Chaos, Sortiertes und Baustellen

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LunaSue
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Beitrag von LunaSue » So Aug 12, 2007 10:16 pm

~ Das mit der Wut ist so eine Sache ~

Ich habe da etwas herausgefunden über mich, das ich echt schwierig finde.
Sobald ich Angst bekomme, schlägt sie in Wut um.
Ein ganz automatischer Schutz.
Allerdings hat das einen Haken, auch wenn Angst so für mich besser auszuhalten ist:
Damit disqualifiziere ich mich natürlich eher, als wenn ich meiner Angst Ausdruck verleihen würde.
Hm, schwierige Sache für mein Umfeld, da unterscheiden zu können.
Außerdem habe ich laaange gebraucht, um selber unterscheiden zu können.
Puh, wie lange dauert es wohl, diesen Automatismus abzustellen?
Na, vielleicht kommt ja auch mal eine Zeit, in der meine Innies wissen, dass sie eigentlich manche Ängste gar nicht mehr haben müssen...

*seufz*

Hier muss wohl das blöde Geduldwort hin...*grummel*

Puh, in der ganzen Zeit und auch in der Zeit "davor" habe ich es mir einmal gegönnt, meine Angst offen zu zeigen und richtig los zu lassen.
Das war einerseits übel, andererseits aber auch richtig gut und befreiend.
Aber da war sie auch so groß, dass ich selbst mit Wut nicht mehr dagegen ankam.

Manchmal denke ich, dass das alles schon ganz schön kompliziert ist, aus Mustern und Automatismen heraus zu kommen.
Aber eigentlich bin ich auch wieder ziemlich stolz darauf, dass ich mich selber immer mehr durchschaue!

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Beitrag von Sascha » So Aug 12, 2007 11:42 pm

Hallo Luna Sue,

da kannst du auch stolz drauf sein. Auf der anderen Seite brauchen wir Menschen auch ein wenig Routineabläufe, also doch wieder Muster und Automatismen, nur halt neugestaltete.. :roll:

Ganz liebe grüße, pada
Sascha :roll:
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Beitrag von LunaSue » Di Sep 11, 2007 10:55 pm

~ Aufgeben ~

Manches werde ich aufgeben. Oder habe ich auch schon.Aus verschiedenen Gründen. Und DIESES Aufgeben kommt absolut in Frage. Es gibt Kämpfe, die sind so aussichtslos, dass man besser damit aufhört, bevor man seine Kräfte völlig aufgebraucht inklusive Reserven. Was bleibt einem sonst noch für Kraft?Dazu gehört mein ewiger Kampf um Verständnis. An mancher Stelle habe ich erklärt, und erklärt underklärt und damit gar nichts erreicht.Manchmal wurden meine Erklärungen schlichtweg in den Boden gestampft. Es gab weitaus logischere Begründungen für mein Verhalten, meine Ängst. Oft hatte ich das Gefühl nicht gut genug erklärt zu haben, wenn jemand diese als unbefriedigend deklariert hatte. Letztendlich ist das müßig, denn was einfach fehlte war Akzeptanz. Auf meiner Seite, dass vieles nun mal von anderen nicht zu verstehen ist und auch nicht muss. Von meinem Gegenüber, dass DAS meine Erklärung oder Begründung ist oder eben mein Gfeühl.
Damit nicht eine Erklärung die nächst nach sich zieht als Erklärung der Erklärung. Und so erklärt und erklärt und erklärt man sich in Gesprächen und Gesprächen und Gesprächen. Die ich fast immer als unglaublich anstrengend empfinde. Ich habe so die Nase voll davon...
Was passiert: Ich verliere mich selber aus den Augen, weil ich wie immer darum bemüht bin, für jemand anderen zu sorgen, als mich um mich zu kümmern. Da sollte ich vielleicht bein mir bleiben.
Aufgegeben habe ich auch nach Erklärungen zu suchen, warum ich etwas nicht kann. Denn das ist irgendwie auch müßig. Gut, es kann hilfreich sein, zurück zu schauen. Mir bringt es aber nachhaltig wenig für meine Gegenwart und Zukunft in meiner Vergangenheit zu wühlen. Und dessen bin ich auch ausgesprochen müde. Anfangs dachte ich, dass diese ganzen Flashbacks der Eingang zur Hölle sind. Heute weiß ich, dass es der Ausgang i9ns Leben ist, Erinnerungen auch wieder los zu lassen. Sie kamen einfach, dagegen konnte ich mich nicht wehren. Aber das Gefühl ihnen wehrlosausgeliefert zu sein hat schon lange nachgelassen. Dazu war es aber notwendig, sie loszulassen. Oder- in anderen Worten- auch hier war und ist Akzeptanz notwendig.

