Notizen

Hier findet Ihr einen Raum, in dem Ihr über alles reden könnt, was in den anderen Foren keinen Platz hat.
WK unl.

Re: Notizen

Beitrag von WK unl. » Mo Jun 15, 2020 9:36 am

Marnie hat geschrieben:
Mi Jun 10, 2020 1:01 pm
Was hält dich fest an ihr? Kann es sein, dass es Abhängigkeit ist? Was denkst du, bist du ihr schuldig?
Nein, Abhängigkeit ist es nicht. Fest hält mich, dass ich mir Frieden und einen "normalen" Umgang in der Familie wünsche, denn der grosse Teil davon ist eine wirkliche Familie und gibt mir Boden.
Denken tu ich nicht, dass ich irgendetwas schuldig bin, aber diese tiefsitzende Wertlosigkeit erzeugt das Gefühl, jedem dankbar sein zu müssen, der mich nicht ablehnt. Das Gefühl sagt, es ist ein kleiner Preis, mich "aussaugen und treten" zu lassen, wenn sie sich dafür mit mir abgibt. Mein Hirn weiss, dass das Müll ist, trotzdem ist das Gefühl so.

WK unl.

Re: Notizen

Beitrag von WK unl. » Mo Jun 15, 2020 9:45 am

elefantenkind hat geschrieben:
Mi Jun 10, 2020 1:55 pm
[quote=Waldkatze post_id=1508809 time=1591783678

Wie komme ich an den Punkt, dass ich es mir wert bin, zu tun, was gut für mich ist?
Wie kriege ich es hin, zu stoppen, bevor ich mich allen anderen zuliebe verausgabe?

DAS ist meine Aufgabe gerade, sowohl beruflich wie privat.

Es ist nur so viel einfacher, für andere zu sorgen als für mich...
Liebe Waldkatze, genau das ist gerade auch mein Thema. Ich habe keine Lösung, keine Idee, aber in den letzten Tagen habe ich das gemerkt, dass es genau das ist, was mich alle Kraft kostet.

Es sitzt unendlich tief in mir drin: für die anderen sorgen. Und es ist unendlich weit von mir entfernt: für mich selbst gut sorgen.
[/quote]

Das tut mir leid dass du dich auch damit quälst. Ja, es raubt einem die Kraft.
Vielleicht ist es der Schlüssel, um diese tiefe Wertlosigkeit zu wissen und sich immer und immer wieder zu sagen dass es nicht stimmt, dass es von aussen kommt, durch die emotionale Gewalt, und nicht aus sich selbst heraus.
Und vielleicht hilft mir meine alte Krücke, für mich zu sorgen damit ich nicht andere belaste.
Total schön, dass es dieses innere Kind im Sommer gibt.
Ist es. Ein Kind, für das es sich zu sorgen lohnt.

Cady
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Re: Notizen

Beitrag von Cady » Di Sep 29, 2020 12:32 am

Viel gepostet heute Abend - hat auch gut getan - aber jetzt völlig erschöpft und ich komme "drüber" und verliere mich.
Muss aufpassen, die Grenze jetzt zu halten.

Arm taub - irgendwas, was mit Trauma zu tun hat und ich weiß bis heute nicht was.
Ob evtl. auch neurologisch.
Arzttermin mit erneutem Abklärungsversuch steht an.
Macht Angst.

Beziehungsstress macht mir zu schaffen.
Evtl. ist die Beziehung jetzt echt an einem Ende.
Tut weh.
Aber ich kann die Grenze besser halten.
War echt unschön heute Abend. Wir haben uns beide hoch geschaukelt und ich hatte glaub mit einem Täterintrojekt am Telefon dann von ihm zu tun.
Hörer aufgeschmissen - ätzend.
Aber ich bin auch nicht grad viel besser wohl gewesen.

Bisher war okay, zusammen zu sein, obwohl beide komplex traumatisiert - und jetzt scheinen wir uns nur noch runterzuziehen, zu triggern, usw.
Er bringt sich in die unmöglichsten Situationen und ich habe keine Ahnung, ob er nicht anders kann oder einfach nur mies auch mit sich und mir umgeht.
Leichtfertig oder so.

Fühle mich schuldig, wo ich was nicht gut gemacht habe - aber ich bin keine Sozialarbeiterin - und langsam glaube ich, man kann mich gut bei diesen Schuldgefühlen kriegen.
Vermutlich tue ich ihm aber ebenso wenig gut.

Vielleicht können wir beide jetzt besser die Grenzen spüren und halten.
Früher war es eine Weile oft sehr nah und dann doch wieder zu weit weg - nicht ganz "on" "off" - wurde auch besser.
Aber gerade sind wirklich Zweifel, ob das auf gesündere Füße nochmal stellbar ist oder unser gemeinsamer Weg hier zu Ende ist.

Tut echt weh.

Waldkatze
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Re: Notizen

Beitrag von Waldkatze » Mi Okt 14, 2020 4:45 pm

Depression ist zurückgegangen, Arbeitsfähigkeit nähert sich dem vollen Pensum. Werde reduzieren, lieber knapp bei Kasse als krank. AD bleibt vorneweg bis Frühling, dann schauen wir weiter. Hatte Angst vor Rückfall, weil ich wieder so elend fertig war, es waren aber diesmal nur die üblichen Mangelerscheinungen.

