Ptbs Assistenzhunde

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lara64unl

Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von lara64unl » Di Okt 15, 2019 7:42 am

Da ich hier ja so vehement mich gegen das Streicheln einsetze, und das mache ich für ALLE Tiere aber das es hier um Hunde geht im Besonderen.

Rechtlich betrachtet ist mein Hund mein Sacheigentum (BGB...§§?) und für diesen trage ich dann eben auch die Verantwortung. Bis dahin, dass ich für Sachschäden, und dazu gehört eben auch wenn mein Hund jemanden aus "Notwehr" beißt und dabei verletzt.

Also wenn hier die Erwachsenen meinen sie könnten das gut "erkennen" und möglicherweise vielleicht auch Hunde erlebt haben, die auf sie zuliefen (ich als Halterin würde das im übrigen höchst kritisch sehen, ebenso unsere beiden Trainerinnen..) der kann sich ja mal überlegen, welches Beispiel sie/er für ein Kind ist. Dieses das Verhalten beobachtet, entsprechend der Entwicklung nachahmt, und ggf. entsprechend seiner/seines Entwicklungsstandes noch nicht in der Lage ist, angemessen und adäquat sich einem Hund zu nähern, mal ganz abgesehen von anfassen und streicheln. Und dann kommt was ja immer wieder kommt, und wo ich "für gar keinen Hund (egal welcher Rasse) die Hand ins Feuer lege" der Hund schnappt zu und verletzt das Kind. Weil das Kind seine Körpersprache nicht lesen konnte, weil der Hund sich so sehr bedrängt, oder eingeengt fühlt, dass er entsprechend des Triebes reagiert. Dann ist die/der Hundehalter der böse und blöde und konnte seinen Hund nicht im Zaun halten, und darf dann mit den Schaden auch noch begleichen.

Ich fasse ungefragt überhaupt kein Tier an, weder den Hamster meines Patenkindes noch die Katze vom Nachbarn. Und die läuft auch permanent auf mich zu, legt ihren Kopf auf meine Füße. Das ist für mich noch lange nicht das Signal dass Katze oder Katzenhalter möchten, dass ich die Katze berühre.

Und ihr dürft das gerne alle anders sehen - vermutlich bis zu dem Moment wo im direkten Umfeld etwas geschieht.
Für mich ist das wie mit meinen Kindern oder eben auch mit anderen Dingen im Leben, die nicht mein Eigentum sind. Ich greife doch wenn ich zum ersten Mal eingeladen bin bei einem Menschen den ich nicht so gut kenne, auch nicht ungefragt in dessen Bücherregal oder CD Sammlung und hole mir etwas entsprechendes aus dem Regal, nur weil es mich interessiert. Da frage ich zumindest bei den ersten Kontakten nach, oder ihr etwas alle nicht :roll: .

Mittlerweile stehe ich dem Thema ziemlich kritisch gegenüber. Wenn man so labil ist und mit seinem Grenzen Probleme hat, wie bringt man dann dem Hund ein gesundes Verhältnis zu anderen Menschen bei?
Wer ist denn hier labil mit den Grenzen. Weil ich eindeutige Grenzen setzte, bin ich doch noch lange nicht labil.

Wie Sayeda schon gut beschrieben hat, Hundeausbilder und auch in vielen entsprechenden Foren von Menschen die schon lange Hunde halten, Züchten etc. schreiben und sich austauschen, wird immer wieder gesagt, dass genau das eben ein No-Go ist- den Hund ungefragt anfassen.

Gerade weil mein Hund für mich eben KEIN Eigentum darstellt, sondern ein Säugetier mit entsprechenden Regungen und Bewegungen, die eben nicht alle Menschen zu lesen verstehen, habe ich die Aufgabe für ihn zu sorgen. Siehe oben..wer Yoda zu lesen versteht, der sieht ganz schnell dass er zum Beispiel nur an sehr wenigen Stellen am Körper von anderen Menschen außer mir angefasst werden mag. Und das ist definitiv nicht der Kopf..den fast alle Menschen mal so als erstes anfassen. Ja er dreht den Kopf zu Seite, ja bisher hat er noch nie zugeschnappt - weil wir die Beißhemmung mehr als ausführlich geübt haben, aber er würde im Zweifelsfall auch zuschnappen..die Situation hatten wir schon beim Tierarzt.

Shalom - lara64

Imagica
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Imagica » Mi Okt 16, 2019 3:21 pm

Hallo Zusammen,

also ich habe ehrlichgesagt keine Ahnung von PTBS-Assistenzhunden, aber von Hunden im allgemeinen sehr wohl. Ich bin mit Hunden aufgewachsen, habe selbst einen Welpen großgezogen und so die ersten 18 Jahre meines Lebens durchgehend mit Hunden verbracht. Zur "Katzendienerin" bin ich erst später geworden ;-)

Wir hatten ausschließlich große Hunde, also alles was ich jetzt schreibe, bezieht sich auf meine Erfahrung mit großen Hunden. Kleinen Hunden bin ich natürlich schon oft begegnet und es gab Zeiten, da habe ich auch kleine Hunde vorübergehend betreut, aber das war eben immer nur mal ein paar Wochen.

