Therapie vs Klinik

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Therapie vs Klinik

Beitrag von Nicht angemeldet » Sa Apr 13, 2019 12:00 pm

Nachdem ich meiner Thera gestern geschildert habe, dass es mir ziemlich schlecht geht, mir vieles egal ist und ich am liebsten einschlafen und nicht mehr aufwachen würde, meinte Sie, ob vielleicht eine Klinik besser für mich wäre.

Das hat mir ganz schön zugesetzt. Ich leide unter Depressionen und einer Angststörung. Sie meinte, dort gäbe es im Prinzip Rundum-Betreuung. Das könnte sie logischerweise nicht leisten. Sie hat mir dann einiges über Kliniken erzählt. 90% ihrer Patienten ging es danach besser.

Mich hat das eher geschockt, dass sie das vorgeschlagen hat. Ich arbeite Vollzeit und wenn ich für mind 4 - 6 oder 8 Wochen in so eine Klinik gehen würde, stünde ich auf der Arbeit ganz schnell auf der Abschussliste. Dort werden gerade alle Kranken Mitarbeiter genau unter die Lupe genommen. Für meine Gesundheit sollte mir das egal sein, aber es muss ja auch ein Leben nach der Klinik geben und ohne Arbeit wäre das schwierig für mich.

Ich weiß, dass meine Thera mir nur helfen und mich unterstützen will. Aber das fühlt sich doch ein wenig wie abschieben an. Wir sind erst bei der 5. oder 6. Stunde und ich kenne mich selber gut genug, dass ich weiß, dass ich einfach viel Zeit für die Therapie brauche und eben kleine Schritte. Eine Klinik würde mich zum derzeitigen Zeitpunkt total überfordern.

Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht plane, vor das nächste Auto zu laufen, oder dergleichen. Ich musste ihr dann versprechen, mich in einer Akut-Klinik zu melden, wenn diese Gefühle doch stärker würden. Und über die Klinik soll ich natürlich nachdenken.

Was denkt ihr darüber? Ist es in einer ambulanten Therapie zu schaffen, die Depression zu behandeln, oder muss zwingend eine Klinikaufenthalt dazu?

Ich selber würde lieber mit ihr weiterarbeiten, auch wenn es länger als die 12 genehmigten Stunden dauert. Ich vertraue ihr und fühle mich dort gut aufgehoben. Als ich gestern aus der Stunde raus bin, fühlte ich mich, trotz der Klinikansage, die mich sehr geschockt hat, etwas besser. Allein, weil ich mit ihr reden konnte und ihr das anvertraut habe.

Lichtschein unl.

Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von Lichtschein unl. » Sa Apr 13, 2019 3:14 pm

Hallo!

Hmm, also ich finde die Idee von Klinik generell nicht schlecht. Ich hatte viele Phasen, in denen ich das Gefühl hatte, ich kann nicht mehr und auch über eine Klinik nachdachte und mir bei meiner Therapeutin eher gewünscht hätte, sie sähe das mehr und würde mir das vorschlagen - sie hat immer eher bestärkt: Sie bekommen viel von, es geht doch schon gut, dass sind doch nur Reste...
Ich schreibe das nur, um Dir eine andere Seite zu zeigen, dass es auch gut sein kann, wenn einen jemand in diesem nicht--mehr-können ernst nimmt. Es ging bei mir immer so Ende - aber ich kann mir gut vorstellen, dass es mir Klinik einfacher gegangen wäre. Aber ich hatte auch immer arbeitsprojekte am laufen, die ich nicht unterbrechen wollte - wie auch jetzt. Ich würde dennoch für mich in Zukunft nicht ausschließen, dass ich es vielleicht doch mal brauchen werde. Aber das finde ich erleichternd.

