Therapiebeginn

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Therapiebeginn

Beitrag von Nicht angemeldet » Fr Nov 09, 2018 8:01 pm

Hallo zusammen,

ich hatte gestern ein Erstgespräch bei einer Psychologin.

Im Vorfeld hatte ich mich ca im August bei Ihr für diese Sprechstunde angemeldet. Stand für dieses Gespräch auf der Warteliste, da sie zu der Zeit keine Kapazitäten hatte.

Zwischenzeitlich hatte ich bei einer anderen das Erstgespräch. Dort stehe ich jetzt für eine Therapie auf der Warteliste.

Ende Oktober habe ich nochmal bei der anderen nachgefragt, dass ich jetzt das Erstgespräch woanders hatte, ob Sie mich auch auf Ihre Warteliste für einen Therapieplatz setzen kann. Sie hat dann auch am nächsten Tag geantwortet (das war Freitags), dass Sie sich meldet, wenn Sie einen Termin frei hat, sie würde trotzdem das Erstgespräch führen wollen (ist ja auch verständlich).

Am Montag danach rief sie mich schon an, dass ich in dieser Woche einen Termin bekommen könnte.

Den hab ich natürlich wahrgenommen. Mein erster Eindruck war auch positiv. Sie hat viel erklärt und gefragt. Als ich dann am Ende des Gesprächs nach der Wartezeit fragte, meinte sie, es war gut, dass ich nochmals nach meiner damaligen Anmeldung nachgefragt hätte.

Sie hätte einen Platz, wir könnten dann in der nächsten Woche mit den probatorischen Sitzungen beginnen. Dort würden wir dann beide gucken, ob es zwischen uns passt usw.

Ich warte jetzt seit ca 1 Jahr auf einen Therapieplatz. Habe mehrere kontaktiert. 3 davon sind mir auch sympathisch. 2 habe ich auch öfters kontaktiert, da wurde aber immer auf die Wartezeit verwiesen.

Ich müsste mich jetzt eigentlich freuen, dass es wohl zu klappen scheint. Das hab ich auch kurz nach dem Gespräch.

Aber jetzt zweifle ich, warum das bei ihr so schnell ging. Gerade mal 3 Monate. Bevor sie mir sagte, dass ich in der nächsten Woche wiederkommen könnte, meinte sie, die Wartezeit beträgt in der Regel 1 Jahr.

Kann es sein, dass ich ihr auch "sympathisch" war und sie dies beim dem Erstgespräch gemerkt hat und mich deshalb annimmt? Dass ich evtl weiter auf der Warteliste stehen würde, wenn das nicht der Fall wäre?

Sie meinte, während ich erzählt habe und was ich mir für Ziele setzen würde, dass das sehr gut wäre (Also dass sie denkt, man kann gut mit mir arbeiten).

Es wurde bei ihr und der anderen jeweils Depression und PTBS auf Verdacht bei mir diagnostiziert. Wobei sie mir direkt sagte, dass sie keine Trauma-Ausbildung hat und sie mit mir dann "nur" Stabilisierung machen würde. Ggfs müssten wir dann gucken, je nachdem wie stark sich die PTBS auswirkt, dass ich evtl in eine Klinik gehen, oder dann einen Therapeuten mit der Ausbildung suchen müsste.

Ist das so der normale Weg? Es doll eine Verhaltenstherapie gemacht werden. Wie viele Stunden werden da für beantragt? Könnt ihr mir das sagen?

Ich denke nicht, dass sich die Sache von damals immer noch als Trauma bei mir zeigt. Und es ist ja erstmal nur eine Verdachtsdiagnose. Ich habe, wenn überhaupt, nur geringe Auswirkungen von damals. Im Vordergrund steht bei mir ganz klar die Depression, die aus meiner Meinung nach, anderen Gründen entstanden ist. Natürlich wird das Geschehene schon eine Rolle mitspielen, aber es ist nicht so, dass ich Flashbacks oder Alpträume usw habe.

Ich weiss auch nicht, ob beide eine PTBS diagnostiziert hätten, wenn ich es nicht gesagt hätte (Also nicht genau, was passiert ist, sondern nur, dass es in der Vergangenheit etwas gab).

