdenken...

@ monalisa: ...versteh ich gut....und ja, man ist austauschbar....obwohl der/die ausgetauschte jemand anderer ist und einen nicht komplett ersetzen kann....ob das gut ist oder schlecht will ich mir an dieser stelle vorbehalten...

@ endlos: daran denke ich natürlich schon...und das ist ein grund, warum ichs bisher nicht getan habe...aber natürlich würde ich da niemanden konkret mit reinziehen....ich glaube du weißt was ich meine...ja, opfer hinterlassen...hast vermutlich recht.......

@ skunk: ja, niemanden aktiv beteiligen...das meinte ich eben mit "keinen konkret mit reinziehen".... alles gute dir!

@ kigwumi: na eben...extrem anstrengend!!!...und genau das ist es, warum ich das nicht will!...
das mit der verantwortung ist wahr...da hab ich auch schon drüber nachgedacht, ob ich da jemanden drum bitten soll mich nächstes mal in eine klinik zu bringen, wenn ich mich melde und (hoffentlich) sagen kann, dass es mir nicht so gut geht (was so viel wie total beschissen heißt)....

wie geht es ihr heute?

danke für deinen beitrag und für die antworten! du bist ein toller mensch! und danke für deine ehrlichkeit!

@ rosa eiffel: es gibt schon einige wenige personen von denen ich glaube behaupten zu können, dass sie mich wenigstens ein bischen gern haben...obwohl ich immer wieder dran zweifle...vermutlich deswegen, weil ich mich nicht gern hab... ich will diesen personen nicht weh tun, auf keinen fall. aber ich habe das gefühl, dass ich ihnen ohnehin weh tue....
sei es durch lügen, durch meine distanzierte art (die eigentlich ganz anders gemeint ist), durch meine angst, die sich durch isolation zeigt.....durch das nicht-reden-können, aber auch durch schlechte laune und vieles mehr....
mmh und auch wenn du schon jahrelang dagegen kämpfst, rechtfertigt es das - auch wenn es hart klingt - finde ich nicht
ja, da gebe ich dir recht!
ich richte nicht darüber, wenn es passiert, denn das ist ja was individuelles, was für jeden menschen ne krasse entscheidung ist. aber solang jemand noch da ist, finde ich es wichtig zu sagen: du bist moralisch dazu verpflichtet zu leben. das kann ich vielleicht aber auch nur sagen, weil ich an gott glaube und glaube, dass er über mein leben richten sollte und ich nicht selbst.
danke für diese zeilen...ich glaube nicht an gott....aber ich finde diese aussage spannend....

@ frieda: das ist traurig....ich kenne auch so jemanden...aber da war es umgekehrt...eine mutter die ihren sohn auffand....traurig...
ich will das ja auch nicht...sonst hätte ich diesen thread hier nicht eröffnet....

@ steh_auf:
Ich kämpfe mit den Gedanken an Suizid, ja, aber ich merke auch, ich will leben, denn das Leben kann viel schneller vorbei sein, als einem lieb ist. Das erlebe ich auch gerade.
Dadurch ist bei mir der Zwiespalt zwischen Leben wollen und sterben wollen. Endlich alles hinter sich lassen.
Bei mir einfach gerade schwierig.
so gehts mir auch....auch ich weiß, dass das leben schön sein kann und ich das wieder erleben möchte....aber das ist momentan sehr, sehr schwer....
danke für deine zeilen. ich wünsch dir alles gute!

@ schirm:
ändern kann sich nur etwas, wenn wir hier bleiben und es verändern oder es zu verändern versuchen
ja, das ist schon wahr, aber was, wenn ich das schon so viele male versucht hab und doch immer wieder gescheitert bin....darf ich dann nicht auch mal aufgeben? was tun, wenn die kraft am ende ist? wenn der kampfgeist verloren ist?
was, wenn sich alles einfach nur mehr im kreis dreht, die endlose wiederholung zwischen kampf und sturz?.....aufhören zu kämpfen....weil ich nochmal zu fallen nicht aushalte...

@ kleine_hexe: ich denke es geht hier nicht um schuld....aber mag sein, dass du das für dich anders siehst....
ja, man ist hilflos....ich wünsch dir alles gute....
und das mit vertrauen aufbauen bei thera kann ich nur unterstreichen, auch wenn das wahnsinnig schwer ist...vertrauen aufzubauen ist sehr, sehr mühevoll.....und braucht ganz viel zeit...