Als erstes mal die Sache mit dem über den Kopf streicheln, würden Hunde ja grundsätzlich nicht mögen und sich nur notgedrungen gefallen lassen. Bei kleinen Hunden kann ich mir das zwar vorstellen, weil wenn dann so eine verhältnismäßig große Hand ankommt, kann man schonmal Angst kriegen. Aber unsere großen Hunde haben das geliebt! Wenn man die nicht am Kopf gestreichelt hat, haben sie mit der Schnauze unter die Hand gehebelt und die Hand dann förmlich hochgeworfen, bis sie auf dem Kopf des Hundes lag. Und dann wurde gebettelt und gewartet bis man endlich losgestreichelt hat!

Wenn ein fremder Hund auf mich zuläuft, erkennt er mich noch immer direkt als Hundemensch, auch wenn ich schon seit vielen Jahren Katzen habe. Und die meisten fordern dann auch ganz aktiv das gestreichelt werden, indem sie eben diese Hebelbewegung an meiner Hand machen. Und wenn Hund mich darum bittet, dann komme ich ganz selbstverständlich der Bitte nach, denn ich finde, ein Hund ist ein eigenständiges Wesen was selbst entscheiden kann, ob es gestreichelt werden will oder nicht. Da ist es mir dann auch völlig egal was der Mensch davon hält, wenn der Hund mich bittet, entspreche ich dem Wunsch. Wenn ein Hund mich nicht auf diese Art auffordert, lasse ich es. Ich respektiere da voll und ganz den Wunsch des Hundes und genau das bringe ich auch meinen Kindern so bei.
Leckerlies würde ich allerdings niemals einem fremden Tier geben, denn das Tier kann mir selber nicht sagen, ob es überhaupt alles verträgt oder nicht. Davon abgesehen gibt es leider genug echt bösartige Menschen, die Tiere vergiften, weiß ich aus eigener bitterer Erfahrung.

Und nur weil ein Mensch mal einen Hund gestreichelt oder ihm Leckerlies gegeben hat, heißt das noch lange nicht, daß der Hund keine Abwehrmaßnahmen mehr gegen diesen Menschen ergreifen würde, wenn es nötig wäre. Das wäre ja noch schöner, da bräuchte ein Einbrecher ja nur nett und lieb zum Hund sein und schon würde der ihn gewähren lassen?! Nein, so funktioniert das nicht!
Beispiel: Wir wohnten in einem Mehrfamilienhaus und mein Zimmer war außerhalb der Wohnung, ein ausgebautes Dachbodenzimmer. Ein sehr alter und sehr netter Mann wohnte auch im Haus, streichelte unseren Hund oft, und gab ihm auch häufger (nachdem er uns gefragt hatte) was zum Fressen. Unser Hund mochte ihn sehr gern und hat sich immer gefreut ihn zu sehen. Aber eines Tages hat der alte, sehr neugierige Mann beschlossen, mal in mein Zimmer zu gucken. Das durfte er natürlich nicht. Und mein Hund ist auf der Stelle aufgesprungen und hat abgrundtief geknurrt. Der Mann hatte die Tür nur 5 cm geöffnet, das hatte schon gereicht. So schnell konnte man kaum gucken, wie er die Tür mit rufen "Entschuldigung! Entschuldigung!!" wieder zugeknallt hat. Ich hatte überhaupt noch garnix gesagt, weil ich gerade nichtmal in die Richtung geguckt hatte. Mein Hund hatte es vor mir bemerkt und sofort reagiert. Er mochte den Mann gerne, aber in meinem Zimmer hatte er nichts zu suchen, das war meinem Hund auf der Stelle klar. Ohne das ich auch nur ein Wort hätte sagen brauchen.
Insofern verstehe ich nicht so ganz, warum man PTBS-Assistenzhunden so unbedingt beibringen muß, sich von niemandem streicheln zu lassen, denn für mich liegt das in der Natur des Hundes als freundliches und herzliches Wesen, was eben auch gerne "geherzt" werden möchte. Für mich persönlich käme das nie in Frage, meinem Hund seinen Wunsch nach Zuneigung zu verbieten.

Ich bin im übrigen NICHT alle vier Stunden nachts aufgestanden, als ich einen Welpen hatte. Wenn ich mal nachts aufgewacht bin weil ich selbst mal aufs Klo mußte und dann dachte, ich geh mal schnell mit dem Hund raus, der muß sicher mal, habe ich allenfalls vorwurfsvolle Blicke von ihm geerntet und er hat sich keinen mm bewegt. Es schien eher als wollte er mich fragen, ob ich jetzt denn völlig durchgeknallt wäre mitten in der Nacht mit ihm rausgehen zu wollen :D

Liebe Grüße,
Imagica

Hühnergott
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Hühnergott » Mi Okt 16, 2019 4:52 pm

Also, so ganz verstehe ich das nicht. - Was ist denn bitteschön so schwierig und schlimm daran, den Hundehalter zu fragen, ob der Hund gestreichelt werden darf?

