Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

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Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Nicht angemeldet » So Mai 12, 2019 10:09 pm

Bei mir gibt's gerade ein paar Baustellen:

Gedanken über Klinikaufenthalt
Verlängerung Therapie

Als weitere Hilfe während der Therapie nutze ich auch die Mailseelsorge der Telefonseelsorge. Das ist auch sehr hilfreich für mich, da ich dort meine Gedanken usw sortieren bzw reflektieren kann.

Dort weiß man, dass ich Verhaltenstherapie mache. Auch, dass die Kurzzeittherapie jetzt verlängert wird. Und das danach lt Aussage meiner Thera Schluß wäre. Von der Mailseelsorge kam jetzt die Anregung, zu überlegen, ob ich das Therapieverfahren wechseln könnte, um die 2-jährige Pause zu umgehen.

Daher meine Frage:

Hat schon mal jemand von der Verhaltenstherapie zur tiefenpsychologisch fundierten Therapie gewechselt?

Was sind dort die Vor- und Nachteile? Was gibt es dort zu beachten? Hat Euch der Wechsel gut getan oder würdet Ihr eher abraten?

Bisher komme ich mit der Verhaltenstherapie ganz gut zurecht. Weiß aber nicht, ob meine Thera falls nötig ein Gutachten für eine Umwandlung in eine Langzeittherapie machen wird.

Evtl besteht ja auch noch die Möglichkeit einer Therapiepause und Thera-Wechsel falls die neue Thera dann das Gutachten für die LZT machen würde.

:? Zur Zeit also viel, worüber ich mir Gedanken mache. Zumal jetzt meine Thera Urlaub hat und es erst in 4 Wochen weitergeht. :(

Wildi
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Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Wildi » Mo Mai 13, 2019 8:10 am

Bist du sicher, dass du deine Thera richtig verstanden hast? Möchte sie wirklich nach 24 Stunden schon aufhören? Das würde mir sauer aufstoßen. Diese "Gutachten" sind mittlerweile ganz normal, denn die Verlängerungsschritte haben sich verkürzt. Früher gab es nach einer Kurzzeittherapie gleich eine Umwandlung in Langzeit, jetzt sind es immer Schritte von zwölf Stunden. Damit hat einfach jede(r) Thera mehr Arbeit. Dafür kann aber der Patient nichts.

Ansonsten hat man nach einem Klinikaufenthalt gute Chancen, eine erneute Therapie, auch im selben Verfahren, genehmigt zu bekommen.
Habt ihr auch schon über Quartalsstunden gesprochen?

Abgesehen davon würde ich dir gerne raten, nicht zu viele Leute in deine Therapie reinquatschen zu lassen.
Du hast jetzt ein hohes Sicherheitsbedürfnis, was ich voll verstehe. Habe ich auch immer. Aber versuch, das mit deiner Thera zu klären und nicht so viel drumherum zu agieren.

Ist jetzt nicht direkt die Antwort auf deine Frage, ich weiß.

Ich habe schon Verfahrenswechsel durch. Das wichtigste ist, wie ich mittlerweile feststellen konnte, die Beziehung zur Therapeutin. Dann klappt's auch mit allem anderen. :)

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Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Nicht angemeldet » Mo Mai 13, 2019 6:54 pm

Bisher hat sie sich so geäussert "wir beantragen jetzt noch die nächsten 12 Stunden, danach ist dann Schluss".

Sauer aufstossen nicht gerade, aber mache mir halt Gedanken, wenn es mir da noch nicht besser geht und dann quasi in der Luft hänge. :(

Klinik war ja auch mal die Rede von, aber da könnte ich mir nicht direkt was vorstellen. Eher so als Option eine Reha gegen Jahresende, wenn es mir noch nicht besser geht.

Nein, über Quartalsstunden haben wir noch nicht geredet.

Reinreden lasse ich mir nicht, informiere mich nur weitflächig, was ich noch an Optionen hätte.

