Die Leute machen keinen verdammten SINN

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wayward affinity
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Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von wayward affinity » Mi Mai 05, 2021 10:50 pm

Die Welt da draußen hat kein Bewusstsein für die Community. Es ist keine Pflichtbildung. Und das heißt, die meisten leben ohne irgendwas zu wissen, behandeln Mb- und generell psychisch belastete Betroffene wie beschädigte Ware, ohne Solidarität, Empathie oder Menschlichkeit. Ich persönlich leide darunter, genau genommen bin ich draußen eher ein Geist als sonst was, denn so wird es von mir erwartet, so hat man es mir beigebracht. Ich fühle mich durch so eine Gesellschaft meiner Menschlichkeit beraubt.

Ich kann nicht diesen Teil meiner Identität an der Garderobe abgeben, wenn ich den ''öffentlichen Raum'' betrete. Nur so bin ich komplett, nur der (verantwortungs)bewusste Umgang mit meiner Erfahrungslast hält mich gesund und zufrieden.

In DE hat man auch als Krüppel generell die Arschkarte gezogen ''oh, stimmt DIE gibt's ja auch noch HMMMM''.

Vorhin eine Personengruppe gesehen, sechs, sieben Leute vllt. So in meinem Alter um die 30. Hat mich beunruhigt, waren zu gut drauf. Wieso dürfen die sich in der Welt heimisch fühlen und ich nicht?

Vielleicht bilde ich mir das ein? Vielleicht existiert so eine Allgemeinbildung bereits und ich sehe nur Schreckgespenster? Aber ich hatte zu große Angst, die anzusprechen und zu fragen. Ob sie bescheid wissen, ob sie sich der einen oder anderen Minderheiten bewusst sind und im Alltag entsprechend Verantwortung tragen? Was ist mit dem weit verbreiteten Missbrauchsthema? Ob die mir antworten mit ''hä was will der Typ?'' oder was Menschliches, Sinnvolles zu sagen hätten.

''Was Sinnvolles sagen'' ja das ist der richtige Begriff. Denn eine Welt, in der man niemals sieht, dass solchen Eventualitäten Rechnung getragen wird, umhüllt mich nach und nach, so wie ein Gasleck, erst ungreifbar aber plötzlich überall und ohne Ausweg... Eine surreale Welt, in der niemand was Sinnvolles sagt, aber alles trotzdem irgendwie ineinandergreift. Und ich steh da, verstört und wie bekloppt, weil.... nichts von all dem Sinn ergibt?

Denn es ist ein verdammter Unterschied ob man in Erwartung lebt, als beschädigte Ware behandelt zu werden, oder als menschliches Wesen. :!: :!:
https://www.youtube.com/watch?v=DmFjZQZMIVs PTBS Lifestyle

https://www.deine-playlist-2020.de Aktion ''Kein Kind alleine lassen'' Flyer und Plakate zum Ausdrucken

Gast_Wolke

Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von Gast_Wolke » Do Mai 06, 2021 7:49 am

hallo wayward

ich hab da zwei Seiten in mir.
die eine Seite in mir die verletzt und MB wurde geht voll mit. die hasst die Menschen. ist neidisch. fragt auch wieso dürfen die und ich nicht. sieht dass viele von Trauma nichts wissen und nichts wissen wollen und hasst sie dafür. selbst Fachleute hatten keine Ahnung und haben mir so viele Jahre meines Lebens genommen. ok eher die Täter aber die eben auch.
das dazu.

die andere Seite ist distanzierter und kann ein wenig differenzierter auf meine Mitmenschen schauen. im Trauma loch ist ja auch alles nur schwarz weiss und man sieht keine Facetten mehr. vielleicht kommt dir das bekannt vor 8) ist halt auch "nur" ein Symptom was aber den Kontakt zu anderen sehr erschweren kann.
es gibt das OEG was reformiert wird es gibt den Fonds es gibt den ubskm es gibt seit 2010 sehr viel Forschung es gibt kinderschutztandems an jeder Schule...es gibt Gleichstellung und behindertenbeauftragte und die Kassen zahlen 300h Therapie und zig Kliniken.
ja vieles könnte besser sein aber nur a...Karte seh ich ganz anders sorry aber geh mal in 95 Prozent der anderen Staaten. möchtest du da mit Trauma vielleicht leben?
und nein das ist nicht alles hirnlos oder Alibi. da sind oft Leute die mit sehr viel Herzblut und Engagement dabei sind.

