Ptbs Assistenzhunde

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T...

Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von T... » Do Okt 03, 2019 12:09 am

Danke, das ist schön, wenn meine Kommentare auch willkommen sind.
Ja ich denke, es ist sehr wichtig, dass du deinen Aktionsradius erweiterst und dabei auch sicher bist. Denn wenn der Welpe mal vorsichtig oder ängstlich ist, solltest du ihm Ruhe und Sicherheit auch im Großstadttrubel vermitteln können. Außerdem wird es da auch mal zu irgendwelche Schwierigkeiten kommen und dann ist es natürlich besser, wenn man noch nicht total unter Strom steht z.B. hat meine als Welpe bei einem Stadtausflug mit Besuch eines Ladens dort auf einem Teppich eine Pfütze hinterlassen. Das ist peinlich, aber kann eben am Anfang passieren (wenn der Mensch nicht oft genug einen Platz zum Entleeren anbietet) und da muss man dann noch zusätzlich zum anderen Stress durch.
Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer mal wieder vorkommt, dass der Hund ungefragt gestreichelt wird. Wenn man das auf keinen Fall möchte, muss man das dann regelmäßig klar äußern. Bei einem Welpen wird man sowieso ständig auf den Hund angesprochen. Also bei uns war das dann schon manchmal nervig, wenn man bei einem Stadtbesuch 10 Mal auf den soooo süßen Welpen angesprochen wird. Also darauf muss man sich auch einstellen, wenn man so seine Schwierigkeiten mit zu viel Menschenkontakt hat. Meine hat dadurch gelernt, dass alle Leute immer nett zu ihr sind und deswegen geht sie offen auf alle zu. Das ist mir auch sehr wichtig, weil ich keinen misstrauischen oder ängstlichen Hund haben möchte, weil das eine tickende Zeitbombe sein kann bis der Hund sich mal in die Enge gedrängt fühlt und dann aggressiv reagiert. Der Hund muss sich ja auch in anderen Kontakten z.B. beim Tierarzt von fremden anfassen lassen.
Ich kann gut verstehen, dass ein großer Hund ein besseres Sicherheitsgefühl gibt. Das geht mir auch so. Dabei muss man aber daran denken, dass große Hunde nicht so alt werden wie kleinere. Also die Schäferhunde, die ich kenne ca. maximal 12. Außerdem kommen große Hunde später in die "Pubertät" d.h. die Zeit dauert länger bis man einen zuverlässigen und erwachsenen Hund hat und man hat ihn dann auch im Alter nicht so lange.
Ob Hund einen anspringen, hat übrigens auch mehr mit Erziehung als mit der Größe zu tun. Dazu muss der Welpe von Anfang an lernen, dass Pfoten und Krallen (und übrigens auch Zähne) grundsätzlich nichts auf menschlicher Haut und Kleidung zu suchen haben. Das ist bei großen Hund natürlich noch wichtiger, weil sie mehr Kraft haben und ihre Krallen richtig übel kratzen können. D.h. aber immer wenn im lustigen Spiel mit dem Welpen die Pfoten/Zähne z.B. die Hose etc. berühren ist das schöne Spiel vorbei. Wir sind damit sehr erfolgreich gewesen und obwohl meine eher klein ist springt sie nie.
Zum Thema Schäferhund bzw. Schäferhundmix solltest du auf jeden Fall bedenken, dass die "(Alt-)Deutschen" wirklich extrem häufig und auch oft stark an HD leiden und dadurch Tierarztkosten anfallen und der Hund, die letzten Jahre meist auch nicht mehr in einem normalen Maß belastbar ist. Insbesondere bei Mischlingen ist es meist so, dass die Eltern nicht auf HD untersucht sind und man dann nicht wissen kann, wie stark der Welpe betroffen ist. Seltener betroffen sind übrigens die belgische Schäferrassen. Ich denke auch andere Gebrauchs-/Diensthunderassen könnten u.U. geeignet sein und sind meist weniger in Mode und weniger stark gesundheitlich belastet z.B. Airedale, Hovawart, Dobermann, Boxer etc. Das sind aber natürlich eher keine Anfängerrassen.

lara64unl

Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von lara64unl » Do Okt 03, 2019 11:03 pm

Hallo Leben,

beim verfolgen des Thread sind mir ein paar Fragen, Gedanken gekommen.
Ich frage mich, ob es wirklich ein Assistenzhund sein muss? Oder ist nicht ein sehr gut ausgebildeter Begleithund ausreichend?
Bei welchen alltäglichen Aktivitäten soll dich der Hund unterstützen/begleiten?
Welche alltäglichen Vorteile hättest du, wenn es ein Assistenzhund ist?