Sicher, meine Vergangenheit hat Folgen, hat Spuren hinterlassen. Oft empfinde ich es als einen mir nicht gerecht werdenden Umgang mit mir bestimmte Dinge auf die Traumatisierung zu schieben. Wenn jemandem etwas nichtpasst, was ich tue, dann ist das "auf das Trauma zurückzuführen." Sowas macht mich stinksauer, denn es gibt mir das Gfeühl nicht ernst genommen zu werden oder in einer Opferschublade zu landen. Es ist für mich ebenfalls völlig müßig geworden etwas als Folge der Traumatisierungen zu bezeichnen, als etwas in meiner Lebensgeschichte begründetes. Dann kommt allzu oft, dass ich nun mal nicht alles darauf schieben kann. Dass ich mich nicht dauernd dahinter verstecken kann.

Viele meiner Ängste können von anderen vielleicht nicht ernst genommen werden, weil sie so schlecht zu vertsehen sind. Leider habe ich auch die Erfahrung machen müssen, dass sie als albern bezeichenet wurden. Selbst ein : unnötig klingt für mich schon falsch.
Manchmal habe ich meine Offenheit, was bestimmte Ängste angeht auch schon bereut, denn hier durfte ich dann erleben, wie andere sie nutzten, um mich zu erpressen. Sowas ertrage ich derzeit nicht einmal im Spaß.

Ich kann bestimmt viel immer noch nicht, besonders gewisse Ängste ausdhalten ist ein Problem. Für manche bin ich auch verschiedensten Gründen nicht "schnell genug".Das erzeugt bei mir einen Erwartungsdruck, der mich schier erdrückt. Selbstgemacht- das ist mir absolut klar. Denn um die Bedürfnisse, Ansprüche und Erwartungen anderer sollte es in erster Linie für mich nicht gehen. Das ist ein Umlernprozess, der mich sicher noch eine Weile in Anspruch nehmen wird.

Derzeit geht mir so ziemlich die Kraft aus. Ich habe unheimlich viel über mich selbst hersugefunden. Einige dieser Wahrheiten will ich natürlich nicht so unbedingt wahr haben. Da fehlt mir Akzeptanz, ganz klar. Und auch das erzeugt wieder Schwierigkeiten. Manche dieser Wahrheiten tun so weh und ich mag sie auch nicht von anderen hören. Folglich ziehe ich mich gerade ziemlich zurück. Was auch einen zweiten Grund hat. Dass ich manches einfach nicht hinkriege, dass ich manches nicht ändern kann, obwohl ich weiß, dass ich sollte/muss, ist mir schlicht peinlich. Die Scham, das was mir im Kopf so klar ist weder wahrhaben zu wollen noch ändern zu können verstärkt noch meinen Rückzug. Nichtsnutzige Schuldgefühle, eine Folge aus schlechtem Gewissen und auch Vorwürfen geben mir den rest...

