Trigger als ein Geschenk annehmen

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Leben?
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Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Leben? » Di Dez 17, 2019 2:50 am

Wie oft hatte ich die letzten Monate mit Triggern zu kämpfen? Immer und immer wieder versucht dagegen anzugehen. Weg damit. Nur keine alten Bilder aufkommen lassen. Dicht machen. Nichts fühlen. Den Schmerz nicht zulassen.

Doch heute Nacht ist anders.

Voller Liebe für meine Familie. Liebe für die Menschen, welche mir in meinem Leben begegneten.

Erinnerungen zulassen und an die gemeinsamen Zeiten in der Familie und mit Freunden zurück denken. Da ist so vieles, wofür ich dankbar bin. Zahlreiche kleine Erlebnisse. Bilder die traurig stimmen, jedoch auch voller Wärme sind.

Mag hier nicht ins Detail gehen. Doch wünsche ich mir für euch, dass ihr euch auch an die schönen Dinge erinnert. Ganz gleich wie groß das Leid in all den Jahren war. Traut euch hinzuschauen was es trotz allem an schönem gibt und gab. Das wünsche ich euch von ganzem Herzen.

5FIWEPL

Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von 5FIWEPL » Di Dez 17, 2019 5:59 am

Dankeschön Leben?, das Posting hat mich eben wirklich berührt.
Und, Du hast volllommen Recht damit. Und was ich auch gelernt habe (wenn auch lange für die Erkenntnis gebraucht habe):
die Trigger sind Perlen, die uns einen Hinweis auf unsere noch vorhandenen blinden Flecken geben,
also Wegweiser in Sachen alter Traumatisierungen aber auch manchmal in Bezug auf (falsche) Glaubenssätze.

Insofern dürfen wir sie als Perlen betrachten und brauchen sie nicht als unseren Feind (an-)sehen. Denn sie legen den Finger in die Wunde,
und somit können wir erkennen, be-, auf- und verarbeiten, wo noch Handlungsbedarf besteht - und somit wieder ein Stücken heiler werden.

Wichtig war/ist für mich auch die Erkenntnis, dass Menschen (besonders auch in engen Beziehungen/Partnerschaften), und Menschen,
die man besonders liebt oftmals gar nicht "böse" sind, wenn sie unsere Trigger bedienen - sondern uns einfach nur unseren noch bevorstehenden Weg
(wo es genauer hinzuschauen gilt), aufzeigen. Und: man bekommt genau die Menschen auf den Weg gestellt, die es gerade braucht,
und die den "Turbogang" in Sachen spiritueller Reifung anschschmeißen :) ... auch wenn das oftmals sehr sehr weh tun kann.

So mal meine Gedanken dazu.

Herzliche Grüße,
Weihnachtsweiß

Leben?
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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Leben? » Di Dez 17, 2019 7:35 pm

Danke dir für dein Feedback, liebe Weihnachtsweiß.

Was ich momentan auch als wichtig empfinde, zu spüren, dass ich mir einiges positives damit nehme, wenn ich alle Bilder weg schiebe.

Ja, es liegen harte Zeiten hinter mir und meiner Familie. Jedoch gab es auch schöne Momente. Zusammenhalt. Licht in der Dunkelheit.

Leben?
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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Leben? » So Dez 13, 2020 10:46 am

Bald ein Jahr her, dass ich diesen Thread schrieb.

Die Flashbacks sind momentan weniger geworden.

Viel Anteil daran trägt sicherlich meine süße kleine Fellnase. Er trägt viel Freude in unser Leben.

Ganz gleich wie hart es dieses Jahr auch ist.

Danke, kleiner süßer Fratz.

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Dorie
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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Dorie » So Dez 13, 2020 1:18 pm

Hallo Leben?

Jetzt erst gelesen.

Für mich sind Trigger auch wie Perlen, so wie Weihnachtsweiß schrieb. Ich habe schon sehr viel verarbeitet, weil ich meine Trigger erkannt hatte. Viele Verhaltensmuster und falsche Glaubenssätze wurden schon gelöst.

Ja dieses Jahr war schon hart, aber ich kam auch viel zur Ruhe und Gelassenheit. Im Moment habe ich vor Triggern Ruhe und mir geht es sehr gut.