Ich frage deshalb vielleicht so herausfordernd nach, weil ich aus dem wie du deinen bisherigen Beschreibungen dieses so noch nicht erkennen kann.

Meine eigene nun gut einjährige Erfahrung mit Welpe/Junghund in der Ausbildung zum Assistenzhund sagt mir, es macht nur Sinn wenn diese zusätzliche Qualifikation und eben auch nicht unerheblichen Kosten einen gewissen Nutzen haben.
Auch wenn du deinen Hund als Welpe ausbilden lässt, fallen nicht unerhebliche Kosten für die Spezialausbildung an. Je nach Hundetrainerin/Hundeschule zwischen 4000-6000,- Euro. Hinzu kommen die Fahrtkosten dort hin und ggf. Übernachtungskosten, denn es gibt gar nicht so viele Ausbildungszentren/Hundeschulen die eine Assistenzhundausbildung für PTBS anbieten.
Und fast immer erfolgen die Ausbildung in einer Kombination aus Einzeltraining und Kleinteams, da sowohl die Hunde wie auch die Hundehalter voneinander lernen. und sicherlich auch um die Kosten in einem bezahlbaren Rahmen zu halten.
Bei uns ist es beispielsweise so, dass wir ca. alle 4.6 Wochen in dreier Teams ein Wochenende (Sa./SO. von 09:00-ca. 16:00 Uhr) haben, bei dem praktisch geübt wird und auch allgemeine HundeTheorie "gepaukt". Daneben meist so einmal im Monat ein Einzeltraining ca. 3h) in dem dann gezielt meine Assistenzbedürfnisse praktisch geübt werden (das manchmal auch an den WEs Raum hat) und wir uns oft auch gezielt mit Theorie auseinander setzen. In der Regel gibt es Hausaufgaben, und es ein Nachweis der Übungsaufgabe und Fortschritte, Probleme in der zu übenden Aufgaben zu führen und zu den Einheiten mitzubringen.
Am Ende wird eine theoretische wie praktische Prüfung abgelegt. Dann wird in den Ausweis des Hundes die SchweBeHi. Nummer und GdB des Hundehalters vermerkt.
Fast immer tragen die Hunde bereits in der Ausbildung (die Welpen sobald sie einigermaßen ausgewachsen sind) ein spezielles Geschirr, dass sie als assistenzhunde kennzeichnet.
Ach ja, manche Ausbildungszentren, AusbilderInnen wollen einen Gesundheitsnachweis/Verhaltensnachweis der Hunde. Das könnte bei einem Mischling schwierig sein-

In der Kombi von SchweBeHi-Ausweis und Nachweis des Hundes kann dann der Hund in der DB kostenfrei und ohne Box mitfahren, der Hund dich dann z.B. zu öffentlichen Veranstaltungen, in öffentliche Gebäude wo sonst Hunde nicht erlaubt sind auf nachfrage begleiten z.B. Theater, Museum, Ausstellungen, Besichtigungen. es gibt zwischenzeitlich einen Übereinkunft von vielen Lebensmittelgeschäften und Drogeriemärkten, den Assistenzhund dem Blindenführhund gleichzustellen..

Zu diesem Thema habe ich aktuell etliche eigene Erfahrungen, da wir gerade in den Niederlanden auf einer kleinen Insel im Urlaub sind. Yoda konnte deshalb mit in die Museen, Kirchen etc. weil er einerseits wenn er arbeitet ein spezielles Geschirr trägt auf dem steht, dass er in Ausbildung ist, ich einen Nachweis habe und eben den GdB Nachweis. Damit sind wir gestern selbst in Antwerpen ins Rubenshaus gekommen.
Natürlich sollte Hund sich dort auch zu verhalten wissen.

