Chaos, Sortiertes und Baustellen

Hier findet Ihr einen Raum, in dem Ihr über alles reden könnt, was in den anderen Foren keinen Platz hat.
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LunaSue
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Beitrag von LunaSue » Di Apr 15, 2008 9:31 am

~ sie wissen es nicht ~

Nein, meine Familie weiß nicht, wie groß meine Wertschaätzung war und ist.
Und sie wissen auch nicht, warum und wovor es galt, einen Menschen zu schützen.
Und sie wissen nicht, warum es so wichtig war und ist, mich zu schützen.
Sie wissen nicht, dass ich manchmal selber nicht geglaubt habe, dass ich es schaffe zu überleben.
Und sie wissen nicht, dass so manch anderer es auch bezweifelt hat.
Und sie wissen ebenfalls nicht, dass sie die Falsche ausgrenzen.
Und sie wissen auch nicht, dass sie es aus völlig falschen Gründen tun.
Sie sind wütend, aber sie wissen nicht, dass ihre Wut überflüssig ist und dass diese Wut nur hinderlich ist.
Sie wissen es nicht und ich kann ihnen verzeihen.

Aber ich weiß es und ich weiß auch,
dass ich gestern einem der Täter die Hand gereicht habe.
Ich weiß, dass ich versönliche Gesten geschenkt habe.
Ich weiß, dass ich enorme Kraft hatte.
Ich weiß, dass alles gut ist wie es ist und dass ich keine Schuldgefühle haben muss, kein schlechtes Gewissen.
Ich weiß, dass ich verletzt wurde und vergeben konnte.
Das alles weiß ich!
Und das reicht, es ist gut!

Ich bin dankbar für einen Tag,
der mir alles abverlangt hat,
was ich in Stande war zu tun.
Und ich bin dankbar dafür, dass ich diesen Tag mit Frieden in meinem Herzen beschließen konnte.

Vergebung ist eine gute Kraft, eine Macht, die ich im Guten einsetzen konnte und das erfüllt mich mit einer großen Zufriedenheit.

Ich habe einen großen Schritt getan und nun bin ich müde...

Shalom
Luna
Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt.
Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte,
der dem Leben zu antworten - das Leben zu ver-antworten hat.

Viktor Frankl

smakig!

Beitrag von smakig! » Di Apr 15, 2008 9:43 am

hallo lunasue



dann ruh dich nun ein weilchen aus, du hast es wahrlich verdient.


smakig!

acinos

Beitrag von acinos » Di Apr 15, 2008 1:10 pm

Luna Sue,
dir mal tröstend über den Kopf streichel!
Ja-ruh dich aus-du Kämpferin-du ganz große :!: -die über sich hinausgewachsen ist :!:

igele dich ganz arg stolz auf dich ist !!!

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Beitrag von LunaSue » So Apr 20, 2008 11:33 am

~ Schwächen zulassen, zugeben und falschen Stolz ablegen ~

Ich merke gerade, wie ich zu einer neuen Erkenntnis gekommen bin.
Schwächen sind etwas sehr menschliches.
Und ich habe ebenfalls erfahren, wie beängstigend perfekt ich manchmal auf Menschen wirken musste, weil ich nie zugab, dass ich auch meine Schwächen habe. Oder diese überhaupt zuließ.

Ich war völlig falsch stolz darauf, immer durchgehalten zu haben.
Mich konnte nichts davon abhalten, meinen Pflichten nachzukommen.
Jemand, dem es nicht gut ging, dem konnte ich immer zugestehen, dass er sich mal ausruhen musste.
Ich fand mich großmütig.
Heute sehe ich das kritisch.
Falsch daran war, dass ich es nur einseitig zulassen konnte.
Mir selber erlaubte ich das nicht.
Ein wenig kommt mir das verlogen vor.

Heute wäre ich sehr dankbar dafür, wenn ich mich heute einfach ausruhen dürfte.
Wenn ich meiner gesundheitlichen Schwäche nachgeben dürfte, mich einfach hinlegen.
Nur geht es leider nicht.
Früher wäre ich stolz auf mich gewesen, dass ich natürlich trotzdem meinen Pflichten nachgekommen bin.
Falscher Stolz, ein ungesundes Mäthyrertum.

Nein, ich werde heute nicht stolz darauf sein, sondern einfach dankbar, wen ich meiner Schwäche dann nachgeben darf.