Also: Ich denke, es ist in einer ambulanten Therapie zu schaffen, solange man sich stabil genug fühlt. Und ich denke wenn man das nicht mehr tut, merkt man das.
Ich gehe davon aus, dass es bei Dir nicht nur um Depressionen geht - wegen dem Forum hier?
Heilung ist etwas sehr individuelles - da geht jeder einen anderen Weg, in eigenem Schrittempo.
Also kannst Du ja ganz gemütlich Dein Tempo finden - und wenn Du doch mal meinst, dass Du in eine Klinik willst, kannst Du ja aucg hin. Das ist ja toll, dass das als Möglichkeit jederzeit da ist.

Aber zwölf Stunden Therapie ist natürlich zu wenig.
Noch zu dem Abschieben: normalerweise macht man nach einer Klinik immer ambulant weiter - - also sie würde Dich nicgt weggeben, sondern danach die Therapie weiterführen

Wildi
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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von Wildi » Sa Apr 13, 2019 6:08 pm

Hallo!

Nach einer neuen Regelung werden zunächst immer erst nur zwölf Stunden genehmigt und dann weiter verlängert.

Klinik ist ja nur ein Zusatzangebot. Sie will dich sicher nicht abschieben, sondern dich einfach nur gut unterstützt wissen.

Vielleicht kannst du dich ja mal erkundigen, was alles in einer Klinik angeboten wird und dir etwas davon auch ambulant zusammenbasteln? Sachen zur Stabilisierung, die dir Freude machen, meine ich.

~SteinHart~
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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von ~SteinHart~ » Sa Apr 13, 2019 7:38 pm

Ich bin gerade in einer Klinik und es tut mir sehr gut. So ein umfangreiches Programm wäre daheim nicht möglich.

Ich wollte erst auch nicht ;)


Generell, wenn du morgen einen Verkehrsunfall hast fällst du auch weg und bist krank. Psychische Erkrankungen sind nicht weniger schlimm als somatische.

Aber, es muss nicht immer Klinik sein. Besprich deine Bedenken mit der Thera und schaut gemeinsam drauf was es braucht und wie Ziele erreicht werden können.

SH
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von Nicht angemeldet » So Apr 14, 2019 10:20 am

Hallo Lichtschein,
Lichtschein unl. hat geschrieben:
Sa Apr 13, 2019 3:14 pm
Hallo!

Also: Ich denke, es ist in einer ambulanten Therapie zu schaffen, solange man sich stabil genug fühlt. Und ich denke wenn man das nicht mehr tut, merkt man das.
Ich gehe davon aus, dass es bei Dir nicht nur um Depressionen geht - wegen dem Forum hier?
Heilung ist etwas sehr individuelles - da geht jeder einen anderen Weg, in eigenem Schrittempo.
Also kannst Du ja ganz gemütlich Dein Tempo finden - und wenn Du doch mal meinst, dass Du in eine Klinik willst, kannst Du ja aucg hin. Das ist ja toll, dass das als Möglichkeit jederzeit da ist.

Aber zwölf Stunden Therapie ist natürlich zu wenig.
Noch zu dem Abschieben: normalerweise macht man nach einer Klinik immer ambulant weiter - - also sie würde Dich nicgt weggeben, sondern danach die Therapie weiterführen
Danke für Deine Antwort. Ja, es gab einen MB in der Vergangenheit. Aber die Angststörung habe ich anscheinend schon früher entwickelt und naja die Depression hab ich jetzt auch schon mit Unterbrechung lange. Das ist jetzt aber meine erste Therapie deswegen.

In den letzten beiden Stunden hab ich aber wirklich gemerkt, dass ich ihr alles anvertrauen kann. Und dann war das mit der Klinik erstmal ein Schock und fühlte sich nach abschieben an. Das kam von ihr so plötzlich irgendwie. Und ich hab das einfach nicht erwartet.

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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von Nicht angemeldet » So Apr 14, 2019 10:27 am

Hallo Wildi,
Wildi hat geschrieben:
Sa Apr 13, 2019 6:08 pm
Hallo!

Nach einer neuen Regelung werden zunächst immer erst nur zwölf Stunden genehmigt und dann weiter verlängert.