Ich werde meine Thera auf jeden Fall in der Mitte des nächsten Blocks auf das Ende der Therapie und ggfs Verlängerung ansprechen. Die Beziehung zw uns, empfinde ich eigentlich als sehr gut, offen, vertrauensvoll. Deshalb würde ich auch ungern wechseln wollen, falls sie bei Bedarf wirklich keine Verlängerung beantragen würde. :?

lara64 unl

Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von lara64 unl » Di Mai 14, 2019 1:55 pm

Hallo Nicht angemeldet,

ich habe schon die Therapieverfahren gewechselt, einfach auch weil ich mit weniger als 50 Stunden, die du ja dann hättest, nie hingekommen wäre/bin. Ich habe zwar nicht von VT auf TP gewechselt, allerdings eben in Kliniken immer mal VT erlebt und vor 20 Jahren lange Zeit eine Therapeutin gehabt, die überwiegend mit Methoden der TP gearbeitet hat.

Ich finde es auch bei der Thematik eher sehr knapp bemessen, von deiner Therapeutin. Hat sie denn eine Begründung gebracht, warum sie darüber hinaus keine Verlängerung mehr einreichen möchte. Das würde ich mit ihr klären. Gibt wohl inzwischen Theras die einfach diesen "Verlängerungsmarathon" abschreckend finden, und daher dann keine Verlängerungen anbieten, selbst wenn eigentlich noch Bedarf da ist.

OT: war ja auch ein Teilziel der Veränderung in der Krankenkassenlandschaft, dass genau das erreicht werden soll. Keine so langen Therapien mehr- Kosten sparen!!

War Klinik von der Therapeutin vorgeschlagen worden?? Mit welchem Ziel??
Und auch oder gerade Klinik als Reha würde ich mich bald darum kümmern, wenn du Ende des Jahres in einer Klinik sein möchtest. Je nach eigener Situation dauert schon das Antragsverfahren beim zuständigen Rentenversicherer einiges an Zeit. Und gute Kliniken haben oft Wartezeiten von 6 Monaten und mehr.
Was wären denn für dich Ziele um in eine Klinik zu gehen? Was heißt für dich "wenn es mir noch nicht besser geht"? Oder anders ausgedrückt, woran würdest du denn merken/festmachen, dass es dir besser geht und was denkst du, brauchst du dafür?

Und im Gegenzug zu Wildi, hatte ich häufiger neben der Thera auch noch andere Unterstützungs/Hilfesysteme. Da mir zum Beispiel eben der seelsorgerliche Aspekt sehr wichtig ist, ich aber bisher nur einmal eine Therapeutin hatte die diesen Aspekt mit abgedeckt hat, habe ich meist auch eine seelsorgerlich-therapeutischen Begleitung mit im Boot. Ich hatte auch eine Zeit lang noch eine Körpertherapeutin mit drin.
Die Therapeutin wusste davon, und ich habe oft Gedanken und Impulse die ich dort erhalten habe mit in die Therapie gebracht und umgekehrt. Ich finde, das kann auch sehr befruchtend und hilfreich sein. Kommt eben darauf an, wie der einzelne das regelt.

Ich wünsche dir, dass du mit der Therapeutin eine gute Regelung findest, mit der dir geholfen ist und mit der du das Gefühl hast, nicht in der Luft zu hängen.

Shalom - lara64

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Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Nicht angemeldet » Di Mai 14, 2019 7:01 pm

Hallo Lara64,

Nein, eine Begründung hat sie nicht gesagt. Ich muss dazu sagen, dass ich da auch nicht groß nachgefragt habe, weil wir ja im ersten Block sind (bisher 8 Stunden) und die anderen 12 Std gerade beantragt haben. Mitteilung der Krankenkasse steht noch aus.

Ich wollte mir da selber auch noch keinen Druck aufbauen, weil ja noch ein paar Std anstehen. Anfangs der Therapie meinte sie ja, es wäre noch Zeit, soll mir deswegen keine Sorgen machen.

Klinik hat sie vorgeschlagen, weil meine Stimmung sehr schlecht war (sui**d*le Gedanken, aber keine Absicht) und ich dort engmaschiger betreut wäre. Ich komme aber besser mit Pausen zw den Terminen klar, weil ich so Zeit habe, das in mir arbeiten zu lassen. Ich brauche einfach Zeit.

Aus ihrer Sicht belastet mich das Trauma, sie macht keine Traumatherapie. Wir haben auch mal darüber gesprochen, was war. Aber die anderen Themen (Depression, Angststörung bzw soziale Phobie) belasten mich viel mehr. Deshalb will sie bzw wir auch überwiegend an meinem Selbstwert arbeiten.