Ich finde es ziemlich schräg, nur weil der Hund mir signalisiert, dass er gerne gestreichelt sein möchte von mir, den Wunsch des Hundehalters zu ignorieren und ganz bewußt zu missachten.

Es gibt Gründe für den Hundehalter, warum er das nicht möchte und ganz egal, ob ich das nun verstehe oder auch nicht, ich habe das zu respektieren und zu beachten.

Ich würde meinem Kind niemals beibringen, einen Hund zu streicheln, nur weil er den Wunsch signalisiert. - Vielmehr würde ich meinem Kind beibringen, den Hundehalter zu fragen und Grenzen zu respektieren und zu achten.

Ja, auch mein Hund wird gerne geherzt und liebt es Zuneigung zu bekommen aber ich bin diejenige die entscheidet, von wem er das bekommt und wo ich doch eher " Bitte nicht " sage. - Wird dieses " Bitte nicht " einfach übergangen, da kann ich dann aber auch etwas barsch reagieren, weil da Grenzen nicht beachtet werden.

T...

Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von T... » Mi Okt 16, 2019 4:57 pm

Ich kann dem von Imagica nur zustimmen.
Ich kenne etliche Hunde, die dieses Verhalten mit der Hand zeigen und es sichtlich genießen, wenn der Kopf gekrault wird.
Wenn Hunde aggressiv reagieren, wenn sie von fremden Menschen/Kindern angefasst werden, dann ist das ein Zeichen, dass sie es eben in der Sozialisierung nicht ausreichend gelernt haben, dass das dazugehört und sie das selbst, wenn es ihnen nicht gefallen sollte, in gewissem Rahmen ohne Aggression tolerieren müssen. Ansonsten stellen solche Hunde eine Gefahr beispielsweise für Kinder dar, die noch nicht gelernt haben, dass man fremde Hunde nicht ohne Fragen streicheln sollte. Mit so einem Hund würde ich mich nicht ohne Maulkorb in der Öffentlichkeit bewegen wollen, weil ich zwar eine Hundehalterhaftpflicht habe, aber nicht möchte, dass ein bis dahin tierliebes und unbedarftes Kind durch meinen unsozialisierten Hund zu Schaden kommt und Angst vor diesem wunderbaren Haustier entwickelt.
Deswegen habe ich es immer zugelassen, dass mein Hund gestreichelt wird, damit er gut sozialisiert wird und auch heute bin ich gerne dazu bereit, weil ich in einer Gesellschaft leben möchte, die Hunde als liebenswerte Begleiter akzeptiert. Dadurch dass Menschen mit meinem Hund (und mir) eine positive Begegnung haben, indem ich freundlich bin und sie den Hund streicheln dürfen, möchte dazu beitragen, dass es weniger Konflikte und mehr Toleranz zwischen Nicht-Hundehalter und Hundehaltern gibt. (siehe Giftköder-Problem)
Eltern von Kindern habe ich, aber auch schon daraufhin gewiesen, dass es besser ist, wenn das Kind lernt vor dem Streicheln zu fragen, nicht wegen mir, aber weil es eben viele schlecht sozialisierte Hunde gibt.
Ich bin auch mit meinem Welpen nicht nachts nach 4 Stunden raus und dazu ist ein Kennel oder Laufstall wunderbar und natürlich ist das keine Tierquälerei oder ein Problem mit dem Tierschutz, weil das dem natürlich Verhalten und den Bedürfnissen des Welpen entspricht.

~SteinHart~
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Okt 16, 2019 5:08 pm

Lara, kann es sein, dass auch du in geschriebenes dein eigenes Bild hineininterpreierst.

Um mal bei den von mir genannten Beispielen zu bleiben. Ich heiße übrigens SH und alle anderen die nach dir geantwortet haben kann man auch beim Namen nennen . Das kann man schrieben, statt zum Beispiel von einigen zu reden ;)
Worum geht es jetzt eigentlich, um die (angeblichen) Grenzen vom Hund, oder um Gefährdung durch das Verhalten des Hundes?


Der Hund der Kollegin meiner Thera:
Stand im Flur, ich im Wartezimmer. Wollte offensichtlich ins Wartezimmer. Sah Besitzerin an. Die Fragte mich ob es in Ordnung ist wenn sie rein kommt. Ja.
Hund ließ sich streicheln, drückte sich an mich.
Besitzerin wollte sie wieder raus haben. Rief. Hund reagierte mit sich neben mich setzen.

Nach einigem hin und her (ich hatte direkt aufgehört zu streicheln, machte nichts mehr) mittlerweile war der Hund ihr ausgewichen und setzte sich hinter mich. Zog sie sie da weg und nahm sie mit.

Also der Hund wollte absolut gestreichelt werden und ich wollt streicheln und die Besitzerin war auch einverstanden.

Auch die Bera hatte gefragt ob ich etwas gegen die Hunde habe, ob das in Ordnung ist dass sie im Raum sind zum Beispiel. Ansonsten sehr ähnlich wie das eben geschilderte.

