Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Hier findet Ihr einen Raum, in dem Ihr über alles reden könnt, was in den anderen Foren keinen Platz hat.
Gast_Wolke

Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von Gast_Wolke » Mo Jun 14, 2021 7:34 am

hallo,
merkwürdig...
ich kenne einen Haufen leute mit ptbs und denen ging es nach 24 h Therapie noch nie besser.
das müssen wahre Wunder Therapien und Therapeuten sein.

aber ja kognitive Dissonanz, soziale erwünschtheit etc sind dir sicher ein begriff.

ich schließe mich evu an.
ich war selbst in der Forschung. bitte in der Wirklichkeit ankommen und sich nichts schön reden.
es geht hier ums Geld. und darum dass die kk immer weniger finanziert. siehe Herr spahn.

du schreibst von ptbs nach Gewalt in der Kindheit. das ist in 90 Prozent der Fälle kptbs.mindestens
frag mal traumatherapeuten aus der praxis wie lang die brauchen. wofür braucht man bitte den Fonds wenn ja 25h so gut helfen. frag mal Frau Huber was die zu eurer Studie sagt.
aber ja Herr Beutel ist ja eh für Kurzzeit Therapien..

meine Güte. finde es unmöglich dass so was gepostet werden darf. die Leute sind bindungs gestört. das ist ein weiterer bindungsabbruch. nichts weiter. aber ja wen kümmerts. man hat ja seine Daten und dann rechnet man sich das signifikant wie man möchte...
und ja das sind Unterstellungen. trotzdem sind 25h ethisch nicht zu verantworten. wenn einem das wohl der Patienten am Herzen läge und man sich wirklich mit kptbs auskennen würde würde man das einfach nicht machen.
dabei bleibe ich.

wolke

CABI-Studie
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von CABI-Studie » Di Jun 15, 2021 9:59 am

Liebe Mitglieder dieses Forums,

uns vom Studienteam liegt es an dieser Stelle am Herzen, darauf hinzuweisen, dass uns manche der Kommentare hier durchaus verletzen - wir sind nicht auf der Suche nach "Beute", sondern wollen mit der Studie einen Beitrag zu einer besseren Versorgung leisten, und investieren dafür viel Zeit und Arbeit. Eine Teilnahme an einer Studie hat Vor- und Nachteile, über die wir umfassend aufklären, so dass alle Interessierten selbst entscheiden können, ob eine Teilnahme für sie hilfreich sein kann.

Viele Grüße
das ENHANCE-Studienteam

EineVonUns50
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von EineVonUns50 » Di Jun 15, 2021 12:01 pm

Liebe Mitglieder des Studienteams,
Ihr sucht hier nach Studienteilnehmern und nutzt dafür als Lock-Argumentation ("keine Wartezeit!", "kostenlos") die schwierige Situation unserer Gesundheitssystems aus, aufgrund derer viele nicht die Therapie erhalten, die sie bräuchten und die womöglich so an der Wand stehen, dass sie das mitmachen, weil sie sonst nichts anderes kriegen.

Diese Vorgehensweise ist ein kritisch zu hinterfragendes "Ködern" in meinen Augen und da kann ich das " beute suchen" gut nachvollziehen. Denn das Angebot, das ihr da macht, ist nicht an den Bedürfnissen der Betroffenen von sex. MB orientiert und auch nicht an den Erfordernissen, die eine Behandlung einer schweren PTBS oder gar einer komplexen PTBS mit sich bringen (die sich ja dann auch nochmal unterscheiden je nach Art, Ausmaß und Folgen des Traumatas). Die Zielsetzung dieser Studie und inwiefern sie zu einer besseren Versorgung beitragen soll ist für mich nicht nachvollziehbar. Es geht hier um eure Forschungsergebnisse, gut und schön, das ist eure Enscheidung für was Ihr eure Zeit und Energie einsetzt. Aber auf der anderen Seite stehen nun mal Menschen, deren ganzes Leben durch die erlittenen Traumatas geprägt werden und von denen viele Hilfe brauchen und die sollten im Mittelpunkt stehen und an deren Bedürfnissen sollte sich das orientieren und nicht an dem, was vielleicht wissenschaftlich interessant sein könnte oder was finanzierbar ist - so meine persönliche Sichtweise.