Hinzu kommen gerade beim Welpen die Grundausbildung vor Ort, wo die Basics erlernt, verfestigt und stabil gehalten werden müssen. Sprich, ich war zu Beginn in einer Welpenspielgruppe (würde ich so nie wieder machen, aber das ist ein eigenes Thema) dann Grund-Aufbauausbildung..habe dann vor Ort die Hundetrainerin gewechselt..hatte mit der Welpenspielgruppenerfahrung und der Grundausbildung zu tun..
meist so einmal die Woche..in der Gruppe (4-5 Hunde) seltener mal eine Einzelstunde. Was schlicht ein Kostenfaktor ist (bei mir hier in der Region kostet die Einzelstunde meist so 45-60,-Euro; die Gruppe 12,-Euro).

Also wenn ich so Zusammenrechne dann komme ich alleine für die gesamte Ausbildung auf ca. 7500-8000,- Euro. Ohne Tierarzt, Tierfutter und Co..

Bei all dem was du geschrieben hast, was der Hund so leisten/können sollte/muss:

"tierischer Freund in an Krisentagen..anzeigen, dass jemand Fremdes euer Gelände betritt..dich daran erinnern das Haus zu verlassen weil er raus muss..selbstfürsorge üben da du dich ja um den Hund kümmern musst.."

finde ich jetzt die Assistenzhundausbildung nicht zwingend notwendig..und sehe da auch keine Vorteile für dich. Du gehst wenig unter Menschen und entsprechend wenig Aktivitäten nach, wo sich die spezielle Ausbildung bezahlt macht..es sei denn es ist dein Ziel deinen Lebensradius dahin gehend zu verändern.
Du schreibst noch was von Therapien, Physiotherapie - soll der Hund dich dahin begleiten?
Da ist es doch oft eine persönliche Frage ob der Hund mit darf oder nicht. Und das auch als Assistenzhund

Also ich will dir die Ausbildung gewiss nicht madig machen, mir scheint jedoch du hast dich noch nicht so intensiv und informiert. Die Worte sollen dir helfen zu checken, ob der Aufwand lohnt und ob du das auch so packst..
also wir sind z.B. nach so einem Trainingswochende "stehend ko" da wir auch ca. 70km einfach Fahrt haben, bin ich froh dann Montags oft meine freien Tag zu haben. Arbeiten wäre da echt nicht drin

So nun noch was zu Rasse, Anfassen und Co.

Wie T. schon schrieb gibt es neben den von dir genannten Rassen ja noch eine ganze Reihe von anderen Rassen die auch groß/halbgroß sind.
Und ehrlich gesagt waren mir die typischen Charaktereigenschaften des Hundes wichtig z.B. Spiel-und Lernfreudigkeit, wenig Grundagressiomsverhalten, geringer Jagdtrieb, ausgeglichenes Wesen..
bei einem Mischling wäre mir zu riskant, dass sich da im Verlauf Wesens-/Charaktereigenschaften zeigen, die nicht kalkulierbar sind, weil ja eben Mischling. Und die häufig kommen Mischlinge auch nicht von seriösen Züchtern, sondern sind "Zufällig" entstanden und wie gut so ein Wurf dann in den ersten 8-10 Wochen groß gezgen wird/wurde lässt sich ja noch schlechter erruieren wie beim Welpen vom Züchter.

Anfassen ist Inzwischen mein Aggressionsthema rund um Hund, und da werde ich zwischenzeitlich auch echt pampig..gut dass ich bereits drei Kinder groß gezogen habe..gibt ja auch Menschen die ungefragt in den Kinderwagen greifen..
neulich hatte ich den Kanal so voll, weil einerseits soll Yoda ruhig, freundlich und gelassen gegenüber fremden reagieren, also nicht bellen oder schnappen wenn er gestreichelt wird. Andererseits soll er auch nicht angefasst werden..also habe ich so ne nette "Mittfünfzigerin" die in der S-Bahn während ich meine Sachen abgestellt habe, Yoda erst "gestreichelt" hat und bereits ein Leckerchen parat hatte. Gott sei Dank ist Yoda "Essmäkelig" und nimmt nur sehr wenige Leckerlis..aber die habe ich dann spontan umarmt und ihr über den Kopf gestreichelt..gab nen kleinen Tumult im Waggon, aber das wars mir echt wert..

denn ja, er sieht auch jetzt als Junghund nach wie vor süß aus..
anderes Thema mit dem dann auch zu rechnen ist, du wirst häufig angeredet werden warum der Hund so ein besonderes Geschirr trägt, von sich lustig machen drüber (bei uns steht Assistenzhund in Ausbildung) bis hin zu neugierigen Fragen welche Behinderung man denn hat..PTBS sieht man ja zum Glück nicht..

