Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber ...

Hier findet Ihr einen Raum, in dem Ihr über alles reden könnt, was in den anderen Foren keinen Platz hat.
Gast Lila

Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber ...

Beitrag von Gast Lila » Mi Nov 07, 2018 9:55 am

... greifend möglich?

Hallo Ihr Lieben,
heute möchte ich mal dasThema Nähe und Distanz innerhalb der Partnerschaft bei Menschen (Frauen) mit unserer Vergangenheit
ansprechen. Wieviel Nähe ist möglich - wieviel Distanz ist nötig!?

Gibt es hier welche mit fester Partnerschaft in getrennten Wohnungen, sind eigene Räume (in die man sich zurückziehen kann)
bei einem komvemtionellen Zusammen-Wohnen möglich und vorhanden, leben Einige in Rollen der Geliebte bzw. Zweitfrau
(weil sie sich ganz normales zwischenmenschliches Miteinander wünschen - zu "dicht" aber nicht möglich, da sie in frühester
Kindheit gelernt haben, zuviel Nähe ist gefährlich und tut weh - obwohl man sich das im Heute doch so sehr wünschen würde)?

Wie ganz konkret habt Ihr diese Problematik für Euch lösen können (die "moralische Keule" möchte ich hier mal
ganz bewusst außen vor lassen). Wieviel Nähe auf Dauer könnt Ihr aushalten ohne zu dissoziieren/ und oder der Psyche
erneut Schaden zuzufügen?

Ist Beziehung nur noch gleichgeschlechtlich (z.B. mit einer Frau) möglich - da eine klassische Beziehung zuviel (Todes)ängste
auf den Plan ruft?

Darüber möchte ich heute gerne sprechen und würde mich über Antworten freuen - wir Ihr ganz persönlich
das so empfindet, was für Lösungsmodelle Ihr da für Euch zu diesem Thema gefunden habt.
Un wieviel Nähe ist überhaupt (noch) möglich bei Menschen mit dieser
unserer speziellen Vergangenheit?

Herzliche Grüße,
Gast Lila

Wildi
Beiträge: 182
Registriert: Fr Feb 09, 2018 4:32 pm

Re: Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber .

Beitrag von Wildi » Mi Nov 07, 2018 10:59 am

Hallo, Gast Lila,

ich bin zu einer Partnerschaft im Augenblick nicht ansatzweise in der Lage.

Ich bin gespannt, was andere schreiben.

Wildi

Gast Lila

Re: Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber .

Beitrag von Gast Lila » Mi Nov 07, 2018 11:22 am

Hallo Wildi,
danke für Deine Antwort. Ist das denn momentan so o.k. für Dich bzw. kannst Du Dich damit arrrangieren?

Hat ja auch ne Menge Vorteile, wenn man sich nicht immer verbiegen und falsche Kompromisse eingehen muss?
Ich für mich bin da ja zeitweise echt ambivalent - wenn die Zwei (oder wieviel, keine Ahnung)in mir sich mal auf was einigen könnten.

Manchmal denke ich, besser alleine nicht unglücklich - dann und wiederum genieße ich die Zeit mit meinem Freund schon sehr.

Aber eigentlich müsste man sich dochmal auf was Festes (in die eine oder andere Richtung) einigen, oder?
Aber irgendwie wird das meinen Anteilen nicht gerecht, irgendeine schreit immer und fühlt sich benachteiligt.
Magst mal schreiben, woran es bei Dir hakt?

LG Lila

Silberfee
Beiträge: 537
Registriert: Fr Jul 17, 2015 3:09 pm
Wohnort: Im hohen Norden

Re: Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber .

Beitrag von Silberfee » Mi Nov 07, 2018 3:39 pm

Ich finde auch, dass es eine spannende Frage ist.
Ich habe eine Familie, also Mann und 2 Kinder.
Und fühle mich im Moment überhaupt nicht wohl. Es ist zu dicht, zu eng.
Oft wäre ich lieber alleine, aber mir den Wunsch zu erlauben, macht schon ein schlechtes Gewissen ( Stichwort: "Rabenmutter").
Manchmal helfen diese ganzen Verpflichtungen, in der Gegenwart zu bleiben. Das ist dann wiederum gut.