Vielleicht schafft dieser Gegenwind jetzt insofern ein Bewußtsein, dass es möglich ist, dass Ihr eure Haltung gegenüber Menschen, die sex. MB oder ähnliche Traumatas erlebt haben, etwas hinterfragt. Meine Hoffnung ist, dass diese implizierte Erwartung, dass es hier viele willige Trauma-Opfer gibt, die um jeden Therapiebrotkrumen dankbar sind, den man ihnen hinwirft, hier nicht erfüllt wird und dass die Leute sich das sehr gut überlegen, ob so eine Studie das ist, was wirklich hilfreich sein kann für sie und sich eben nicht zu leicht "locken" lassen und womöglich nachher mit den Scherben da stehen.

Ich persönlich finde diese Studie Betroffenen-verachtend, ich habe nicht den Eindruck, dass euch klar ist, wieviel für die Menschen auf dem Spiel steht und in meinen Augen sollen hier teils schwerst traumatisierte Menschen als Versuchskaninchen benutzt werden.

**Edit:**
Dieser Vergleich wurde entfernt, weil er missverständlich und verletzend empfunden werden kann.
***


Geht das nur mir so, dass ich sowas entwürdigend und missachtend finde? Dann bitte... dürft ihr das gerne als mein persönliches Problem sehen.

Ich finde das übrigens sehr wichtig, dass das hier diskutiert wird und eben nicht einfach nur als Angebot in den Raum gestellt wird. Auf diese Weise lernt Ihr vielleicht was dazu und die Leute, die das hier lesen, denken auch vielleicht etwas gründlicher darüber nach, ob sie da teilnehmen wollen oder wie sie dazu stehen. Beides absolut sinnvoll, wie ich finde.

viele Grüße

Aucheingast

Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von Aucheingast » Di Jun 15, 2021 1:05 pm

luz hat geschrieben:
So Mai 30, 2021 2:33 pm
Das ist eine Studie und du kannst Dich da melden oder eben es lassen. Wie sollen denn Erkenntnisse gewonnen werden, so funktioniert Forschung eben.

Eine Studie, die wissneschaftlich möglichst reproduzierbar sein soll, was in der Psychologie sowieso schwierig ist, muss unter den gleichen und kontrollierten Bedingungen stattfinden.
Ich möchte mal luz unterstreichen. Das ist eine Studie und nichts anderes. Das ist keine Therapie und es ersetzt keine Therapie.
Es ist jedem frei gestellt ob er mit macht oder nicht. Jemand der nicht stabil ist, sollte sich vielleicht einfach nicht anmelden. Das man hier kritisch hinter fragt, finde ich absolut ok, aber Unterstellungen sind nicht ok. Nur weil man selbst so fühlt, heißt es nicht, das es auch so ist. Ich sehe mich nicht als Beute, wenn ich das lese.

Ich lese hier immer mal wieder, diese Studie belegt dieses und die andere belegt das. Diese Studien haben recht, nur weil es die gibt. Das muss ja alles richtig sein. Argumente hier im Forum. Wie oft bin ich schon mit Menschen hier aufeinander gerasselt, weil mir nicht das hilft, was viele Studien aber sagen was hilft. Ich habe noch nie eine Studie mitgemacht, aber trotzdem werde ich hier bei Leuten mit rein gesteckt.

Das man kritisch hinter fragt, weil man nicht einfach in irgendeinem Loch nachher landen will, ist völlig legitim. Das steht ja auch jeden frei sich ausreichend zu informieren, aber ich lese gerade nicht das man sich informiert.