Und ganz kurz da es ja schon viel Text war zur Welpenerziehung..
es ist turbulent, aufregend, spannend, herausfordernd und sehr anstrengend ABER super lohnenswert gewesen. Ich habe nochmal total viel über mich gelernt..
wichtig ist das Thema Bindung zwischen HundehalterIn und Welpe..er braucht die erste Zeit viel viel Zuwendung auch nachts..bis zum Einzug beim Hundehalter hat der Welpe eng angekuschelt an Mutter und Geschwister geschlafen..er braucht da auch den Körperkontakt..Yoda hat von Anfang an bei mir im Schlafzimmer/Bett geschlafen. er soll ja Nachts mich auch wecken, wenn ich einen Flash/Alptraum/DIS-Krampfanfall oder so habe..
daher schlafen viele HuHa am Anfang im Wohnzimmer oder wo auch immer das Hundekörbchen dann steht um die Bindung sicher zu stellen..

das Thema "Kernel/Box" wird unter HundehalterIn sehr heftig diskutiert..aus Tierschutzgründen muss der Hund den Kernel alleine verlassen können, daher nicht zumachen. Ausnahme ist der Transport in Fahrzeugen..

Yoda kam quasi Stubenrein, da gab es nur noch sehr wenige "Pfützchen"..nur bei ganz großen Stress (als er das erste Mal ICE fuhr..oder wenn ich auf der Arbeit nicht schnell genug wahr mit der Aufmerksamkeit..

So sorry langer Text. Hoffe er nutzt dir, ansonste verwirf ihn.

Shalom - lara64

Sayeda
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Sayeda » Sa Okt 12, 2019 9:15 pm

Hallo,

lara64 schließe ich mich allumfänglich an.

Wenn alles gut läuft, werde ich eine vorausgebildete 1jährige Hündin bei mir aufnehmen und selbst zur Assistenzhündin ausbilden (wenn sie die Abschlussuntersuchung erfolgreich abschließt).

Neben der Suche nach dem passenden Hund kommt auch noch die Suche nah der richtigen Hundeschule und Assistenzhundetrainer*in. Da bedarf es manchmal mehrere Gespräche.

Die o.g. Hündin war bereits mehrfach bei mir und ich habe inzwischen auch ein Ausbildungswochenende hinter mich gebracht. Es ist wirklich Schwerstarbeit und wenn du Probleme in kleinen Gruppen hast, dann wird das extrem schwer. Ich war nach dem WE völlig durch und ich bin aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit Gruppenarbeit gewohnt.

Zusätzlich kommen auch bei mir noch Einzelstunden dazu.

Meine zukünftige Hündin ist auch so ein "Schatzekind", welches offenbar alle einlädt sie zu streicheln. Und das, obwohl sie sehr groß ist. Manche Menschen kennen da schlicht keine Grenzen und ich habe keine Ahnung, was da bei manchen im Kopf aushakt, derart grenzenmissachtend zu sein. Auch das ist anstrengend und für mich ein großes Lernfeld.

Da es sich um eine fast einjährige Hündin handelt, ist sie voll in der Pubertät. Das heißt: manchmal habe ich das Gefühl, dass sie keinerlei Ausbildung hatte, denn scheinbar kennt sie keine Signalwörter oder führt das was sie ausführen soll nur mit "Diskussion" aus. Wie eben bei pubertierenden Kindern auch.

Da braucht es wirklich auch einen großen Nutzen, dass sich dieser Kraft-, Zeit- und finanzieller Aufwand lohnt.