Bei dem ersten Erstgespräch habe ich noch nicht mal erwähnt, dass es um s*x Gewalt ging. Jetzt bei ihr, habe ich ihre Frage danach nur mit ja beantwortet. Aber das allein kann ja noch nicht die Diagnose rechtfertigen, oder? Das wird sich doch erst in den ersten Sitzungen genau darstellen?

Momentan bin ich etwas verunsichert und mir sind noch viele Fragen in den Sinn gekommen, die ich noch stellen muss. Das ging jetzt bei ihr so schnell. Kann man denn wirklich soviel Glück haben? Nachbarort, auf Anhieb sympathisch und dann noch so schnell?

Vielleicht könnt Ihr mir ja Eure Meinung oder Anmerkungen dazu schreiben.

Ich würde mich freuen.

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I

Gast Lila

Re: Therapiebeginn

Beitrag von Gast Lila » Sa Nov 10, 2018 12:44 am

Hallo,
bei der Verhaltentherapie werden (je nach Krankenkasse) meist 60 (maximal 80) Stunden bewilligt.

Sind die aufgebraucht kann man die Therapie trotzdem fortführen, in dem man einen Wechsel der
Therapieart (meist verbunden mit einem Therapeutenwechsel) vornimmt. Die Krankenkasse kann dann
weitere Stunden bei einer anderen Art der Therapie bewilligen.

Und um auf Nummer Sicher zu gehen, würde ich mich nochmal bei Deiner eigenen Krankenkasse
erkundigen (am besten schriftlich - und auch um schrifliche Antwort bitten) .... dann bist
Du auf der ganz sicheren Seite.

Herzliche Grüße,
Gast Lila

P.S. Und wir hatten auch so einen Fall innerhalb der Familie: uns wurde auch erst gesagt, es dauert
6-9 Monate, und dann hatten wir doch schon nach 3 Monate einen Platz (und nicht weil uns
die Thera so symphathisch fand, sondern ganz einfach, weil Jemand, der so wie Du, auch
bei Mehreren auf Warteliste stand, dann letztendlich doch abgesagt hatte.

Wildi
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Re: Therapiebeginn

Beitrag von Wildi » Sa Nov 10, 2018 10:14 am

Bei mir war es tatsächlich so. Meine Therapeutin hat mich genommen, weil ich ihr sympathisch war. Sie hatte eigentlich keinen Platz, hat es aber so hingebogen, dass ich nach einem Vierteljahr regelmäßig einen festen Termin hatte.

Es kann gut sein, dass jemand aufgehört hat und jetzt ebne plötzlich ein Platz frei geworden ist. Und dann warst du eben da und ihr sympathisch und zack, schon hast du einen Therapieplatz. Glückwunsch!

~SteinHart~
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Re: Therapiebeginn

Beitrag von ~SteinHart~ » Sa Nov 10, 2018 12:28 pm

Es freut mich dass es nun doch so bald geklappt hat.

Du kannst sie übrigens fragen warum das nun so schnell ging und ihr deine Gedanken dazu mitteilen ;)


VT finde ich persönlich SEHR GUT. Das ist was konkretes, zeitlich überschaubar und wenn man gut mitmacht und der Therapeut gut ist, kann man da wirklich etwas bewegen.


Da du dein Hauptproblem in der Depression siehst empfehle ich dir aber einen Psychiater zu suchen, der dich da begleitet. Hausärzte sind, was das betrifft, wirklich nicht erfahren genug. Gerade bei Depressionen, spätestens bei mittelgradigen ist es oft erst möglich richtig Therapie zu machen, wenn man gut auf Medis eingestellt ist.


Depressionen sind tatsächlich gut behandelbar.



Ich wünsche dir, dass das weiterhin gut funktioniert mit euch beiden.



SH
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
(William Gibson)

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Re: Therapiebeginn

Beitrag von Nicht angemeldet » So Nov 11, 2018 9:30 am

Hallo Gast Lila,

vielen Dank, das werde ich machen.