Diese Bleistiefel möchte ich oft genug am liebsten anderen verpassen. Wenn ich und mein Tempo für andere zu langsam sind- ich fühle mich schon gehetzt. Geduld mit mir selber, ich denke schon, dass ich da eine Menge dazu gelernt habe. Die Ungeduld oder Geduld anderer kann ich überhaupt nicht beeinflussen. Ungedauld kann ich auch niemandem vorwerfen.. Gefühlte Geduld ist auch etwas sehr individuelles. Es kann sich so bei dem einen so anfühlen, dass er schon ein ganzes Jahr Geduld hatte. Aber von mir gefühlt ist es ein ewiges Auf und Ab, eine Geduld für Tage oder Wochen und dann wieder die Konfrontation mit Wut, Resignation und Hoffnungslosigkeit des anderen. So schrumpft ein Jahr Geduld zu einem Zeitraum von Tagen/Wochen und hinterlässt bei mir das Gefühl, immer wieder von vorne anzufangen. Immer wieder Auseinandersetzungen, immer wieder die gleichen Themen, die gleichen Vorwürfe...das kostet so viel Kraft.

Jeder Mensch ist natürlich total individuell in seinem Denken und Handeln. Leider ensteht zu oft der Irrtum, dass ich in Situationen, die sich "gleich" anfühlen, Menschen miteinander verwechsle oder vergleiche.Auch dagegen kämpfe ich dauernd an und bemühe mich, diese Irrtümer auszuräumen. Ich finde iegentlich, dass das manchmal eine Schutzbehauptung ist. Irgendwie kommt es mir dann so vor, als wolle sich dann jemand aus der eigenen Verantwortung stehlen. Nicht die Menschen sind gleich, das in mir ausgelöste Gefühl ist es.
An mancher Stelle erscheint es total unnötig, an anderer aber auch angebracht...
Auch da will OIrdnung geschaffen werden und es ist sicher sinnvoller, da Irrtümer bei mir zu bekämpfen anstatt bei anderen.

Ich habe noch viel zu tun. Also packe ich es auch an.
Vielleicht klingt das Ganze nach Resignation, Hoffnungslosigkeit, Müdigkeit.
Letzteres stimmt sicher.
ABER: Aufgeben kommt nicht in Frage!

Meine Bereitschaft etwas zu verändern ist weiterhin ungebrochen.
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Beitrag von LunaSue » Di Sep 18, 2007 4:16 pm

~Das mit den Gefühlen...~

...ist auch so eine Sache.
Mir ist bewusst geworden, dass mein Thera (und zum Teil auch einige Freunde) das Äußern MEINER Gefühle übernimmt.
Also, das kann er sehr gut, denn er behrrscht Bildersprache...
Hm, bei der letzten Stunde bin ich da ganz zügig drüber weg gegangen.
Aber es macht mich schon stutzig, dass ich das erstens wohl gar nicht hören will.
Und zweitens: wie oft sagen Freunde so etwas wie "das macht mich total wütend".
Oder jenes macht sie traurig.
Was ich aus meiner Geschichte oder derzeitigen Lebenssituation mal preisgebe.
Und ich?
Bin weder traurig noch wütend....in vielen Situationen.
Sollte es aber wohl sein.
Manchmal denke ich: nein, da ist nichts, Leere...
Bin ich denn so weit weg von mir selber?
Habe ich da keinen Kontakt?
Gibt es in solchen Zusammenhängen "nur" Angst?


Ich bin mächtig verwirrt und würde jetzt Thera am liebsten schwänzen.
Was ja doch nicht tun werde...
*seufz*

Ach, mir wird das gerade alles irgendwie zuviel. :roll:

Luna
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Beitrag von Sascha » Mi Sep 19, 2007 12:55 am

Hallo Luna,

ich denke gerade daran, dass ich relativ wenig Wut in mir spürte. Ab und zu schlug sie durch, dann war sie wieder weg. Trauer? Ja, die hatte ich, Ängste auch, aber die Wut hatte ein anderer für mich. :roll:

Ganz liebe grüße, pada
Sascha :roll:
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Beitrag von LunaSue » Fr Sep 21, 2007 4:26 am

Hallo Sascha!