Ich habe auch viel schönes dieses Jahr erlebt. Das halte ich mir immer wieder vor Augen. Dieses Jahr war nicht nur schlecht.

Grüße und knuddler an deine süße Fellnase :)
Träume nicht dein Leben,sondern lebe deinen Traum


Gib mir die Gelassenheit,Dinge hinzunehmen,die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut,Dinge zu ändern,die ich ändern kann.
Gib mir die Weisheit,das eine vom anderen zu unterscheiden.

Gast_Wolke

Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Gast_Wolke » So Dez 13, 2020 6:14 pm

Also das Trigger ein Geschenk sind oder Perlen... nee sorry das ist mir echt too much.
Sie deuten immer noch auf schreckliche teils unvorstellbare Ereignisse hin die sich niemand ausgesucht hat und die teils ganze Leben zerstört haben bis hin zum Suizid.

ich verstehe die Intention dahinter würde das aber anders nennen.
eine Freundin hat als trigger Autos und deshalb ihren Job verloren. die lebt jetzt in Armut. das als Geschenk zu bezeichnen finde ich zynisch. ebenso dass man die Leute bekommt die man braucht. das finde ich einen ganz gruseligen Mythos und einen Zwang den Zufall irgendwie in was sinnvolles zu deuten...sagt das mal jemanden der wiederholt vg wird...
auch wenn ich jetzt der miesepeter bin.
wo ich euch recht gebe... man kann und sollte nicht ewig vor den Traumata weg laufen. heisst aber für mich nicht wie gesagt dass trigger deshalb irgendwie besonders positiv wären...
und ja auch das positive zu sehen ist klar wichtig.

wolke

Sneakers
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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Sneakers » Fr Jan 08, 2021 11:41 am

Leben? hat geschrieben:
Di Dez 17, 2019 2:50 am
Wie oft hatte ich die letzten Monate mit Triggern zu kämpfen? Immer und immer wieder versucht dagegen anzugehen. Weg damit. Nur keine alten Bilder aufkommen lassen. Dicht machen. Nichts fühlen. Den Schmerz nicht zulassen.

Doch heute Nacht ist anders.

Voller Liebe für meine Familie. Liebe für die Menschen, welche mir in meinem Leben begegneten.

Erinnerungen zulassen und an die gemeinsamen Zeiten in der Familie und mit Freunden zurück denken. Da ist so vieles, wofür ich dankbar bin. Zahlreiche kleine Erlebnisse. Bilder die traurig stimmen, jedoch auch voller Wärme sind.

Mag hier nicht ins Detail gehen. Doch wünsche ich mir für euch, dass ihr euch auch an die schönen Dinge erinnert. Ganz gleich wie groß das Leid in all den Jahren war. Traut euch hinzuschauen was es trotz allem an schönem gibt und gab. Das wünsche ich euch von ganzem Herzen.
Eigentlich eine super Idee. Hab es sonst einfach immer "über mich ergehen lassen", als ich gemerkt hab das weder unterdrücken noch ignorieren was bringt. Aber in dem Licht hab ichs noch nicht gesehen. Hast Recht. :D

Leben?
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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Leben? » Mo Jan 11, 2021 10:09 pm

Hallo Wolke.

Vielleicht versuchst du es einmal etwas differenzierter.

Ja, Trigger erinnern an extreme Erlebnisse. Jedoch gibt's auch positive Erlebnisse, welche während Triggern hochkommen können.

Bilder vom Kinderzimmer können Trigger sein und die negativen Erlebnisse hoch kommen lassen.

Im Kontrast dazu jedoch auch die schönen Stunden mit den Geschwistern, wenn wir zusammen spielten.

An Triggerdaten können Spaziergänge an alte Geschehnisse erinnern. Jedoch nicht nur an die negativen, sondern auch die positiven Momente als ich mit guten Menschen unterwegs war. Positive Orte, die ich sonst ebenfalls verdränge, um im Hier und Jetzt überleben zu können.

Als ich die letzten Tage mit Triggern zu tun hatte, sah ich meine Fellnase an und kuschelte sie intensiver als sonst. Mein Wauzi freute sich über die Aufmerksamkeit, mir tat es gut und half drüber weg zu kommen.