@ ma.: danke, dass mein thread hier einen platz hat....
ich glaube, viele threads hier beinhalten negatives...aber das hier ist für viele ein sehr wichtiges thema...und da find ich muss eben auch negatives platz haben....es ist unheimlich hifreich, negatives los zu werden....

@sk.: weiß jetzt nicht, ob du skunk bist....
das ist auch meine angst: zwangseinweisung...oh schreck! das wär wohl ganz furchtbar... und da versteh ich es nur all zu gut, dass du kein vertrauen mehr hast, denn das ist so schon sehr schwer, vertrauen zu jemanden zu fassen.....
ich wünsch dir eine(n) gute(n) thera, wo du wieder lernen kannst zu vertrauen. alles gute!

vielen dank an ALLE für die antworten. ich bin sehr froh über den austausch hier!

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 04, 2011 4:01 pm
von kigwumi
gästefrau hat geschrieben: @ kigwumi: na eben...extrem anstrengend!!!...und genau das ist es, warum ich das nicht will!...
das mit der verantwortung ist wahr...da hab ich auch schon drüber nachgedacht, ob ich da jemanden drum bitten soll mich nächstes mal in eine klinik zu bringen, wenn ich mich melde und (hoffentlich) sagen kann, dass es mir nicht so gut geht (was so viel wie total beschissen heißt)....

wie geht es ihr heute?
weisst du, es gibt viele dinge, die verdammt anstrengend sind.
aber nicht viele von denen sind es so wert, dass man sie tut.
es ist nicht schlimm für mich, wenns anstrengend ist. schlimm wär, wenn sie nicht mehr leben würde.-
wie ich schon schrieb...wenn es geholfen hat, war es die anstrengung wert. ein problem damit hätte ich gehabt, wenn sie sich umgebracht hätte. ich weiss nicht, wie lange ich hätte durchhalten können, aber ich hab durchgehalten und nun ist es wieder vorbei. wie ich schrieb, ich trag diese zeit nicht im hier-und-jetzt als rucksack mit mir rum.
ausserdem hat uns diese geteilte zeit sehr viel näher zusammengebracht, viel vertrauen gebaut. das ist etwas, was viel länger nachwirken wird.
ich weiss, dass sie auch für mich da wäre, wenn ich hilfe bräuchte und sie mir die geben könnte.... andersrum eben genauso. dafür sind freunde da!

heute ist sie zurück in südafrika, wo sie herkommt. ihre mutter -die ärztin ist- kam um sie zu retten. der hat sie vertraut und die konnte die verantwortung auf dauer auch besser tragen als ich. ich weiss nicht, wie es ihr momentan geht. ...ist alles erst ein paar wochen her....sie hat gerade offensichtlich keinen kontakt zur "aussenwelt". ich denke, dass sie gut versorgt ist. durch kontakt mit ihrer mutter weiss ich, dass sie in behandlung ist (hat sie hier verweigert) und ich glaube das war auch sehr nötig. sie lebt!

die idee einen notfallanruf einzurichten finde ich sehr gut.
du könntest voher ein codewort vereinbaren, dann musst du nicht mal sagen, was gerade los ist... kannst einfach sagen "rumpelstilzchen" und die andere weiss bescheid.

...nochmal zur anstrengung:_
ich stell mir vor, sie hätte nicht mit mir gesprochen, wär nicht zu mir geflüchtet...sondern hätte ihre gedanken in die tat umgesetzt. ist kein vergleich.... die anstrengung hätte noch viel grösser sein können!
ich habe gute freunde und möchte gute freundin sein. mir geht es selbst manchmal nicht gut und mir fällt es schwer, hilfe zu suchen... aber ich hab auch ne verabredung mit jemandem, wenn es mir schlecht geht.
mit codewort.
viele viele grüsse,
ki

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 04, 2011 5:18 pm
von schirm
darf ich dann nicht auch mal aufgeben?
nö, darfst du nicht. auch wenn du nicht an gott glaubst, das leben ist uns anvertraut (von wem auch immer) und deshalb dürfen wir es nicht eigenmächtig beenden. außerdem, hallo?! mit wem soll ich mich denn hier austauschen?!

