Heiraten

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Heiraten

Beitrag von T... » Fr Okt 09, 2020 5:13 pm

Hallo,

ich wollte hier mal fragen, wie es euch damit gegangen ist zu heiraten bzw. eure Hochzeit zu feiern.
Je näher das Thema an mich heran rückt desto mehr merke ich wie schwierig das aus ganz vielen verschiedenen Gründen für mich ist. Es kommt mir eigentlich vor wie ein ganzes Minenfeld, egal an welcher Ecke. Vielleicht mag ja jemand erzählen, wie ihr für euch das beste daraus gemacht habt.
Also für mich fängt das Problem schon bei der Kleidung an, mit der ich so meine Schwierigkeiten habe, da die ja sehr weiblich ist und es da viel um einen (schönen) Körper geht und das ganze soll man dann auch noch auf Fotos für die Ewigkeit festhalten lassen. Und jetzt beim Schreiben merke ich, wie sehr die Probleme mit dem Täter eng zusammenhängen, also wahrscheinlich kann das triggern.
Ein noch eher kleines Problem dabei ist für mich die dazugehörige familiäre Feier. Viel schwieriger finde ich dieses Ritual, das hinter der Hochzeit steht. Ich kann das gar nicht gut ausdrücken, aber es ist wie ein Besitzerwechsel ohne Zustimmung von ihm und die Namensänderung als Zeichen dafür.
Mehr schaff ich mich jetzt nicht zu schreiben und bevor ich es jetzt wieder lösche, schick ich es mal ab.

Windspiel
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Re: Heiraten

Beitrag von Windspiel » Fr Okt 09, 2020 7:11 pm

Also ich hab's ganz unkonventionell gelöst. :mrgreen:
Wer sagt denn dass man das alles so und so machen muss? Es ist dein Tag also hast du das Recht ihn so zu verbringen wie du möchtest.
Meine bzw ja logischerweise unsere Hochzeit war jenseits von allen "Konventionen"
Die Klamotten haben wir teilweise selbst genäht (also nix weißes Kleid oder so)
Eingeladen waren die zwei Trauzeugen und eine Freundin (und eine die leider nicht kommen konnte). Mehr nicht. Wir waren fünf Leute insgesamt. Standesamt war halt wie es ist, den Rest vom Tag haben wir so gefeiert wie wir es wollten. Mit unseren liebsten Menschen und Tieren. Wir haben einfach schön gegrillt und Kuchen gegessen, zusammen gelacht und erzählt. Und weil es halt wirklich nur Lieblingsmenschen waren war da auch nix doof oder blöd oder der mag den nicht usw. Sondern richtig toll. Würd ich auch immer wieder und so machen.
Von der Familie war niemand eingeladen, mit Absicht. Die Täterverwandschaft sowieso nicht, eh kein Kontakt und auch der Rest, oft schwierig und eigen... Ne danke. Wir wollten unseren Tag nicht kaputt machen lassen, auch nicht ständig Gemecker hören weil dieses oder jenes nicht passt usw. Manche sind immer noch beleidigt nicht eingeladen gewesen zu sein aber ich würde es immer wieder so machen :mrgreen:

Tja und weil eine Freundin von weiter weg kam und wir halt auch nur ne kleine Wohnung haben war auch die Hochzeitsnacht nix besonderes ;) dafür war es nämlich viel zu "kuschlig" mit Besuch im selben Zimmer. War aber auch voll gut weil da gab's dann auch nix mit innerem Druck und "es" muss doch jetzt usw. :)
Wenn du schreist, weil du weißt was es heißt, wenn die Hoffnung nicht mehr als ein leeres Wort ist,
Wenn du gehst und du flehst, dass dich jemand erreicht, weil du immer noch ganz allein bist,

*ASP- Schwarzer Schmetterling*

Leben?
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Re: Heiraten

Beitrag von Leben? » So Okt 11, 2020 3:00 pm

T... hat geschrieben:
Fr Okt 09, 2020 5:13 pm
Hallo,

ich wollte hier mal fragen, wie es euch damit gegangen ist zu heiraten bzw. eure Hochzeit zu feiern.
Je näher das Thema an mich heran rückt desto mehr merke ich wie schwierig das aus ganz vielen verschiedenen Gründen für mich ist. Es kommt mir eigentlich vor wie ein ganzes Minenfeld, egal an welcher Ecke. Vielleicht mag ja jemand erzählen, wie ihr für euch das beste daraus gemacht habt.
Also für mich fängt das Problem schon bei der Kleidung an, mit der ich so meine Schwierigkeiten habe, da die ja sehr weiblich ist und es da viel um einen (schönen) Körper geht und das ganze soll man dann auch noch auf Fotos für die Ewigkeit festhalten lassen. Und jetzt beim Schreiben merke ich, wie sehr die Probleme mit dem Täter eng zusammenhängen, also wahrscheinlich kann das triggern.
Ein noch eher kleines Problem dabei ist für mich die dazugehörige familiäre Feier. Viel schwieriger finde ich dieses Ritual, das hinter der Hochzeit steht. Ich kann das gar nicht gut ausdrücken, aber es ist wie ein Besitzerwechsel ohne Zustimmung von ihm und die Namensänderung als Zeichen dafür.
Mehr schaff ich mich jetzt nicht zu schreiben und bevor ich es jetzt wieder lösche, schick ich es mal ab.
Hallo T..