Was jedem wirklich bewusst sein sollte, das Studien einfach keine Therapie ist. Ich glaube auch nicht das die Studie hier erwartet, dass sich hier viele willige Trauma-Opfer gibt. Das ist eine ganz schöne Unterstellung meiner Meinung nach. Man unterstellt ihnen grad nichts gutes. Und die Studie fragt nach Menschen und entscheidet nicht wer mit machen soll. Das ist ein Unterschied.

Die Studie hat geäußert das sie hier nicht diskutieren möchte. Vielleicht an einer anderen Stelle weiter diskutieren? Man sollte auch ihre Grenzen akzeptieren.

Ausserdem wurde die Studie von den Mods freigegeben und die prüfen das erstmal. Deswegen muss das doch erst mit denen abgesprochen werden. Die mods geben hier nicht einfach was frei. Wenn man der Studie auch nicht vertraut, aber vielleicht den Mods?

wolke

Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von wolke » Di Jun 15, 2021 3:33 pm

danke evu.
das möchte ich so unterschreiben als jemand der sich mit Forschung echt gut auskennt.
unbequeme Wahrheit die natürlich verletzt.weil man sich mit der arbeit identifiziert und es sich schön anfühlt sich ja um die menschen zu kümmern. dass da irgendwie das mit reinspielt bestreite ich nicht.
trotzdem die Wahrheit. ihr kennt euch nicht aus.
einfach mal mit Fachliteratur und Experten sprechen und zwar nicht mit den Kurzzeit Therapeuten. ;-) ich spreche von Leuten Ulrich sachsse reddemann Huber etc.

wolke

luz
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von luz » Di Jun 15, 2021 3:37 pm

Ich verstehe das Team, das sich hier verletzt fühlt und das tut mir sehr leid.

Wie stellt Ihr, die sich hier darüber auslassen euch denn vor, wie es sonst möglich ist, genügend TeilnehmerInnen für eine Studie zu finden?

Wenn Ihr da nicht mitmachen möchtet ist das doch ok. Da wird ja niemand gezwungen. Ich finde den Ton hier richtig böse, ihr geht doch sonst mit allen freundlich um (sonst wird jemdem der mal Kritik äußert böses unterstellt), aber hier glaubt ihr irgendwie das Recht zu haben Eure Wut gegen jemanden lostreten zu können??

Geht mal einen Schritt zurück und fragt Euch, was Euch hier triggert und ob das was ihr hier schreibt sachlich ist. Leider haben die, die hier schrieben wohl keine Ahnung von Forschung, aber statt freundlich nachzufragen, tretet ihr hier auf die Menschen ein, die vielleicht helfen könnten, indem neue Therapiemöglichkeiten erforscht werden.

Ihr seid doch sonst diejenigen, die sich über Wartezeiten etc beschweren. Hier wäre eine Möglichkeit und dann wird das nicht nur ausgeschlagen, sondern diejenigen auch noch beschimpft.

Diese Wissenschaftler, die die Studie durchführen wollen, sind dazu verpflichtet, die Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren, das findet meisten ins Fachzeitschriften statt, DAS ist ihr JOB!!! so arbeitet man in der Forschung.

Wie stellt Ihr euch denn Forschung vor?? Woher kommen denn die Menschen, die für die klinische Forschung nötig ist? Wie soll man denn zu Ergebnissen kommen, am PC? und sich das ausdenken???
EineVonUns50 hat geschrieben:
Di Jun 15, 2021 12:01 pm
Ich persönlich finde diese Studie Betroffenen-verachtend, ich habe nicht den Eindruck, dass euch klar ist, wieviel für die Menschen auf dem Spiel steht und in meinen Augen sollen hier teils schwerst traumatisierte Menschen als Versuchskaninchen benutzt werden.
Nein, ich finde das was Du schreibst verachtend und vollkommen unreflektiert.


Ich würde da ja teilnehmen, aber ich wohne leider nicht in der Nähe der angegebenen Orte...
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Laura
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von Laura » Mi Jun 16, 2021 6:16 pm

Für mich ist der Ton hier auch unverständlich! Es ist ein Angebot und wer dieses nicht nutzen möchte, soll das halt lassen.