was tun, wenn die kraft am ende ist? wenn der kampfgeist verloren ist?
was, wenn sich alles einfach nur mehr im kreis dreht, die endlose wiederholung zwischen kampf und sturz?.....aufhören zu kämpfen....weil ich nochmal zu fallen nicht aushalte...
sich suizidieren kostet bestimmt mehr kraft als einfach nur einen oder mehrere tage im bett zu liegen und nichts zu tun oder zu warten, bis es einem besser geht. oder sich hilfe holt.

meine therapeutin drückt sich immer sehr schön aus (den genauen ausdruck weiß ich aber leider nicht) "jeder mensch hat in sich eine kraft, die sich entfalten kann und entfalten will"
oder so ähnlich.
es ist wie eine pflanze, sag ich jetzt mal.... von mir aus auch wie lästiges unkraut, es kommt immer wieder. magst du pflanzen? vielleicht kennst du ja so pflanzen, die immer und immer wieder kommen, kaum, dass man sich umgedreht hat. aber im hinblick auf unsere innere kraft im allerpositivsten sinne! kein unkraut, sondern ein kraftkraut....

manchmal ist das fallen ja ein schleichender prozess. irgendwann merkt man es und irgendwann wirds absolut unerträglich. vielleicht kannst du ja, wenn du dich ab jetzt vielleicht traust, hilfe in anspruch zu nehmen, den sturz abfedern, ihn rechtzeitig ausbremsen?

hab mut!
menschen sind gar nicht so böse, wie wir es manchmal denken

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 04, 2011 5:25 pm
von Frea
@ Ki: das mit dem Codewort klingt gut, hast Du es schonmal verwendet? Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass es in einer Kriese schwer ist, konkret zu äußern, wie schlecht es einem tatsächlich geht. Ich frag mich nur, ob ein Codewort dann wirklich leichter ist....

@ Schirm: schön geschrieben

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 04, 2011 6:28 pm
von kigwumi
@frea,
mir gings nicht so schlecht, dass ichs gebraucht hätte.
ich denke eine sms zu schreiben in der bspw. "strassengraben" stehen würde, wär mir leichter,
als anzurufen und zu sagen: "hey, mir gehts jetzt so schlecht, dass du mich retten musst."
vereinbart ist, dass sie dann kommt, so schnell es geht.
ist auch schwer, aber leichter dennoch. denke ich.
...ist n versuch wert.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 04, 2011 7:14 pm
von monalisa
was mich auch immer von abhält ist, daß ja irgendjemand mich finden würde
allein der Tiere wegen müßte ich einen Brief hinterlassen
finde ich eine Zumutung
seit ich mal jemand eine Todesnachricht (DRK) überbringen mußte weiß ich, wie heftig das ist
lieber zugeben, daß man nicht mehr kann und solang Hilfe in Anspruch nehmen

aber an die Täter denke ich dabei eigentlich weder
sind schon so weit weg
gehören nicht mehr zu meinem Leben
das Ziel ist zu überleben

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 04, 2011 7:21 pm
von ichdenkenach
ja die Vorstellung, dass man von irgendjemanden gefunden wird. Selbst wenn man es im tiefsten Wald macht, kann es ja sein, dass man gefunden wird und die Vorstellung, dass dann spielende KInder evt. ein Skelett finden :( :? .
Und man dann noch schuld ist, an dem Trauma von so einem kleinen Wesen (graus).

Ich hoffe, dass war jetzt nicht zu makaber

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 04, 2011 7:36 pm
von ska.
hallo gästefrau,

nein ich bin nicht skunk, hatte nur die ersten 2 buchstaben gleich, sorry.

mir hat der vorfall wo meine damalige thera mich in die ambulanz gefahren hat so geschockt und danach brach der kontakt ab, ich hab das vertrauen verloren. zu jedem. nie wieder will ich sowas erleben. ich hab leider keine familie mehr und freunde auch nicht, bin oft umgezogen.

an rosa: ich finds toll wenn sich jemand eingestehen kann das es ihm schlecht geht und sich hilfe holen kann. ich kann das nihct. damals bei der thera hab ich das erstemal darüber gesprochen aber nicht gesagt das sowas akut bevorsteht und sie hat trotz langem kontakt mich sofort einweisen wollen. es half kein bitten und beten. es war so schlimm und danach blieb ich erst recht allein.

mich würde warscheinlich nicht mal wer vermissen weil ich allein lebe.