Klinik ist ja nur ein Zusatzangebot. Sie will dich sicher nicht abschieben, sondern dich einfach nur gut unterstützt wissen.

Vielleicht kannst du dich ja mal erkundigen, was alles in einer Klinik angeboten wird und dir etwas davon auch ambulant zusammenbasteln? Sachen zur Stabilisierung, die dir Freude machen, meine ich.
Sie hat mir ja schon einiges erzählt, was in den Kliniken angeboten wird.

Ja, das mit der Verlängerung weiß ich. Das wird in der Regel von den KK genehmigt. Danach müsste aber ein Gutachter dran, falls es nochmal in eine Langzeittherapie umgewandelt werden soll. Soll wohl viel Schreibkram sein

Das macht mir Sorge, ob sie sich den Aufwand antut. Andererseits denke ich schon, dass sie das Beste für mich will. Aber das mit der Klinik, kam total unerwartet.

Wegen medikamentöser Unterstützung, wäre es ihr lieb, wenn ich noch einen Psychiater konsultiere. Ich hab erstmal mit ihr vereinbart, dass ich meinen Hausarzt aufsuche, vielleicht verschreibt er mir noch ein anderes Medi, oder kann mir einen Psychiater empfehlen bzw einen schnellen Termin dort besorgen.

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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von Nicht angemeldet » So Apr 14, 2019 10:31 am

Hallo Steinhart,
~SteinHart~ hat geschrieben:
Sa Apr 13, 2019 7:38 pm
Ich bin gerade in einer Klinik und es tut mir sehr gut. So ein umfangreiches Programm wäre daheim nicht möglich.

Ich wollte erst auch nicht ;)


Generell, wenn du morgen einen Verkehrsunfall hast fällst du auch weg und bist krank. Psychische Erkrankungen sind nicht weniger schlimm als somatische.

Aber, es muss nicht immer Klinik sein. Besprich deine Bedenken mit der Thera und schaut gemeinsam drauf was es braucht und wie Ziele erreicht werden können.

SH
Nein, psychische Erkrankungen sind genau so schlimm, aber bei meinem Arbeitgeber eher ein Grund auszusortieren...

Ich werde das auf jeden Fall mit ihr besprechen. Ich denke, dass ich einfach für das alles nur Zeit brauche, also auch die Übungen umzusetzen usw. In einer Klinik müsste ich mich ja den ganzen Tag über mehrere Wochen damit auseinander setzten. Ich denke, dass mich das überfordert und dass ich dann dicht machen würde.

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~SteinHart~
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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von ~SteinHart~ » So Apr 14, 2019 10:36 am

Wegen Medis empfehle ich dringend einen Facharzt, Hausärzte sind da nicht auf dem neusten Stand und auch schnell überfordert.
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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von Nicht angemeldet » So Apr 14, 2019 10:57 am

Will trotzdem erst mit ihm reden und mir dann ggfs vom ihm einen Psychiater empfehlen lassen. :oops:

Eine Bekannte wurde aufgrund einer Erkrankung zu einer Psychiaterin, geschickt, die hat 10 Minuten mit ihr geredet, Depressionen diagnostiziert und ihr Medis verordnet, die sie aufgrund ihrer Erkrankung, gar nicht nehmen konnte. Mal abgesehen davon, dass sie nicht an Depressionen litt, wie dann raus kam. :roll:

Viele Psychiater gibt es hier in der Gegend nicht. Und dem Hausarzt vertraue ich dahingehend, dass er mir dann einen kompetenten Psychiater empfehlen würde. Er kennt mich schon seit meiner Jugend. Vielleicht frag ich auch meine Thera ob sie mir jemanden empfehlen kann.

Geht man dann eigentlich nur wg dem Rezept dahin, oder auch öfters wg Gesprächen? :oops:

ruby
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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von ruby » So Apr 14, 2019 1:23 pm

Wegen den Fragen:
- kann man Depression auch ambulant behandeln?
- geht man zum Psychiater nur wegen Medikamenten?