LG, sayeda
Wenn eine Frau ihre eigene Größe entdeckt hat, kann kein Lob sie größer, keine Kritik sie kleiner machen.
Der Käfig ist offen.
Verlassen musst du ihn selbst

Luisa Francia

gastacht

Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von gastacht » So Okt 13, 2019 9:12 pm

Moment. Bin ich blöd oder wurde hier ein Text von Evu gelöscht :?:

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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von EineVonUns50 » So Okt 13, 2019 10:22 pm

nee, du bist nicht blöd. :wink: ich hab den wieder gelöscht.. hatte ja eigentlich nix mit der TE und dem Threadthema zu tun...

T...

Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von T... » So Okt 13, 2019 11:05 pm

Ich konnte auch noch lesen, was da stand und ich finde, es schade, dass es wieder gelöscht ist. Denn das hat in Worte gefasst, was ich zwar irgendwie gedacht habe, aber nicht hätte so präzise ausdrücken können.
Irgendwie finde ich das auch ein Thema, das schon hierher passt, weil Grenzen ist ja wahrscheinlich für die meisten hier ein Thema und in Zusammenhang mit einem (Assistenz-)Hund ist das eben auch regelmäßig von Bedeutung.

Gastacht

Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Gastacht » Mo Okt 14, 2019 11:33 am

Ach solche einwände und umwege gibs doch immer. Trau dich ruhig mal auch kritische sachen stehen zu lassen, finde ich.
Gastacht

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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von EineVonUns50 » Mo Okt 14, 2019 1:07 pm

aber solche einwände und umwege crashen Threads aber auch regelmässig und das finden wir doof, wenn das passiert und dann ist es ja auch blöd, wenn wir das dann selbst auch so machen...

und ich bin hier halt nicht allein und wenn das dann im Verlauf innen noch mehr Stress macht, läuft das unter "Selbstfürsorge" das wieder zu löschen. Wir haben schon Stress genug innen... Wenn das jetzt hier aber für soviel Wirbel sorgt, stresst das innen auch wieder, also dann hier nochmal:

Der Teil, der was mit dem Thema entfernt zu tun hatte, ging um die Grenzen bzw. diesen Vorwurf, dass wenn fremde Menschen den eigenen Hund streicheln, dass das grenzenmissachtend wäre.

Da hab ich darauf hingewiesen, dass es nicht die Grenzen des Hundes sind, die missachtet werden, denn dieser kann da ganz gut selbst für sich sorgen i.d.R. Es sind allenfalls die Grenzen der begleitenden Menschen und diese können aber ja nicht erahnt werden, da geht jeder Hunde"besitzer" anders damit um. Insofern kann man den Leuten nicht diesen Vorwurf machen, sie würden Grenzen missachten, nur weil sie den Hund streicheln oder ihm ein leckerli geben wollen. Betrachtet man nur diesen Menschen und den Hund als eigenständiges Wesen, ist an dieser Interaktion nichts grenzverletzendes.

Des weiteren hab ich die Frage gestellt, wenn man diesen Umstand, dass der eigene Hund von Fremden gestreichelt wird, als Grenzverletzung erlebt, das womöglich damit zusammenhängt, dass man den Hund als Erweiterung seiner selbst betrachtet (und eben nicht als eigenständiges Wesen).

Wir hatten immer Hunde und wir haben uns immer gefreut, wenn jemand freundlich auf sie zugegangen ist, einfach aus dem Grund, weil die Hunde daran Freude hatten, wenn jemand freundlich zu ihnen gesprochen hat oder sie streicheln wollte. Für die Hunde war das sehr angenehm, warum hätte uns das also stören sollen? Und wenn sie aber dem Menschen nicht trauten oder kein Interesse hatten, dann sind sie da auch nicht hin.

Wenn aber ein Hunde"besitzer" das gar nicht will, aus welchen Gründen auch immer, ist es sein Job, das halt entsprechend anderen Leuten mitzuteilen wenn nötig und es ist eine Sache von Training, dass der Hund diese Art der Interaktion ignoriert . Aber man kann u.E. eben nicht perse erwarten, dass andere erahnen, dass das nicht erwünscht ist bzw. ihnen ein Vorwurf machen, weil sie spontan freundlich auf den Hund reagieren.