Aufatmende
Beiträge: 897
Registriert: Mi Jul 17, 2013 10:26 pm
Wohnort: hinter den Bergen bei den sieben Zwergen

Re: Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber .

Beitrag von Aufatmende » Mi Nov 07, 2018 6:29 pm

So viel Nähe wie möglich. So viel Distanz wie nötig. Den Partner da miteinbeziehen, wo es nicht anders geht und seine Grenzen des Mitleidens und die eigenen Grenzen des Mitteilens achten. So hat es bei uns 30 Jahre lang mit Therapie und Eheberatung und massiven Krisen funktioniert. Mit 2 Kindern und 2 Enkeln. Ich würde es wieder tun, aber es war und ist immer wieder schwierig. Und schön!
Rückfälle sind Vorfälle!

egalabjetzt

Re: Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber .

Beitrag von egalabjetzt » Mi Nov 07, 2018 6:37 pm

hallo gast lila,


ich lebe in einer ehe und habe mehrere kinder. inzwischen, bedingt durch das alter der kinder (alle deutlich im 2-stelligen bereich) kann ich das alles besser aushalten, oft sogar gut. früher, auch als wir noch sehr beengt gewohnt haben, ging es mir sehr schlecht mit der nähe, dem ständigen kontakt zu allen. oft habe ich gesagt, ich brauche einen rückzugsort, es ging aber nicht. ich war dauerhaft total erschöpft, weil ich permanent aushalten musste, dass menschen um die uhr da sind und ich much eben zusammenreißen muss. arbeiten gehen war eine gute möglichkeit, mir auszeiten zu nehmen (paradoxerweise arbeite ich rund um die uhr mit menschen zusammen...)

inzwischen haben wir räumliche trennung geschafft, mein mann und ich haben eigene räume, auch zum schlafen. ich kann, wenn ich es brauche, sogar mein zimmer zuschließen. wenn das bedürfnis nach abstand zu allem da ist, gehe ich stundenlang raus. jetzt geht das, kinder brauchen mich nicht mehr rund um die uhr. mein mann akzeptiert meinen wunsch und mein allein sein müssen sehr sehr sehr. wenn ich wochenlang mauern und abweisen muss, weil ich es anders nicht aushalte, ist es ok für ihn. er kennt die phasen inzwischen und nimmts nicht übel.

den kindern habe ich immer versucht, zu geben, was sie brauchen. das war manchmal sicher zu wenig, rückblickend. ich hatte und habe oft und immer wieder mal mehr, mal weniger, ein furchtbar schlechtes gewissen allen gegenüber, dass ich so verkorkst bin. manchmal so schlimm, dass ich lieber tot sein will/wollte, als meinen liebsten menschen mich weiter zuzumuten. in guten phasen weiß ich, dass tot sein niemals eine alternative sein darf. es geht und ging auch anders, weil alle wissen, dass ich manchmal mehr ruhe brauche als andere. das konnte ich immer gut kommunizieren, altersangemessen.

gleichgeschlechtliche beziehungen hatte ich vor meinem mann auch. das hat aber an dem nähe nicht aushalten können und dem wunsch nach räumlicher trennung nuchts geändert und war genau so vorhanden.

soweit erstmal.

liebgrüß,
egalabjetzt

Mucki
Beiträge: 159
Registriert: Mi Jan 17, 2018 10:27 pm

Re: Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber .

Beitrag von Mucki » Mi Nov 07, 2018 11:04 pm

Ich lebe allein, seit ich 17 bin. 3 sehr kurze Beziehungen bin ich eingegangen, weil man "das doch so macht", habe aber erkennen müssen, dass ich keine Liebesbeziehung leben kann. Nähe wünsche ich mir dennoch und das nun schon so viele Jahre, denn inzwischen bin ich 52 Jahre alt. Ich habe auch die Hoffnung aufgegeben, jemals eine Liebesbeziehung führen zu können und habe mir mein Leben so eingerichtet, dass ich zurecht komme. Es gibt aber immer wieder Phasen, in denen ich gerne zu jemandem gehören würde, für jemanden wichtig sein, mich anlehnen können.......

