Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

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Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von Nicht angemeldet » Mo Mai 06, 2019 10:16 pm

Hallo zusammen.

Ist es sinnvoll, dass ich zwischen den Sitzungen z.B. aufschreibe, was mir durch den Kopf geht, was mir einfällt usw, ohne dass meine Thera mir das aufgetragen hat, als Hausaufgabe oder so?

Zuletzt habe ich mir z.B. eine pro/contra-Liste zu einem Klinikaufenthalt gemacht, weil das in der Therapie zur Sprache kam. In dem Fall sollte ich mir allerdings Gedanken machen. Und sie war erfreut zu sehen, dass ich mir da wirklich Gedanken gemacht habe und die Liste dabei hatte. Die sollte ich auch anschliessend in meine Therapiemappe mit aufnehmen.

Aktuell habe ich jetzt einiges zusammen geschrieben, wo ich von denke, dass es zeigt, dass ich vermutlich schon als Kind Probleme hatte (Angststörung/soziale Phobie/vielleicht sogar schon Depressionen?). Und das nicht alles Auswirkungen durch den MB sind. Wahrscheinlich jetzt dadurch verstärkt, aber nicht der Auslöser war.

Ich wollte das noch ein wenig aufteilen/aufbereiten:

- In meine Wahrnehmung/Gefühle (zb wie andere auf mich reagieren),
- dann Fakten/Situationen (was passiert ist, Mobbing in der Schule, wie ich mich verhalte in speziellen Situationen usw),
- auch körperliche Reaktionen darauf/allgemein (Herzrasen, Kopfschmerzen usw).

Halt all so was. Denkt ihr, das ist hilfreich/eine gute Idee? Habt ihr auch so was gemacht?

Das sind so Sachen, wo ich denke, dass meine Thera dann mehr den Durchblick bei mir hat. Das anzusprechen, ist immer schwierig, auch reicht die Zeit ja nie aus, da sie ja auch für die Stunde meistens was geplant hat.

Und das zusammengeschriebene ist halt auch was, was ich teilweise vergessen habe/nicht mehr auf dem Schirm hatte. Was jetzt im Nachgang der Gespräche hoch kommt. Ist schon ne ganze DIN A 4 Seite. :oops:

Ich mache mir generell Gedanken darüber, wieso und aus welchen Gründen ich erkrankt bin. Könnte das nicht auch hilfreich sein, um gesund zu werden bzw ein halbwegs normales Leben führen zu können?

Oder ist das schon zu viel, was ich da mache? Kann man das überhaupt? Also zu viel in der Therapie "erarbeiten"?

Gruß und gute Nacht
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gast0705

Re: Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von gast0705 » Di Mai 07, 2019 10:20 am

Hallo

Ich selber schreibe auch unheimlich viel auf. Pro/Contra-Listen; Erfahrungen, Erinnerungen, Gefühle... alles das, was so kommt.

Ich sehe es so: Die Therapie ist eine Unterstützung auf dem Weg zur Heilung. Damit also nur ein TEIL des Weges, den man selber geht. Das Schreiben ist ein weiterer Teil auf dem Weg. Damit meine ich: Das Geschriebene muss nicht unbedingt mit in die Therapie. Die Themen kamen dir in den SInn, sollten raus, und das ist gut. Was du nun damit machst - mit in die Therapie nehmen oder nicht - ist eine ganz andere Frage.

Bei bestimmten Punkten dachte ich auch manchmal: Das sollte die Thera vielleicht wirklich wissen.(Wenn es um Fakten aus der Vergangenheit ging, die - so dachte ich - diagnostisch zusätzlich irgendwie wichtig sein könnten.) Dann hab ich es oft auch in der Therapie angesprochen und sie hat es zur Kenntnis genommen. (nach meinem Eindruck können dann die Therapeuten sozusagen den Weg mitbeobachten, weil sie wissen, womit man sich aktuell befasst. Das heisst aber nicht, dass das die Therapie verändert....)

Was anderes ist es, das selbst Geschriebene VORzulesen. Das hab ich bisher noch nicht geschafft. Obwohl ich es ein paar Mal vorhatte.
LG

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Re: Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von Nicht angemeldet » Di Mai 07, 2019 8:06 pm

Hallo,

so hab ich das noch gar nicht betrachtet (als ein Teil des Weges). Im Vordergrund stand halt für mich, das auszudrücken/mitzuteilen, was in der Stunde evtl zu kurz kommt.