ich glaube man sieht Menschen durch die Brille der eigenen Erfahrungen. stichwort einbilden... ich glaube wir sehen Menschen dann oft auch als ablehnend dumpf etc. weil es zu unseren vorherigen Erfahrungen passt.
ich glaube es ist wichtig immer wieder ein wenig aus diesem hass und verletzten Anteil zu abstrahieren. und eben zu sehen dass das nicht objektiv und absolut ist. sonst gibt man niemanden mehr eine Chance und das macht hass und unglücklich. merkst du selbst glaube ich. es geht nicht drum alles watte weich zu sehen. aber eine absolut negative Sicht ist eben auch "falsch". jeder Mensch macht andere Erfahrungen je nachdem was man wie du schreibst nicht nur von dir sondern auch vom anderen erwartet.
ich bin von vielen Menschen sehr enttäuscht. aber es gibt eben auch andere. die für mich kämpfen und mir glauben und absolut loyal sind.

"Die Welt da draussen" oder "die gesellschaft" ist eine sorry lächerliche Generalisierung. es ist anmaßend und gleichzeitig lächerlich die ganze Welt zu bewerten. du nimmst Die Menschen die dir begegnen so wahr. über mehr kannst du eh nichts sagen.
ich denke es wäre gut da den Blick ein wenig zu differenzieren. denn es ist nicht nur falsch da generalsierend sondern auch anmaßend.
ich denke der Hass schützt dich vor anderen krassen Gefühlen wie Hass auf die Eltern trauer oder Verzweiflung. so ist es bei mir. kannst ja mal schauen was für dich passt..

du denkst von dir erwartet man was.. aber du erwartest auch was von deinen Mitmenschen..und so wirken sie dann ebe auch auf dich...das ist nicht nur einseitig.

alles gute.
wolke

wayward affinity
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Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von wayward affinity » Do Mai 06, 2021 3:14 pm

Gast_Wolke hat geschrieben:
Do Mai 06, 2021 7:49 am
hallo wayward

ich hab da zwei Seiten in mir.
die eine Seite in mir die verletzt und MB wurde geht voll mit. die hasst die Menschen. ist neidisch. fragt auch wieso dürfen die und ich nicht. sieht dass viele von Trauma nichts wissen und nichts wissen wollen und hasst sie dafür. selbst Fachleute hatten keine Ahnung und haben mir so viele Jahre meines Lebens genommen. ok eher die Täter aber die eben auch.
das dazu.

die andere Seite ist distanzierter und kann ein wenig differenzierter auf meine Mitmenschen schauen. im Trauma loch ist ja auch alles nur schwarz weiss und man sieht keine Facetten mehr. vielleicht kommt dir das bekannt vor 8) ist halt auch "nur" ein Symptom was aber den Kontakt zu anderen sehr erschweren kann.
es gibt das OEG was reformiert wird es gibt den Fonds es gibt den ubskm es gibt seit 2010 sehr viel Forschung es gibt kinderschutztandems an jeder Schule...es gibt Gleichstellung und behindertenbeauftragte und die Kassen zahlen 300h Therapie und zig Kliniken.
ja vieles könnte besser sein aber nur a...Karte seh ich ganz anders sorry aber geh mal in 95 Prozent der anderen Staaten. möchtest du da mit Trauma vielleicht leben?
und nein das ist nicht alles hirnlos oder Alibi. da sind oft Leute die mit sehr viel Herzblut und Engagement dabei sind.

ich glaube man sieht Menschen durch die Brille der eigenen Erfahrungen. stichwort einbilden... ich glaube wir sehen Menschen dann oft auch als ablehnend dumpf etc. weil es zu unseren vorherigen Erfahrungen passt.
ich glaube es ist wichtig immer wieder ein wenig aus diesem hass und verletzten Anteil zu abstrahieren. und eben zu sehen dass das nicht objektiv und absolut ist. sonst gibt man niemanden mehr eine Chance und das macht hass und unglücklich. merkst du selbst glaube ich. es geht nicht drum alles watte weich zu sehen. aber eine absolut negative Sicht ist eben auch "falsch". jeder Mensch macht andere Erfahrungen je nachdem was man wie du schreibst nicht nur von dir sondern auch vom anderen erwartet.
ich bin von vielen Menschen sehr enttäuscht. aber es gibt eben auch andere. die für mich kämpfen und mir glauben und absolut loyal sind.