Kann dein inneres Chaos gut verstehen.

Aus meiner Erfahrung nach zwei Ehen möchte ich euch den Tipp mit auf den Weg geben, gestaltet den Tag so, wie er euch gut tut.

Heutzutage sind Hochzeitskleider durchaus keine Pflicht mehr. Ein schicker Hosenanzug geht genauso gut. Oder eine schicke Hose mit passender Bluse und Blazer.

Falls ihr noch kein Aufgebot bestellt und eine passende Location gewählt habt, man kann auch weiter entfernt vom Wohnort heiraten und das mit den Flitterwochen verbinden. Da versteht die Verwandtschaft auch eher, dass man nicht jeden einlädt. Zum Beispiel am Meer, auf einem Leuchtturm, in einer Windmühle...

Oder heimlich still und leise und danach mit seinem Partner essen gehen. Und später erzählen, dass man geheiratet hat.

Die Entscheidung, welchen Namen ich annehme, löste bei mir auch inneres Chaos aus. Und auch wenn ich zu meinem Vater, da Täter, seit Jahren keinen Kontakt mehr pflege, kam zwischenzeitlich schon der Wunsch auf von ihm zum Traualtar geführt zu werden. Zum Glück war das unrealistisch und nur einem inneren Chaos zuzuordnen.

Ist es möglich, dass du einen Fotografen aussuchst? Muss ja kein professioneller sein. Ein guter Freund, der es hobbymäßig gut macht, geht auch. Und den anderen Gästen sagen, dass man nicht wünscht, dass jeder seine eigenen Fotos macht, um sich mehr um euch als Paar zu widmen. Falls ihr noch keine Einladungen verschickt habt, kann das auch ganz klar da drin stehen.
Und mit dem Fotografen dann klare Vereinbarungen treffen was ihr für Fotos wünscht.

Kannst du versuchen, es nicht als "Besitzerwechsel", sondern als etwas positives zu sehen? Ein Schritt weiter weg aus dem Schatten der Vergangenheit? Ein loslösen von altem, in ein selbstbestimmtes Leben?

Cady
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Re: Heiraten

Beitrag von Cady » Mo Okt 12, 2020 3:58 pm

Länger her - aber ich war mal 5 Jahre verheiratet - meinen Namen habe ich einfach behalten.
War schon damals kein Problem.

Warum möchtest du denn heiraten und wie würdest du dir (ohne äußere Erwartungen) deine Hochzeit vorstellen?
Sind deine Vorstellungen mit denen deines Partners ähnlich oder habt ihr da große Differenzen?

Weil wie hier bereits geschrieben - Hochzeiten können heute doch sehr individuell gestaltet werden.
Ich habe sehr unterschiedliche Umgänge damit erlebt - persönlich, sowie bei anderen Hochzeiten, die ich mitbekommen habe.

Am Wichtigsten scheint mir, dass man zu den Bedürfnissen und Erwartungen, Wünschen zur Hochzeit mit dem Partner in Austausch ist und etwas findet, was für beide umsetzbar, machbar, gut ist / womit beide prinzipiell okay sind.

T...

Re: Heiraten

Beitrag von T... » Mi Okt 14, 2020 9:05 am

Danke, dass ihr eure Ideen und Erfahrungen hier geteilt habt.
Ich finde, es so toll, wenn man den Mut hat es einfach unkonventionell zu lösen und es ist gut zu hören, dass genau das dann schön werden kann.
Inneres Chaos trifft es ganz gut bezüglich des Namens. Da hängt so viel schwieriges dran, an dem da gerüttelt wird und lösen kann man sich davon ja doch nicht durch einen Namenswechsel, denn es klebt in Wirklichkeit doch nicht am Namen, sondern an einem selbst.
Das mit dem Fotografen möchte ich auch so machen, dass es dann nur diese Fotos gibt.
Diese Überlegung was ich gerne möchte, ist schon ganz schön schwierig und macht irgendwie traurig. Aber schlussendlich habe ich nicht die einheitliche Vorstellung, sondern eher etliche verschiedene und von daher bin ich in vielen Dingen wohl eher flexibel und mein Partner zum Glück auch.

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Re: Heiraten

Beitrag von LunaSue » Mi Okt 14, 2020 11:29 am

Hallo T....

Ich habe das ganz klassische hinter mir, vor fast 20 Jahren.
Das fand ich damals super, heute hätte ich da andere Ideen.
Für mich war es gut nicht mehr meinen Namen zu führen, das würde ich wieder genau so machen.

Heute wäre meine Vorstellung zum Beispiel ein Leuchtturm.
Oder so etwas wie das Schmiedemuseum.

