Für HARALD abgetrennt aus "Vergewaltigung oder nicht?"

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Harald
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Für HARALD abgetrennt aus "Vergewaltigung oder nicht?"

Beitrag von Harald » Di Okt 12, 2021 12:40 pm

Hallo guten Tag.

heute habe ich diese Seite hier gefunden. Ich befinde mich bereits seit über einem Jahr in Therapie - war auch schon 5 Wochen in einer Klinik stationär.
Sollte danach in der Tagesklinik weiter machen. Diese musste ich aufgrund von gesundheitlichen Problemen unterbrechen.

Vorab zur Info ich bin ein Mann mit 57 Jahren.

Zum 1. Mal erzähle ich hier meine Vergangenheit Menschen, die evtl. ähnliches erlebt haben.
Ich war ca. 9 Jahre als mein Cousin (5 Jahre älter) sexuell übergriffig wurde. Das ganze ging bis ich 16 war - zu diesem Zeitpunkt war er bereits 3 Jahre Volljährig. Es lief wöchentlich mehrmals. Ist dies sexueller Missbrauch? Ich bin sogar freiwillig so würde ich es bezeichnen hingegangen. Therapeuten sprechen davon, dass der Täter eine emotionale Bindung zu seinem Opfer aufbaut - das sogenannte Stockholmer Syndrom!

In der gleichen Zeit wurde auch meine Schwester mir gegenüber sexuell übergriffig - von Beginn an bis zum Ende war sie nicht volljährig - Sie erpresste mich - also hatte ich zu dienen.

Ich hatte das alles ca 45 Jahre verdrängt - in der Therapie kam alles ans Licht.
Im Internet habe ich rechtliches geprüft. Es scheint alles verjährt zu sein.

Trotzdem würde ich gerne meinen Cousin anzeigen - auch wenn es verjährt ist. Mein direktes Umfeld auch meine bisherigen Therapeuten
fragten mich - "was ich selbst davon hätte meine Cousin (heute 62 Jahre alt) anzuzeigen"
Es sei doch schon so lange vorüber! Ich solle es ruhen lassen! Mich machen solche Aussagen nur noch wütender und trauriger.

Fakt: Es wäre mir einfach eine Genugtuung.

Was ist Eure Meinung dazu? Habt Ihr ähnliches erlebt? Wie seit Ihr vorgegangen?

Lieben Gruß
Harald

gast03

Re: Vergewaltigung oder nicht? *trigger*

Beitrag von gast03 » Di Okt 12, 2021 5:16 pm

Hallo Harald

mach bitte einen eigenen tread auf.das ist der tread von taya.

Also lass dich von einem fach anwalt beraten wenn du es genau wissen willst. Denk das Internet ist da meist keine gute Quelle. bekommt man über den weissen Ring. kostet ca 100 Euro für 60min.

Ja es ist verjährt. Also wird auch keine Anklage erhoben.
Was daran Genugtuung sein soll kann ich persönlich nicht nachvollziehen.
Vielleicht ist es eine Ablenkung von deinem Schmerz und ein Versuch ins Handeln zu kommen?

Ich würde es nicht machen sondern mich um mich kümmern und mir gutes tun. Denn es kommt eh nur ein wisch verjährt und das wars.
Du kannst ja das Gespräch mit dem kusin suchen. und der Schwester. Vielleicht hilft es. juristisch hat das wie gesagt keinen Zweck weil verjährt.

Ob es Missbrauch war weisst du sicherlich selbst. Du schreibst ja von sexuellen Übergriffen.1. Durch die Therapeuten in der Klinik. Oder haben die das nicht gesagt? 2. Sonst würdest du nicht an Anzeige denken wenn es dir nicht klar wäre. Oder?

Und ja das mit der Verjährung das ist sch.. Aber so ist es nunmal. Da hilft nur Akzeptanz und für sich das Leben so gut es geht gestalten.
Du kannst denen die sagen dass es schon lang her ist ja erklären dass es nicht vorüber ist.
Du wirst auch gesehen und darfst dich sch fühlen ohne Anzeige. Und ohne Gericht. Vielleicht geht es auch darum. Dass du denkst du brauchst das damit andere das anerkennen. Das ist aber Quatsch. Wenn die das dafür brauchen sind es keine Freunde bzw. kennen sich nicht aus.
Du kannst ja auch deine thera fragen wie du das erklären kannst wenn du eine ambulante Therapeutin hast.