"Die Welt da draussen" oder "die gesellschaft" ist eine sorry lächerliche Generalisierung. es ist anmaßend und gleichzeitig lächerlich die ganze Welt zu bewerten. du nimmst Die Menschen die dir begegnen so wahr. über mehr kannst du eh nichts sagen.
ich denke es wäre gut da den Blick ein wenig zu differenzieren. denn es ist nicht nur falsch da generalsierend sondern auch anmaßend.
ich denke der Hass schützt dich vor anderen krassen Gefühlen wie Hass auf die Eltern trauer oder Verzweiflung. so ist es bei mir. kannst ja mal schauen was für dich passt..

du denkst von dir erwartet man was.. aber du erwartest auch was von deinen Mitmenschen..und so wirken sie dann ebe auch auf dich...das ist nicht nur einseitig.

alles gute.
wolke
...keinen verdammten SINN.

Eher der Versuch einzulullen, in so einem Forum in Etwa gleichzusetzen mit False Memory Syndrom Propaganda. Überlass ich den Mods.

Die Frau nennt sich gas wolke... naja fast. Ironie ahoi. Sinn wär mir lieber.
https://www.youtube.com/watch?v=DmFjZQZMIVs PTBS Lifestyle

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Gast_Wolke

Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von Gast_Wolke » Do Mai 06, 2021 3:58 pm

hallo wayward

Ich habe mir Zeit genommen und wurde von dir beschimpft.
Dazu kann ich nur sagen: nicht alle die nicht deiner Meinung sind false memory. das ist unfair und sch mir das vorzuwerfen. ich würde jahrzehntelang schwerst MB also hör auf mir so eine sch... vorzuwerfen. und nein ich bagatellisiere nicht. wie oben beschrieben kenne ich so einen Hass und so eine sicht.

Und ich heisse gast wolke. nicht gas wolke.

Was erwartest du hier?
Was willst du?
Leute die dich in deiner Sicht bestärken? deinen hass toll finden?

Ich erlebe dass du hier seit Jahren nur User beschimpfst.
du bist umgeben von allen die unwissend und sch.. sind und das arme Opfer.
Das kannst du so weiter machen aber ob du damit ein gutes Leben hast?
vielleicht willst du das gar nicht sondern weiter das Opfer sein
deine Entscheidung.

ich lasse mich nicht weiter beschimpfen.
wünsche dir jemanden der dich aus deinem Hass und deiner Opfer Haltung holt.

wolke

wayward affinity
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Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von wayward affinity » Do Mai 06, 2021 6:07 pm

Gast_Wolke hat geschrieben:
Do Mai 06, 2021 3:58 pm
hallo wayward

Ich habe mir Zeit genommen und wurde von dir beschimpft.
Danke

Und Witze beiseite, der ganze Scheiss ist übergriffig.... verharmlosend, verniedlichend, grenzüberschreitend, als doublebind formuliert und das in einem MB Forum in einem fremden Thread, bei dem die Frau offenbar eh weiss, dass sowas hier unerwünscht ist und zu nichts führt.

Das ist unheimlich.

Beitrag gemeldet.
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Luanna*
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Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von Luanna* » Do Mai 06, 2021 7:10 pm

wayward affinity hat geschrieben:
Do Mai 06, 2021 6:07 pm
Das ist unheimlich.

Beitrag gemeldet.
finde da eher dich unheimlich und unhöflich..
der sinn eines forums ist ja austausch..
verstehe dein problem nicht..wenn du keine antworten möchtest dann sag das doch anstatt jemanden anzugreifen ders nett meint..
dann bist du nämlich auch nich besser als die welt da draußen..

kannst das gern auch melden oder mich beleidigen oder was auch immer..
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wayward affinity
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Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von wayward affinity » Do Mai 06, 2021 7:29 pm

Jetzt macht mal was gegen die Therapiesektierer hier. Oder ist das ganze Forum infiziert.
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Gast

Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von Gast » Do Mai 06, 2021 7:38 pm

Ich glaube mich erinnern zu können, das wayward das schon mal erwähnt hat, das er kein Austausch wünscht. Auch er darf hier sein, auch wenn er kein Austausch möchte.