Wut haben manchmal andere für mich...
Und leider nur zu oft auf mich.
Momentan lastet da ein Geiwcht auf mir, eine Schwere, die ich schlecht definieren kann.
Ja, wütend werden kann ich schon.
Manchmal bin ich so richtig kratzbürstig, eine Hexe eben.
Aber nur zu oft an falscher Stelle. Wo ich besser besonnen bliebe.
Wo ich dieses Innie nicht zügeln kann, weil ein kleineres Ansgt bekommt und sofort durch Angriff verteidigt wird.
Mit dem Ergebnis, dass ich natürlich gleich wieder verletzt werde.

Man kann mir einfach zu schnell und zu leicht "zu nahe treten".
Da bräuchte ich unbedingt ein dickers Fell.
An anderer Stelle sollte ich mich schleunigst mal häuten und in Zwiebeltechnik Pelz abwerfen...

Es gibt noch viel zu tun.

Fangt schon mal an...
ich brauche und mache eine Pause! :roll:

Liebe Grüße
Luna
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Beitrag von Sascha » Fr Sep 21, 2007 10:37 am

Hallo Luna,

ich denke es ist oft eine Gradwaqnderung. Auch wenn andere sich auf den Schlips getreten fühlen ist oft so, dass sie selber es sind, die das Problem haben.

Umgekehrt ist es übrigens auch schon mal so. Das ist etwas, was wir Menschen hervorragend können. Gerade darum ist es wichtig selber Reaktion / Aktion zu überdenken, aber auch andere dann ganz offen auf ihre seltsame sichtweise hinzuweisen. :roll:

Wie immer, der Mittelweg ist es, der optimal wäre, also eine Mimose mit dickem Fell sozusagen. :wink:

Ganz liebe grüße, pada
Sascha :wink:
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sonnsuse

Beitrag von sonnsuse » Mo Sep 24, 2007 12:47 pm

Liebe LunaSue,

nur ganz kurz ein Gedanke, er mir gekommen ist zu Deinen Worten:
Man kann mir einfach zu schnell und zu leicht "zu nahe treten".
Da bräuchte ich unbedingt ein dickers Fell.
An anderer Stelle sollte ich mich schleunigst mal häuten und in Zwiebeltechnik Pelz abwerfen...
Vielleicht ist es manchmal gut, wirklich aus der Haut zu fahren - für die Außenwelt mag das ein wenig befremdlich wirken - aber um die geht es dabei ja nicht. Es geht um Dich. Und was Du weiter oben zu "Aufgeben" geschrieben hast, läuft für mich da rein... manchmal ist es doch auch gut, einfach mal die Bremse zu lösen und die Selbstkontrolle aufzugeben. Warum sollst Du nicht empfindlich auf bestimmte Dinge reagieren dürfen? Klar wäre es im Nachhinein besser gewesen, wenn Du das "dickere Fell" gehabt hättest. Aber für den Augenblick war das "Ausflippen" vielleicht gerade richtig für Dein Innie? Und umgekehrt gilt das auch für die besonders dick befellten Stellen... Du brauchst offenbar da den Schutz besonders...
Die Pause, die Du machen willst, ist genauso das Richtige für Dich, weil Dein Gefühl es Dir sagt... denke ich zumindest
... vielleicht ist es auch nur eine Selbstentschuldigung für zickiges Verhalten? :?
Mhm... ich denke aber insgesamt, es ist am Besten, wenn Du so handelst, wie Dein Gefühl es Dir empfiehlt...

Alles Liebe, sonnsuse

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Beitrag von LunaSue » Do Okt 25, 2007 6:38 pm

Hallo liebe sonnsuse!