Klar besteht die Möglichkeit dass auch in so einer Situation geschnappt wird, oder es irgendwie zu einem Kratzer kommt, oder, oder... es könnte auch sein dass ich dem Hund schade, durch auf die Pfote treten, oder, oder, oder...
Das Leben ist riskant ;)


Der nett verpackte Vorwurf, ein schlechtes Beispiel für Kinder zu sein... Nun, ich für meinen Teil gehe nicht "ungefragt" auf einen Hund zu und wenn ein Hund auf mich zugerannt kommt, schau ich nach dem Besitzer, um herauszufinden ob das jetzt direkt gefährlich sein könnte.
Also unterstelle Menschen die "pro streicheln" sind nicht gleich fahrlässiges Verhalten.

In der Öffentlichkeit bin ich persönlich übrigens generell für einen Maulkorb und Leine und ja ich weiß das mögen die Hunde und deren Besitzer oft nicht. Aber in Menschenmengen, Zügen, auf Plätzen, in Geschäften, generell in öffentlichen Einrichtungen kann es passieren dass man dem Hund auf den Schwanz tritt, er überfordert ist, oder sonst was … und in den Situationen ist es wahrscheinlich dass der Hund zuschnappt. Das ist keine Kritik am Tier, ich finde das auch an sich nicht schlimm, sondern normal.



Nun, du hast ja beschrieben wie dich das genervt hat dass er gestreichelt und gefüttert werden sollte. Zwar kann ich den Ärger darüber verstehen, aber deine Reaktion finde ich ziemlich daneben. Generell, aber auch für den Hund. Ich gehe mal davon aus, dass wildfremde Menschen ungefragt umarmen dir auch eher unangenehm ist(?) und im Grunde wolltest du durch diese Aktion zeigen wie scheiße du das Verhalten findest(?)
Da frage ich mich wie das für einen Hund ist. Dem konntest du dein Handeln ja kaum hinterher in aller Ruhe erklären.

Das meinte ich auch mit "labil" auch wenn das Wort tatsächlich nicht so richtig gut passt.

Diese PTBS Hunde sollen ja mitunter dabei helfen öffentliche Orte aufsuchen zu können. Wie bitte soll das entspannt erlernt werden können? Ich frage mich das ernsthaft. Wenn der Hundeführer doch total unentspannt ist in solchen Situationen, wie soll der Hund lernen da nicht selbst eine Ambivalenz zu entwickeln.

Bei dir Lara geht's, wenn ich das richtig erinnere hauptsächlich um das Anzeigen von dissoziativen Zuständen(?) das ist ja nochmal ein wenig anders, als das eben genannte. Ich frage mich nur wann der Hund dann mal "frei" hat. Das kann ja jederzeit passieren. Daheim, unterwegs, immer und überall. Das soll keine Kritik sein, ich frage mich nur wie das für den Hund ist, ob er permanent in Habachtstellung ist, sein soll?
Wann ist er dein Privathund und wann nicht?

Ich persönlich möchte Privathunde nicht unbedingt in sämtlichen Einrichtungen des öffentlichen Lebens akzeptieren müssen. Im Dienst als Blindenhund zum Beispiel finde ich, ist das etwas anderes. Sie gehen ja in dem Moment ihrer Aufgabe nach. Warum aber sollte ein normaler Hund, oder ein Hund außer Dienst ins Museum, Kino, oder sonstiges mitgenommen werden (dürfen)


Ach ja eines noch, natürlich ist es ein Nogo einen Hund ungefragt anzufassen.
Nur, nicht jeder Mensch da draußen hatte mal einen Hund und noch weniger haben wohl tatsächlich ein wenig Ahnung von Hundehaltung, möglichen Gefahren, natürlichen Verhaltensweisen etc. Und ja da ist es zum Beispiel in deiner Verantwortung dafür zu sorgen dass deinem Hund nichts geschieht und er niemandem Schaden zufügt. Die Mittel der Wahl sind da sehr unterschiedlich. Ungefragt fremde Menschen umarmen ist wohl eine davon ;)
Egal was die anderen tun, es wird immer (auch) deine Verantwortung sein, dafür zu sorgen dass die Reaktion deines Hundes keinen Schaden anrichtet, oder ihm selbst schadet.

Dass der Hund es evtl. mag gestreichelt zu werden, auch wenn du das nicht möchtest, verletzt evtl. sogar deine Gefühle. Tiere haben eben nicht automatisch die selben Grenzen, Wünsche und Bedürfnisse wie ihre Besitzer.
Ich könnte jedes mal vor Eifersucht grün werden wenn meine Kater, BEIDE, ständig bei Besuchern auf dem Schoß hocken, statt zu mir zu kommen ;) Sind halt eigenständige Wesen.



Ich denke dass die eigenen Grenzen, die vom Hund und Schadenshaftung unterschiedliche Themen sind.

Nichts anderes hat Evu meiner Meinung nach geschrieben. Der Ursprungspost war da noch eindeutiger, finde ich. Die Grenzen vom Hund sind andere als die vom Besitzer.

Unabhängig davon steht der Besitzer in der Verantwortung und hat letztendlich das letzte Wort.