In der Vergangenheit habe ich zeitweise viel über Trauma, Missbrauch etc. gelesen und muss sagen, dass ich mich über aussagekräftige Studien gefreut hätte. Viele gibt es aber auch nicht. Von daher ist es gut, wenn das endlich Mal gemacht wird.

Für die Defizite in unserem Gesundheitssystem können die Ersteller der Studie ja auch nichts. Bei Bedarf sollte man es als Chance betrachten.
Kurzzeittherapie ist durchaus sinnvoll und das Ziel ist es ja auf die Beine zu kommen und voran zu kommen. Der Vorteil ist doch auch ganz klar, dass man nicht in ein Abhängigkeitsverhältnis rutscht und Hilfe zur Selbsthilfe erhält.

Silberlicht unl.

Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von Silberlicht unl. » Mi Jun 16, 2021 8:13 pm

Hallo liebes CABI-Studien-Team,

wieviel km ist denn so der angedachte "Umkreis", den Ihr als verantwortbar anseht?

Wird bei der Auswahl bzw. Zuweisung zu einer Therapie die Art und Schwere der Traumatisierung berücksichtigt? Wenn ja, wie?

Danke!

Viele Grüße

Silberlicht unl.

wayward affinity
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von wayward affinity » Mi Jun 16, 2021 10:44 pm

Was sind denn nun die Gedanken zum Patientenbegriff, ENHANCE Team? Wäre evt interessant.

Und wie zuverlässig, wie ethisch korrekt und wissenschaftlich aussagekräftig ist dann eine Studie, bei der nur diejenigen miteinbezogen werden, die den offenbar kontroversen Bedingungen ohnehin von vorneherein zustimmen?

Ich hoffe das findet Erwähnung in der finalen Auswertung.
https://www.youtube.com/watch?v=DmFjZQZMIVs PTBS Lifestyle

https://www.deine-playlist-2020.de Aktion ''Kein Kind alleine lassen'' Flyer und Plakate zum Ausdrucken

EineVonUns50
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von EineVonUns50 » Do Jun 17, 2021 1:28 am

ich möchte noch ergänzen: Es geht mir nicht generell um Forschung und ich will auch niemanden persönlich angreifen, meine Kritik gilt der Studie.

Dort werden zwei therapieverfahren eine aus der Verhaltentherapie und eine aus der tiefenpsychologischen Richtung miteinander verglichen unter Bedingungen, die nicht dem eigentlichen Bedarf von potentiellen KlientInnen entsprechen. (Dass 25 Stunden für Traumatherapie zu wenig sind, darüber sind sich die meisten wohl einig.) Darüberhinaus wird wohl auch nicht unterschieden zw. komplexer und "einfacher" PTBS, die teilnahmebedingungen sind so weit gefasst, da kann theoretisch jedeR teilnehmen, egal welche Form von Trauma oder wie groß das Ausmaß der Folgen ist, solange "Kindheitstraumata" - das alleine finde ich schon irreführend für die Ergebnisauswertung.

Wenn wir hier im Forum über therapieverfahren reden, schreiben, lesen - ist doch immer allen klar, dass man nicht generell sagen kann: VT ist besser als Analyse oder PT. Der allgemeine Konsens ist doch - so wie ich das hier im Laufe der jahre mitgekriegt habe - dass das einfach total auf die Klienten und Therapeuten drauf ankommt. Dem einen liegt das eine mehr, dem anderen das andere. Es gibt kein generelles "Besser" oder "Schlechter" oder Effektiver oder weniger effektiv.

Und da frage ich mich also: warum wird so eine Frage nach dem "besseren" Verfahren überhaupt gestellt? Ich empfinde die Fragestellung an sich schon an der Realität vorbei. Wenn es auf diese Frage gar keine klare Antwort geben kann in der Realität. Und wie kann man überhaupt zu einem verwertbaren Ergebnis kommen,wenn die Bedingungen schon so am eigentlichen Bedarf vorbei gehen?
Und wie kann das Ergebnis dann zu einer bedarfsgerechten Versorgung beitragen, wie das Studienteam sagt?

ich sehe eben eher die Gefahr darin, dass diese Studienergebnisse nachher dazu benutzt werden von Entscheidern bei KK o.ä. ein Verfahren vorzuschreiben und eben eher noch weniger nach dem Bedarf der Klienten zu entscheiden. Und meine Kritik wurde weder von den Infos auf der Website noch von den Antworten hier entkräftet.