Bisher hat mir keiner der kontaktierten Psychologen etwas zu der Dauer der Wartezeit gesagt. Auch auf Nachfrage nicht. Eine meinte, evtl im Mai 2018. Ich sollte nochmal nachfragen, und dann hiess es nur, es kann dauern. Das hat mich immer etwas zurückgeworfen in meinem Bemühen einen Platz zu suchen.

Ja, vielleicht hatte ich einfach Glück bei ihr. Zur richtigen Zeit nochmal nachgefragt.

Gruß
Nicht angemeldet.

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Re: Therapiebeginn

Beitrag von Nicht angemeldet » So Nov 11, 2018 9:34 am

Danke Wildi,

Das ist schön zu hören, dass es tatsächlich so passieren kann. Man muss doch auch mal Glück im Leben haben!

Ich schau jetzt mal, wie das Gespräch in der kommenden Woche läuft.

Ich hatte vor mehreren Jahren mal den Versuch bei einer Therapeuten gemacht. Diese hätte mir eine Zusage gegeben und beim zweiten Termin dann doch abgesagt.

Das ist bei Menschen, die sowieso Probleme mit dem Selbstbewusstein haben, nicht gerade förderlich. Aber jetzt hab ich ein gutes Bauchgefühl.

LG
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Re: Therapiebeginn

Beitrag von Nicht angemeldet » So Nov 11, 2018 9:45 am

Hallo Steinhart,

schön von Dir zu hören.

Ja, damit hätte ich nicht gerechnet. Zumindest nicht direkt nach der Nachfrage.

Wäre eine gute Idee, gerade weil ich es noch nicht glauben kann, dass es wohl klappen wird.

Ich denke auch, dass VT für mich passend ist. Bei evtl. 60-80 Stunden, dürfte es so ein bis 1,5 Jahren laufen. Das hat mich zwar schon etwas erschrocken, aber die ersten Stunden werden ja allein für die Aufnahme der Probleme, das nähere kennenlernen und das festlegen der Ziele sein.

Was ich erreichen will, hatte sie mich kurz gefragt und ich denke, dass ihr meine Antworten da schon sinnvoll erschienen, so dass sie sich auch vorstellen kann, dass das machbar ist.

Ein Medikament nehme ich zur Zeit, ist vom Hausarzt empfohlen worden. Habe ich auch bei ihr angesprochen. Ich vermute, dass ich sowieso auch nochmal zum Hausarzt muss für diesen Konsiliarbericht, oder wie der heisst.

Behandelbar gut, aber sie meinte, es ist schwierig, da von Heilung zu sprechen, man kann sehr viel verbessern, in der Lebensqualität. Das sieht man ja dann. Muss ja jetzt erstmal richtig starten.

Vielen Dank, das wünsche ich mir auch.

Alles Gute aber auch für Dich. Hab in Deinem Thread mitgelesen, auch wenn ich mich nicht getraut habe, bei Dir zu schreiben. Und ich bin froh, dass Du wieder hier bist!

Gruß
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Re: Therapiebeginn

Beitrag von Nicht angemeldet » Di Nov 13, 2018 8:01 pm

Hallo zusammen,

habe mich jetzt registriert unter meinem Gastnick und wollte von dem heutigen Gespräch bei der Thera berichten. Vielleicht ist dies ja auch für Neulinge im Therapiebereich interessant. Und auch für, die schon länger Therapie machen und evtl neues über den Ablauf erfahren. Kommentare zu meinen in Fett geschriebenen Fragen sind erwünscht.

Das war also heute meine erste probatorische Sitzung. Mein erster Eindruck wurde auch heute wieder bestätigt. Ich wurde sehr freundlich empfangen.

Die Gesprächsatmosphäre war sehr locker würde ich sagen. Zuerst kam der Papierkram. Therapievertrag, dann ob eine regelmäßige Info an den Arzt erfolgen soll (haben vereinbart, dass der Arzt nur kontaktiert wird, wenn es erforderlich ist). Wird das bei Euch so gemacht?

Dann noch der Datenschutz, falls es Kontakt per Mail gibt für Terminvereinbarungen usw. Konsiliarberichts-formular für meinen Hausarzt wurde mir ausgehändigt und 2 Fragebögen, die ich zum nächsten Termin mitbringen soll.