Alles Gute dir
gast03

Jens1972
Beiträge: 4
Registriert: Mo Sep 20, 2021 10:15 pm

Re: Vergewaltigung oder nicht? *trigger*

Beitrag von Jens1972 » Di Okt 12, 2021 7:09 pm

@Harald:
Das tut mir sehr leid. Auch ich haben ähnliches erlebt. Meine Pflegemutter misshandelte mich seit ich 10 Jahre alt war für sexuelle Zwecke. Auch wenn dein Cousin heute nicht mehr verurteilt werden kann, eine moralische Schuld trägt er immer.
Meine Pflegemom kann ich nicht mehr anzeige, weil sie vor einigen Jahren verstorben ist.

anderer gast

Re: Für HARALD abgetrennt aus "Vergewaltigung oder nicht?"

Beitrag von anderer gast » Mi Okt 13, 2021 5:31 pm

@gast 03

Zwischen dem erzählt bekommen und dem selbst fühlen können, liegen manchmal Welten. Ich habe einiges von mir auch nicht als mb angesehen, aber meine Therapeutin.

@Hallo Harald

Ich wurde auch von Jugendlichen mb und konnte es jahrelang nicht annehmen das es mb war, weil sie halt selbst jung waren und nicht volljährig waren. Ich habe es teilweise auch freiwillig über mich ergehen lassen, weil man mich bedroht hatten, das sie sonst eine Freundin von mir nehmen, die sich nicht wehren konnte, weil sie geistig behindert war. Ich wollte nicht das sie es bei ihr machen und deswegen habe ich mich nicht mehr gewehrt und geduldet. Meine Seelsorge und meine Thera hatten es auch so ausgedrückt "Ich habe freiwillig das erduldet, weil ich jemand anderen schonen wollte, aber dennoch war es mb, weil ich eigentlich das gar nicht wollte."

Die Aussage, du sollst es ruhen lassen, weil es vorbei ist, die machen mich auch sauer. Selbst wenn es keine Übergriffe mehr gibt, heißt es nicht das es vorbei ist, weil das noch gar nicht verarbeitet ist und deswegen immer neben dir läuft. Solche Aussagen, wie deine Thera gesagt hat, kenne ich sehr gut, auch von Theras. Da bin ich dann auch sauer gewesen und sag das dann auch, das es eben nicht vorbei ist, weil es neben einem läuft.

Das eine Anzeige nichts bringt, damit hat sie leider recht, weil verjährt. Ich kann auch verstehen, glaube auch zu verstehen, was du mit Genugtuung meinst.

Ich habe keinen einzigen Täter angezeigt, weil auch verjährt gewesen. Aber ich möchte das auch nicht.
Aber ich habe in meiner Therapie das Thema "mein Pastor und seine Übergriffe" gehabt. Das haben wir verarbeitet gehabt und danach haben wir raus gefunden das er noch lebt. Den Wutbrief den ich vorher geschrieben hatte, hat meine Seelsorge bekommen, weil wir in 2 verschiedenen Bundesländern wohnen und er wohnt in ihrem. Mit ihrer Karte und einer kurzen Vorstellung das sie meine Seelsorge ist und das wir an das Thema mit ihm zusammen gearbeitet haben. Er hat sie angerufen gehabt und hat gleich einen dummen anzüglichen Spruch gesagt. Ich wusste da sofort er stand wieder unter Alkohol. Meine Seelsorge hat ihm dann ganz klar was gesagt. Das muss ihn wirklich zum nachdenken angeregt haben und ich bekam einen Brief, den er erst zu der Seelsorge schickte. Sie sollte ihn zuerst lesen.