Vereinbart hatten wir, das wir die Klinik im Hinterkopf behalten, ich aber auf jeden Fall Hausarzt/Psychiater wg medikamentöser Unterstützung aufsuche. Hab ich gestern auch gemacht und ein AD verschrieben bekommen (hatte letztes Jahr auch schon was genommen, aber nicht gut vertragen). Hoffe, dass es jetzt in Kombi mit der Therapie besser wirkt.

Ein Ziel in eine Klinik zu gehen, wäre das erlernte in der Therapie noch weiter vertiefen zu können und die Arbeitsfähigkeit weiter zu erhalten. Aufgrund meiner Angststörung brauche ich aber erst mehr Selbstsicherheit, um mir das auch da zutrauen zu können. Jetzt könnte ich mir das noch gar nicht vorstellen.

Danke, ich werde erstmal noch die nächsten Stunden abwarten, wie sich das jetzt überhaupt entwickelt (auch mit dem Medikament) und dann mit ihr darüber reden.

Vielleicht unterstützt sie mich ja doch weiter, wenn es soweit ist und ich noch nicht soweit sein sollte.

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Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Nicht angemeldet » Di Mai 14, 2019 7:27 pm

PS: Traue ich mich auch nicht wirklich, sie da so direkt drauf anzusprechen. (Angst vor einer Absage) :?

gastacht

Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von gastacht » Di Mai 14, 2019 10:33 pm

hallo nicht angemeldet,
sorry aber was willst du da noch? (soll kein vorwurf sein sondern eine ernst gemeinte frage=
hast du einen vergleich wie andere theras sind? oder ist das deine erste thera?
sie hat keine ahnung von trauma und glaubt dann das nach 20h schluss sein soll bzw hat keinen bock mehr zu beantragen (bei vt gibts bis zu 80h!). im ernst: such dir jemand neues. jemand der sich mit trauma auskennt. egal ob tp oder vt. oder analyse (300h was bei jahrelangem mb durchaus noch zu wenig sein kann).
herrgott margot(so ein spruch von mir :wink: ) du kannst da nix für... aber ein orthopäde behandelt ja auch nicht die leber... wenn sie keine ahnung hat wieso nimmt sie dich überhaupt? was ist denn eurer ziel für 20h? wie glaubt sie das in 20h zu erreichen?
red mit ihr und frag sie das. und wenn sie keine lust hat lauf ihr nicht nach, sonedrn such dir was neues. du wirst sehen dass dir eine traumathera langfristig viel mehr bringt. ich hab zb allein 50h gebraucht um ansatzweise zu vertrauen.. das ist bei langem mb ganz normal...
gastacht

Ich bin Gast

Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Ich bin Gast » Mi Mai 15, 2019 12:39 am

@gastacht, du wertest schon wieder mal zu krass, nur weil du von Theras angepisst bist.

@Nicht angemeldet, natürlich brauchst du mehr Therapie,als diese paar Stunden. Rede mit deiner Thera darüber und das Thema Klinik klingt doch gar nicht so schlecht. Vielleicht kannst du dich langsam damit anfreunden und während und nach dem Klinikaufenthalt hast du auch mehr Chancen auf Langzeittherapie, wenn die das auch befürworten.

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Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Nicht angemeldet » Mi Mai 15, 2019 6:31 am

@gastacht Nein, sie ist meine erste Thera (abgesehen von 3 anderen, mit denen ich auch schon Sprechstd bzw Probatorik hatte).

Wir haben ja gemeinsam entschieden, dass kein Trauma gemacht wird. Mir geht es darum, die anderen Problemfelder mit ihr zu bearbeiten und das klappt bisher ganz gut. Ich habe keine extremen Probleme, wie die anderen teilweise hier.

Sie hat mich genommen, weil sie Depressionen behandelt und ich mich deshalb dort angemeldet habe. Was mir selber bis dato nicht bewusst war, war das ich auch unter einer soz. Phobie leide. Ich dachte das mein Verhalten so wie es ist, vielleicht merkwürdig, aber nicht krankhaft ist. Natürlich hat sie zu Beginn auch gefragt, ob es MB oder andere Vorfälle gab.

Ziel ist, meine Situation wieder soweit herzustellen, dass ich angstfrei und ohne diese Probleme leben. Dass das besser wird.