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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Dorie » Mo Okt 14, 2019 3:07 pm

Hab lange überlegt ob ich was schreibe oder nicht. Ich bin kein Hundebesitzer mehr, aber hatte Hunde gehabt. Kenne viele mit Hunden. Ich liebe Hunde. Möchte am liebsten alle Hunde streicheln und Leckerlis geben und jedem Hund was gutes tun. Da spricht nichts dagegen, aber ich als diejenige dem der Hund nicht gehört, würde immer den Besitzer fragen ob ich das darf. Ich finde nicht das das die Aufgabe des Besitzers ist, sondern meine.
Nur der Besitzer muss wissen wie der Hund darauf reagiert. Leckerlis würde ich nur geben, wenn die Person ja sagt und nur die von der Person. Ich weiß doch gar nicht was der Hund mag und darf. Ausserdem kenne ich Besitzer, die ihre Hunde verloren, weil den jemand was gab, was nicht gut war.
Ich lebe auch da, wo hier ständig giftköder liegen und von daher kann ich das verstehen, das man das nicht möchte.
Es ist gut, wenn der Hund auch mit anderen Menschen kann und auch darf, aber wenn das jemand nicht möchte, versteh ich das.

Doch ich kann erahnen, das es nicht jeder Besitzer möchte. Das sagt mir mein Verstand. Wer es nicht möchte, weiß ich nicht, aber das erfrage ich. Ich gehe da auch von mir aus. Ich möchte nicht von jedem angetatscht werden. Ich finde es ok, wenn man streicheln darf und ich finde es auch ok, wenn man nicht darf.

Und das Beispiel mit dem Kind finde ich gut. Ich habe es auch erlebt, wie dreist Leute in den Kinderwagen greifen. Sowas macht man nicht und auch da hat man zu fragen.
Träume nicht dein Leben,sondern lebe deinen Traum


Gib mir die Gelassenheit,Dinge hinzunehmen,die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut,Dinge zu ändern,die ich ändern kann.
Gib mir die Weisheit,das eine vom anderen zu unterscheiden.

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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Leben? » Mo Okt 14, 2019 5:49 pm

Die letzten Tage waren nicht so leicht für mich. Da hieß es stabilisieren, stabilisieren, stabilisieren. Deswegen kam auch keine öffentliche Reaktion mehr von mir.

Zum Thema Hunde anderer Menschen anzufassen mag jeder seine eigene Meinung haben. Und das ist auch in Ordnung.

Nach meinem Kenntnisstand sollten aber gerade Assistenzhunde nicht von anderen, Außenstehenden gestreichelt werden.

Woher soll der Hund sonst den Unterschied wissen, von wem es erwünscht wird und von wem nicht? Woher soll er wissen, wann er als Schutz zwischen mir und dem gegenüber steht, wenn ich da nicht konsequent bin?

Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel das absichern am Bankautomat. Da sollte der Hund ja hinter mir stehen, um Abstand zu bekommen. Dieser geht jedoch verloren, wenn sich jemand dem Hund nähert und ihn streichelt. Damit wäre die Aufgabe des Hundes nicht erfüllt.

Oder mein Nachbar, der sich allgemein übergriffig verhält. Wenn der Hund dann kein klares Verhalten erlernt, wird er sich eventuell von dem streicheln lassen, auch wenn er mich vor dem schützen soll. Oder zumindest anzeigen soll, wenn der mein Grundstück betritt.

Innerhalb meiner Familie ist das auf den ersten Blick etwas anderes. Da soll er auf mich hören und sich nur von denen anfassen lassen, die auch gut für mich sind. Auch wenn ich soweit bin, schlechte Familienmitglieder so weit wie möglich zu meiden. Also ist es aus meiner Sicht wichtig dem Hund beizubringen, das ich entscheide, wer ihn streichelt. Und da ist es hilfreich, wenn er nicht von vornherein aufgrund seiner optischen Erscheinung von jedem berührt wird.

Hinzu kommt dann das Recht des Hundes zu entscheiden, ob er sich überhaupt streicheln lassen möchte. Was ebenfalls zu respektieren gilt.

@Evu 50 - finde es schade, dass du deinen Beitrag entfernt hast.

Bisher las ich in diesem Thread noch keinen Beitrag, der hier keinen Platz hat. Jede von uns hat eigene Erfahrungen und somit auch eigene Einstellungen. Kann jedoch auch verstehen, dass es für dich wichtig ist zu schauen, was für dich / euch passt und wo du dich schützt.