Ich bekam was ich mir gewünscht hatte. Er hat darüber nachgedacht was ich geschrieben hatte und es täte ihm leid, was das mit mir gemacht hatte. Er hat sich aufrichtig entschuldigt. Ich habe das schriftlich. Und ich habe mehr bekommen, als jeder andere. Andere Opfer der katholischen Kirche bekommen nicht mal eine Entschuldigung, weil die Täter das nicht als Schuld ansehen oder zugeben würden.

Für mich war es eine Art Genugtuung das er gesehen hat und spüren musste, dass ich nicht darüber geschwiegen habe und das die Seelsorge sich schützend dazwischen gestellt hatte. Er konnte mir nichts mehr. Er hätte das auch abstreiten können, aber das hat er nicht. Er hat bei ihr einen Spruch über mich gesagt. Er kennt die Seelsorge nicht und er wusste sie weiss es.

Anzeigen wird nicht mehr gehen, aber vielleicht könnte es gehen, wenn du es anders öffentlich machst? Ich persönlich würde dir nicht empfehlen, das dem cousin alleine zu sagen, aber vielleicht mit jemandem der gut zu dir ist? Aber ich empfehle eher einen Brief zu schreiben, wenn du ihn konfrontieren willst und wenn du Familie oder Freunde hinter dir hast, die das mit unterstützen und auch wissen lassen, das andere das wissen. Kannst du dir sowas vorstellen?

Gästin

Re: Für HARALD abgetrennt aus "Vergewaltigung oder nicht?"

Beitrag von Gästin » Mi Okt 13, 2021 8:08 pm

Hallo Harald,

Macht mich sehr betroffen, zu lesen, was Du erlebt hast. Ich finde die Tatsache, dass es lange verdrängt werden musste, ist schon ein guter Indikator dafür, wie tief der Schmerz doch gehen muss. Ja, es war sexueller Missbrauch, auch wenn Du vermeintlich freiwillig zu deinen Tätern gegangen bist. Ich hab einmal eine sehr hilfreiche Erklärung dafür erhalten. Bis etwa zum Alter von 14 Jahren überwiegt bei Kindern das Bindungssystem das Schutzsystem. Das bedeutet, als kleines Kind ist das natürlicher Bedürfnis nach Bindung so groß, dass es stärker ist als der Selbstschutz. Es war nicht Deine Schuld, du hast da nicht anders reagiert als es andere Menschen auch tun würden. Und wenn du einmal nicht lernen konntest, Dich zu schützen, dann war das Ganze schon mehr oder weniger normal für Dich. Es ist sehr schwer, ohne Hilfeaus so einem toxischen System herauszukommen.

Ich kann verstehen, dass es für die eine Genugtuung wäre, den Cousin anzuzeigen. Vielleicht geht es da auch ein Stückweit Sichtbarmachen des erfahrenen Unrechts und Leides. Andere Menschen stellen Anzeigen und fühlen sich nicht schlecht dafür. Wieso sollte das gerade in Deinem Fall, der doch so belastend für Dich ist, etwas Falsches sein? Ich finde die Verjährungsfrist eher problematisch als den Wunsch auf ein erlittenesUnrecht aufmerksam zu machen. Du hast ein Recht wütend, traurig und verletzt zu sein. In meinen Augen ist es sogar wichtig, genau diese Gefühle zuzulassen. Ob der Cousin hier allerdings Einsicht zeigt, ist fraglich. Da kann es sehr hilfreich sein, sich im Vorfeld mit der eigenenErwartungshaltung auseinanderszusetzen, damit hier nocht noch mehrSchmerz ensteht.

Ich wünsch Dir alles Gute und hoffe, Du findest einen Weg mit dem Erlittenen so umzugehen,
VG Cara mia

Bugs
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Re: Für HARALD abgetrennt aus "Vergewaltigung oder nicht?"

Beitrag von Bugs » Fr Okt 15, 2021 8:44 pm

Mir hat eine Anzeige sehr geholfen beim überwinden und abschließen mit sexuellen Übergriffen aus der Vergangenheit.
Dabei hat es für mich keine Rolle gespielt wie diese ausgehen würde.
Die Polizei empfand ich dabei als neutral und sachlich.
Das vorbringen meiner Anzeige und den ganzen Vorgang zwar als schwer, jedoch auch heilsam.
Aber das sollte jeder und jede für sich entscheiden.