Von daher kann ich meine Aussage von letztem Jahr wiederholen. Ja, Trigger zeigen mir die schweren Zeiten, welche hinter mir liegen, die es galt irgendwie zu überleben. Jedoch auch gute Dinge, welche mir sonst auch verloren gingen. Schöne Radfahrten, abends Musik hören, spielen, entspanntere Stunden mit meiner Freundin, in denen ich vergessen durfte.

Liebe Grüße Leben?

Gast_Wolke

Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Gast_Wolke » Di Jan 12, 2021 4:15 pm

hi
Klar gibt es auch immer schönes in einem Zimmer wo mb passierte zb.
das verneine ich nicht und daran erinnere ich mich auch.

nur bei einem trigger erinnert mich das eben NICHT an das was evtl auch noch in dem Zimmer etc geschah. sondern an das schlimme.
versteh deine Sicht und wenn es hilft ist doch gut. mir hilft das nicht. ich erlebe anders. ebenfalls in Ordnung. oder?

liebe Grüße

EineVonUns50
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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von EineVonUns50 » Di Jan 12, 2021 4:39 pm

ich finde auch, dass eine Differenzierung wichtig ist. Ich würde sie allerdings anders setzen:

trigger lösen im Gehirn traumtische Gefühle, GEdanken, Energie, Reaktionsmuster aus. Das passiert ohne Zutun, ohne Steuerung vom Bewußtsein und das geht einher mit Kontrollverlust, was wiederum retraumatisieren kann. Das ist jedesmal für das ganze System, den Körper, das Gehirn erstmal wie ein erneuter Schock, eine Wiederholung. Das ist nichts heilsames, sondern perse erstmal belastend und sogar schädlich für den Organismus und deshalb für uns auch kein Geschenk, das ist einfach ein Mechanismus, der schwierige Gefühle wieder belebt.

Jetzt können wir aber hingehen und versuchen den Trigger aufzulösen und damit umzugehen und dadurch kann viel Gutes entstehen: Durch die Aufarbeitung kann viel erkannt werden, auch positives. Durch das Erfahren, dass man auch anders damit umgehen kann, kann das Gefühl von Selbstwirksamkeit entstehen udn daraus wiederum in Folge ganz viel Positives sich entwickeln. Um nur Beispiele zu nennen.

Aber wenn etwas Anerkennung bekommen sollte oder Aufwertung nötig hätte, doch dann die Fähigkeit oder das Bestreben sich trotz der Widerstände damit auseinanderzusetzen und für sich einen guten Weg zu finden. Also sprich: WIR Überlebenden!

Ähnliches gilt für mich auch für dieses "auch schwierige Begegnungen können ein Geschenk sein" (hört man ja auch in dem Kontext auch immer wieder mal). Ich denke auch da: nein, das Geschenk oder die Anerkennung liegt dann bei der Person, die damit umgehen lernt und die Situation für sich nutzt, um etwas zu lernen. Ich bedank mich nicht für Menschen, die sich anderen gegenüber schädigend verhalten. Und ich werte das Verhalten auch nicht auf, in dem ich es als Geschenk bezeichne.

Für uns ist dieses "trigger sind ein GEschenk" (oder manche gehen ja noch weiter und sagen "MB ist ein Geschenk" oder die Begegnung mit dem Idioten XY ist ein Geschenk und ich bedank mich bei ihm" - für uns ist das eher so ein Wegschieben/Nicht zulassen der eigenen Stärke und eine Aufwertung von dem Gegenüber oder eine Abschwächung der schlimmen Erfahrungen.

