Langzeitfolgen nach MB?

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Akelei
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Langzeitfolgen nach MB?

Beitrag von Akelei » So Jul 25, 2021 3:54 pm

Hallo an alle,
hoffe, dass es euch so gut geht, wie es einem in der jetzigen Situation eben gehen kann.
T:
Von 8-19 Jahren wurde ich von "ihnen" an verschiedene Männer "vermitet", manchmal auch an sehr viele gleichzeitig und sehr lange. Weiß erst seit einem Jahr vom ganzen Außmaß, der DIS sei "dank". Schon in den Jahren davor hatte ich neben den psychischen Problemen oft starke Schmerzen in den Gelenken.
/T:
Nun sind die Untersuchungen vorbei und mir wurde gesagt, dass meine Gelenke nicht so aussehen, wie sie mit 20 Jahren aussehen sollten, sondern eher denen einer 50 Jährigen ähneln, weil sie ständig entzündet waren und der Knorpel fast weg ist. Das könnte also heißen, dass da in ein paar Jahren was gemacht werden muss. Hüfte, Kiefer, Hand- und Kniegelenke sind jetzt also im A****...
Auf die Frage: "Was haben Sie denn gemacht, dass es so ist?", konnte ich nichts sagen. Wie soll man das erklären, ohne dass andere Leute sofort einen Ekel bekommen und am Ende nicht mehr mit einem sprechen wollen.

Bin gerade dabei, den Körper zu akzeptieren, was auch nicht alle bei uns wollen. Jetzt kann ich noch weniger in den Spiegel schauen, weil wir jetzt alle wissen, dass der Körper eben diese Schäden hat, die auch nie mehr weggehen werden.

Hat jemand hier vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht und wenn ja, wie geht ihr damit um?

Danke schonmal im Voraus.

Viele Grüße
Akelei

eli

Re: Langzeitfolgen nach MB?

Beitrag von eli » So Mai 08, 2022 11:49 am

hallo akelei

die antwort kommt reichlich spät aber vielleicht kannst du trotzdem etwas damit anfangen...

hast du mittlerweile eine diagnose was das ist mit den gelenken?
Ich finde die aussage des arztes etwas merkwürdig. Es ist doch sein Job herauszufinden, was das ist. Meiner Erfahrung nach ist sehr davon abzuraten schnell zu sagen: ich habe Gewalt erlebt oder: ich habe eine ptbs (details gehen die person nichts an, vielleicht ist es dir möglich es so allgemein zu sagen, wenn dann doch nötig. Gewalt haben ja sehr viele menschen erlebt), dann wird schnell gesagt: ah alles psychosomatisch. wenn da aber degenerative veränderungen sind, ist das nicht nur psychisch, sondern kann zb rheuma sein. lass das, wenn nicht schon geschehen, gut bei einem facharzt checken. eine rheuma diagnose ist sehr komplex.
blöd gesagt kann man leider auch flöhe und läuse haben: sprich: es muss nicht alles vom trauma bzw der gewalt kommen, sondern du kannst schwer traumatsieirt sein UND eine degenerative Gelenkerkrankung haben.

Wenn du magst erzähl gerne wie es dir gerade geht und ob du einen guten arzt gefunden hast. ich wünsch es dir.
alles liebe
eli

Linnea
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Re: Langzeitfolgen nach MB?

Beitrag von Linnea » Di Mai 10, 2022 8:18 pm

Hallo,
ich sehe das wie Eli. Nach meiner Erfahrung ist es sobald man sagt das man psychisch angeschlagen ist sehr schnell zu Vorverurteilungen gekommen. So wurde ich viele Jahr nicht behandelt sondern mit tollen Ratschlägen nach Hause geschickt. Deswegen würde ich auch dem Arzt die Frage zurück geben. Es ist seine Aufgabe raus zu finden was die Schäden verursacht hat und dir zu helfen. Es tut mir sehr leid was du durch machen musstest.
Alles Liebe

silan
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Re: Langzeitfolgen nach MB?

Beitrag von silan » Mo Mai 16, 2022 11:34 pm

Hamllo Akelei,
uns ist es ähnlich ergangen. Schon in unseren 20gern wurden diverse Arthrosen in unterschiedlichen Gelenken festgestellt. Ebenfalls als Folge der vielen Traumata, die wir durchleben mussten. Und auch wir wurden damals gefragt, warum unsere Gelenke in solch einem schlechten Zustand seien. Ob wir irgendwelchen Extremsport machen würden. Dank der DIS hatten wir damals keine Antwort darauf, konnten nicht einmal sagen ob wir irgendwas an Sport treiben. So steht es in einem Arztbericht. Erst jahre später wurden diese als Schädigungsfolgen definkiert... im Ramen der OEG Begutachtungen. Wir können nicht sagen, damit in die ''psychoschiene'' gerutscht zu sein, wir haben immer wenn wir es zulassen konnten eine adäquate Behaandlung erfahren. Arthrose ist nun einmal degenerativ und es ist egal, wodzrch das angeschoben wiird. Fakt ist, dass es die bgleichen auswirkungen hat, nämlich dss Knorpelmasse nicht mehr da ist.
Leider ist das ein fortschreitender Prozess und die Realität ist, dass die Schmerzen und Einschränkungen zunehmen. Wir, mittlerweile mitte 50 haben inzwischen ekinen ganzen Fuhrpark an Hilfsmitteln zur Fortbewegung. E-Rolli, einfacher Rolli, Rollator, E-Mobil. Dreirad... schön ist das nicht, aber es gibt schlimmeres denken wir mittlerweile. Wir leben damit. Was bleibt uns anderes?
Den Körper zu akzeptieren haben wir tatsächlich bis heute nicht geschafft. Er ist ein Fremdkörper für uns.

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