Ich fühle mich schlapp und krank.
Und in mir menschelt es gerade sehr!

Das fühlt sich einfach nur richtig an!

LunaSue
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Beitrag von LunaSue » So Apr 20, 2008 12:17 pm

...und irgendwie kann ich es sogar noch steiegrn:
Es macht mich sogar richtig wütend,
dass ich heute nicht schwach sein darf und leider keine Pause kriege!
Mist! :evil:
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Beitrag von sun » Sa Apr 26, 2008 9:09 am

Hallo LunaSue,

das klingt für mich absolut nach wichtigen Genesungsschritten.
Du bist auf dem Weg. :wink:




glg sun :idea:

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Beitrag von LunaSue » So Apr 27, 2008 7:07 pm

Hallo sun!

Ja, fühlt sich auch so an.

Hätte mir mal jemand gesagt,
dass es total gesund ist, dass ich so sauunzufrieden bin gerade,
dem hätte ich den Vogel gezeigt.

Aber so ist es.
Statt in mein Verderben zu schlittern und irgendwann umzufallen oder zu explodieren, nehme ich wirklich war, was mir stinkt und achte darauf.
Das ist relativ neu und das bedeutet halt,
dass ich für mich etwas tun muss und WILL.
Und dass ich sicherleich für mich einstehen werde.

Und so hat meine Unzufriedenheit etwas sehr Positives und gesundes.
Allerdings für den ein oder anderen sicher auch etwas Unbequemes...*grins*

LG
Luna
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Beitrag von sun » Mo Apr 28, 2008 12:13 am

Das macht überhaput nix, LunaSue.
Da müssen die jetzt eben durch. :D


Habe vor kurzem einen neuen Einstellsatz erhalten/gefunden. Der passt glaube ich ganz gut zu dem Thema.


Er lautet: Ich darf in Frieden meine Pause machen.


Gar nicht so ohne, kann ich dir sagen.


glg sun :idea:

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Beitrag von LunaSue » Mo Mai 19, 2008 9:05 am

~ zwei Jahre sind um ~

Seit gestern sind genau zwei Jahre um seit dem ersten flashback.
Gestern schrieb ich das Datum und...lächelte.
Ich habe kurz daran gedacht und das war es dann auch schon.
Nicht ganz: ich dachte auch noch, dass alles gut ist.
Dass es mir gut geht, ich zufrieden bin und gelassen.
Daran, welche Pläne ich gerade schmiede und wie sehr sich alles verändert hat seitdem.
Ein superkurzer Ausflug in das Jahr 2006 und dann saß ich da und lächelte.

Luna
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acinos

Beitrag von acinos » Mo Mai 19, 2008 9:47 am

Kämpferin an Kämpferin :!:

und ich schenke dir LunaSue auch ein Lächeln-
ein Lächeln,was Dich begleitet
als einen Menschen,den ich sehr schätze!

LG
acinos

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Beitrag von LunaSue » Mi Jul 09, 2008 12:04 am

~Aufarbeitung der Aufarbeitung~

Nun arbeitet es neu in mir und ds auch nicht seit heute erst.
Bei allen Resumee`s, die ich bislang so zog ging es irgendwie immer um ein Vorher-Nachher.
Letztlich ist das auch jetzt so: ich blicke auf eine Zeit zurück, die das "nachher" erst möglich machte.
Eine anstengende Zeit, die es wert war, keine Frage.
Aber auch eine Zeit, die ihren Tribut gefordert hat.

Während meiner Aufarbeitung und meinem schrittweisen "Selberkennenlernen" und den Veränderungen, die dringend notwendig waren gab es Phasen, in denen ich mein Leben nicht mehr wirklich lebenswert fand.
Heute ist das anders, mir ist die Kostbarkeit ganz neu bewusst. Dafür bin ich dankbar.

Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke Finde ich unglaublich viele gute Erfolge, neue Möglichkeiten, die sich mir geboten haben.
Alles erschloss sich im Prinzip aus der Begegnung mit mir, mit meiner "geformten" Persönlichkeit. Manche Begegnung hat mich bitter gemacht und ich konnte mich kaum ertragen. Ich glaubte nicht daran, dass ich daran etwas ändern kann.
Die Begenung mit meiner erlernten Ohnmacht machte mich ohnmächtig.
Ich musste umlernen und heute fühle ich mich keineswegs mehr ohnmächtig. Mal als Beispiel.