Und es ist mir deshalb wichtig, das hier auch zu schreiben, weil ich in dieser Art der Fragestellung eben eher eine Gefahr sehe, dass das nachher nicht im Sinne FÜR traumatisierte Menschen benutzt wird, sondern eher gegenteilig. Und das mit Forschungsergebnissen, die an der Realität von traumatisierten menschen vorbei gehen, also gar keine wirkliche Aussagekraft haben. Deshalb ist das für mich nicht einfach nur eine Studie, an der man teilnehmen kann oder nicht, sondern ich sehe darin auch die Gefahr, dass das möglicherweise irreführende Ergebnis als Politikum benutzt wird. Ich kann nun mal nicht erkennen, wie diese Ergebnis nachher für eine bedarfsgerechte Versorgung genutzt werden kann, also zumindest nicht so, wie sie von Psychologen, Therapeuten und Betroffenen gefordert wird.

Und weil es hier eben nicht drum geht, ob den Leuten Äpfel oder Birnen besser schmecken, wenn sie 30 Sekunden Zeit haben zu essen und es geht ja auch nicht um irgendeine Technik, wie man besser ein Knie operiert, sondern es geht hier um Menschen, die in seelischer Not sind. Und wenn man hier im Forum mal ne Weile mitliest, kriegt man auch mit, wieviel Schaden Therapie auch anrichten kann, wenn sie nicht passt und wie schwer es gerade für traumatisierte menschen ist, da für sich selbst zu sorgen und da auszusteigen und wie groß die Gefahr von Retraumatisierung ist. Wie wichtig die Chemie zw. Klient und Thera ist.. usw.

Und es ist eben auch klar, dass da natürlich nicht auf jeden Einzelnen so individuell eingegangen werden kann. Da wird es Ablaufpläne geben, Vorgaben, sonst würde sich das ja nicht vergleichen lassen. Und auch hier denke ich wieder: das geht so an der Problematik der PTBS vorbei, wo Kontrollverlust, Vertrauen, Druck so ein wichtiges Thema ist.

Das sind doch alles Erfahrungswerte, die man hier im Forum immer wieder mitkriegt und wenn ich das Bezug setze zu den Inhalten und den Bedingungen dieser Studie, dann passt da vieles nicht zusammen.

Und warum ich da so drauf rumreite ist, dass ich es nicht ethisch nicht richtig finde, wenn Menschen aus einer Not heraus zur Teilnahme an so einer Studie bewegt werden und zum anderen weil ich diese Studie inhaltlich fragwürdig und vom Ergebnis eben eher als ein mögliches Politikum sehe, eine Bestätigung einer Tendenz in unserem Gesundheitssystem, die mit möglichst wenigen finanziellen Mitteln nicht mehr als ein Mindestmaß an Versorgung bereitstellen will.

luz
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von luz » Do Jun 17, 2021 12:14 pm

Danke Laura und Silberlicht!
EineVonUns50 hat geschrieben:
Do Jun 17, 2021 1:28 am
(Dass 25 Stunden für Traumatherapie zu wenig sind, darüber sind sich die meisten wohl einig.) Darüberhinaus wird wohl auch nicht unterschieden zw. komplexer und "einfacher" PTBS, die teilnahmebedingungen sind so weit gefasst, da kann theoretisch jedeR teilnehmen, egal welche Form von Trauma oder wie groß das Ausmaß der Folgen ist, solange "Kindheitstraumata"
die Zeit, die manche Wissenschaftler für ihre Studien haben ist sehr begrenzt und sie muss auch finanziert werden, die Paper geschrieben und veröffentlicht, manche dieser Studien finden im Rahmen einer Diplomarbeit oder Promotion statt, da geht es nicht, wenn mehrere Teilnehmer eine vollständige Therapie machen können. Wie stellst Du Dir das vor? Es muss ein Design entwickelt werden, dass allen gerecht wird.

