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Re: Genau jetzt

von Imagica » Sa Jan 25, 2020 10:21 am

Liebe SH,

oh, das tut mir sehr Leid mit Deinen Großeltern. Wenn man sooo lange verheiratet ist, dann ist man offensichtlich nur noch ein halber Mensch, wenn dem Partner irgendwas passiert oder er krank ist. War bei meinen Großeltern genauso. Und auch bei mir waren die Großeltern, oder in meinem Fall vor allem mein Opa derjenige, der wohl meine größte Kraftquelle und Ressource war. Ich glaube, ohne ihn und ohne die Normalität und Sicherheit die ich bei ihnen immer hatte, hätte ich das alles nicht überlebt.
Ich kann also wirklich sehr gut nachvollziehen, wie es Dir geht! Aber es hilft in der Tat nichts, wenn Du immer weiter über Deine Grenzen gehst und selbst dabei zusammenbrichst. Das wird auch Deinen Großeltern kaum eine Hilfe sein. Also versuch weiterhin auf Deine Grenzen zu achten, auch wenns echt schwer ist.

Ich wünsch Dir viel Kraft!
Liebe Grüße,
Imagica

P.S.: Das war für mich auch kein fishing for compliments, ich fands nur einfach mal - nachdem ich lange nichts geschrieben habe - wichtig, mal wieder zu erwähnen, daß Du aber eben doch schon eine wirklich große Menge Fortschritte gemacht hast. Mir passiert das selber nämlich immer wieder, daß ich meine Fortschritte garnicht wahrnehme und immer wieder denke, daß ich ja doch noch absolut garnix auf die Reihe gekriegt habe. Dafür brauchts meist andere die mich dadrauf hinweisen.

Re: Genau jetzt

von Laraaa » Fr Jan 24, 2020 9:40 pm

Hi SH,

Oh weh, das klingt echt bescheiden.. wünsche dir viel Kraft und dass du dich im notwendigen Maße abgrenzen kannst, ohne deshalb den positiven Kontakt zu den beiden zu verlieren.

Lieben Gruß
Laraaa

Re: Genau jetzt

von Bambus 1 » Fr Jan 24, 2020 9:21 pm

Hallo SH,

das hört sich schlimm an mit deiner Oma... auch wenn es sehr traurig ist, aber ich finde es gut, dass du dich abgrenzt. Da sein und helfen ja, aber nicht dich selbst zu vergessen. Du hast ja eh schon schwere Zeiten, das jetzt noch zusätzlich macht es ja irgendwie noch komplizierter.

Pass gut auf dich auf und schau, dass du trotz allem gute Pausen für dich hast!

Viele Grüße
Bambus

Re: Genau jetzt

von ~SteinHart~ » Fr Jan 24, 2020 9:08 pm

Fishing for compliments sollte das eigentlich nicht sein :oops:


Ich kann gerade leider wohl auf gar nichts wirklich eingehen, konnte auch nur überfliegen. Mir fehlt die Konzentration....

Arbeitssituation ist am Limit. Stationsleitung kurz vorm heulen, oder kündigen.... nun und ich halte mich an dem Gedanken fest, dass ich irgendwann ein neues Auto brauche und jetzt endlich weiß wie ich mir die Mehrarbeitsstundenzuschläge holen kann (nachdem ich die bisher dem Haus geschenkt hatte) Ach ja, meine Bewertungen für dieses Jahr habe ich fast alle hinter mir. Ich bin gut... und bei den konkreten Dingen sogar sehr gut, Volle Punktzahl bei ALLEN Punkte hatte ich noch nie....

Aber ich packe das nicht mehr lange... diesen Monat habe ich trotz einer Woche Urlaub massiv überstunden gemacht... mehr als Vollzeit und ich merke sehr deutlich dass ich nicht mehr kann...

Dazu dann heute mit Opa zu Oma... eine Hiobsbotschaft nach der anderen... Verlegung... ich befürchte krebs... aber noch nicht sicher, wird erst im anderen KH differenziert untersucht... dazu das Herz und verschleppte Brüche und irgendwo verliert ihr Körper Blut...
Und Opa versteht davon gar nichts...


Habe die gnaze Zeit das Lied von Reinhard Mey im Kopf. Seelig sind die verrückten... ich bin nicht verrückt genug... da ist kein seeliges, nicht verstehen und lächeln...