Vorgelesen hab ich bisher nur einmal was. Das war aber etwas, was wir dann auch im Rahmen einer Übung zusammen bearbeitet haben.

Den letzten Zettel hat sie selber gelesen. Jetzt meine "Aufstellung" würde ich wohl auch nicht vorlesen können/wollen. Den würde ich ihr geben. Wobei ich mir noch unsicher bin, dass in der nächsten Stunde zu geben, oder erst in 4 Wochen nach ihrem Urlaub.

Für die nächste Stunde hat sie schon was geplant und wir wollen dann auch die Therapieverlängerung beantragen. Also wird wohl auch die Zeit nicht reichen.

Dann denke ich wiederum, dass ich zu viel aufgeschrieben hab. Also auch unter was für körperlichen/psychischen Probleme ich leide. Einiges davon weiß sie ja schon. (Sind halt auch die Sachen, die sich bei einer Depression äussern usw).

:(

Xyz

Re: Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von Xyz » Mo Mai 13, 2019 8:08 am

Aufschreiben kann hilfreich sein, solange du dich nicht selbst darin verlierst.

Heißt dir ein Limit zu setzen. Sei es eine maximale Anzahl von Seiten oder eine feste Zeit, zb maximal eine halbe Stunde oder so. Manchmal hilft es auch nur Stichpunkte zu notieren und dann beiseite legen.

Kann leicht passieren, dass während dem Schreiben immer mehr hoch kommt. Auch Dinge, welche dir sonst noch nicht so bewusst sind.

Vielleicht besprichst du mit deiner Thera, was sie dazu meint. Findest einen gemeinsamen Weg mit ihr.

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Re: Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von Nicht angemeldet » Mo Mai 13, 2019 6:44 pm

Das sind eher so Fragen/Gedanken, die nach den Gesprächen aufkommen und ich dann bis zur nächsten Stunde nicht vergessen will, oder dort ansprechen möchte. Länger wie eine halbe Stund sitze ich da auch nicht dran.

Sie findet das gut, hat mir jetzt auch geraten ein positiv-tagebuch zu führen. Ab dem Selbstwert. Wo ich mir so wohlwollende Sachen reinschreiben soll. :oops:

Aufatmende
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Re: Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von Aufatmende » Mo Mai 13, 2019 7:50 pm

Ohne schreiben hätte meine Therapie nicht funktioniert. Ich wäre niemals mit einer Therapeutin klar gekommen, der ich nicht schreiben kann. Ich habe mir viele Nächte um die Ohren geschlagen und Gedichte geschrieben. Und alles zuerst aufgeschrieben, bevor ich es ausgesprochen habe, wenn überhaupt.
Rückfälle sind Vorfälle!

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Re: Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von Nicht angemeldet » Mo Mai 13, 2019 8:11 pm

Ich schicke ihr das nicht rüber oder so. Ich hab jetzt einmal was mit in die Stunde genommen (pro/contra-Liste wg Klinik).

Und jetzt werde ich in die nächste Stunde eine Übersicht mitnehmen, von Situationen wo ich als Kind/Teenie schon Probleme habe.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob ich ihr zwischendurch mailen dürfte. Die Frage stellt sich mir aber auch nicht, weil ich (für mich persönlich gilt das) dafür ja die Stunden bei ihr habe. Das andere wäre mir schon zu viel Kontakt, irgendwie. Da bin ich ein gebranntes Kind. :(

Xyz

Re: Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von Xyz » Mo Mai 13, 2019 8:44 pm

Nicht angemeldet hat geschrieben:
Mo Mai 13, 2019 6:44 pm
Das sind eher so Fragen/Gedanken, die nach den Gesprächen aufkommen und ich dann bis zur nächsten Stunde nicht vergessen will, oder dort ansprechen möchte. Länger wie eine halbe Stund sitze ich da auch nicht dran.

Sie findet das gut, hat mir jetzt auch geraten ein positiv-tagebuch zu führen. Ab dem Selbstwert. Wo ich mir so wohlwollende Sachen reinschreiben soll. :oops:
Ein Sonnenscheintagebuch kann hilfreich sein. Hilft dabei zu sehen, dass es auch gute Dinge im Leben gibt. Selbst "Kleinigkeiten" können später helfen zu sehen, dass es nicht nur die dunkle Seite gibt.

Das mit dem zuviel schreiben und sich darin verlieren kenne ich aus eigener Erfahrung. Von daher auch der Tipp mit der Begrenzung.

Wenn es für dich da einen gesunden Rahmen gibt, ist das doch gut.