Vielleicht ist wayward unhöflich, aber warum spricht man ihn immer an? Ich finde das auch grenverletzend das man ihm immer wieder schreibt. Hier gibt es auch andere die nicht höflich sind und andere beleidigen. Aber denen wirft man das nicht vor?

Luanna*
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Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von Luanna* » Do Mai 06, 2021 7:40 pm

Was ist denn dein Problem? Verstehs nich. Niemand hier im forum hat dir was getan..
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Laura
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Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von Laura » Do Mai 06, 2021 9:24 pm

Ich verstehe nicht was du von der Welt erwartest.

- wie müsste sich die Welt denn verhalten, damit sie optimal wäre und Sinn machen würde?

- was würdest du dir denn wünschen, wie man mit dir und deinem Trauma umgeht? (Also Mal vom Forum weggedacht)

- und was ist ein Therapiesektierer?

Gast61

Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von Gast61 » So Mai 09, 2021 2:14 pm

Möglicherweise geht es um einen anderen Punkt. Der wäre dann ziemlich leicht nachzuvollziehen, wenn es ist, was ich vermute. Natürlich kann ich falsch liegen.

Missbrauch ist bekanntlich überwiegend familiär geprägt. Es geht also um Übergriffe vertrauter Menschen. Dabei gibt es nicht nur Situationen, in denen man unangenehme Erfahrungen macht. Es gibt mitunter durchaus auch Erfahrungen, die emotional und körperlich als überaus angenehm empfunden und sehr gern wiederholt werden. Manche davon sind so stark und angenehm, dass sie durch spätere Erfahrungen nur schwer getoppt werden können.

Insofern entsteht also gerade auch bei einem mehrjährigen Missbrauch ein sehr differenzierter Erfahrungsschatz von Sachen, die man nicht mag und Sachen, die zum ureigenen Bedürfnis werden und fest mit der eigenen Biografie verknüpft sind. Dinge, die innerhalb der Missbrauchsfamilie oder -beziehung auch ausgelebt werden können.

Natürlich sind sich alle Beteiligten bewusst, dass das in ihrem Kreis akzeptiert ist, außerhalb aber zumindest offiziell nicht. Manchem ist durchaus klar, dass es um Missbrauch geht und sie/er macht sich auf den Weg, sich dazu eine neue Position zu erarbeiten. Und dann kommt sie/er irgendwann an den Punkt: wie umgehen mit den Erfahrungen, die in der Missbrauchssituation biografisch authentisch als angenehm, schön und durchaus auch persönlichkeitskonstituierend erlebt wurden? Wie umgehen mit all den anderen Erfahrungen?

Dann kommt eben der Punkt, an dem man von außen unter einen Erwartungsdruck gerät, auch positiv konnotierte Teile der eigenen authentischen Erfahrungsgeschichte entwerten zu müssen. Dieser Punkt wird insbesondere in einer Therapie angesprochen. Zitat: " Ich fühle mich durch so eine Gesellschaft meiner Menschlichkeit beraubt. Ich kann nicht diesen Teil meiner Identität an der Garderobe abgeben, wenn ich den ''öffentlichen Raum'' betrete. Nur so bin ich komplett, nur der (verantwortungs)bewusste Umgang mit meiner Erfahrungslast hält mich gesund und zufrieden. (...) Denn es ist ein verdammter Unterschied ob man in Erwartung lebt, als beschädigte Ware behandelt zu werden, oder als menschliches Wesen."

Mein Ding ist diese - und sei es auch nur empfundene -Entwertung einer Missbrauchsbiografie nicht. Hier im Forum gibt es ja genügend Threads und Umfragen, die sich etwa mit dem Thema positive Gefühle beim Missbrauch beschäftigen. Viele Betroffene sind regelrecht erleichtert, wenn sie erfahren, dass es anderen Betroffenen ähnlich geht und es ok ist. Ich finde, auch dieser Teil der Erfahrungen ist es wert, als Teil der eigenen Biografie wahrgenommen zu werden.

