Kampf gegen Destruktivität *evtl T.*

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Coralina
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Kampf gegen Destruktivität *evtl T.*

Beitrag von Coralina » Mi Okt 05, 2022 9:43 pm

Hi,

ich habe sowas von die Sch.... voll davon eigentlich täglich gegen irgendeine Form von Destruktivität ankämpfen zu müssen!
Ja, es gibt Skills und was weiß ich nicht alles. Das ändert aber gerade nichts an den Impulsen in meinem Gehirn. Fühlt sich an wie ne Art Fehlschaltung. Und das seit fast 20 Jahren.

Ich überlege so gut es geht, wo die Auslöser liegen. Versuche wirklich aufzupassen, aber kann ich auch einfach nur mal sein!?

Egal ob Selbstverletzung, zu viel essen, Suizidgedanken oder mich selbst triggern durch Sexualität.

Könnte ich bitte eine Pause haben?
Danke!

Muss das gerade einfach mal raus lassen.

Danke fürs lesen!

Eli

Re: Kampf gegen Destruktivität *evtl T.*

Beitrag von Eli » Do Okt 06, 2022 7:28 am

Hallo coralina

Ja es nervt und es tut mir leid.
Diese Pause wäre echt gut manchmal.

Ist dir denn klar wann die Impulse kommen? Sicher schon oft.
Vielleicht fehlt es an äußeren Hilfen wie zb Freunden Ruhe von der Arbeit etc...? Meine Erfahrungen sind dass man dann ja so viel an sich arbeiten kann wie man will: das hilft dann auch nichts.
Oder irgendein anteil fühlt sich ungesehen, hat nur diese Sprache.
Oder es darf nicht besser werden weil der Schmerz zu gross ist oder man kann keine Zukunft sieht oder oder....

Trotzdem alles liebe und viel Kraft
Eli

Coralina
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Re: Kampf gegen Destruktivität *evtl T.*

Beitrag von Coralina » Fr Okt 07, 2022 8:42 pm

Hallo Eli,

Danke für deine Antwort!

habe gestern mit meiner Therapeutin darüber gesprochen, aber da ist ziemlich viel Wut und Dampf dahinter, wenn dieses Thema im Fokus steht.

Manchmal gibt es Auslöser, die mir direkt bewusst sind. Manchmal kenne ich die Auslöser nicht. Manchmal reagiere ich zu spät und Dinge summieren sich. Ganz schlecht. Aber es gibt auch Momente, da reagiere ich mich diesen Impulsen auf ganz banale Situationen.

Meine Therapeutin hat gestern von hyperarousal gesprochen und mir das erklärt. Habe dazu heute einiges gelesen und mir kamen die Tränen...

Die letzten Wochen waren sehr aufreibend. Habe zwei Jobs und vieles lief aufgrund von unvorhersehbaren Terminen nicht wie geplant. Das war absoluter Stress. Gerade habe ich Urlaub, aber diese Impulse holen mich dennoch ein. Dann konfrontiere ich mich oft mit drei Medien gleichzeitig usw.
Und meine Energie ist an manchen Tagen unendlich, weil mein Kopf keine Ruhe gibt und mein Körper dann manchmal durchdreht.
Meine Therapeutin meinte, dass mein vegetativen Nervensystem total drüber ist. Also sie hat das natürlich anders ausgedrückt.

Mir ist aber auch klar, dass mir total die Routine fehlt. Die Zeit für mich. Zeit, um durchzuatmen. Ohne ständige Impulse oder Input von außen. Das fällt mir noch total schwer und dadurch setze ich mich selbst natürlich noch mehr Stress aus.

Habe heute gelesen, dass es Menschen gibt, die so lange machen bis das äußere Chaos und die Unruhe genau so groß sind, wie das Innere.
Jup, ich.

Zurzeit haben ganz viele Anteile/Seiten in mir etwas zu sagen und zu fühlen. Gar nicht so leicht da den Überblick zu behalten und das zu managen.

Frustriert alles etwas, aber ich werde dran bleiben!

LG, Coraline

Coralina
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Re: Kampf gegen Destruktivität *evtl T.*

Beitrag von Coralina » Sa Okt 08, 2022 8:51 pm

Mein Kopf soll einfach nur Ruhe geben.