Meine Oma und ich und auch meine Mutter... sind uns der ganzen Lage bewusst... mein Opa schebt in seeliger Unwissenheit...


Meine Mutter jammert... und ehrlich gesagt hat sie recht damit. Auch sie KANN NICHT. Das weiß ich sehr wohl.... aber durch die Vorgeschichte, die hier zu weit führen würde... nun und eben weil ich auch nicht kann (aber sehr wohl weiß dass ich mich abgrenzen MUSSS) nun ich werde mich abgrenzen... ich muss da hart bleiben... ich kann HELFEN, aber begrenzt... und sie wird, langfristig, defintitv daran arbeiten müssen sich auch abzugrenzen gegenüber ihren Eltern... denn ja, auch sie KANN NICHT.

Scheiß Situation und ich muss da gerade echt im Funktionsmodus bleiben.
Ich liebe meine Großeltern. Ohne sie gäbe es wohl kaum etwas positivs an dass ich mich erinnern kann. Jede Ferien war ich da... hatte meine Ruhe, wurde verwöhnt und nichts passierte... nicht mal wenn meine Eltern dabei waren... es war nicht perfekt, aber nah dran. Es war schön und sie sind einfach ganz, ganz tolle Menschen. Haben sehr wenig, geben ALLES davon.

Tendenziell würde ich gern alles geben, alles was ich habe und kann. Es fühlt sich nicht richtig an, sich abzugrenzen.... zugleich weiß ich aber dass es richtig ist... kompliziert...

Ich will sie nicht verlieren... will die heile Welt für immer behalten... nicht nur in Erinnerung... ich will hinfahren und Enkel sein und sie sollen sein wie sie immer waren...

Es tut weh und macht Angst...


Aber es ist wie es ist...



Vernünftig schreiben geht auch nicht... ich wusele mit dem Tablett/Laptop Hybrid durch die Wohnung (die im Chaos versinkt) und würde am libsten alls hinschmeißen... wortwörtlich...


SH

Re: Genau jetzt

von Laraaa » Fr Jan 24, 2020 12:43 pm

Hallo SH,

auch von mir ein großes Kompliment an deine Entwicklung in der Thera, finde das klingt gut!