SH
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Sayeda
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Sayeda » Mi Okt 16, 2019 6:49 pm

warum man PTBS-Assistenzhunden so unbedingt beibringen muß, sich von niemandem streicheln zu lassen
Weil sie dann von ihrer Aufgabe abgelenkt werden. Wenn ein Assistenzhund sein Geschirr an hat, soll er bei seiner Arbeit nicht gestört werden. Oder würdest du auch einen Lawinenhund, Katastrophenhund oder Blindenhund bei seiner Arbeit stören?

Und die Hunde machen ihre Arbeit gerne. Deshalb gibt es ja die verschiedenen Rassen, die jeweils auf die entsprechende Aufgabe hin gezüchtet sind. Wenn Hunde keine Aufgabe haben, dann gehen sie entweder jämmerlich ein oder werden oft zu Problemhunden. Ich muss da beispielsweise an so manch gestörten Border Collie denken … .

Und nochmal: wer sich professionelle mit der Hundesprache und Hundehaltung auseinander gesetzt ist sehr sparsam mit dem Streicheln. Weil es nicht den Hunden entspricht. Da gibt es weit passendere Belohnungs- und Beziehungsstärkungsmethoden. Sind wir doch ehrlich: den meisten geht es hier doch nicht um die Hunde, sondern um das eigene Bedürfnis einen Hund streicheln zu wollen.
Kürzlich erklärte mir eine Tierheimleiterin bei einem Kurs, dass es den Hunden hoch anzurechnen sei, dass sie sich diese Streichlerei idR gefallen lassen würden.
Ich selbst hatte auch schon einen Hund und musste bei undetrainerinnen feststellen, wie viel ich falsch gemacht habe. Ich musste umlernen und auch heute fällt es mir schwer, Besitzer*innen nicht einfach zu fragen, ob ich ihren Hund streicheln darf. Vor allem wenn ich eine „Knutschkugel“ sehe. Aber aus Respekt vor dem Hund und auch des Besitzers mache ich das nicht. Falls der Hund dann meine Nähe sucht und offensichtlich gestreichelt werden möchte, dann streichle ich ihn nach Absprache am Rücken, an den Ohren oder vorne am Bauch. Das sind die für Hunde angenehmen Stellen.

A
lso, so ganz verstehe ich das nicht. - Was ist denn bitteschön so schwierig und schlimm daran, den Hundehalter zu fragen, ob der Hund gestreichelt werden darf?

Ich finde es ziemlich schräg, nur weil der Hund mir signalisiert, dass er gerne gestreichelt sein möchte von mir, den Wunsch des Hundehalters zu ignorieren und ganz bewußt zu missachten.

Es gibt Gründe für den Hundehalter, warum er das nicht möchte und ganz egal, ob ich das nun verstehe oder auch nicht, ich habe das zu respektieren und zu beachten.
Genau so ist es. Auch wenn ich jetzt Schläge bekomme: Ich glaube, es ist purer Egoismus und das Bedürfnis, eigene Bedürfnisse zu stillen.
In der Öffentlichkeit bin ich persönlich übrigens generell für einen Maulkorb und Leine und ja ich weiß das mögen die Hunde und deren Besitzer oft nicht. Aber in Menschenmengen, Zügen, auf Plätzen, in Geschäften, generell in öffentlichen Einrichtungen kann es passieren dass man dem Hund auf den Schwanz tritt, er überfordert ist, oder sonst was … und in den Situationen ist es wahrscheinlich dass der Hund zuschnappt. Das ist keine Kritik am Tier, ich finde das auch an sich nicht schlimm, sondern normal.
Stand das irgendwo zur Debatte? Wenn ich nicht gezielt irgendwo hin muss/ möchte und ich weiß, dass mein Hund nicht speziell dafür vorbereitet ist, nehme ich ihn auch nicht mit.

Allerdings machen bzgl. Maulkorbpflicht Assistenshunde eine Ausnahme, da sie sonst teilweise ihre Arbeit nicht tun können.
Diese PTBS Hunde sollen ja mitunter dabei helfen öffentliche Orte aufsuchen zu können. Wie bitte soll das entspannt erlernt werden können? Ich frage mich das ernsthaft. Wenn der Hundeführer doch total unentspannt ist in solchen Situationen, wie soll der Hund lernen da nicht selbst eine Ambivalenz zu entwickeln.
Dafür gibt es dann die Unterstützung durch die Assistenzhundetrainerin. Solche Situationen werden in der Ausbildung geübt.
Bei dir Lara geht's, wenn ich das richtig erinnere hauptsächlich um das Anzeigen von dissoziativen Zuständen(?) das ist ja nochmal ein wenig anders, als das eben genannte. Ich frage mich nur wann der Hund dann mal "frei" hat. Das kann ja jederzeit passieren. Daheim, unterwegs, immer und überall. Das soll keine Kritik sein, ich frage mich nur wie das für den Hund ist, ob er permanent in Habachtstellung ist, sein soll?
Wann ist er dein Privathund und wann nicht?
Diesen Unterschied braucht ein Hund nicht. Ein Herdenschutzhunde hat ja auch keine offizielle freie Zeit ... Wenn es genug Zeiten gibt, in denen er sich ausruhen oder anderweitig (beispielsweise mit toben oder Gassigehen) ausgelastet wird, dann ist das für den Assistenzhund kein Problem.
Immerhin döst und schläft ein Hund ca. 14 Stunden. Auch das lerne ich in der Ausbildung, wie ich das machen kann.
Ich persönlich möchte Privathunde nicht unbedingt in sämtlichen Einrichtungen des öffentlichen Lebens akzeptieren müssen. Im Dienst als Blindenhund zum Beispiel finde ich, ist das etwas anderes. Sie gehen ja in dem Moment ihrer Aufgabe nach. Warum aber sollte ein normaler Hund, oder ein Hund außer Dienst ins Museum, Kino, oder sonstiges mitgenommen werden (dürfen)
Es ging hier um Assistenzhunde und Assistenzhunde bei der Arbeit im Speziellen.
Unabhängig davon steht der Besitzer in der Verantwortung und hat letztendlich das letzte Wort.
Genau. Und deshalb frage ich vorher ;-).