Ich war den Tag über unterwegs. Heute Morgen in Ruhe gefrühstückt, dann ne Stunde Sport gemacht. In Ruhe geduscht und dann zu meinem Freund. Anschließend habe ich Fussball geschaut. Also alles entspannt und Dinge, die mir gut tun.
Aber....schon während des Fussball schauen hat sich wieder dieser Druck aufgebaut. Die Unruhe. Jetzt ist es wie Strom im Körper.
Bin Zuhause und überlege ob ich ins Fitnessstudio fahre. Das fühlt sich so eklig an.

lara64
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Re: Kampf gegen Destruktivität *evtl T.*

Beitrag von lara64 » Sa Okt 08, 2022 10:15 pm

Hallo Coralina,
ich antworte mal hier auch auf deinen anderen Thread, weil das für mich irgendwie zusammen gehört. Wenn das für dich nicht stimmig ist, dann lass es löschen..oder so.
...dass es innerhalb der Therapie stagniert ....aber an vielen Stellen drehe ich mich auch im Kreis.Belastet gerade total.
ich verstehe Therapie ja eher wie einen Prozess mit aufundab Bewegungen, daher die Frage ist es wirklich eine Stagnation oder ein guter Stillstand innerhalb der Therapie um Innezuhalten und sich neu zu sortieren und orientieren? Du schreibst, dass du Dinge mitgeteilt hast, die du bisher noch mit niemanden geteilt hast..da braucht es vielleicht auch mal eine Phase dieses "Sacken zu lassen" zu daraus die vielleicht nötigen neuen Wege/Impulse zu entwickeln und dann Schritt für Schritt umzusetzen..ich verstehe Therapie nicht linear als gleichbleibenden Vorwärtsbewegung..
das mit dem dich im Kreis drehen bezieht sich auf Situationen die noch nicht angesprochen werden können? Auch beim sich im Kreis drehen kann es darum gehen, inne zu halten um den sich drehenden Kreis (das Hamsterrad) verlassen zu können...

habe gestern mit meiner Therapeutin darüber gesprochen, aber da ist ziemlich viel Wut und Dampf dahinter, wenn dieses Thema im Fokus steht.
und bevor ich in die falsche Richtung laufe, eine Verständnisrückfrage. Das mit der "viel Wut und Dampf dahinter", bezieht sich auf deinen teilwese destruktiven Umgang mit dir selbst? Oder wenn das Thema destruktive Verhaltensweisen innerhalb der Therapie zum Thema gemacht werden, so im Fokus stehen?
Ich weiß ja nicht ob du für dich schon so klar hast, welche Emotionen, also nicht so sehr konkrete Auslöser, hinter deinen Bewältigungsmechanismen stehen?
Von mir kenne ich schon eben auch, dass ich in bestimmten Situationen die mich überfordern, verärgern, belasten, in denen ich wütend oder sauer werde mit wenig geglückten Verhaltensweisen wie einer Tafel Schockolade in 10 Minunten reagiert habe/reagieren kann...
Für mich war im Umgang mit manchen meiner destruktiven Handlungen weniger der konkrete Trigger wichtig, sondern dass ich die Emotionen die dazu führen benennen konnte und ich mir dann einen anderen Umgang mit den Emotionen erarbeitet habe...das wünsche ich dir mit deiner Therapeutin auf jeden Fall..

was mich ein wenig verblüfft, ist der Satz mit dem Hyperarousel, das war bisher so noch nie in einer deiner vorherigen Therapien Thema??
Also Symptome von PTPS sind halt auch: Hyper- und Hyporarousel...
Die letzten Wochen waren sehr aufreibend. Habe zwei Jobs und vieles lief aufgrund von unvorhersehbaren Terminen nicht wie geplant. Das war absoluter Stress. Gerade habe ich Urlaub, aber diese Impulse holen mich dennoch ein. Dann konfrontiere ich mich oft mit drei Medien gleichzeitig usw.
Und meine Energie ist an manchen Tagen unendlich, weil mein Kopf keine Ruhe gibt und mein Körper dann manchmal durchdreht.
Meine Therapeutin meinte, dass mein vegetativen Nervensystem total drüber ist. Also sie hat das natürlich anders ausgedrückt.
wie du konfrontierst dich mit drei Medien gleichzeitig?? also du musst ja nicht antworten, aber drei Medien gleichzeitig bei dem ohnehin hohen Stresslevel, dass du da nicht zusammen klappst wundert mich eher??
Ob da deine Energie wirklich "unendlich" ist, oder du nur durch die innere Unruhe so getrieben und rastlos bist, und daher dein Kopf keine Ruhe gibt wäre ja abzukären..für mich klingt es wie letzteres..
siehe der Satz deiner Therapeutin..


und jetzt bin ich beim "sich im Kreis drehen/Hamsterrad Gefühl und der Stagnation, die vielleicht gar keine Stagnation ist, sondern eine sinnvolle und hilfreiche Pause/Innehalten, was dir scheinbar gerade nicht so gut gelingt.
Ich lese dich ja auch schon eine ganze Weile und kann mich so sehr gut an langanhaltenden erhebliche Symptome aus der Depression erinnern, als es oft um die andere Seite der Mediale ging...du oft nichts/wenig gefühlt hast, keine Antrieb etc..oder eben das hyporarousel...