Ich habe dazu Unterschiedliches erlebt.

Psychiater: kenne ich von 5 Minuten und fertig - bis zu: im Erstgespräch hat sich eine Psychiaterin 50 Minuten Zeit genommen - danach 20 Minuten und sie hatte auch psychologisches Interesse - und: konnte sich leider aber nicht abgrenzen.

Da finde ich ein Vorgehen, erstmal Hausärztin und um Empfehlung bitten sehr sinnvoll. Meine langjährige Psychiaterin früher wurde mir auch über die Hausärztin vermittelt.
Jetzt bin ich auf Suche und habe einen Termin wo gemacht, wo mir mehrere ihre Erfahrungen persönlich geschildert haben - einfach ins Blaue hinein, habe ich mittlerweile auch Schwierigkeiten und online-Bewertungen sind so ein Ding für sich.

Zur Depression - es gibt ja viele Formen von Depression.
Leicht, schwer, mittel, usw.
Bei dir klingt es grundlegender mit den Ursachen für Angst und Depression (das gehört in meinen Augen oft zusammen) - für Verletzungen auf einer frühen Ebene - ja, da ist meine Erfahrung, dass ein Klinikaufenthalt helfen kann, eine Basis schafft.
Jemand, der einmalig depressiv ist, auf Grund einer einzugrenzenden Sache oder eine dieser Depressionen hat, die organisch sind - da sieht es anders aus, denke ich.

Wenn ich nicht weiß, was gut für mich ist, so viele Zweifel sind, dann finde ich hilfreich, alles versuchen zu bedenken, was dazu in mir auftaucht.
Nichts zu überstürzen. Wenn akut was ist - wie deine Therapeutin sagt: Akutpsychiatrie geht immer.
Das finde ich auch gut, dass sie dich drauf hinweist -
und: sie hat es scheinbar ja als Vorschlag formuliert - das ist ja kein aktives Abschieben.
Ich vermute, dass das alte Ängste los tritt auch - auch das: verlängert sie -
das sind ja auch alles Dinge, die man ansprechen kann.
Kannst du direkt fragen, ob sie - wenn sie die Therapie längerfristig für sinnvoll hält, sich da auch rein kniet, von wegen Verlängerung.
Dann schauen, was die Antwort mit dir macht.

Ihr rückmelden, du fühlst dich mit Klinik auch überfordert, Angst um Arbeitsplatzverlust.
Wenn es nicht so akut ist - ist Therapie ja auch dafür da, dir dabei zu helfen, eine Entscheidung zu treffen.

Ansonsten gibt es auch Mittelwege - wenn Klinik wirklich nicht für dich passt -
in der Psychoanalyse gibt es 3 Stunden die Woche oft - vielleicht wäre das ein Kompromiss zwischen Klinik und nur 1x die Woche Therapie.
Psychoanalyse ist auch langfristiger angelegt.

Lass dir Zeit, zu schauen, was das Richtige für dich ist und sprich über deine Bedenken. Bleib in Kontakt mit ihr (hatte erst "mir" geschrieben :oops: , bisschen peinlich gerade ;) ) - wäre meine Idee.

Gast

Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von Gast » So Apr 14, 2019 5:59 pm

Hallo,

a) Klinik oder ambulant:
Zu Anfang meiner Therapie habe ich mich erst auch gegen den Vorschlag meiner Thera gewehrt, in eine Klinik zu gehen. Ich hatte mit meinem Traumstudium angefangen, war im Praxissemester und hatte Angst, mein Studium dadurch in den sand zu setzen. Und ich hatte damals noch die Vorstellung, mit 20h Therapie alles abgearbeitet zu haben :? .