LG, sayeda
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Okt 16, 2019 7:03 pm

Das mit dem Maulkorb schrieb ich wegen dem letzten Post von Lara.
Wie gesagt ich finde ein Hund sollte in Zügen usw. grundsätzlich einen tragen (müssen)
Das hat meist auch den Effekt, dass der Reflex ihn unbedingt streicheln zu wollen bei vielen direkt erstickt wird, denke ich mal ;)


Wann ist denn ein Assistenzhund ein Privathund? Gar nicht?

Bei Lara wird sehr deutlich dass der Hund und sie privilegiert behandelt werden. Der Hund durfte und darf an Orte wo Hunde normalerweise nicht erlaubt sind. Muss man sie also immer und grundsätzlich überall akzeptieren?

SH
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Sayeda » Mi Okt 16, 2019 7:21 pm

Hallo SH,

was verstehst du denn unter Privathund?
Bei Lara wird sehr deutlich dass der Hund und sie privilegiert behandelt werden. Der Hund durfte und darf an Orte wo Hunde normalerweise nicht erlaubt sind. Muss man sie also immer und grundsätzlich überall akzeptieren?
Ein Assistenzhund ist offiziell ein Hilfsmittel wie ein Rollstuhl oder ein Blindenführhund. Würdest du einem querschnittsgelähmten oder blinden Menschen verbieten wollen, an bestimmten Orten ihren Rollstuhl oder Blindenhund mitzunehmen?

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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Okt 16, 2019 7:27 pm

Ich frage mich einfach ob ein Assistenzhund nur Sonderstatus hat, wenn er im Dienst ist, oder grundsätzlich?

Ein Rollstuhl bellt im Allgemeinen nicht, oder riecht, oder führt zu einem Ausschlag bei Allergie, außerdem ist er eben immer und grundsätzlich ein Rollstuhl, Gegenstand, Ding das einen Defekt kompensieren helfen soll. Ein Hund ist doch aber auch einfach mal nett zu haben, ein Haustier eben.

SH
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Sayeda » Mi Okt 16, 2019 7:42 pm

Also ... da es wirklich kein Spaß ist, den Menschen in öffentlichen Einrichtungen zu erklären, was ein Assistenzhund ist, wird sicher niemand einen Assistenzhund einfach so mitnehmen. Es braucht oft ein Attest, Erklärungen, es gibt blöde Fragen und mehr.

Wenn du mal versuchst dich in das Thema reinzudenken: Was denkst du denn, weshalb wir einen Assistenzhund haben? Das Trauma tragen wir alle mehr oder weniger in mehr oder weniger ausgeprägten Smptomen mit uns herum. Und du weißt selbst, dass öffentliche Einrichtungen, das Einkaufen und anderes mehr kein Spaß ist. Und es ist eben so wie auch bei Autismus-Assistenzhunden oder Diabeteswarnhunde - sie erleichtern einem immer das Leben. Und es geht ja tatsächlich so, einen "Defekt" zu kompensieren.

Ich hatte mal einen Contergangeschädigten Kollegen. Der bekam einen entsprechenden Umbau seines Autos bezahlt. Es war eine Corvette. Er hatte sicherlich auch Spaß mit seinem Auto und durfte trotzdem alle Straßen benutzen ;-)

Meine Hündin riecht nicht, gut ausgebildete Assistenzhunde sind keine "Beller" und wenn du sie nicht anfasst, wirst du auch einen Ausschlag bekommen ;-).

Priviligiert würde ich es übrigens nicht nennen. Nach dem Antidiskriminisierungsgesetz geht es um die Möglichhkeit der Teilhabe. Und mal so einen Hund zu kaufen, das macht man sicher auch nicht. Es braucht vieles, was gereget werden muss. Die Ausbildung ist anstrengend und es ist echt teuer. Meine Hündin wird ca. 14.000€ kosten, wenn sie fertig ausgebildet ist. Und das nur, weil ich sie selbst zur Assistenzhündin ausbilde. Sonst kannst du mit 20.000 - 24.000€ rechnen. Ich versuche es derzeit über den Fond zu finanzieren.

Und selbst wenn es ein Privileg wäre. Was ist das Problem?