Heute liest sich dein Impuls von vor vier Wochen gaaanz anders!
Ich danke dir dafür.
Und es stimmt:
Es gibt einfach Punkte, da ist es wirklich gut, mal aus der Haut zu fahren und ganz klar Position zu beziehen.
Und siehe da:
Es hat funktioniert, OHNE anschließendes Schuldgefühl!
Das natürlich mal ganz kurz aufkam, ein kurzer Schreck:
Was habe ich denn nun wieder gemacht?
Aber nein!
Ich habe kurz geprüft und für richtig befunden, dass da mal Schluss war!
Und alle subtilen Veruche mich jetzt in ein Schuldgefühl zu drängeln sind erfolglos geblieben!

*ein bischen stolz bin*

Das Chaos lichtet sich immer ein bischen mehr.
Heute habe ich sehr kräftig sortiert.
Naja, sagen wir so:
Endlich DIE richtige Entscheidung getroffen und zwar für mich, meine Freizeit, meine Gesundheit und Leben!
Nach zwei Jahren gehardere und gezögere...
Nun ist es gut, ich weiß, dass es heute richtig ist.
Und ob es so bleibt werde ich sehen, wenn das nächste Jahr zu Ende geht.
Aber da habe ich mir auch eine gewisse Ruhe verschafft!

*ziemlich stolz bin*

Und dann habe ich am letzten Wochenende jemandem gezeigt, dass ich mich bestimmt nicht weiter und noch länger verarschen lasse!

So, und jetzt höre ich auf... :oops:

Weil ich, zum guten Schluss, auch darauf stolz bin! :D

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Beitrag von LunaSue » Mo Nov 05, 2007 10:53 am

~Das mit der Offenheit~

Ist auch so eine Sache...
Himmel, ich bin manchmal sooo müde.
Was nutzte mir bisher die Offenheit?
Kaum etwas.
Es hat genau zwei Freundinnen gegeben, die sich anhand meiner Offenheit orientieren konnten.
Die versöhnlich sein konnten.
Kunststück, sie sind eben auch weit genug weg...

Jeder, der "näher dran" ist hatte gar nichts davon. Und ich selber?
Am allerwenigsten.
Nein, mir hat die ganze Offenheit nicht viel eingebracht, jedenfalls nicht viel Positives.

Vielleicht doch in Selbstmitleid zerfließend?
Nein, eine besondere Rücksicht brauche und möchte ich gar nicht.
Ein wenig Verständnis und Versöhnlichkeit.
Das wäre das wenige, was ich als "Profit" aus meiner Offenheit gerne hätte.

Ich bin es so leid, um alles immer kämpfen zu müssen.
Sei es ein wenig Vertrauen, ein bischen Verständnis, etwas weniger Unterstellungen.

Und jetzt mal provokant, denn ich bin echt erschüttert:
Ausgerechnet HIER wird einem dann auch noch Übles unterstellt.
Wo doch hier eigentlich alle wissen:
Da ist eine Betroffenene, die viel Verständnis hat und das auch zum Ausdruck bringt.
Und dann kommen Unterstellungen, bei denen mir die Luft weg bleibt.

Manchmal fühle ich mich nirgendwo mehr sicher, nicht einmal hier.

Sicherlich liegt das auch an meiner "Geschichte". Denn Unterstellungen, ja, das kenne ich nur zu gut.
Auch die übelsten, die von einer Mutter gegen ihre Tochter gerichtet sein können.
Aber das heißt doch noch lange nicht, dass ich nun wehrlos dasitzen muss und sie mir weiterhin von verschiedenster Seite bieten lassen muss?
Und das heißt auch noch lange nicht, dass man das auf meine Überempfindlichkeit abwälzen kann.

Nein, ich habe es gründlich satt, dass ich ewig beweisen soll, dass etwas Unterstelltes nicht wahr ist.

Sollen doch die anderen mal darauf kommen, dass sie falsch liegen.

Sich auf seine Geschichte zurück zu ziehen wird mir nicht gestattet.
So, und nun werde ich das auch nicht mehr gestatten.

Denkt mal alle selber nach! Ihr da draußen, in eurer unversöhnlichen, sich nur um euch selber drehenden, engstirnigen Welt!