Aufatmende hat geschrieben:
Mo Mai 13, 2019 7:50 pm
Ohne schreiben hätte meine Therapie nicht funktioniert. Ich wäre niemals mit einer Therapeutin klar gekommen, der ich nicht schreiben kann. Ich habe mir viele Nächte um die Ohren geschlagen und Gedichte geschrieben. Und alles zuerst aufgeschrieben, bevor ich es ausgesprochen habe, wenn überhaupt.
Da bin ich ganz bei Dir. Schreiben hilft manches mitzuteilen, was sich im Gespräch nicht in Worte fassen lässt.

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Re: Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von Nicht angemeldet » Mi Mai 15, 2019 9:14 pm

Mir fällt es heute so schwer eine schöne Kleinigkeit zu notieren. Der Tag war einfach "ganz normal". Nichts besonderes passiert.

Ich dachte diese Hausaufgabe wäre leichter. Soll das ja in Verbindung mit einem wohlwollenden Begleiter sehen. Da tu ich mich aber unglaublich schwer mit. :(

lara64unl

Re: Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von lara64unl » Mi Mai 15, 2019 10:40 pm

hallo Nicht angemeldet,

für mich waren/sind die Therapiestunden bei der Therapeutin 90 Minuten in der Woche von 8520 Minuten in der Woche, wo mich ja mein Erlebtes und meine Geschichte auch weiterhin beschäftigt und immer auch Teil sein wird.
Klar kann und soll ich in der Zeit auch andere Dinge machen (können), und doch gerade ich hoch Phasen, habe ich oft nicht viel mehr als genau das gemacht.
Da war es für uns wichtig, Themen, Gedanken, Impulse und Emotionen aufzuschreiben als Text, Gedicht, Geschichte, zu malen oder sonst wie kreativ auszudrücken...


Das sind so Sachen, wo ich denke, dass meine Thera dann mehr den Durchblick bei mir hat. Das anzusprechen, ist immer schwierig, auch reicht die Zeit ja nie aus, da sie ja auch für die Stunde meistens was geplant hat.
Wir konnten und können zwischen den Sitzungen mailen, aber auch Texte und Bilder etc. mitbringen und dann gemeinsam daran arbeiten..die Zeit reicht wohl NIE aus, weil einfach zu vieles auf der Strecke geblieben ist.

Wie meinst du das mit, sie ja auch was für die Stunden geplant hat...? Macht sie dir da Vorschläge an Themen, oder spricht sie konkrete Themen an...?


Mir fällt es heute so schwer eine schöne Kleinigkeit zu notieren. Der Tag war einfach "ganz normal". Nichts besonderes passiert.

Ich dachte diese Hausaufgabe wäre leichter. Soll das ja in Verbindung mit einem wohlwollenden Begleiter sehen. Da tu ich mich aber unglaublich schwer mit
Fällt es dir schwer einen wohlwollenden Begleiter vorzustellen?? Welche Intention hatte denn die Therapeutin damit??

Shalom - lara64

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Re: Fragen/Gedanken zum Therapieablauf/-arbeit

Beitrag von Nicht angemeldet » Do Mai 16, 2019 6:31 am

Hallo lara64,

das Schreiben scheint ja für viele hilfreich zu sein. Mir fällt es auch zwischen den Stunden leichter einiges aufzuschreiben und zu formulieren, was ich in der Stunde nicht so hinbekomme. Erstens weil die Thera ja darauf reagiert und zweitens ich manchmal beim reden auch verunsichert bin wegen meiner soz. Störung.

Malen usw ist jetzt nicht so meins. Da bin ich eher noch auf der Suche an kreativen Dingen.

Also sie hat jetzt zb für die nächste Stunde "geplant", das wir mein Verhalten von einem beruflichen Seminar, was vor der nächsten Stunde ansteht, analysieren. Wir hatten in der letzten Std schon besprochen, was mir da helfen kann, gut durchzukommen.

Der wohlwollende Begleiter fällt mir sehr schwer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da jemand "hinter mir steht" und mir gut zureden, bzw das toll findet, was ich mache (bzw was soll er da schon toll finden). Aber die Übung soll ja gut sein für zu geringen Selbstwert. Ist für mich aber schwierig umzusetzen.

Sie hat mir das auch so erklärt, das mein Kritiker zb ein großer kräftiger Baum ist und mein Selbstwert eine kleine zarte Pflanze, die wachsen und gepflegt werden muss. Das kann ich auch alles soweit nachvollziehen. Nur an der Ausführung scheitert es.

Grüße
Nicht angemeldet

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