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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Sayeda » Mi Okt 16, 2019 7:46 pm

Und noch etwas zu deiner Idee, einen Hund zu nehmen, der nicht zum Streicheln einlädt (wie beispielsweise ein Dobermann). Es gibt viele Kriterien, die ein Hund erfüllen muss, um Assistenzhund sein zu können. IdR sind Dobermänner nicht als Assistenzhunde geeignet.
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Okt 16, 2019 8:17 pm

Also wäre dann die Tatsache das man den Hund mit zum Erholungsurlaub nehmen darf (wo sonst keine Hunde erlaubt sind) eine Art erweiterter Schadensausgleich, auf den dem Sinn nach kein Anspruch besteht?

Wenn ja, sollten andere dies akzeptieren, weil es Gesellschaftlich gewünscht ist.

Dass nicht jeder Hund geeignet ist, ist mir klar.
Das ein kleiner niedlicher, dem Kindchen Schema entsprechender Hund eine gewisse Wirkung haben wird sollte einem aber vorher auch klar sein.

Generelle Maulkorbpflicht für Privathunde (egal wie groß, klein, niedlich, oder respekteinflößend) halte ich aber dennoch für sinnvoll. Wenn für den Assistenzhund, aufgrund seiner Tätigkeit eine Ausnahme gemacht werden muss, könnte dies ja durch eine höhere Versicherungsprämie ausgeglichen werden.
Diese könnte der Geschädigte ja wiederum bei der Steuer angeben, als außergewöhnliche Gesundheitskosten, oder so.

SH
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von EineVonUns50 » Mi Okt 16, 2019 8:19 pm

die letzten Beiträge sind jetzt nicht berücksichtigt... bis auf die kleine Anmerkung am Rande: um allergisch zu reagieren, braucht es keinen direkten Hautkontakt, da genügt es leider oft, wenn Hundehaare durch den Raum fliegen...

aber der eigentliche Beitrag:

ich wollte noch was zu den Beschwichtigungssignalen sagen. Leider ist es ja so, dass nicht mal die Mehrheit der Hundehalter diese Signale oder die Stressanzeichen beim Hund erkennen kann, umso weniger kann man erwarten, dass Menschen, die nichts mit Hunden zu tun haben, auf diese achten oder sich da viele Gedanken machen.

Und ich denke auch darüberhinaus, nach intensiver Beschäftigung und langjähriger Beobachtung, dass nur weil Beschwichtigungssignale gezeigt werden, das noch nicht gleichbedeutend mit Grenzüberschreitung oder Respektlosigkeit ist oder immer ein Zeichen von sich-unwohl-fühlen sein muss. Eine unserer Hündinnen zeigte beispielsweise sehr schnell Beschwichtigungssignale, mal um ihr Unwohlsein auszudrücken und mal um das gegenüber tatsächlich zu beschwichtigen, i.S. v. : "du musst keine Angst vor mir haben" oder anderes. Sie zeigte diese Signale bei fremden Hunden genauso wie bei fremden Menschen, aber auch bei vertrauten, bei aggressiven Hunden oder bei ängstlichen Kindern, die sich gar nicht getraut haben, sie anzufassen oder ihr nahe zu kommen usw. Diese Signale gehören zum "Sprach-Repertoire" der Hunde, die u.E. je nach Kontext, Hund und Gegenüber unterschiedliche Bedeutungen haben können.

Uns gings in unserem Post vor allem um diese Erwartungshaltung, alle Menschen sollten perse erkennen, dass man fremde Hunde nicht anfassen darf und das wäre automatisch eine Grenzmissachtung. So ist es eben u.E. nicht richtig. Da wird die Rechnung ohne die Hunde gemacht und ohne die Menschen, die vielleicht keine Erfahrungen / Wissen mit Hunden haben und aber halt trotzdem auf sie reagieren, wenn sie sie treffen. Da sind eben mehrere Lebewesen beteiligt, nicht nur die Hundehalter.

Aber wir stimmen zu: Wenn die Hundehalter*in deutlich macht, bitte nicht anfassen, füttern o.a., sollte sich das menschliche Gegenüber auch danach richten.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wenn eine da noch ein kurzen Satz der Erklärung gesagt hat, warum die Hunde z.B. keine Leckerlis bekommen sollen, das i.d.R. schnell auf Verständnis und Akzeptanz gestoßen ist bei den Leuten. Und im Idealfall sind sie dann bei der nächsten Hundebegegnung schon etwas sensibilisierter. :)

Sayeda
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Sayeda » Mi Okt 16, 2019 8:29 pm

~SteinHart~ hat geschrieben:
Mi Okt 16, 2019 8:17 pm
Also wäre dann die Tatsache das man den Hund mit zum Erholungsurlaub nehmen darf (wo sonst keine Hunde erlaubt sind) eine Art erweiterter Schadensausgleich, auf den dem Sinn nach kein Anspruch besteht?
Ich nehme ja meine Dissoziationen auch mit ;-).
Wenn ich in den Urlaub gehe, suche ich bewusst Unterkünfte aus, in denen Hunde grundsätzlich erlaubt sind.
Generelle Maulkorbpflicht für Privathunde (egal wie groß, klein, niedlich, oder respekteinflößend) halte ich aber dennoch für sinnvoll. Wenn für den Assistenzhund, aufgrund seiner Tätigkeit eine Ausnahme gemacht werden muss, könnte dies ja durch eine höhere Versicherungsprämie ausgeglichen werden.
Diese könnte der Geschädigte ja wiederum bei der Steuer angeben, als außergewöhnliche Gesundheitskosten, oder so.
Ich halte es eher für wichtig, dass Hundehalter einen Hundeführerschein machen müssen, um einen Hund halten zu dürfen. Dann wird es weit weniger Beißunfälle geben und dem Tierwohl ist auch mehr gedient.