Viel, von dem, was in meinem Umfeld so stattgefunden hat fand ich großartig. Fast immer waren es Feste der Zweisamkeit. Richtig schön....
Ein Paar hat ganz alleine im Standesamt geheiratet.
Ein Paar hat selbst die kirchliche Hochzeit ander See mit dem Pfarrer, dem Küster und der Zimmerwirtin gefeiert.
Ich erlebe hier um uns herum viel klein und eher heimlich, danach zwanglise Gartenfeste.

Wichtig finde ich halt, dass es zu dir und deinem Partner passt.
Und nicht in den "Kram" von Anderen.

Viele Grüße
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Re: Heiraten

Beitrag von Unverblümt » Do Okt 15, 2020 2:56 pm

Ich habe vor 28 Jahren geheiratet, den Namen meìnes Mannes angenommen und wir sind mit dem Motorrad zum Standesamt gefahren und hatten eben die Lederklamotten an die man so trägt aufm Motorrad. Gefeiert haben wir mit Freunden bei Musik von Metallica, AC/DC usw und hatten mächtig viel Spaß dabei.

Mit den Schwiegereltern waren wir gut essen und fertig. Meine Familie wollte ich nicht dabei haben, ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon keinen Kontakt mehr mit denen.
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Re: Heiraten

Beitrag von herzkrank » Do Okt 15, 2020 4:44 pm

ich bin zwar nicht verheiratet, aber in Gedanken hatte ich auch immer Schwierigkeiten mit diesem grusligen Vater übergibt Braut Ding puh

naja, wenn ich heiraten würde, dann auch nur in sehr kleinem Rahmen ohne Familie, mit engen Freunden wahrscheinlich

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Re: Heiraten

Beitrag von LunaSue » Fr Okt 16, 2020 5:57 pm

Naja, welche Teile welcher Familie man dabei haben möchte - das ist schon so unterschiedlich, wie die Menschen selber.

Zwar kann ich das gut nachvollziehen, aber gerade das "gruselige Vater übergibt Braut Ding" war so ein Moment, da war ich total glücklich.

Manche Symbolik kann gruselig sein, aber für mich hatte das gar nicht den Charakter, der dem zugeschrieben wird.

Tatsächlich hatte ich in meiner ersten Ehe das Problem, dass der Mann den Trauschein mit einer Besitzurkunde verwechselt hatte.

Das liegt aber am Menschen, nicht an der Tradition.

Viele Grüße
Luna
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Re: Heiraten

Beitrag von Simone » Fr Okt 16, 2020 7:54 pm

Übrigens muss man es ja auch nicht so machen, dass der Vater die Braut dem Mann übergibt...
Als ich geheiratet habe (und das war schon recht klassisch mit Kirche etc) haben mein Mann und ich es so gemacht, dass wir gemeinsam in die Kirche eingezogen sind.
Ich habe ein relativ gutes Verhältnis zu meinen Eltern, aber sie sind in manchen Dingen schon etwas speziell, und mein Vater hätte mich auch komisch angeschaut, wenn ich von ihm zum Altar hätte geführt werden wollen... und für mich wäre es auch komisch gewesen. So war es für mich am stimmigsten und niemand hat sich daran gestört.
Liebe Grüße
Simone
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
(Goethe)

Leben?
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Re: Heiraten

Beitrag von Leben? » Sa Okt 17, 2020 12:29 am

T... hat geschrieben:
Mi Okt 14, 2020 9:05 am
Diese Überlegung was ich gerne möchte, ist schon ganz schön schwierig und macht irgendwie traurig. Aber schlussendlich habe ich nicht die einheitliche Vorstellung, sondern eher etliche verschiedene und von daher bin ich in vielen Dingen wohl eher flexibel und mein Partner zum Glück auch.
Wie sehen denn deine / eure Überlegungen aus? Könnt ihr daraus ein Potpourri zusammenstellen?

Auch so gibt's ja eine Menge Fragen vorher zu klären.

Wieviel Zeit bleibt noch für eure Planung?

Was möchtet ihr in Bezug auf die Ringe?
Material, mit oder ohne Stein, Form, von der Stange oder etwas eigenes

Welche Menschen, die euch wichtig sind möchtet ihr dabei haben? Seid ihr euch da einig?

Wie möchtet ihr eventuelle Einladungen gestalten?

Wieviel Wert legt ihr auf Deko?

Wie hoch ist euer finanzieller Rahmen gesteckt?

Welcher Ort bedeutet euch etwas? Kann man dort heiraten?

Und das wichtigste überhaupt. Was ist der Anlass dafür, dass ihr jetzt heiraten möchtet? Wenn ihr in 10, 20,30 Jahren zurück schaut, könnt ihr euch dann vorstellen ein glückliches gemeinsames Leben geführt zu haben?

Wie meinte eine Freundin kurz vor der Scheidung zu mir? Wenn ich alt bin und im Schaukelstuhl sitze, fühlt es sich dann richtig an bei ihm zu sein? Meine erste Ehe hielt nur ein knappes Jahr. :roll: Heute sind wir noch Freunde, für mehr fehlte etwas.

Meine zweite Ehe ist da schon stimmiger, auch wenn ich hin und wieder hinterfrage. Nur dieses Mal sehe ich uns im Alter nebeneinander auf der Schaukel.

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