Luna
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Beitrag von LunaSue » Mo Nov 05, 2007 12:05 pm

Was mich nämlich so wütend macht, ist, dass man zwar von mir jederzeit Verständnis erwartet.
Ja, ich soll anderen Helfen mit MEINEM Trauma klar zu kommen.
Oder eben auch helfen, dass andere mit ihrem klar kommen.
Und momentan stellt sich mir doch allzu häufig die Frage:
Wo bleibe ich denn dabei?
Was nutzt mir meine ganze Offenheit, meine ganze Erklärerei, wenn dann doch am Ende dabei herauskommt,
dass NICHTS dabei heraus kommt.

Jedenfalls wenig Gutes.
Das alles ist mir zuviel, zu belastend, zu viel Kampf!
Immer Kämpfe, für allesund jedes..
Da muss man doch irgendwann mal müde werden...

Ich stoße einfach auf ein: das willst du nicht...
Manches kann ich einfach nicht.
Und ich hasse es, wenn mir das dann so ausgelegt wird!
Ich fühle mich nicht ernst genommen, überhört.

Und in der Summe des letzten Jahres, in der Summe der Unterstellungen und Anklagen bin ich mittlerweile da in einem neuen, alten Muster!

Ich konnte es nie gut genug und Recht machen und sollte mich wohl damit abfinden, dass ich es auch nicht können werde.

Warum, verdammt noch mal, ist es mir so wichtig?
Wozu das Ganze?
Ich kümmere mich wohl zuviel darum, dass es anderen möglichst gut geht.
Ich suche Frieden und versuche ihn zu schaffen.

Und scheitere damit immer wieder.

Luna
*die immer noch tobt*
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Beitrag von Sascha » Mo Nov 05, 2007 1:48 pm

Hallo Luna,

ich lese gerade das was du da schreibst und versuche es zu reflektieren, auf mich anzuwenden. Und fange an zu verstehen, warum ich zum Teil zu einem Eigenbrödler wurde, der Kontakte ein wenig meidet ohne sie ganz abzubrechen.

Ich (wir?) sind nun mla sehr schnell verletzbar. Ich spüre, dass ich da wieder Rückzieher einbaue, um das zu verhindern. Ein wenig mag mein Alter eine Rolle spielen, ich werde ein wenig ruhiger. Aber das ist nur ein kleiner Teil davon. Es ist eher der kleine unvrstandene Junge, der sich da in mir meldet und spürt, dass andere alles mögliche erwarten aber selber kaum was sagen, Rücksicht nehmen. :roll:

Ganz liebe Grüße, pada
Sascha :roll:
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sun

Beitrag von sun » Mo Nov 05, 2007 2:44 pm

Liebe LunaSue,

die Sache mit dem kämpfen bin ich auch gründlich satt und dennoch kann ich es nicht lassen. Aber manchmal gebe ich es einfach an die höhere Macht ab und lasse es los. Und welch ein Wunder es funktioniert auch. Das schaffe ich aber auch nur selten, aber immer ein bisschen mehr.

Auch wenn ich jetzt nicht kämpfen mag, es wird nie ohne gehen, aber in Zukunft möchte ich nur noch für das kämpfen wo es sich lohnt. Also keine vergäudete Energie oder jeder Furz ist, um den ich kämpfe. Und dann macht es auch sicherlich wieder Spaß zu kämpfen.

Kenne es auch gut mir mehr Gedanken um andere zu machen, als um mich selbst. Für jeden und alles Verständnis haben............ Früher wurde es von mir verlangt, dass ich andere über mich stelle. Und heute tu ich das ganz automatisch. ABer ich darf auch heute neue Wege einschlagen. Ich wünsche dir und mir, und all den anderen denen es so geht, dass wir es schaffen gewisse Dinge neu zu ordnen und uns ganz wichtig nehmen. Eine Art gesunden Egoismus.