Liebe Grüße

gast03

Re: Für HARALD abgetrennt aus "Vergewaltigung oder nicht?"

Beitrag von gast03 » Sa Okt 16, 2021 12:31 pm

Hallo

Also die nehmen die Anzeige auf und heften sie ab. Es ist ihnen verboten irgendwas zu tun.
Ob das hilft?
Also mir würde das nicht helfen.

Du hast jetzt hier viele Antworten bekommen Harald. Mich würde interessieren was du jetzt denkst...

und ja ich weiss dass wissen und fühlen unterschiedlich ist. Nur meiner Meinung nach hilft es dann auch nicht wenn hier wildfremde nochmal sagen das war MB. was wir ja genau gesagt auch gar nicht beurteilen können da viel zu wenige Information. Wenn es schon f2f beim thera nicht ankommt. Das dauert manchmal lange und ist vielleicht Thema in einer Therapie...

gast03

Gästin

Re: Für HARALD abgetrennt aus "Vergewaltigung oder nicht?"

Beitrag von Gästin » Sa Okt 16, 2021 8:24 pm

Hallo gast03,

Ich hab das schon in einem anderen Thread schreiben müssen, dies ist ein Forum für Betroffene, um sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. So steht es in der Eingangserläuterung. Nach meinem Gefühl scheinst Du nicht betroffen zu sein, da Du nicht von Dir selbst schreibst, sondern lediglich darüber, was Du in der geschilderten Situation tun würdest. Die Frage war auch, ob Du ähnliches erlebt hast und wie Du damit umgegangen bist. Falls Du betroffen bist, dann bleib doch bitte bei Dir und kritisiere hier nicht die Kommentare und Vorschläge der anderen. Das war genau das, was sich Harald im Eingangspost gewünscht hatte. Und auf gegenseitiger Unterstützung basiert dieses Forum, insofern ist es völlig in Ordnung, zu bestätigen, dass es sich um MB handelt und Mitgefühl angesichts dieser schlimmen Erlebnisse zu äußern.

Vielen Dank und sorry Harald, aber ich denke, Du verstehst.

Viele Grüße
Cara mia

anderer gast

Re: Für HARALD abgetrennt aus "Vergewaltigung oder nicht?"

Beitrag von anderer gast » Sa Okt 16, 2021 10:44 pm

gast03 hat geschrieben:
Sa Okt 16, 2021 12:31 pm
und ja ich weiss dass wissen und fühlen unterschiedlich ist. Nur meiner Meinung nach hilft es dann auch nicht wenn hier wildfremde nochmal sagen das war MB. was wir ja genau gesagt auch gar nicht beurteilen können da viel zu wenige Information. Wenn es schon f2f beim thera nicht ankommt. Das dauert manchmal lange und ist vielleicht Thema in einer Therapie...
Das ist deine Meinung, was ok ist, aber es für dich so und kann für andere anders sein. Es hat bei dir nicht geholfen, aber es kann manchmal bei anderen so sein, dass sie es besser einordnen können, weil das menschen sagen, die es selbst erlebt haben. Beides ist doch ok.
Viele Menschen möchten zb keine Therapeuten haben, die selbst eine Geschichte haben und die verarbeitet haben. Mir zb hilft es sehr, weil ich sehen kann, das es machbar ist, seine Geschichte aufzuarbeiten. Und auch hier, finde ich beides Seiten ok. Aber wie jemand da entscheidet was er möchte und was ihm hilft, das sollte man den Menschen alleine überlassen. Auch beim Thema wem er fragt, wie die Einordnung in seinem mb ist. Hier sind Menschen, die auch von Jugendlichen mb worden sind und vielleicht kann er dann besser annehmen. Das wissen wir nicht, aber ein Versuch wäre es wert.

Ich finde schon das man zu dem was er sagt, das erkennen kann, was es ist.

gast03

Re: Für HARALD abgetrennt aus "Vergewaltigung oder nicht?"

Beitrag von gast03 » So Okt 17, 2021 9:03 am

Hallo Gästin oder cara Mia

in welchem tread war das?
Da hattest du meines Wissens jemand anderem das unterstellt.