Wenn nicht, entsteht eben sehr leicht auch ein grundsätzlicher Groll gegenüber Therapien ("Therapiesektierer"). Menschen fühlen sich nicht ernst genommen, erleben Therapien oder andere Bemühungen, Betroffene auf den vermeintlich einzig richtigen Weg zu bringen, als ähnlich übergriffig, wie einst den Missbrauch. Es gibt ja längst Betroffene, die sagen: ja, mein Vater hat mich missbraucht, aber ich habe auch Lust empfunden und es hat mich darin geprägt, welche Freiräume ich meinem Mann und meiner Tochter gebe. Da ist es natürlich dann sehr schwer, mit Therapie dazu beizutragen, die Generationenkette des Missbrauchs zu brechen.

Insofern wäre es sicher eine Überlegung wert, Missbrauchserfahrungen in ihrer gesamten Wahrnehmung durch Betroffene zu akzeptieren und wo immer möglich der Neigung zu widerstehen, Entwertung oder Abwertung damit zu verbinden. Es geht um traumatisierte Menschen, die sich nach Akzeptanz und Rückhalt sehnen. Sie wollen jedenfalls nicht der Erwartung genügen, einfach auf andere Muster "dressiert" zu werden. Auch sie wollen sich in dieser Welt mit ihren Erfahrungen heimisch fühlen. Um auch das deutlich zu machen: ich rede nicht Forderungen das Wort, die im eigenen Missbrauch erfahrenen Muster zu leben und weiterzugeben.

Berta
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Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von Berta » So Mai 09, 2021 10:17 pm

Hallo

Hab hier bisher nur mitgelesen. Möchte kurz meinen Dank an Gast61 da lassen. Vielen Dank für deinen Text. Hat mich berührt und mich nachdenklich gemacht.

LG

wayward affinity
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Re: Die Leute machen keinen verdammten SINN

Beitrag von wayward affinity » Mo Mai 10, 2021 12:35 am

Das meinte ich nicht. Ich verurteile es scharf, wenn Leute sich Gewohnheiten als Lebensstil schönreden, die ihnen aufgezwungen wurden. Dann wäre Sklaverei ja die ideale Weltstruktur, man müsste sich nur ''dran gewöhnen''.

Die Leute schauen weg, dissoziieren das Thema mb insgesamt, verleugnen und machen sich ein schönes Leben ohne diese grausame Realität. Ohne meinen Holocaust, mein Vietnam, ohne den Missbrauch. Diese Ereignisse die mich geprägt haben, für die die Gesellscahft eigentlich verantwortlich ist, werden nicht gewürdigt sondern zugunsten einer Scheinwelt kleingeredet, sowie die Veteranen dieser Gewalt.

Wo logischerweise Empathie zu erwarten wäre, ist oft betretenes Schweigen, verharmlosen und wegschauen. Besonders unter Männern. Wer zu schwer verwundet wird, den lässt man liegen. Mich lässt man liegen, lässt mich sterben. Und alle Welt lacht und lebt vor meiner (gebrochenen) Nase. Unabhängig davon, ob das Fassade ist oder nicht, ist das ein Lebenslanger Akt der Missachtung.

Ich muss mich durhckämpfen und die kraft findne diese fassade einzureissen. Wo immer ich hingehe dieses heitere Treiben zu beenden und das wletbild zu zerstören dass sich die medienlandscahft aufgebaut hat.

wird es besser mti der zeit? was ist ''es''?

ES ist überall da wo ich hingehe, und da muss ich lernen zu kämpfen. Den Leuten Sinn abzwingen, sie mit sturer Entschlossenheit ausquetschen, bis sie die hässliche Wahrheit sagen; dass sie wegschauen, dass sie überfordert sind und Angst haben, dass sie lachen um nicht zu verzweifeln und oft auf der Flucht vor der eigenen traumatischen Vergangenheit sind. und vllt tut es jemandem leid, weggeschaut zu haben. vielleicht gibt es doch noch irgendwo Moral.

Wieso ist ausgerechnet DIESES Thema so überproportional unsichtbar in der ''öffentlichen'' Gesellschaft? Vermutlich weil zu viele verdrängte Erinnerungen haben.
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