ja das mit den auffinden ist auch sowas was mich beschäftigt. wenn es dann schon ein paar tage her wäre... aber vieleicht ist es auch nicht gefährlich solang man sich darüber noch gedanken macht.

vg ska.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 04, 2011 7:47 pm
von gästefrau
@ ki: danke kigwumi, du ermutigst mich echt, mit freunden drüber zu reden.....es ist nur so schwer, weil ich glaub, dass nicht viele so damit umgehen können wie du.....aber ja, ich sollte es ihnen überlassen, wie sie damit umgehen....aber ich hab halt angst, dass sie sich dann schlecht fühlen...und ich hab angst "entmündigt" zu werden....es ist ja jetzt schon oft so, dass sie mich einfach nur zu meiner familie (sprich meinen eltern) bringen möchten, wenn ich krank bin....aber ich wehre mich jedesmal wieder....letztes mal, als ich die grippe hatte, hab ich einfach niemanden in meine wohnung gelassen (um das zu verhindern)...nur ganz kurz eine sehr gute freundin, der ich wirklich vertraue....mit ihr kann ich auch am ehesten drüber reden, aber sie hat selbst geäußert, dass sie nicht die richtige dafür ist und dass sie hofft, dass ich mit meiner thera drüber rede.....wie soll ich also jetzt darauf reagieren?...aber sie sagt auch, dass sie sich sorgt und angst hat, dass ich es irgendwann mache....soll ich ihr die idee mit dem notfallanruf mitteilen oder glaubst du es würde sie überfordern?......sie sagt aber, dass sie immer beruhigt ist, auch wenn sie nur einkaufen gehen kann für mich, da sie dann das gefühl hat, wenigstens irgendwas für mich getan zu haben.....

schön, dass deine freundin gut versorgt ist....
und, ach ja...das mit dem codewort ist eine gute idee, ich denk drüber nach....auch ich stell es mir auf diese weise leichter vor....

@ schirm: und du glaubst, dass es gott oder was auch immer gibt und er/sie/es allein das recht hat, über leben zu richten (und das auch tut)? das ist eine interessante ansichtsweise....
danke für deinen zuspruch...und ja, ich mag pflanzen sehr, sehr gerne....es gibt ja auch pflanzen die aus felsen wachsen oder aus ausgetrockneten böden oder sonst wo, wo man es nie erwarten würde....die idee des kraftkrauts macht mir mut, das ist eine sehr schöne vorstellung...... danke dafür!
manchmal ist das fallen ja ein schleichender prozess. irgendwann merkt man es und irgendwann wirds absolut unerträglich. vielleicht kannst du ja, wenn du dich ab jetzt vielleicht traust, hilfe in anspruch zu nehmen, den sturz abfedern, ihn rechtzeitig ausbremsen?
das hat mir eine freundin (von der ich oben geschrieben hab) auch schon gesagt, aber was, wenn sie mit dem thema überfordert ist? was soll ich ihr dann erzählen???

@monalisa und ichdenknach: ja, überleben ist das ziel....
wisst ihr, ich denk auch viel nach, an hinterbliebene, an jene, die mich finden würden....aber ich war wirklich schon sehr knapp davor....ich glaub ab einem gewissen zeitpunkt werden diese gedanken ausgeschaltet....da handelt man aus dem affekt heraus...ohne über irgendwas nach zu denken.....das ist wie dissoziieren.....man ist nicht mehr man selbst.....sowas geht glaub ich recht schnell....und das macht mir irgendwie angst....
und ichdenknach....nein, es ist nicht zu makaber, denn es wäre ja theoretisch möglich.....aber wie gesagt....

lg, gästefrau

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Fr Mär 04, 2011 11:14 pm
von schirm
gott richtet nicht über leben. du brauchst nicht gott denken, um zu wissen, dass du dir selber nicht das leben gabst. das war nur ein beispiel...
leben ist ein wunderbares geschenk... wirfst du wunderbare geschenke weg?

wenn deine freundin wissen will, wie es dir geht und du es ihr sagst, dann ist das ihr problem, wenn es sie überfordert. wobei ich mir nicht denken kann, dass es sie überfordert. natürlich wird es sie fordern, klar. aber als freundin sollte man dazu bereit sein...
und vielleicht hilft ja auch einfach nur ein dasein. du schreibst ja selber, dass du niemanden hören und sehen willst. möglicherweise beinhaltet das ja auch, dass du deine ruhe haben willst, da sein, in gemeinschaft mit jemand anderem, ohne dich rechtfertigen zu müssen für deine tränen, deine müdigkeit, deine lustlosigkeit. in dem moment jedenfalls...

wenn mans nicht ausprobiert, kann mans nicht wissen...