Viele Teufelskreise durchbrochen, viele Muster erkannt und ausgebrochen.
Was ich aber wohl noch nicht kann, ist zu artikulieren: mir geht es schlecht, so dass es auch verstanden wird...

Und nun drängen sich mir die letzten zwei Jahre mal von der anderen Seite auf, von der kritischeren.
Der Preis für alle Erfolge.

Um es gleich vorab zu sagen: er ist es wert!
Ich möchte es keinesfalls anders haben oder irgendwas rückgängig machen, um mich vor diesen "Kosten" zu drücken.

Was waren sie?
Schuldgefühle, jede Menge, duch die ich durch gegangen bin, um irgendwann zu einem Punkt zu kommen, an dem ich verstand: es ging nicht anders, es gab keine anderen Möglichkieten.
Wieviele Menschen ich in dieser zeit verletzte, ich habe keine Ahnung.
Ich wusste es nicht besser, sie ebenfalls nicht.
Nun, heute, bin ich soweit, dass ich mich dieser Zeit von dieser Seite aus widme. Mich um zerbrochene Beziehungen kümmere, immer noch, schon wieder.
Es gibt keine so scharfe Grenze, so etwas wie: ab jetzt.
Aber es fällt mir gerade sehr stark auf: ich bin noch immer dabei, diese beziehungen wieder aufzunehmen, sie zu "retten", sie zu pflegen.

Traumatisierungen, neue wie auch Retraumatisierungen, das ist derzeit so ein Thema.
Ich habe mich während dieser Zeit schlichtweg selber traumatisiert.
Die Retraumatisierungen gehören wohl ein Stückweit dazu. Das passierte und ich sehe es als einen Teil dessen an, den ich bewältigt habe.
Aber die neuen, die während der ganzen Zeit eben dazu kamen.
Was ich mir selber zufügt erkenne ich klar und deutlich und verstehe auch, wie es dazu kam. Das aber nun auch zu integrieren fällt mir derzeit unheimlich schwer.

Ich habe mich in der ganzen Zeit sehr selber verletzt und das schaffe ich auch heute.

Das ist eine Erkenntnis, die auch wieder weh tut.

Da schmeist es mich gerade mächtig hin und her.
Und wie nah ich auch an eine Grenze geraten kann, die zu übertreten bedeuten würde, wieder in ganz alte Muster zu verfallen, zeigt mir deutlich, dass ich wachsam bleiben muss.
Auf mich achten.
Aufpasssen, verantwortungsbewusst mit mir umgehen.

Viele Erfahrungen der letzten zwei Jahre möchte ich keinesfalls wiederholen.
Gut, dass ich sie habe, sie sind auch ein reicher Schatz und werden mich in der nächsten zeit sicher schützen.

Wenn ich die Zeit der Aufarbeitung für mich aufarbeite, was ich muss.
Denn aus dieser zeit habe ich Flashbacks, die mit damals, mit den Traumatisierungen, nicht das geringste zu tun haben.
Sie sind ganz konkret und ganz klar einsortierbar.

Definitiv habe ich Flashbacks und seit einiger zeit einige Symptome der PTBS. Heute weiß ich sie ienzuschätzen, mich einzuschätzen. Nein, die sind nicht gerade meine Freunde, aber ich kann sie akzeptieren. Weder werde ich sie ignorieren, wegdiskutieren oder verschweigen. Das ist nicht mehr mein Weg. Ich kenne meine Möglichkeiten, kann anders damit umgehen und darüber bin ich sehr froh.

Eine neue Phase?
Eine andere Perspektive!
Eine neue Aufgabe und Herausforderung!

Packen wir es also an, diesmal eine sehr verletzte innere Erwachsene, die ich gerade kennenlerne, die sich zu Wort meldet, meine Innenkinder und ich!

LunaSue
*die das jetzt auch noch packt*
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Beitrag von LunaSue » Di Jul 29, 2008 9:15 pm

Für mich!

Schicksalstage

Wenn die trüben Tage grauen,
Kalt und feindlich blickt die Welt,
Findet scheu sich Dein Vertrauen,
Ganz auf sich allein gestellt.

Aber in dich selbst verwiesen,
Aus der alten Freuden Land,
Siehst Du neuen Paradiesen,
Deinen Glauben zugewandt.