LG, sayeda
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Imagica » Mi Okt 16, 2019 8:32 pm

Warum sollte ich den Menschen fragen, der meist sowieso erst viel später kommt, weil der Hund frei rumlief und auf mich zulief, ob ich den Hund streicheln darf, wenn der Hund mich schon selbst darum bittet? Ja, das mag auf manche schräg wirken, aber mir ist das Wohl der Tiere wichtiger als daß der Menschen. Ich würde es nur dann lassen, wenn der Mensch das Tier schon anschreit, weil es das gewagt hat zu mir zu laufen und mich um Streicheleinheiten zu bitten. Dann tue ich das aber ebenfalls nicht für den Menschen, sondern für das Tier, von dem ich nicht möchte, daß es am Ende noch bestraft wird!
Mit Egoismus hat das übrigens herzlich wenig zu tun, oder denke ich da nur an mein Wohl, wenn ich zuhause von meinen Katern mit dem A... nicht mehr angesehen werde, weil sie total beleidigt sind, weil ich nach Hund rieche? Oder denke ich nur an mein Wohl, wenn ich mal wieder Ausschlag und Niesanfälle riskiere, weil ich nämlich eine Hundeallergie habe? Ist mir alles egal, ich erfülle nur den Wunsch des Tieres! Ich selbst bin da zweitrangig.

Im übrigen hatte ich aber noch nie eine Auseinandersetzung mit einem Tierhalter, weil sein Hund auf mich zulief. Die haben sich eher entschuldigt mit den Worten: Tschuldigung, ich versteh das nicht! Normalerweise macht er sowas nicht!

Und ich brauche auch keine Ausbildung um zu wissen was Tiere fühlen und mögen und was nicht. Das habe ich immer vom Gefühl her gewußt, und ich lag auch noch nie falsch damit. Oder warum sonst haben mich früher so viele Menschen angesprochen ob ich ihnen nichtmal mit ihrem Hund mit "Verhaltensauffälligkeiten" helfen könnte? Letzten Endes brauchten nur die Menschen eine Kleinigkeit ändern und alles war wieder in Butter. Heutzutage werde ich mehr nach Katzenverhaltensproblemen gefragt, was aber klar ist, da ich schon lange keinen Hund mehr habe.

Und nein, ich streichle grundsätzlich keinen Hund, der nicht selbst auf mich zu kommt und das verlangt. Also auch keinen Blindenhund, denn die kommen normalerweise nicht. Tun sies doch, streichle ich mal ganz kurz und sage dem Hund daß er ein ganz feiner und toller Helfer ist und jetzt aber echt wieder zu seinem Menschen zurückgehen und seinen Job machen muß. Und das tun sie dann auch.

Meine Kinder streicheln normalerweise garkeine Hunde, sie streicheln dafür Katzen, aber auch die nur, wenn sie von selbst zu ihnen kommen! Trotzdem habe ich ihnen auch bei Hunden die Körpersprache beigebracht, genauso wie bei Katzen. Mein Sohn hat freudiges Verhalten von Hunden nämlich häufig als Angriff fehlgedeutet, hat Angst bekommen und wurde dann gebissen. Weil Angst Hunde nunmal nervös macht. Trotzdem stimmt auch da was beim Verhalten des zugehörigen Menschen nicht, wenn der Hund dann zuschnappt.

Daß ein Hund eingeht wenn er keine Aufgabe hat, halte ich ja schon wieder für so ein neuartiges Gerücht. Unsere Hunde hatten nie Aufgaben und sie sind trotzdem nicht eingangen und hatten auch keinerlei Verhaltensprobleme. Das erinnert mich irgendwie dadran, wie es alle paar Jahre eine neue absolute Sicherheit gibt, wie man sein Baby zum schlafen legen soll, weil alles andere toooootal gefährlich wäre. Mal ist es auf dem Rücken, mal ist es auf dem Bauch, mal ist es auf der Seite, aber bitte immer wechselseitig und nie zu oft auf eine Seite! Dann brauchts natürlich für jede Liegeart selbstverständlich immer ganz spezielle Kissen.

Nun denn, ich gehe wieder raus aus diesem Thread. Ich kann nur allen die sich gerne einen Hund zulegen würden, egal ob Assistenzhund oder "einfach so", raten: Hört auf Euer Gefühl, dann wißt Ihr auch was euer Hund mag und was nicht.

Liebe Grüße,
Imagica

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