Sie fragte dann als erstes, wie es mir nach unserem ersten Gespräch ginge, was ich gut fand, da ich ihr sagen konnte, dass ich mich anfangs freute und dann in Grübeleien versunken bin, warum das so schnell ging und ob es überhaupt wirklich klappt.

Danach haben wie eine Verhaltensanalyse gemacht, mit einer Situation von gestern, wo ich ein paar der Schwierigkeiten hatte, weswegen ich eine Therapie machen will.

Der nächste Termin ist in 2 Wochen, sie sagte, dass sie überwiegend 2 Wochen Abstände mit den Terminen macht. Anfangs auch wöchentlich, um sich besser kennenzulernen.

Die Beantragung bei der Krankenkasse machen wir gemeinsam (ich denke, wenn ich den Konsiliarbericht wieder abgeben kann. Wurde das auch bei Euch so gehandhabt?

Sie ist jünger als ich, locker drauf, freundlich und informiert auch umfassend. Die knapp 50 Minuten sind auch eigentlich schnell verflogen. Und ich habe gemerkt, dass ich vor und während des Termins weniger nervös war, als zb bei der anderen Thera oder in anderen Situationen, die bei mir Stress auslösen können. Ein gutes Zeichen?

Sie hat mich auch drauf hingewiesen, dass es mir im Rahmen der Gespräche auch mal schlechter gehen könnte. Hätte ich da fragen sollen, was ich dann mache? Wenn dann auch noch 2 Wochen zwischen den Terminen liegen? Fiel mir erst nach dem Termin ein. :oops:

Alles in allem ein guter Start? Was denkt ihr darüber? Habt ihr Infos für mich, was ich unbedingt noch abklären sollte?

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Re: Therapiebeginn

Beitrag von Nicht angemeldet » Mi Nov 14, 2018 7:13 am

Was ich mich noch frage, diese "kurze" Verhaltensanalyse, war das auch so eine Art Test, damit sie einschätzen kann, wie ich dabei "mitarbeite"?

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Re: Therapiebeginn

Beitrag von Nicht angemeldet » So Nov 25, 2018 7:18 pm

Kann ich während der probatorischen Sitzungen auch noch probatorische Sitzungen bei einer anderen Psychologin machen? Also gleichzeitig?

~SteinHart~
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Re: Therapiebeginn

Beitrag von ~SteinHart~ » So Nov 25, 2018 7:29 pm

ja.

Sag aber der Thera evtl. Bescheid. Nicht dass sie übereifrig ist und sch9n den Antrag fertig macht.


SH
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Re: Therapiebeginn

Beitrag von Nicht angemeldet » So Nov 25, 2018 8:45 pm

So wie ich sie verstanden habe, braucht sie für den Antrag erst noch den Konsiliarbericht von meinem Arzt. Das steht für morgen auf dem Programm (hab leider keinen Termin, deshalb kann es sein, dass ich den in der nächsten prob. Sitzung am Dienstag noch nicht vorlegen kann).

Bin mir gerade sehr unsicher, ob sie die richtige Thera für mich ist. Obwohl ich bis vor kurzem ein gutes Gefühl hatte.

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Re: Therapiebeginn

Beitrag von Nicht angemeldet » Di Nov 27, 2018 2:54 pm

Ist es normal, dass die prob. Sitzungen auch schon mal kürzer als 50 Minuten sind :oops: ?

Gast Lila

Re: Therapiebeginn

Beitrag von Gast Lila » Di Nov 27, 2018 3:28 pm

Bei mir waren es insgesamt 45 Minuten vom Rein- und Raustreten a.d. Praxis, wobei noch ca. 10 Min. wg. Vorabklärung
gewisser Dinge an sich draufgingen.

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Re: Therapiebeginn

Beitrag von Aufatmende » Di Nov 27, 2018 4:46 pm

hast du denn angesprochen, dass du dir nicht sicher bist, ob sie die richtige ist und warum du dir nicht sicher bist?
Rückfälle sind Vorfälle!

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