~SteinHart~
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von ~SteinHart~ » Mo Okt 14, 2019 6:08 pm

Soweit ich weiß sind Assistenzhunde "im Dienst" anders und auch anders zu behandeln, als wenn sie nicht im Dienst sind.

Laras Hund ist halt auch ein kleiner, ach so niedlicher, Hund. Da reagieren so viele Menschen mit "ohhhh süüüüß" und wollen anfassen. Ein Dobermann löst solche Reaktionen wohl eher selten aus ;)

Wenn man nun wirklich einen ASSISTENZhund haben will, sollte man klare Dienstzeiten und auch Freizeit für den Hund berücksichtigen. Im Dienst, also mit Assistenzhundegeschirr als Erkennungszeichen reagieren ausgebildete Hunde anders (habe ich mal gehört, im Zusammenhang mit Blindenführhunden) weil sie es so beigebracht bekommen. Ein Hund sollte aber ja nicht 24 Stunden täglich im Dienst sein, sondern auch mal normale Zeiten haben, zum Hund sein.


Mittlerweile stehe ich dem Thema ziemlich kritisch gegenüber. Wenn man so labil ist und mit seinem Grenzen Probleme hat, wie bringt man dann dem Hund ein gesundes Verhältnis zu anderen Menschen bei?

SH
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
(William Gibson)

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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von EineVonUns50 » Mo Okt 14, 2019 6:54 pm

wir wollten nur noch mal deutlich machen: es geht uns nicht darum, ob jetzt Hunde von Fremden gestreichelt werden dürfen oder nicht.
Das ist eine Sache, die die Hundehalter für sich entscheiden und da ist es u.E. auch ihr Job, das sowohl dem Hund als auch anderen Menschen verständlich zu machen.

Ich finde nur nicht, dass man das als Grenzüberschreitung bezeichnen kann, wenn jemand Fremdes den Hund freundlich anspricht und ihn streicheln will oder ihm ein Leckerli geben will. Wessen Grenzen werden denn da überschritten?

Man kann nicht von einem hundeunerfahrenen Gegenüber erwarten, dass sie oder er erahnen kann, wie dieser Hundemensch das hält. Und es ist eben kein Grundrecht des Hundes nicht angefasst zu werden, die meisten Hunde sind sozial und freuen sich über Menschenkontakt und wenn ihnen der Kontakt unangenehm ist, ziehen sie sich zurück, die denken nicht in Prinzipien oder Grundsätzen. Normalerweise sorgen sie selbst dafür und/oder zeigen eben gelerntes Verhalten. Und wenn jetzt der Mensch kommt und etwas anderes will von und mit dem Hund, dann muss er das halt entsprechend mit ihm trainieren und das auch den Menschen gegenüber entsprechend kommunizieren.

Ich mein, selbst bei unseren eigenen Grenzen ist es doch so, dass wir die kommunizieren müssen und nicht erwarten können, dass jeder andere Mensch das von sich aus kapiert. Wenn jemand freundlich direkt auf uns zu läuft und uns die Hand geben will, ist das für uns viel zu nah. Aber eine Grenzüberschreitung wird es erst dann, wenn wir sagen, dass wir das nicht wollen und der andere das dann trotzdem macht. Also nicht mal unter Menschen ist so klar, wo die Grenzen sind und diese müssen deutlich gemacht werden bzw. gibt es eben kulturelle Übereinkünfte. Freundliche Kontaktaufnahme gilt wahrscheinlich in den meisten Kulturen als erstmal nicht-grenzüberschreitend. Und jetzt ist da noch ein anderes Lebewesen einer anderen Art dazwischen, da ist doch klar, dass es da Kommunikation braucht und Verständlich-machen, warum dieses oder jenes nicht sinnvoll oder erwünscht ist. Oder - wenn man darauf keine Lust hat: WArum nicht ein großer Schriftzug am Geschirr auf dem draufsteht: Bitte nicht anfassen oder füttern. (das ist jetzt ernst gemeint und nicht sarkastisch)

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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Sayeda » Mo Okt 14, 2019 9:38 pm

Hallo,

zum Thema Grenzen bzw. Grenzensetzen. Ich habe bis jetzt drei verschiedene Hundetrainerinnen zu diesem Thema befragt und jede sagte, dass es für den Hund eine Grenzverletzung ist, wenn Menschen ihn "ungefragt" streicheln. Es ist etwas anderes, wenn der Hund signalisiert gestreichelt werden zu wollen. Und auch alle Hundetrainierinnen waren sich einig, dass diese Streicheln von fremden Hunden auch respektlos gegenüber den Hunden ist.