Als dein eigenstes erkennst du,
Was dir fremd und feind erschien,
Und mit neuem Namen nennst du,
Dein Geschick und und nimmst es hin.

Was dich zu erdrücken drohte,
zeigt sich freundlich atmet Geist,
Ist ein Führer ist ein Bote,
Der dich hoch und höher weist.


Hermann Hesse
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Beitrag von LunaSue » Fr Aug 15, 2008 8:53 am

*triggert*

~was dich zu erdrücken drohte~

...schickte mich dann gestern in eine Panikattacke!
Keine Rede von hoch und höher,
sondern eher aus einem fahrenden Auto heraus.

Es war knapp...sehr knapp und ich habe Angst!

Luna
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Beitrag von Annette » Fr Aug 15, 2008 12:09 pm

Hallo Luna,

sorry, aber ich bin mir gerade nicht sicher ob ich verstehe, was genau passiert ist :roll:

Wobei ich die Angst deutlich höre... das tut mir leid.

Einfach mal da bin.
LG Annette

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Beitrag von LunaSue » Mo Sep 08, 2008 11:00 am

~ein weiteres chaotisches Jahr~

Ich würde es allerdings mit einem Fragezeichen versehen wollen.
Ist es wirklich so?

Als ich diesen Thread eröffnet habe ging es um ein Chaos in mir,
eine Reihe von chaotischen Dingen, die ich selber verusacht hatte.

Das Ganze ist heute vollkommen anders, vieles ist geordnet, in der Reihe.

In diesem jahr stürmte viel auf mich ein,
von außen.
Immer "härter" wurden die "Schläge".

Es galt viel zu lernen, seit ich hierher kam, in dieses Forum.
Und heute, nach allem, was in den letzten wenigen Monaten passiert ist,
merke ich, dass ich gelernt habe.

Ich lernte über mich, über das Leben, über die Menschen jede Menge neue Seiten.

Zuletzt, im August, hatte ich plötzlich nur noch Angst.
Davor, in ein Loch zu fallen.
Endgültig.

Sehr klug sind die Worte einer Freundin:
"Ja, das kann passieren. Aber stell dich an den Rand, schau hinein und überlege genau.
Schau über den Rand und lass das wirken.
Willst du das?
Es liegt in deiner Hand."

Diese Angst war gut, denn sie hat mich beschützt.
Nein, ich will da nicht hinein und habe mir die Umgebung näher angesehen.
Und ja, es liegt in meiner Hand und in die habe ich es auch genommen.

Das Ergebnis der letzten zwei Jahre:
Ich kann mich durchsetzen!
Ich habe mehr Kraft, als ich denke.
Ich weiß, wo ich sie sinnvoll und gewinnbringend einsetzen kann und sollte.
Angst kann etwas sehr schützendes sein, wenn ich weiß, wie ich mit ihr umzugehen habe und sie für mich einsetzen kann. Wenn ich durch sie etwas für mich verändere.
Ich bin nicht ausgeliefert und ohnmächtig.
Weder dem Leben noch den Menschen.

Mag jetzt wirklich doof klingen, aber ich bin gewachsen.
Ich bin größer geworden und komme mir selber auch so vor.
Ganz bildlich, denn da sind einige Menschen in cm kleiner als ich, obwohl sie mir größer vorkamen. Jahrelang.

Es haben sich Machtgefälle aufgelöst, die mir lange unüberwindlich erschienen.

Ich sehe die Welt mit anderen Augen und mich selber auch.

Und spüre, dass ich aus mir heraus eine Macht besitze, die ich für mich einsetzen kann.
Und Macht besitzt schon das kleine Wörtchen "nein", dass auszusprechen ich gelernt habe.

Und heute lese ich das Gedicht von Hesse ganz anders und sehe, dass ich mit meiner Kreativität, mit den neuen Handlungsfähigkeiten, mit den Alternativen, die ich sehen kann,
mein Leben in der Hand habe, in meiner eigenen, und es selber gestalte.

Alles, was passierte in den letzten 4 Monaten, hätte in verschiedenste Richtungen weisen können.
Ich habe die Richtung bestimmt und gehe meinen Weg.

Das ist gut!

LunaSue
Zuletzt geändert von LunaSue am Mo Sep 08, 2008 11:34 am, insgesamt 2-mal geändert.
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