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe das Gefühl Du bist gerade nur sauer, weil Du hier nicht auf ein KPTBS triffst, das in der Studie nicht erwähnt wurde. Was triggert Dich da so? Fühlst Du Dich den einfachen PTBS überlegen??

Ja, KPTBS ist anders. Aber ich denke, wenn ich hier die Kommentare lese, ist es für die Entwickler schon schwer genug überhaupt jemanden zu finden. da kann erstmal nicht unterschieden werden. Du kannst ja nicht wissen, was hier in Zukunft noch geplant wird, wichtig ist doch, daß das Thema überhaupt in der Forschung aufkommt.
EineVonUns50 hat geschrieben:
Do Jun 17, 2021 1:28 am
dass das einfach total auf die Klienten und Therapeuten drauf ankommt. Dem einen liegt das eine mehr, dem anderen das andere. Es gibt kein generelles "Besser" oder "Schlechter" oder Effektiver oder weniger effektiv.
das ist schon richtig, aber dann können die Theras, bei denen die Therapie eben von "allen" Patienten nicht vorwärtsgeht davon lernen, wie es bei den anderen Theras läuft... auch so funktioniert Forschung. Auch mit negativenErgebnissen zu arbeiten.
EineVonUns50 hat geschrieben:
Do Jun 17, 2021 1:28 am
Und wie kann das Ergebnis dann zu einer bedarfsgerechten Versorgung beitragen, wie das Studienteam sagt?
Indem man das Ergebins veröffentlicht, das den entscheidenden Gremien vorlegt....

EineVonUns50 hat geschrieben:
Do Jun 17, 2021 1:28 am
Und warum ich da so drauf rumreite ist, dass ich es nicht ethisch nicht richtig finde, wenn Menschen aus einer Not heraus zur Teilnahme an so einer Studie bewegt werden und zum anderen weil ich diese Studie inhaltlich fragwürdig und vom Ergebnis eben eher als ein mögliches Politikum sehe, eine Bestätigung einer Tendenz in unserem Gesundheitssystem, die mit möglichst wenigen finanziellen Mitteln nicht mehr als ein Mindestmaß an Versorgung bereitstellen will.
Es ist ethisch ok, denn die Patienten dürfen selbst entscheiden, ob sie teilnehmen oder nicht und auch jederzeit abbrechen.... Nochmal wie sollen sonst Forschungsergebnisse in der Psychologie oder Medizin zustanden kommen??

Stell Dir mal einen Pharmakonzern für eine Arzeneimittelstudie vor, der am Ende meistens eine Doppel-Blindstudie durchführt, da sind dann Patienten, für die das Medikament vielleicht eine Erlösung bedeutet, aber niemand, weder der Arzt, der das Medikament verabreicht noch der Patient wissen, ob da der Wirkstoff enthalten ist. Da geht auch Hoffnung verloren, wenn Du dann feststelltst, daß die Symptome weiterhin stark bleiben, die Schmerzen da sind.... und was ist das? Genauso ethisch, wie diese Studie. Weil es Freiwillige sind.

Ich stimme Dir zu, dass in der Gesellschaft zu wenig für Traumata getan wird, daß in der Gesellschaft kaum jemand weiß, was eine KPTBS bedeutet und ich freue mich für jeden, der das nicht nachempfinden muss. Ich trage die Diagnose KPTBS aber auch nicht wie ein Schild vor mir her, wie ich bei Dir das Gefühl habe.
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Laura
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von Laura » Do Jun 17, 2021 1:04 pm

Danke Luz für deine klaren Worte!!! Ich finde es gut, auch Mal eine reflektierte andere Meinung hier zu lesen!

