Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

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Silberlicht
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von Silberlicht » Do Jun 17, 2021 6:27 pm

Hallo ENCHANCE-Studienteam,
Hallo Silberlicht,
Aus unserer Erfahrung sollten Fahrtstrecken nicht länger als eine Dreiviertelstunde sein, um wöchentlich an der Therapie teilnehmen zu können. Dies ist aber natürlich auch abhängig davon, ob es zum Beispiel die Möglichkeit gibt, begleitet zu werden, und wie die sonstige Einbindung und zeitliche Verfügbarkeit es erlaubt.

Bei der Zuordnung werden Art und Schwere insofern berücksichtigt, dass wir sorgfältig besprechen, ob eine ambulante Behandlung in dem angebotenen Rahmen zum aktuellen Zeitpunkt möglich ist. Ansonsten gehen wir davon aus, dass beide Therapien gleichermaßen geeignet und ausreichend flexibel sind, um an die Bedürfnisse angepasst zu werden - hier erfolgt also keine weitere Berücksichtigung bei der Zuordnung.

Viele Grüße
das ENHANCE-Studienteam
danke für eure Antwort.

Ich hab da noch ein "paar" Fragen. :)

Also mit 45 Min. Fahrzeit hätte ich ambulant gar keine Traumatherapie machen können. Von Stadtmitte zu Stadtmitte habe ich gut 1 Stunde mit dem PKW (o.k., das ist nix wenns richtig anstrengend wird, aber zu berenteten Zeiten mit Dissos rauf und runter wars auch 1 Std. 30 Min. wenn die Bahn nicht kam...)

Ihr sagt, dass die Problematiken der kPTBS berücksichtigt werden. - Wie weit auf der Skala der strukturellen Dissoziation ist denn eine Teilnahme verantwortbar (kPTBS; strukturelle Identität, pDIS, ESD, BPL/kPTBS)? - Persönlichkeiten, die sich teilweise oder ganz als Systeme wahrnehmen, kann ich gut verstehen, wenn diese (ver)zweifeln, sowohl an der Stundenanzahl als auch an den Methoden.
...denn ab einer bestimmten komplexität der strukturellen Dissoziation sind die meisten amb. Therapeuten überfordert (VT und ein EMDR-Seminar sind dann eindeutig zu wenig) und qualitativ hochwertige (also Breite und Tiefe der zur Verfügung stehenden Traumatherapiemethoden sowie Erfahrung/Wissen/Supervision) stationäre Plätze kaum vorhanden, wobei da dann ja auch Off Level gearbeitet werden darf.

Dient die Studie auch dazu, die Methoden"vielfalt" (reusper) in Deutschland zu vergrößern; ich denke dabei insb. an die Methodenvielfalt in Österreich. - Und für die "wer bezahlts"-Freunde: die wenigsten bekommen in Österreich die Therapie von den dortigen gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Der Kostenzuschuss beträgt zwischen ca. 25,00 € und ca. 50,00 €/Stunde - bei realen Therapiekosten von bis zu ca. 140,00 €/Stunde.

Und dann würde ich noch gerne erfahren, ob im Rahmen der Studie auch konfrontative Arbeit durchgeführt werden soll. Wie soll diese geschehen? Wie werden "Nebenwirkungen" aufgefangen und welche gibt es? Und was geschieht mit jenen, die für sich feststellen, dass sie das nicht leisten können - warum auch immer? - Kurzer Input zu mir: mit mir würde kein amb. arbeitender Traumatherapeut (mit dem entsprechend ausgerüstete Methodenkoffer) EMDR machen, zu komplex; wenn überhaupt, dann nur klinisch - und da bitte ganz genau hinschaun...

Wie wird sichergestellt, dass Menschen, die aufgrund von Triggern oder der Bearbeitungsintensität verstärkt instabil sind (könnte ja vorkommen), gut aufgefangen werden? Welche Schritte sind dabei geplant? Welche Angebote gibt es? - Wie sieht es aus, wenn sich gegen Ende der Studienzeit zeigt, dass ein*e Teilnehmer*in sich in der geschilderten Situation befindet, wenn a) eine amb. Therapieanbindung bestehen kann und b) wenn nicht?




Hallo Luz,

dir auch herzlichen Dank für deine Mühe. :)

Viele Grüße

Silberlicht
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EineVonUns50
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von EineVonUns50 » Fr Jun 18, 2021 12:03 pm

Dass da mein Beitrag im Nachhinein von den Mods editiert wurde, sehe ich jetzt erst und bin echt fassungslos. Dass die Folgen von sexuellen MB sehr wohl und sehr oft mit den Traumatas von Holocaust-Überlebenden verglichen werden, ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern ist in der fachliteratur zu finden. Und wer das geschmacklos oder unsachlich findet - also das sagt ja wohl mehr über den Mod aus, der das gelöscht hat. Ich hatte den Vergleich angebracht,weil viele Menschen, was Holocaust-Überlebende angeht, eine stärkere Achtsamkeit und ein stärkeres Bewußtsein gegenüber den Folgen der Traumatas haben als gegenüber Gewaltopfern in der Kindheit. Und es sich aber eben sehr wohl vergleichen lässt und man an den eigenen GEfühlen merken kann, dass da was nicht stimmt, wenn man das vergleicht bzw. die Situation überträgt. (Wenn das Unstimmige dann aber natürlich als geschmacklos und unwillkommen empfunden wird und man auf den Löschenknopf klicken kann, um es wegzumachen - nun gut - auch eine Möglichkeit, die eigenen Verdrängungsmechanismen anderen überzustülpen. Boa, ich merke ich bin sauer über die Zensur!