Warum dann nicht wirklich lernen, dahin zu kommen und sagen zu können (als Beispiel): "Dass ich überlebt habe, verdanke ich meiner Überlebensstärke. ich bin diejenige, die das alles hingekriegt hat und aus der ganzen Scheiße soviel Positives entwickelt hat. ICH hab das entwickelt und nicht die Scheiße, die mir passiert ist. Und auch, wenn mein GEhirn diese destruktiven Sachen reproduziert, ist das kein Geschenk, sondern eine Fortführung desselben. Aber wenn ich es schaffe, dass es nicht mehr soviel Macht hat und es nicht weitergetragen wird, DAS ist eine Leistung. Dass ich es als zu meiner Geschichte gehörig annehmen kann, was mir passiert ist. Dass ich versuche trotzdem ein gutes Leben zu führen und Positives zu entdecken und zu leben, dass ich die Hoffnung nicht aufgebe; der schwierige Weg, den ich gegangen bin, das ist alles meine Leistung. Wenn also hier irgendwas ein Geschenk ist, dann bin ich ein Geschenk für diese GEsellschaft, weil ich mich von, was mir angetan wurde, nicht habe umbringen lassen und weil ich aus der Gewaltspirale aussteige und weil ich anderen Menschen das nicht antue.

Und manche Menschen, die mir gut tun, können ein Geschenk sein. Und die Natur hat ganz viele Geschenke. In der Spiritualität können viele Geschenke erfahren werden. Ganz vieles kann ein Geschenk sein.
Aber Trigger, Gewalt, MB, Menschen, die sich schädigend, ignorant, aggressiv oder sonst wie verhalten sind es für uns nicht. Da kann nur die Stärke das Geschenk sein, dasss man sich davon nicht bezwingen lässt.

All das, was jemand entwickelt hat, auch aufgrund seiner GEschichte und Erfahrungen, der Mensch, zu dem jemand geworden ist auf diesem Weg - dem gehört Respekt gezollt.

Und manchmal wird das dann so dargestellt (allgemein da draußen in der "Positiv-Szene"): ja, aber wenn du an der Kreuzung damals nicht überfallen worden wärst, hättest du den anderen Weg eingeschlagen und deshalb musst du doch froh sein, dass das so passiert ist, weil sonst wärst du nicht da wo du heute bist. Deshalb kannst du dankbar sein denen, die dich auf diesen Weg gebracht haben.
Ich find so ne Haltung täteridentifiziert. Denn wer weiß, welchen Weg ich gegangen wäre, wenn es nicht passiert wäre und welcher mensch sich auf jenem Weg entwickelt hätte? Und nur weil ich die Fähigkeit habe, aus jeder negativen ERfahrung noch ein Quäntchen Positives herauszuziehen, heißt das eben längst nicht, dass ich der neg. Erfahrung dankbar sein muss oder ein Geschenk ist, sondern das Geschenk ist dann eben mein unzerstörerbarer Optimismus und Heilwillen und dass ich mich auch von noch so schlimmem Menschen oder Ereignissen nicht umbringen lasse und nicht unterkriegen lasse.

Versteht Ihr, was wir meinen?
Die schlimmen Erfahrungen und ihre Folgen als Geschenk zu bezeichnen, wertet sie unberechtigterweise auf und gibt ihnen eine fragwürdige Existenzberechtigung.
Im gleichen Atemzug wird aber weiterhin vernachlässigt, was auch damals keine chance hatte: Die eigene Stärke wahrzunehmen, zu entwickeln, wertzuschätzen. Sich selbst eine Existenzberechtigung zu geben. Sein zu dürfen, wie man ist und darauf stolz zu sein.
Stattdessen wird die Freude, die Dankbarkeit, der Wertschätzung mit den schlimmen Erfahrungen gekoppelt oder diese als Ursache oder Quell der Positiven Gefühle gesehen.

Nicht die Trigger sind das Geschenk, sondern deine Fähigkeiten trotz deiner Erfahrungen, Positives entdecken zu können, Liebe zu zulassen, Liebe zu leben. Das ist deine Fähigkeiten und die sind das Geschenk!

So... unser Statement dazu:)

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Dorie
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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Dorie » Di Jan 12, 2021 5:51 pm

Ich finde jeder sollte das so sehen, wie er es sehen möchte. Ich finde trigger sehr wertvoll, gerade weil ich dann sehe was ich verarbeiten muss. Wenn ich meine trigger habe, dann bin ich klar erstmal im Flashback, aber ich gehe das dann lösen. Ich kann nichts lösen, wenn ich nicht weiß was mein Problem ist. Also ist ein trigger hilfreich für mich. Deswegen werte ich nicht ab was mir passiert ist. Das ist und bleibt ungerecht.