Irgendwann habe ich mich dann doch für die Klinik entschieden und bin froh, dies getan zu haben. Damals konnte ich eine wichtige Grundlage schaffen, die ich ambulant in dieser kurzen Zeit hätte nicht schaffen können. Danach war es ein ganz anderes ambulantes arbeiten, da ich in der Klinik viele Stabilisierungstechniken gelernt habe.

b) Medikamente:
Nach dem was du schreibst ist es ein guter Plan, zunächst zu deiner Hausärztin zu gehen und zu fragen, ob sie einen Tipp hat. Meine jetzige Hausärztin hat wegen Medikamenten einen Psychiater-Kollegen angerufen und nachgefragt (da ich derzeit eine neue Psychiaterin suche) und haben ein Medikament gefunden, das passt. Ich hätte dann zwei Wochen später zu ihm kommen können. Da ich bis dahin eine andere gefunden habe, brauchte es das nicht mehr.

c) Fehldiagnosen: Das kann dir immer wieder mal passieren. Leider. Mir ist das auch schon zwei mal passiert, obwohl ich schon gesagt hatte, dass das nicht passt. Später habe ich dann aber eine wunderbare Psychiaterin gefunden, bei der ich mehrere Jahre war und die nun leider in Rente gegangen ist :-(.

d) Arbeitsplatz:
Dazu kann niemand wirklich etwas verlässliches sagen. Allerdingsstellt sich die Frage, ob du das noch lange so durchhältst. Wen du ambulant wirklich an die harten Brocken gehst, dann wirst du mit hoer Wahrscheinlichkeit bei der Arbeit nicht mehr so meistungsfähig sein. Ist ja logisch, weil du ja dann parallel zwei Arbeitsstellen hast, denn Therapie ist Schwerstarbeit.
Und noch ein Gedanke: je nachdem, was du beruflich machst, haben wir ja inzwischen eher einen Arbeitsnehmer*innen-Arbeitsmarkt. Sprich: es gibt zu wenig Bewerber*innen.

LG, sayeda

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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von Nicht angemeldet » So Apr 14, 2019 7:02 pm

Hallo Ruby
ruby hat geschrieben:
So Apr 14, 2019 1:23 pm
Zur Depression - es gibt ja viele Formen von Depression.
Leicht, schwer, mittel, usw.
Bei dir klingt es grundlegender mit den Ursachen für Angst und Depression (das gehört in meinen Augen oft zusammen) - für Verletzungen auf einer frühen Ebene - ja, da ist meine Erfahrung, dass ein Klinikaufenthalt helfen kann, eine Basis schafft.
Jemand, der einmalig depressiv ist, auf Grund einer einzugrenzenden Sache oder eine dieser Depressionen hat, die organisch sind - da sieht es anders aus, denke ich.

Wenn ich nicht weiß, was gut für mich ist, so viele Zweifel sind, dann finde ich hilfreich, alles versuchen zu bedenken, was dazu in mir auftaucht.
Nichts zu überstürzen. Wenn akut was ist - wie deine Therapeutin sagt: Akutpsychiatrie geht immer.
Das finde ich auch gut, dass sie dich drauf hinweist -
und: sie hat es scheinbar ja als Vorschlag formuliert - das ist ja kein aktives Abschieben.
Ich vermute, dass das alte Ängste los tritt auch - auch das: verlängert sie -
das sind ja auch alles Dinge, die man ansprechen kann.
Kannst du direkt fragen, ob sie - wenn sie die Therapie längerfristig für sinnvoll hält, sich da auch rein kniet, von wegen Verlängerung.
Dann schauen, was die Antwort mit dir macht.

Ihr rückmelden, du fühlst dich mit Klinik auch überfordert, Angst um Arbeitsplatzverlust.
Wenn es nicht so akut ist - ist Therapie ja auch dafür da, dir dabei zu helfen, eine Entscheidung zu treffen.

Ansonsten gibt es auch Mittelwege - wenn Klinik wirklich nicht für dich passt -
in der Psychoanalyse gibt es 3 Stunden die Woche oft - vielleicht wäre das ein Kompromiss zwischen Klinik und nur 1x die Woche Therapie.
Psychoanalyse ist auch langfristiger angelegt.