Wer die Hundesprache kennt, kann ja mal Hunde beobachten, die einfach so gestreichelt werden. Sie drehen meist den Kopf weg (Beschwichtigungsgeste). Das bedeutet, dass sie es nicht mögen. Vor allem das Kopfstreicheln ist für die Hunde blöd. Sie mögen es nicht. Lassen es aber meist über sich ergehen und zeigen es eben durch solche Zeichen wie den Kopf wegdrehen, wie sie es finden.

Wer mag denn von euch von Hinz und Kunz über den Kopf gestreichelt werden? Das mögen auch nicht traumatisierte Menschen nicht.

Früher habe ich zumindest die Besitzer*innen gefragt. Heute unterlasse ich auch das und versuche andere Hunde zu ignorieren. Nur wenn mich ein Hund zum Streicheln einlädt, dann bekommt er natürlich seine Streicheleinheiten.

Und zu deinem Vorschlag, SH, nicht streicheln oder so hinzuschreiben: Selbst das hält manche Menschen nicht davon ab, den Hund zu streicheln.

LG, sayeda
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von ~SteinHart~ » Mo Okt 14, 2019 9:55 pm

Der Vorschlag kam nicht von mir.

Mhm, vielleicht ist es Zufall aber ich erlebe Hunde oft sehr streichelfreudig. Sie kommen auf mich zu und drücken ihre Körper gegen mich und ihren Kopf an meine Hände.
Die Hündin der Kollegin meiner Thera wollte sogar bei mir bleiben, obwohl die Besitzerin sie rief. Letztendlich hat sie sie dann hinter sich her gezogen.
Auch bei der Beraterin war es so, dass die Hunde sich quasi auf mich drauf gesetzt haben. Da hatte die Bera dann allerdings eingegriffen.
Die Hündin einer Freundin lutscht mir das Ohr ab, wenn ich sie nicht weg drücke.

Mein Ex-Hund sozusagen war auch so. Der hat sich mega gern streicheln lassen, liess sich aber abrufen und blieb sitzen, wenn man das wollte.


Wahrscheinlich kenne ich nur die Kuschelbomben unter den Hunden.


SH
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Re: Ptbs Assistenzhunde

Beitrag von Dorie » Di Okt 15, 2019 7:17 am

~SteinHart~ hat geschrieben:
Mo Okt 14, 2019 6:08 pm
Wenn man nun wirklich einen ASSISTENZhund haben will, sollte man klare Dienstzeiten und auch Freizeit für den Hund berücksichtigen. Im Dienst, also mit Assistenzhundegeschirr als Erkennungszeichen reagieren ausgebildete Hunde anders (habe ich mal gehört, im Zusammenhang mit Blindenführhunden) weil sie es so beigebracht bekommen. Ein Hund sollte aber ja nicht 24 Stunden täglich im Dienst sein, sondern auch mal normale Zeiten haben, zum Hund sein
Ich hatte mal eine blinde Freundin und ihr Hund war immer nur dann im Dienst, wenn sie draußen war. War man bei ihr zu Hause oder sie war bei uns oder anderen hatte der Hund frei und man durfte alles was der Hund auch wollte. Streicheln oder Leckerlis.
Und ich kannte einen mit Assistenzhund. Der hatte ihn auch nur für draußen und auch da gab's die Regel, draußen anfassen tabu. Er war auch mit Geschirr.

Kuschelbomben :mrgreen: gefällt mir.
Es gibt solche und es gibt andere. Ist bei Katzen nicht anders. Ich habe eine, die lässt es nicht zu und einen der kriegt davon nicht genug.
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Gib mir die Gelassenheit,Dinge hinzunehmen,die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut,Dinge zu ändern,die ich ändern kann.
Gib mir die Weisheit,das eine vom anderen zu unterscheiden.

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