Wegen dem Forum: Ich lese dich total gerne - eigentlich schon seit Jahren, weil ich mich in deinen Texten sehr wiederfinde (wenn gleich die Hintergründe sehr verschieden sind, wir gehen irgendwie ähnlich damit um glaube ich - oder können an manchen Stellen ähnlich wenig mit etwas umgehen :) ). Und du schreibt eben so authentisch und bist ja auch immer engagiert und bringst wertvolle und hilfreiche Impulse bei anderen. Wenn ich das nun so sagen darf - ich möchte dich damit aber nicht angreifen, nur meine Wahrnehmung teilen: Ja, ich finde schon, dass du bei diesem ganzen "Regeln"-Thema übers Ziel hinausschießt. Mir ist klar, dass das bei dir persönlich eben aufgrund der Vergangenheit ein ganz heikler Punkt ist. Aber du bist doch klug genug, um zu merken dass du die Foren-welt hier nicht alleine ändern kannst? Ich finde die Regeln teils auch unklar oder unfair oder sie werden unterschiedlich ausgelegt etc.. aber was solls? Warum Energie verschwenden, sich darüber aufregen und zugleich auch immer wieder Unmut stiften? Es gibt so viele Dinge, über die man sich auf der Welt ärgern kann, aber oft bringt einen das halt nicht weiter, sondern annehmen wäre evtl der einfachere Weg? Ich würde sogar so weit gehen, das an deiner Stelle bei Gelegenheit in der Therapie zu thematisieren. Anzusehen, welcher Anteil sich da eigentlich sooo aufregen (und austeilen) muss und ob man ihn vielleicht anders trösten kann, als hier gegen User und Mods zu schießen.. finde nämlich es wirkt auch sehr kindisch und trotzig (= Kindanteil) und dahinter steckt wohl eine Not, die man mal ansehen könnte.. hoffe es ist ok das zu schreiben, ich möchte nicht übergriffig sein oder so, Wenn's zu viel ist tut es mir leid.
Nun, so mancher Gedanke wurde laut, sie schicke mich weg, oder so etwas... wieder einen Fehler gemacht.... aber nur sehr leise.
Bissi eingeschüchtert habe ich wohl aber gewirkt. Auf jeden Fall fragte sie ob ich es nicht gewohnt sei dass sich jemand sorgt und kümmert. Nunja… nee... nicht so richtig....
Hey, was für ein Fortschritt! Ich glaube vor kurzem hätte dich sowas noch extrem verunsichert und evtl verschlossen, finde so etwas war immer wieder rauszulesen. Toll, dass du dich so auf sie einlassen kannst und die Thera offenbar auch feinfühlig genug ist, das zu spüren.
Ein Satz traf tief. Das was mir früher in schlimmster Weise widerfahren ist, wiederholt sich, im kleinen immer und immer wieder in meiner Familie. Auf das alte gingen wir nicht ein. Es ging einfach darum, dass es immer wieder darum geht Bedürfnisse durchzuboxen. Entweder man macht mit, oder ist raus. Es geht nie darum wie sich die einzelnen dabei fühlen...
Ja das hört sich logisch an, auch das mit der "Königin". Die Frage ist, wie kannst du damit umgehen? Also selbst wenn du es "akzeptierst", dass die ganze Familie da noch in alten Mustern steckt, ist es glaube ich ganz hart das zu ändern. Muss man vielleicht ausprobieren, in wie weit sich deine Familie anpasst, wenn du dein eigenes Verhalten änderst? Und dich selbst eben nicht mehr immer zurücknimmst.. das kann nämlich auch zu Anlehnung/Enttäuschung/Rückzug bei deiner Familie führen? Ich wünsche dir, dass da ein Prozess in Gang kommen kann und sich im größeren Rahmen etwas verändern kann.
Meine Mutter könnte mal mit in die Therapie. Schon seit meiner Entlassung aus der Klinik hat die Thera das immer wieder mal angeregt.... ich bin da sehr zurück haltend, ängstlich vielleicht auch(?)
Dazu will ich nur sagen, dass ich die Thematik kenne und selbst große Angst davor habe, bei mir würde es um meinen Bruder gehen, der mit könnte.. ich habe es bisher nicht gemacht, weil ich die verrückte Vorstellung habe, dass meine Thera danach nur noch meinen Bruder mag und ihn viel besser findet als mich. Und sie dann auf "seiner Seite" ist und mich abschießt. Das ist in der Realität totaler Quatsch, aber ich nehme Rücksicht auf diese Angst, weil ich glaube dahinter steckt ein ganz "wertlos fühlender" Anteil, der eben noch Schutz braucht.. mein Mann hingegen durfte nach 1 Jahr zu einigen Terminen mit, auch da war anfangs große Angst. In die gegenteilige Richtung, dass die Thera ihn total blöd finden würde und mich dann deshalb nicht mehr mag, weil ich so einen idiotischen Mann habe (entspricht auch nicht der Realität....). Also was ich sagen möchte: Pass da bitte gut auf dich auf und nimm die Ängste ernst, das Vertrauen zu deiner thera ist gerade mit das wichtigste Gut für dich und daher lass es langsam angehen und lass es erst wachsen und stabil genug für "Dritte" werden.

Noch eins zu einem älteren Post wollte ich sagen:
Trotzdem ist da der Wnsch es zu thematisieren. Also "richtig" darüber zu reden. Wobei ich mich frage, was "richtig" bedeutet?
Bei der alten Thera, Dr. K tat es gut, wenn ich etwas belastendes gesagt hatte. Aber das war so unglaublich schwer und auch zeitaufwendig. Weiß aber auch nicht wie es anders gehen kann? Vielleicht die Körperübungssachen von Dr.R? Das half tatsächlich (auch wenn ich mir dabei blöd vorgekommen bin, erst mal)
Ja, was bedeutet "richtig"? Manchmal frage ich es mich selbst, weil ich bei manchen Themen auch das Gefühl habe, irgendwie muss das noch raus, aber wie...? Aber ich glaube, du wirst es spüren, wenn es soweit ist. Und ich denke, du bist gerade auf dem besten Weg dorthin. Deine Email ist doch schon ein riesen Schritt, du thematisierst es und vor allem die Schwierigkeit dabei. Denn das "Redeverbot" ist sicher genau so wichtig, wie das Thema selbst! Denn da sind viele der Gefühle versteckt und festgesteckt. Wenn es das nicht gäbe, wäre es ja viel leichter, also muss man den Grund dafür ansehen.. Scham, Selbsthass, Angst vor Strafe, Schmerz, was auch immer.. und so wie du sagst: du hast das Wort nun einmal ausgesprochen und es ist "nichts" passiert. Du lebst noch, du atmest noch! Eine ganz wichtige Erfahrung finde ich!!