Ja ich bin betroffen. sonst hätte ich wohl hoffentlich anderes zu tun als hier zu sein. :( Ich habe mit 20 bei der Polizei eine Anzeige gestellt, war beim weissen Ring und hatte Kontakt zu mehreren fachanwälten. Ich habe da viel erlebt, was schmerzhaft war.
Der weisse Ring würde genauso fragen, was es bringt. Und sagen, dass es abgeheftet wird. Hab ich so erlebt.

Harald kann und muss selbst entscheiden. Ich möchte hier aber meine Erfahrung weiter sagen würden.
verjährt ist verjährt.
Das tut weh aber ist nunmal Fakt. tut weh aber besser vorher drüber nachdenken. einfach zur Polizei zu gehen ohne Beratung bei weissem Ring oder fachanwalt ist echt schädigend für einen selbst. Das würde ich gern verhindern, dass es schädigend für dich Harald wird.


Hallo anderer Gast

Ich hab nicht gesagt, dass man das nicht sagen darf.
Meine Frage war was es bringt? mir hat das nie geholfen.
und ich finde es auch schwierig zu sagen es war MB ohne viele Information zu haben. Das ist kein Täter denken sondern einfach die Wahrheit und differenziert.
Wenn man es Freunden etc näher erzählt oder der thera oder einem Anwalt finde ich das gut und wichtig wenn da gesagt wird das war MB. Aber in einem forum nach ein einigen sätzen?

Man braucht keinen thera der MB selbst erlebt hat. Das meinte ich nicht. Sondern der aus seinem Fachwissen und seiner Erfahrung heraus das sagen kann und der einen viel besser und mehr Details kennt.
Wenn dir das hilft Harald tut es mit Leid hier Theater zu machen...dann ist doch gut. mein Tipp wäre aber das eher f2f zu bereden. Weil das manchmal schon tiefer ankommen kann von Menschen, die einen kennen.

Alles Gute
gast03

Gästin

Re: Für HARALD abgetrennt aus "Vergewaltigung oder nicht?"

Beitrag von Gästin » So Okt 17, 2021 11:31 am

Hallo gast03,

Das war im Thread „Vergewaltigung oder nicht?“ und ich habe nichts unterstellt, sondern mich gefragt, ob diese Person betroffen ist, weil dort in meinen Augen viel psychologische Abwehr und Bagatellisierung gekommen ist, die an der Stelle überhaupt nicht hilfreich war (und dazu stehe ich nach wie vor). Die Person hat auch (bis jetzt) nicht mehr reagiert. Es gibt in solchen Foren nunmal viele Trolle und Unterstützung und Verständnis finde ich persönlich ganz wichtig, vor allem wenn jemand das erste Mal Hilfe sucht und sich offenbart (in so einem Forum). Ich finde sehr positiv, dass Du jetzt tatsächlich einmal von Dir und Deinen Erfahrungen berichtet hast. Dadurch kann man Deine vorherigen Äußerungen viel besser verstehen und einordnen. Es tut mir leid, was Dir passiert ist und wie mit Dir umgegangen wurde, gerade wenn man sich dann durchgerungen hat und bei Außenstehenden Unterstützung sucht, ist es so wichtig, auf positive Resonanz zu treffen, damit hier keine Re-Traumatisierung stattfindet. Ich weiß nicht, ob und inwieweit Dein Erfahrungen verallgemeinerbar sind. Ich selbst könnte meinen Täter jedenfalls gar nicht anzeigen, weil er damals noch nicht strafmündig war. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass allein das (Ver)schweigen (müssen) sehr toxisch sein kann, weil es einen von anderen Menschen, ja quasi von der Welt isolieren kann. Daher finde ich die Idee, es irgendwie öffentlich zu machen und ein Zeichen zu setzen nachvollziehbar und definitiv diskussionswürdig. Wichtig finde ich aber auch, da mit nicht zu hohen Erwartungen ran zu gehen, denn es kann eben genau das passieren, was Dir passiert ist.

Alles Gute, Cara mia

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