Ich möchte zu deinem letzten Abschnitt noch etwas sagen. Die Erfahrung meines Therapeuten ist, dass diejenigen, die auch auf ihrer Diagnose "ausruhen" (das beziehe ich hier explizit NICHT auf Evu!), niemals voran kommen. Auch ein Mensch mit einer KPTBS kann in 25 Stunden etwas erreichen, wenn er das möchte. Mit den 25 Std ist es ja nicht getan. Sondern wir reden hier über 25 Wochen Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn man sich jeden Tag 4 Stunden mit der Selbstheilung beschäftigt und reflektiert, so sind das 700 Stunden. Kein Therapeut dieser Welt wird uns retten!!! Auch keine Studie dieser Welt! Die Kurzzeit-Therapien sind auch darauf abgelegt, dass Menschen aktiv selbst an sich arbeiten.

CABI-Studie
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von CABI-Studie » Do Jun 17, 2021 4:31 pm

Silberlicht unl. hat geschrieben:
Mi Jun 16, 2021 8:13 pm
Hallo liebes CABI-Studien-Team,

wieviel km ist denn so der angedachte "Umkreis", den Ihr als verantwortbar anseht?

Wird bei der Auswahl bzw. Zuweisung zu einer Therapie die Art und Schwere der Traumatisierung berücksichtigt? Wenn ja, wie?

Danke!

Viele Grüße

Silberlicht unl.
Hallo Silberlicht,
Aus unserer Erfahrung sollten Fahrtstrecken nicht länger als eine Dreiviertelstunde sein, um wöchentlich an der Therapie teilnehmen zu können. Dies ist aber natürlich auch abhängig davon, ob es zum Beispiel die Möglichkeit gibt, begleitet zu werden, und wie die sonstige Einbindung und zeitliche Verfügbarkeit es erlaubt.

Bei der Zuordnung werden Art und Schwere insofern berücksichtigt, dass wir sorgfältig besprechen, ob eine ambulante Behandlung in dem angebotenen Rahmen zum aktuellen Zeitpunkt möglich ist. Ansonsten gehen wir davon aus, dass beide Therapien gleichermaßen geeignet und ausreichend flexibel sind, um an die Bedürfnisse angepasst zu werden - hier erfolgt also keine weitere Berücksichtigung bei der Zuordnung.

Viele Grüße
das ENHANCE-Studienteam

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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von CABI-Studie » Do Jun 17, 2021 4:32 pm

Liebe Mitglieder des Forums,

noch einmal bezüglich der Unterscheidung PTBS und kPTBS: Die meisten der Studienteilnehmer*innen leiden an einer kPTBS durch frühe und langanhaltende Traumatisierungen. Auf Problematiken im Bereich der Emotionsregulation und interpersonellen Beziehungen sind auch die beiden Therapien ausgerichtet.

Viele Grüße
das ENHANCE-Studienteam

wayward affinity
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Re: Möglicher Therapieplatz in Therapiestudie in Berlin, Dresden, Gießen, Mainz oder Ulm

Beitrag von wayward affinity » Do Jun 17, 2021 4:42 pm

**Edit:**
Mit diesem entfernten Vergleich wurden die Grenzen des guten Geschmacks und des sachlichen Diskurses nun endgültig überdehnt!
***
**Edit:**
Auch die Wiederholung an dieser Stelle macht den Vergleich nicht besser, sondern dient nur dazu, die erhitzten Gemüter weiter anzufeuern...
in bester Schaulustigen-Manier (s. die Popcorn-Einlassung weiter unten).
***


Und wer das für einen unangebrachten Vergleich hält, der hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Letztendlich ein guter Weg herauszufinden, wie die Leute ticken.

Was sagt das CABI / ENHANCE Team? Wie steht ihr dazu? Wenn ihr ein glaubhaftes Verständnis von kPTBS vermitteln wollt, dann will ich mal sehen, wie ihr den Mods jetzt Paroli bietet.

Leute holt euer Popcorn, das wird lustig.
https://www.youtube.com/watch?v=DmFjZQZMIVs PTBS Lifestyle

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