Das mit der KPTBS wird hier von einigen ins Feld geführt, nicht nur von mir, was belegen dürfte, dass das Argument nichts mit meiner Person zu tun hat, sondern inhaltlich begründet ist. Einfach und schlicht mit dem Hintergrund, dass ich mir gut vorstellen kann, dass man in 25 h bei einem Typ1 - Trauma viel erreichen kann, vielleicht auch noch wenn es um Kindheitstraumatas geht. Aber bei Typ2 - Traumatas finde ich die Bedingungen eben nicht ausreichend. Anders wäre es, wenn die Studie darauf abzielen würde, die Stabilisierung zu festigen. Da wäre in 25 h einiges möglich. Aber in der Studie geht es um alle 3 Phasen der Traumabearbeitung: Stabilisierung, Konfrontation und Aufarbeitung und integration - und das funktioniert nun mal bei einer komplexeren Geschichte, wo es dann noch um Bindungsstörungen geht, nicht in 25 Stunden.
Ich fände es ein Zeichen von Verantwortlichkeit, wenn die Studienteam-Leute deshalb die Zielgrupppe und die Ziele gleich entsprechend realistisch begrenzen würde und es eben nicht so darstellt wird, als würde das für alle und alles geeignet sein.

Es mag gut sein, dass die Bedingungen in der Forschung den dort Beschäftigten zu wenig Freiraum und Möglichkeiten geben. Das ändert nur überhaupt nichts an der Tatsache und rechtfertigt diese auch nicht, dass diese Studie inhaltlich und strukturell an den Bedürfnissen und der Realität von vielen Missbrauchsüberlebenden vorbei geht.

ich schließe mich Wolke an, ich fände es auch sehr interessant, wie Menschen wie M. Huber, Reddemann usw. solch eine Studie bewerten würde. Schade, dass deine Beiträge, wolke, so verzögert freigeschalten werde, habe sie jetzt erst gesehen...

wildwasser-team
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von wildwasser-team » Fr Jun 18, 2021 1:02 pm

EineVonUns50 hat geschrieben:
Fr Jun 18, 2021 12:03 pm
Dass da mein Beitrag im Nachhinein von den Mods editiert wurde, sehe ich jetzt erst und bin echt fassungslos.
Das waren nicht die Mods, das waren wir vom Beratungsstellen-Team.
Die Mods editieren i.d.R. in grüner Farbe.
EineVonUns50 hat geschrieben:
Fr Jun 18, 2021 12:03 pm
Dass die Folgen von sexuellen MB sehr wohl und sehr oft mit den Traumatas von Holocaust-Überlebenden verglichen werden, ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern ist in der fachliteratur zu finden.
Das hat niemand bezweifelt.
Es ging um das Strohmann-Argument... die Initiatoren dieser - freiwilligen - Studie haben letztendlich nichts mit einer Diktatur oder deren Opfer am Hut.
Diese indirekte Verknüpfung ist es, die überzogen und respektlos ist und die im Übrigen auch ein gewisses Triggerpotential für manche LeserInnen hier im Forum haben könnte.

Wolke

Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von Wolke » Fr Jun 18, 2021 1:08 pm

ach ja und die Aussagen wie er es in 25h nicht zu was bringt und nicht 24h /7 an sich arbeitet sei irgendwie blöd faul etc (und ja das wird mit gedacht in solchen Aussagen) das ist victim blaming. aber natürlich: reddemann und sachsse etc. haben keine Ahnung. schön in das neoliberale Horn blasen.
also ich brauchte ca 30 h um etwas zu vertrauen... ist normal...manche brauchen 100h...

im übrigen gibt es Studien über Langzeit Therapien.sogar über Analysen. es ist nicht so als ginge das nicht.
muss eben gewollt sein. :mrgreen:
komplexe ptbs in 25h ist Wahnsinn.

mal zum Vergleich. in Göttingen die seit Jahrzehnten mit kptbs Menschen arbeiten benötigen sie für eine emdr Sitzung 4h Therapie. oft braucht ein Trauma auch zwei emdr Sitzungen. sprich man hat eine traumatische Situation in 8h behandelt.
diese Menschen haben aber oft zig unterschiedliche Trauma Situationen. dazu stabilsierung und wie gesagt:
völlig unklar ist ja wie Leute aufgefangen werden ob eine anschluss Behandlung erfolgt was passiert wenn sich neben kptbs noch andere Dinge zeigen...

und nochmal: nur weil irgendein Gremium da zustimmt ist es ethisch nicht ok. nennt man Verantwortung abgeben und nicht mehr selbst kritisch reflektieren was man vertreten will und was nicht.

wolke

wildwasser-team
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von wildwasser-team » Fr Jun 18, 2021 2:39 pm

Die Argumente sind nun ausgetauscht, es scheinen offenbar keine Neuen mehr dazu zu kommen.
Jede/r kann sich nun selbst ein Bild machen, die Teilnahme ist bekanntlich freiwillig.
Weitere Fragen bitte per PN an die ErstellerInnen des Threads.

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