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Sa Mär 05, 2011 1:11 am
von l.o.n.
hallo!

puhh...
für mich ist es ein absolutes tabuthema!!!

sk. hat geschrieben: zudem wurde ich vor ein paar jahren mal fast zwangseingewiesen als ich auch nur einen teil meiner dunklen gedanken rausgelassen hab (keine ankündigung!), das werde ich nie vergessen und das verschließt mir den mund. hat das jemand auch erlebt und wie kann man dann wieder vertrauen fassen?
ich wurde zwangseingewiesen für fünf tage.
ich war nicht suizidal! ich war mies drauf, ja. ich hab den gedanken raum gegeben, ja. dafür wurde ich bestraft.
wieder hat man mir nicht geglaubt. man wollte mir einfach nicht zuhören. niemand hat hinterfragt.
damals war ich wütend und verletzt.
heute passiert mir sowas nicht mehr. ein grund mehr zu schweigen. ein weiteres tabu.
das thema begleitet mich seitdem ich ungefähr 10 jahre alt war. da nahm sich mein onkel das leben. seitdem waren es nur aus meinem nahen umfeld vier erfolgreiche suizide.
da darf mich das thema nicht beschäftigen? da darf ich mir keine gedanken darüber machen?
nein! denn wer das tut ist automatisch suizidal...meine erfahrung

lg

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Sa Mär 05, 2011 8:33 am
von monalisa
@Ion

wenn Du zwangseingewiesen wurdest hatten sie wohl Angst um Dich und sind auf Nummer Sicher gegangen. Solang Du in der Klinik bist kannst Du Dir nichts antun. Es ist kein böser Wille.

@ Gästefrau
ja, es gibt Momente in denen einem alles egal ist und man nur noch handelt. Aber ich habe von mir gesprochen und hatte wohl noch nie solch einen Moment.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Sa Mär 05, 2011 9:52 am
von luise.marie
Es geht nicht, ohne anderen zu schaden. Immer werden andere mit rein gezogen, es sei denn man hat keine Familie, keine Freunde, keine Bekannten, keine Kollegen. Alle, die teil des lebens waren oder sind, sind betroffen.
Irgendeiner wird dich finden, halb verwest im Wald oder mit Maden in der Brust im eigenen Bett. Das ist Augenwischerei. Das wenigstens sollte euch bewußt sein. Ihr werdet Menschen traurig machen, bestürtzen, hilflos machen, hoffnungslos. Schuldgefühle werden sich andere Menschen machen, weil sie es nicht merkten oder weil sie unfähig waren etwas dagegen zu unternehmen. Die Welt wird für sie nie wieder dieselbe sein wie zuvor.
Ja, tut es, denn es ist euer Leben. Beendet es, wenn es keinen Ausweg mehr gibt. Aber versucht vorher ALLES, eine Verbesserung der Situation herbeizuführen. Und gebt euch und dem, was helfen sollte oder könnte, genug Zeit.

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Sa Mär 05, 2011 10:22 am
von erschrocken
Ja, tut es, denn es ist euer Leben. Beendet es, wenn es keinen Ausweg mehr gibt.
genau das will hier keiner hören!!!!!!!!!!!

kennst du diese gedanken, dass du dir anmaßen kannst, solche sätze zu schreiben?


eine aufforderung zum suizid verstößt nicht gegen die forenregeln, sofern ich sie richtig interpretiere. aber ein solcher satz erscheint mir doch nicht nur ein wenig deplatziert zu sein....

Re: tabuthema suizid

Verfasst: Sa Mär 05, 2011 11:07 am
von Frea
Danke Ki

den Gedanken der dahinter steht kann ich gut nachvollziehen. Ich hätte gern gewußt, ob es wirklich leichter ist, bin aber froh, dass es Dir noch nicht so schlecht ging und hoffe, das bleibt auch so ;o)

Schön, dass es so einen Menschen in Deinem Leben gibt.

an alle anderen:

Passt auf Euch auf

Frea