Alles liebe sun :idea:

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Beitrag von LunaSue » Mo Nov 05, 2007 5:03 pm

@sun und Sascha

Hm, das unverstandene Kind...
So richtig habe ich eben noch nicht begriffen, dass manches einfach in meiner Entscheidung liegt.
Puh, das kann ich oft nicht, vor allem nicht ohne Rücksicht.
Das ist genau das, was mir allzu sehr suggeriert wurde.
Da stecke ich wohl noch in den Abhängigkeitsgefühlen meines Innies fest.

Wo fängt denn gesunder Egoismus an?
Und wo müssen sich andere dann eben im Stich gelassen fühlen?
Ohne, dass mich mein Gewissen auffrisst?
Wo wird Egoismus aber auch vorwerfbar?

Mir ist schon klar, wo das entstanden ist.
Und wie das eben auch ganz subtil weiter geführt wurde.
Es war ja immer so einfach!
Ein für andere gut funktionierendes Muster, in dem ich stecke und hoffentlich bald steckte. :?

Oh je, solange ich nicht merkte, was da lief oder auch läuft, war es einfach:
Ich funktionierte zu aller Zufriedenheit.
Denn genau das: ich stellte erstmal aller Zufriedenheit und Wohlergehen über meines.
Wie es von Oma und auch Mutter gelehrt worden ist.

Um jeden Furz kämpfen müssen...*ächz*
Ich bin es so leid.
Bin ich denn soo anspruchsvoll?
Ich denke nicht.
Und das wenige bischen, das ich manchmal möchte, das dürfte auch gerne mal leichter zu ergattern sein.

Allerdings gestehe ich: ich jammere auf hohem Niveau!
*schäm*

Was nutzt es aber?
Ist derzeit nun mal mein Gefühl...

Danke euch für eure Impulse!

Liebe Grüße
Luna
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sonnsuse

Beitrag von sonnsuse » Mo Nov 05, 2007 5:24 pm

Liebe Luna,

ja, Du kämpfst - und ja, das ist manchmal mehr als ermüdend - und ja, die Welt ist rücksichtslos und ungerecht...
Was machst Du daraus? --- Wie ich finde, etwas sehr Produktives! Du setzt Dich damit auseinander.
Klar löst das noch lange nicht die Knoten... vielleicht klappt das nie so ganz - die Verhaltensmuster, die wir als Kinder gelernt haben, sind schwer zu überwinden. Ganz und gar, wenn sie mit traumatischen Erfahrungen verbungen sind.
Aber vielleicht musst Du sie auch nicht völlig überwinden. Du erweiterst sie sie einfach...
Hast Du gemerkt, dass Du das in Deinen Texten heute ein Stück weit ausprobiert hast?!

Dass Deine Veränderungen, Deine ganze Person nicht immer (oder vielleicht sogar eher selten) so von Deiner Außenwelt antizipiert werden, wie Du selbst sie erfährst, liegt möglicherweise an dem alten Problem der Menschheit: "Du siehst nicht, was in meinem Kopf vorgeht, ich stecke nicht in Deinem drin...". Die Frage ist eben, wieweit die anderen bereit sind, sich auf Dich einzulassen.
Und wenn sie es nicht wollen oder können - dann bleibt Dir keine andere Wahl, als sie gehen zu lassen --- Nur umgekehrt gilt das natürlich auch!!! Du darfst das Gleiche tun! Ich weiß, diesen Egoismus selbst zu entwickeln, wenn man ihn bei anderen für schlecht hält, ist sehr schwer... aber kleine Schrittchen führen auch vorwärts!

Du darfst genauso egoistisch sein wie Du auch mal die Geduld verlieren oder stinkig sein darfst...
Bleib weiter stolz auf Dich! Du hast jedes Recht dazu!!!

Ich wünsch Dir alles Liebe, sonnsuse



Du darfst sauer und verzweifelt sein - und Du darfst das rausschrei(b)en.

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