Im Moment ist es das übliche Auf und Ab, das ich kenne. Heftige Löcher mit Angst, Unsicherheit und tiefer Einsamkeit, die ich aber als alte Gefühle erkennen kann - ich fühle mich klein dabei - und betrauern kann wechseln sich mit ruhigeren Phasen ab.
Muss mir die Zeit dafür nehmen, ob es mir passt oder nicht, sonst nimmt es mir den Boden, so einfach ist das.
Immer besser kommt auch im Gefühl an, dass es alt ist, und damit hat es weniger Macht über mich.
Ich sehe und spüre wie schlecht es dem Kind ging, versuche Trost zu geben und erkenne vor allem sein Leid an. Es spielt keine Rolle, wo genau die Schuld lag und was genau passiert ist, wichtig ist nur, wie es mir damit ging - beschissen - und dass es nicht gut war und nicht oder zum kleinsten Teil an mir lag.

Wer nichts richtig machen konnte und für jeden Handgriff und jedes Wort heruntergeputzt und abgewertet wurde, wem die Schuld an der miesen Laune der anderen in die Schuhe geschoben wurde, für den war es normal und logisch, dass er lernte, sich unsichtbar zu machen, keine Angriffsfläche zu bieten. Klar lähmte jede noch so kleine, ungewohnte Aufgabe, alles was man nicht kannte, denn da war das Risiko, etwas falsch zu machen besonders gross.

Klar blockierte es bis weit ins Erwachsenenleben hinein und bis heute, wenn ich nicht genau weiss, wie ich vorzugehen habe - denn es war so tief in mir vergraben, dass ich Jahre brauchte, um herauszubekommen, woran es liegt. Die Psyche erlaubt nur zu erkennen, was auch ertragen werden kann.

Umso schöner ist es, doch sehen zu können, wie sich die Blockaden lösen. Im Schneckentempo über Jahre mit Schmerz und Trauer erarbeitet, bin ich nun meistens fähig zu handeln. Das ist schön.
Nur vergleichen darf ich nicht.
Keiner hat mein Leben gelebt, genausowenig wie ich das der anderen.
Ich bin, wer ich bin, und das alles bin ich. Punkt.

Waldkatze
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Re: Notizen

Beitrag von Waldkatze » Mi Nov 04, 2020 6:51 pm

In Quarantäne. Es regnet, da fällt es nicht so schwer.

Bin am Ausmisten, krass was sich in den zwei Jahren schon wieder angesammelt hat. Tendiere doch schon seit dem Umzug in Richtung Minimalismus und trotzdem ist da noch so viel Zeug. Bin ich beim Mann, ersicke ich beinahe an dem Haufen Zeug, das er sammelt und überall rumstehen hat.
Ich brauche ganz deutlich eine (auch optisch) ruhige und klare Umgebung um selbst ruhig und klar bleiben zu können.

Nach dem Ausmisten kommt Herbstputz dran. Fenster, Wände, Decken habens nötig.
Und Literatursuche für Kleingruppen, immerhin ist es nicht gänzlich verboten sich zu treffen.

Seit ich Eisen und Folsäure nehme hatte ich gerade in der ersten Woche noch Löcher, jetzt ist bereits eine dreiwöchige stabile Phase, das ist wirklich lang. Der Boden bleibt, Angst vermag mir weder die Wahrnehmung zu verdrehen noch das Denken und Handeln zu blockieren.
In diesem Ausmass kann ich die Angst gut als Freund, der schützen will annehmen.

Blutmenge und Blutwerte sind praktisch immer tief, wenn danach geschaut wird.
Frage mich, welchen Anteil die Mangelerscheinungen generell an den Depressionen und depressiven Phasen haben und ob es sich lohnen würde, die Blutwerte regelmässig zu überwachen und frühzeitig auf tiefe Werte zu reagieren.
Evtl. würde das bereits reichen, um Abstürze zu verhindern. Wäre gewiss schlauer als ADs einwerfen.

Es ist mein Körper und ich trage die Verantwortung dafür. Keiner, erst recht kein Arzt mit hunderten von Patienten, beobachtet und spürt ihn besser als ich.
Diskussionsthema für die nächste Stunde.

Es ist so schön, so ein ruhiges Leben zu haben, sich sicher zu fühlen, vernetzt und eingebunden selbst wenn persönliche Kontakte nicht gehen. Noch letzten Monat hätte ich durchgedreht vor Angst und Einsamkeit. Und nun bin ich geborgen in meinem selbst gebauten Nest und die Liebe zu den Menschen, die meinem Herzen nahestehen lässt mich lächeln.

Danke.
Ich bin, wer ich bin, und das alles bin ich. Punkt.

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Re: Notizen

Beitrag von Waldkatze » Sa Nov 07, 2020 4:32 pm

Es wird langweilig hier drin, so langsam möchte ich wieder raus gehen können. Meine Familie fehlt mir.
Ich bin, wer ich bin, und das alles bin ich. Punkt.

Waldkatze
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Re: Notizen

Beitrag von Waldkatze » Mo Nov 16, 2020 11:35 pm

Es wird wieder einfacher, in die Leere zu fallen. Situation erschwert und verunmöglicht zum Teil Sinngebendes.
Nicht lähmen lassen, sondern das tun, was geht und mir selbst nicht schaden ist meine Aufgabe.
Es werden wieder andere Zeiten kommen und ich bin dankbar für die Unterstützung, die ich habe.
Ich bin, wer ich bin, und das alles bin ich. Punkt.

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