Es ist doch auch bei jedem anders und jeder geht anders damit um. Ich habe auch positive wie negative Erfahrungen in meinem Zimmer gehabt und auch ich denke an schöne Zeiten an die guten Erinnerungen an dieses Zimmer und nur wenn ich im Flashback bin sind da die schlechten Erinnerungen. Deswegen muss aber das Zimmer nicht nur scheisse sein.

Ich habe früher auch gesagt, das früher alles scheisse war und so kann es doch gar nicht besser werden. Die guten Erinnerungen, gerade in diesen Zeiten damals sind so wichtig auch zu sehen.

Ich finde nicht gut MB worden zu sein, aber deswegen kann ich meine Stärken trotzdem dadurch bekommen haben. Zb das ich sensibel mit diesem Thema umgehen kann. Wie oft wird immer gesagt das man uns nicht versteht, weil die es nicht kennen?
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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von EineVonUns50 » Di Jan 12, 2021 6:47 pm

klar kann das jeder so sehen, wie er das möchte... wir wollten halt auf die disktutierten Punkte eingehen und sagen wie wir es sehen... Wir stellen überhaupt nicht in Frage, dass sich aus einem Verarbeitungsprozesse nicht positive Dinge entwickeln können. Wir finden halt nur: wenn man sich über was freuen möchte oder dankbarsein will oder was als Geschenk sehen möchte, dann wär es doch - aus unserer Sicht - dienlicher, diese Empfindungen auf die eigenen Fähigkeiten zu lenken und nicht mögliche Auslöser als Geschenk zu betrachten.

vielleicht gehts ja nur uns so, aber wir rutschen da halt schon schnell in so ne spirituelle Frage hinein, denn dann muss man ja schon doch zwangsläufig irgendwann auch die Frage stellen: Muss ich den Tätern dankbar sein, dass sie mir das angetan haben? Warum sind mir damals keine Menschen begegnent, die ein Geschenk für mich waren (also ausser den Tätern)? War das auch ein Geschenk, dass mir das passiert ist?

ich find schon, dass diese Richtung "Trigger sind ein Geschenk" eher untergräbt und klein macht und wie bei einer Schaukel, das eigentlich Schädigende aufwertet. und das erinnert uns wiederum eben halt an Mechanismen, die früher schon abgelaufen sind und mit denen das gleiche erreicht werden wollte.

so gehts uns halt damit...

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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Dorie » Di Jan 12, 2021 7:56 pm

Ich kenne das von mir evu. Ich habe echt auch so gedacht.

Aber ich weiß nicht wie ich dir das besser erklären kann. Ich gehe noch mal in mich und schreibe morgen.
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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Leben? » Di Jan 12, 2021 11:24 pm

Vielleicht ist es auch eine Form der Definition?

Trigger bedeutet wertneutral ja einfach nur Auslöser. Erst die negative Lebensgeschichte ließ das Wort in negativem Licht erscheinen.

In der Elektrotechnik wird mit Trigger simpel ein Schalter bezeichnet.

Ich persönlich komme an sehr viele Erinnerungen im normalen Alltag nur schwer heran. Mein halbes Leben wie weg.

Zu gewissen Zeiten kommen dafür umso mehr Bilder. Bilder als solches wertneutral gesehen sind ja nichts schlechtes.

Nur das da positive wie negative Bilder losgelöst werden, sobald der Schalter sich umlegt.

Und das lässt es zu traumatischen Triggern werden.

Da auf der einen Seite der Schmerz gezeigt wird, auf der anderen Seite jedoch auch die guten Erlebnisse, welche sonst unerreichbar für mich sind, sehe ich Trigger eben nicht mehr als nur schlecht.

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Re: Trigger als ein Geschenk annehmen

Beitrag von Leben? » Mi Jan 13, 2021 12:10 pm

Bei dem Begriff Perlen fiel mir dieser Vergleich ein.

Ich stehe vor einem dunklen, undurchsichtigen Teich. Neben mir ein Netz. Hin und wieder taucht das Netz ins dunkle Nass ein und bringt ein paar Perlen hoch.

Manche sind schwarz, andere grau, ein paar wenige leuchtend weiß.

Sind die weißen nicht auch dann ein Geschenk, wenn die schwarzen und grauen in der Überzahl sind?

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