Vertrauen war bei ihr schnell da, deshalb würde ich ja ungern wechseln wollen, mal abgesehen davon, dass es dann wieder ewig lange dauern kann, bis man einen Platz erhält.

@ich bin Gast Das ist mein Plan. Bis Ende des Jahres ist ja noch ein wenig. Momentan hat sie Urlaub. Wenn die Therapie weitergeht, werde ich nochmal meine Ziele mit ihr besprechen und ihr auch mitteilen, dass ich vermutlich mehr Zeit brauche um das zu erarbeiten.

Gastacht

Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Gastacht » Sa Mai 25, 2019 12:36 pm

Ok dafür klingt es nach einem guten Plan.
Wenn es dir danach noch schlecht geht und sie dich nicht mehr als Patientin will kannst du auf tp oder Analyse wechseln. Problemlos
Ich glaub das war deine Frage oder?
Alles gute
Gastacht

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Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Nicht angemeldet » Mo Mai 27, 2019 5:34 pm

Hallo Gastacht.

Ja schon. Allerdings würde ich auch gerne wissen, wenn jemand schon mal gewechselt hat, wie die Erfahrungen waren (Beantragung, Ablauf, Unterschiede zur VT usw.)

Gruß
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Gastacht

Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Gastacht » Mo Mai 27, 2019 10:39 pm

Hi
Also Antrag läuft gleich wie bei VT über die thera nach 5 probe Sitzungen.
Es gibt max 100 Sitzungen die in mehreren Schritten immer neu beantragt werden.
Unterschiede zur VT
Es ist offener, weniger strukturiert eher wie ein Gespräch. Du kommst rein und erzählst frei. Niemand sagt: in dieser Stunde wollen wir ja xyz machen.
Trotzdem werden Ziele besprochen und man guckt teils auch stark in der gegenwart und arbeitet auch mit konkreten Tipps und handlungsanweisungen. Je nach dem wie "integrativ " der thera ist.
Oft geht es um nachbeelterung dh es gibt einen Raum alles sagen zu dürfen, alle Gefühle zeigen zu dürfen und dabei wird man empathisch begleitet, gespiegelt und unterstützt. Eben wie bei einer sehr lieben mutter. Achtung es ist immer klar dass man nicht das kind ist etc aber natürlich triggert es die vom kind gefühle an. Soll es auch!

Das kann dazu führen dass lang unterdrückte Gefühle wie Wut oder Trauer sich zeigen können und das löst dann oft symptome auf.
Viele theras arbeiten bei Trauma auch mit ego state bzw innere kind Arbeit.
Das ist schon anders als die Empathie der VT Therapeuten weil die sind klar auch empathisch.
Schwer zu erklären. Muss man irgendwie erleben. Aber für mich war es neben den Nebenwirkungen auch oft heilsam
Gastacht

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Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von EineVonUns50 » Di Mai 28, 2019 4:00 pm

Oft geht es um nachbeelterung dh es gibt einen Raum alles sagen zu dürfen, alle Gefühle zeigen zu dürfen und dabei wird man empathisch begleitet, gespiegelt und unterstützt.
Wir müssen dieser Erklärung widersprechen. U.E. sollte dies: "es gibt einen Raum alles sagen zu dürfen, alle Gefühle zeigen zu dürfen und dabei wird man empathisch begleitet, gespiegelt und unterstützt" eigentlich für jede Therapieform gelten. Das hat nichts mit Nachbeelterung zu tun.

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Re: Verschiedene Therapieformen - Wechsel?

Beitrag von Nicht angemeldet » Di Mai 28, 2019 5:59 pm

Hallo zusammen,

also reinkommen und frei sprechen mach ich in der VT auch. Gut, manchmal plant sie für die nachfolgende Stunde was, was dann halt Thema in der letzten war. Zb steht ein Seminar an, ich hab Angst davor. Wir besprechen, was tun kann. In der Stunde danach analysieren wir das dann.

Mit dem Begriff Nachbeelterung kann ich weniger anfangen. Auch mit dem inneren Kind nicht. Mir fällt ja schon der wohlwollende Begleiter schwer.

@EineVonUns50
Das empfinde ich genauso. Das sollte in jeder Therapie so sein.

Gruß
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