Gast Lila

Re: Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber .

Beitrag von Gast Lila » Fr Nov 09, 2018 7:08 am

Danke für Eure zahlreichen Antworten, ich lese sie mir alle noch gründlichst durch.
Also fürs Erste gibt es ja wohl ganz unterschiedliche Modelle in Bezug auf Partnerschaft - hängt wahrscheinlich
auch mit dem Resilienzfaktor oder auch des Noch-Ab/Weg-spalten-Könnens der Erlebniss von früher
zusammen.

Was mich auch noch interessieren würde, ob es Jamendem gelungen ist so eine Art partnerschaftlu<iche
WG aufzumachen. Es gibt ja auch Männer mit gleichen Erfahrungen, die sich zwar auch Körpernähe, aber
eben keinen Sex (mehr) wünschen ... oder eine WG mit Jemandem, der vielleicht schon von Haus
aus asexuell ist?

Also nicht so das Modell, man lernt nen Mann kennen, kriegt Kinder mit ihm (weil die Vergangeheit
noch weggespalten ist), und dann im Zuge der weiteren Aufarbeitung geht die Fähigkeit der körperlichen
Liebe verlorgen ... und der Partner arragiert sich damit -notgedrungen, oder weil das Thema für ihn auch
nicht so wichtig ist-, oder man arbeitet die Möglichkeit einer Zweitfrau/Geliebten mit Einverständnis
aller heraus!? Kennt Ihr sowas?

Spielt vielleicht fas Alter auch eine nicht zu unterschätzende Rolle; ist man noch jünger, ändert man
vielleicht doch noch Tiefergreifenderes, ist man älter arrangiert man sich vielleicht eher!?
Vielleicht so in der Art?

Aber es bleibt ja trotzdem das Gefühl des zu Nahen (wodurch man sich auch ohne Sx, nur durch
bloße Anwesenheit) wieder getriggert fühlt? Weil man diese Endlosloschleife im Gehirn,
jetzt ist Jemand zu nah (gilt übrigens nicht für Kinder oder Frauen/Freundinnen, sondern
nur für die Herren der Schöpfung - da i.d. Kindheit von einem Mann aufs massivste
mb). Wie geht Ihr damit um?

LG und Danke, dass Ihr mich an Euren Gedanken teilhaben lasst.


P.S. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten :)

Benutzeravatar
kleine Bärin
Moderator
Beiträge: 10272
Registriert: So Aug 12, 2007 11:17 pm

Re: Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber .

Beitrag von kleine Bärin » Fr Nov 09, 2018 6:45 pm

verschiedene namen in einem thread können durchaus irritieren...ich hab das mal geändert...
for those who fight to light the dark: Bild

Ich habe die Verantwortung für mein Leben und meine Taten.

Aufatmende
Beiträge: 897
Registriert: Mi Jul 17, 2013 10:26 pm
Wohnort: hinter den Bergen bei den sieben Zwergen

Re: Frage nach einer gewissen Distanz i.d. Partnerschaft - nur in getrennten Wohnungen bzw. städte- oder kontinentüber .

Beitrag von Aufatmende » Fr Nov 09, 2018 6:45 pm

Ich habe meine Erinnerungen erst wiedergefunden, als meine Kinder schon in Kindergarten und Schule waren. Dann, als ich das erste Mal Zeit für mich allein hatte und die Umgebung sicher war.
Die Sexualität ist aber erhalten geblieben und hat sich mit erheblichen Spannungen in der Ehe und imaginativen Klimmzügen von mir über die Jahre vertieft und verbessert. Heute geht viel mehr als früher und mein Mann kann mich "rausholen", wenn ich doch mal dissoziiere.
Die Nähe trifft ja nicht nur den Partner, sondern jede Beziehung. Mit dem Grad von Heilung durch Therapie und viel, viel, viel Eigenarbeit sind auch alle meine Beziehungen nah und tief und vertraut und sicher geworden.
Rückfälle sind Vorfälle!

Antworten