Habe heute gelesen, dass es Menschen gibt, die so lange machen bis das äußere Chaos und die Unruhe genau so groß sind, wie das Innere.
Jup, ich.
das kannte ich auch lange genaug und in besonderen Situationen wie kurz vor meinem Sommerurlaub in diesem Jahr, passiert mir das auch heute noch manchmal..aber ich kenne inzwischen mein Toleranzfenster/Lernfenster ganz gut (manchmal auf window of tolerance) ganz gut und kann mich daher inzwischen gut selber regulieren..darum sollte es ja letztlich gehen..

und das würde ich dir wünschen, dass du das für dich mit der Therapeutin erarbeiten kannst..

und dann kann es halt sein, und damit soll es für heute auch gut sein, dass dein Tag so doch zu voll, zu viel waren..auch des guten zu viel kann zu viel sein (darin bin ich manchmal noch Weltmeister)...und ob dann Fitness eine gute Idee ist. Habt ihr in der Therapie mal über sowas wie Yoga/TaiChi oder PM gesprochen...oder andere Methoden aus dem Achtsamkeitsbasierten Therapien...

So Coralina, ich hoffe ich habe dich jetzt nicht zugemüllt. was du nicht gebrauchen kannst, überlies, oder eben wie bereits geschrieben lass es löschen..

Shalom - lara64

Coralina
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Re: Kampf gegen Destruktivität *evtl T.*

Beitrag von Coralina » So Okt 16, 2022 5:51 pm

lara64, danke für deine Nachricht! Du hast mich in keinster Weise "zugemüllt", im Gegenteil. Ich fand deine Antwort echt gut und mag auch noch ausführlich etwas dazu schreiben.

Gerade beobachte ich mich von außen und kann nur mit dem Kopf schütteln.
Habe eben ein Kartenspiel am Tablet gespielt und nebenbei Musik gehört. Und weil ich nicht wusste wohin mit meinen körperlichen Sachen, habe ich rumgezappelt. Dann habe ich irgendwann den Fernseher noch angemacht. Ohne Ton, aber damit etwas im Hintergrund flackerte.
Jetzt schaue ich Fussball, aber das reicht schon wieder nicht, um diese innere Unruhe auszugleichen.

Hatte diese Woche keine Therapie. Wurde sehr kurzfristig abgesagt, da ist mein Kopf im Dreieck gesprungen....

Ich muss ganz dringend etwas ändern.
Und wenn ich mir einen Plan mache oder Regeln aufstelle, keine Ahnung...

Habe gerade aber auch starken SV Druck.

Coralina

Eli

Re: Kampf gegen Destruktivität *evtl T.*

Beitrag von Eli » So Okt 16, 2022 6:50 pm

Hallo coralina

Mmh ja das ist schwer wenn plötzlich Therapie ausfällt. Tut mir leid.

Vielleicht klappt echt ein Plan. Vielleicht mit Aktivitäten die ablenken und gut tun. Oder Mal überlegen was genau Not macht...
Jedenfalls denke ich an dich und hoffe es beruhigt sich ein bisschen.
Diese vier Reize gleichzeitig klingt für mich als wolltest du sehr unterdrücken was gerade an Gefühlen da ist.vielleicht geht es auch darum zu kümmern...

Was hilft denn sonst gegen SVV Druck? Das ändert auch nichts...

Alles Gute
Eli

Coralina
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Re: Kampf gegen Destruktivität *evtl T.*

Beitrag von Coralina » Mo Okt 24, 2022 9:10 am

Ich kann irgendwie nicht mehr. Ist zu viel im Außen und Innen...

Eli

Re: Kampf gegen Destruktivität *evtl T.*

Beitrag von Eli » Mo Okt 24, 2022 9:52 am

Hallo coralina

Magst du erzählen?
Eli

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