Lass dir Zeit, zu schauen, was das Richtige für dich ist und sprich über deine Bedenken. Bleib in Kontakt mit ihr (hatte erst "mir" geschrieben :oops: , bisschen peinlich gerade ;) ) - wäre meine Idee.
diagnostiziert wurde eine mittlere Depression.

Das Gespräch mit ihr belastet mich heute etwas mehr wie gestern. Denke viel darüber nach.

Ja, sie hat mir auch versichert, dass ich, wenn ich mich für eine Klinik entscheide, dass auch von mir freiwillig sein muss. Sie würde nichts über meinen Kopf entscheiden.

Psychoanalyse macht sie selber leider nicht. Ich werde mit ihr darüber reden, ob sie mich auch längerfristig unterstützen würde. Und ich auch mitteilen, dass ich wg der Arbeit Bedenken habe und mich das alles gerade etwas überfordert.

Gruß
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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von Nicht angemeldet » So Apr 14, 2019 7:07 pm

Hallo Sayeda,
Gast hat geschrieben:
So Apr 14, 2019 5:59 pm

b) Medikamente:
Nach dem was du schreibst ist es ein guter Plan, zunächst zu deiner Hausärztin zu gehen und zu fragen, ob sie einen Tipp hat. Meine jetzige Hausärztin hat wegen Medikamenten einen Psychiater-Kollegen angerufen und nachgefragt (da ich derzeit eine neue Psychiaterin suche) und haben ein Medikament gefunden, das passt. Ich hätte dann zwei Wochen später zu ihm kommen können. Da ich bis dahin eine andere gefunden habe, brauchte es das nicht mehr.

c) Fehldiagnosen: Das kann dir immer wieder mal passieren. Leider. Mir ist das auch schon zwei mal passiert, obwohl ich schon gesagt hatte, dass das nicht passt. Später habe ich dann aber eine wunderbare Psychiaterin gefunden, bei der ich mehrere Jahre war und die nun leider in Rente gegangen ist :-(.
LG, sayeda
Ich denke einfach, dass mich mein Hausarzt einfach besser kennt. Er kennt schliesslich meine (nicht vorhandene) Krankengeschichte. Und ihm vertraue ich in Bezug auf Medikamenten mehr, als einem Psychiater, den ich vielleicht 1x kurz in einem Quartal sehen würde.

Aber ich werde auf jeden Fall zum Arzt gehen müssen. Meine Thera hat sich das notiert. Sie wird mich da mit Sicherheit drauf ansprechen.

Gruß
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~SteinHart~
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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von ~SteinHart~ » So Apr 14, 2019 7:16 pm

Hausärzte haben von Psychopharmaka aber selten Ahnung.

Da kommt es dann nicht selten zu einer Abhängigkeit die nicht sein müsste. Lorazepam (Tavor) wird gern dauerhaft verschrieben von Hausärzten dabei sollte es ein absolutes Notfallmedi sein. Meiner wollte mir IMAP spritzen, na danke... und er ist ein super Hausarzt ansonsten....

Ist aber deine Entscheidung.


SH
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(William Gibson)

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Re: Therapie vs Klinik

Beitrag von Nicht angemeldet » So Apr 14, 2019 7:32 pm

Hallo Steinhart,
~SteinHart~ hat geschrieben:
So Apr 14, 2019 7:16 pm
Hausärzte haben von Psychopharmaka aber selten Ahnung.

Da kommt es dann nicht selten zu einer Abhängigkeit die nicht sein müsste. Lorazepam (Tavor) wird gern dauerhaft verschrieben von Hausärzten dabei sollte es ein absolutes Notfallmedi sein. Meiner wollte mir IMAP spritzen, na danke... und er ist ein super Hausarzt ansonsten....

Ist aber deine Entscheidung.


SH
Ich will ja auch erstmal nur mit ihm darüber reden. Was er meint. Bin nicht wirklich scharf auf Medis. Also erstmal hören und dann entscheiden.

Gruß
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