Konkreter kann ich tatsächlich auch gar nicht beschreiben, "wie" sich da was löst. Denke mal, es ist der Zugang zu ganz tief verschütteten Emotionen. Die Erlaubnis, sich selbst und die eigenen Erlebnisse anders zu betrachten als bisher. Mit Mitgefühl, anstatt mit Schuldzuweisung.. Es anzunehmen.. Da sein zu dürfen. Trotz der "ekelhaften" oder "beschmutzenden" Vergangenheit. Dass meine Thera mich trotz allem nicht hasst, sondern mich wertschätzt und da bleibt..

Aus meiner Erfahrung: Bei "dem" schlimmsten Thema habe ich damals eine WhatsApp von meiner Thera bekommen. Wo drin steht, das alles ok ist und sie gerne mit mir arbeitet und so ein verhalten (das von früher) nicht ungewöhnlich für die Situation ist sondern eben nur so "krank" wie das ganze Umfeld.. darüber bin ich sehr froh, denn ich lese das tatsächlich heute noch immer wieder durch. Ist ca 2 jahre her, aber für mich ist diese Nachricht eine ganz große Ressource. Eine Art realitätscheck, immer verfügbar. Evtl könnte dir deine Thera - wenn nötig und passend - auch sowas schriftlich geben? oder evtl sogar eine Sprachnachricht? Wäre nur eine Idee..

Lieben Gruß
Laraaa

Re: Genau jetzt

von Sanna » Do Jan 23, 2020 4:46 pm

Liebe SH,
Ich bin noch nicht lange hier und ich glaube wir haben noch nicht miteinander geschrieben, aber ich hab schon einiges von dir gelesen.
und ich möchte dir sagen, dass ich dich hier mag😊 und deine Beiträge schätze. Du bist in deiner Art zu schreiben für mich sehr authentisch und wahrhaftig ...Und direkt. Und das mag ich ...Und manchmal wünsche ich mir,dass ich mich das auch so traue.
Es freut mich, dass du so eine gute und scheinbar sehr warmherzige und menschliche Therapeutin an deiner Seite hast, die dich auf deinem Weg begleitet. Und auch ich finde,dass du gerade wirklich große Schritte gehst !!
LG Sanna

Re: Genau jetzt

von Käferchen » Mi Jan 22, 2020 9:05 pm

Liebe SH,

ich wollte dir nur meine Anerkennung hier lassen. Anerkennung deiner Fortschritte und meine Bewunderung, dass du dieses Thema angehst. Du hast das mit der Mail echt großartig gemacht. Und die direkte Antwort darauf gibt dir hoffentlich die Sicherheit, die du brauchst, wenn du reden wirst. Ich weiß auch nicht, aber ich habe die feste Überzeugung, dass du irgendwann darüber sprechen wirst. Wahnsinn, wie du das machst!

Re: Genau jetzt

von Imagica » Mi Jan 22, 2020 8:54 pm

Hi SH,

oh, das find ich gut mit der Mail und auch daß sie direkt angerufen und Dir Hilfe zugesagt hat!

Was mich dann zum nächsten Thema bringt. Irgendwo schreibst Du, daß Du glaubst keine Fortschritte gemacht zu haben oder nichts erreicht zu haben. Das sehe ich ganz anders. Diese Mail da zeigt doch schon einen riesengroßen Fortschritt! Und dann ist da noch die Tatsache, daß Du aufgrund der miesen Klinikerfahrung ganz viel Angst vor einer Klinik hattest und nun warst Du in einer und möchtest sogar gerne irgendwann nochmal hin! Und dann noch, daß Dr. R gesagt hat, sie sieht das als jetzt nicht so dran mit der Klinik. Sie hat Dir im Prinzip eine Abfuhr erteilt, aber Du hast Dich nicht aufgeregt, sondern konntest ihre Gründe verstehen und nachvollziehen. Ich meine mich zu erinnern, daß Du vorher wenn Du Dir was in den Kopf gesetzt hattest und es lief dann nicht so wie Du es geplant hast, Du dann jeweils sehr getriggert warst und erstmal dagegen gegangen bist (was ich gut verstehen kann, ich habe da auch immernoch Probleme mit, aber es wird besser).
Und noch ein weiterer Fortschritt: Du kannst Dich schneller beruhigen wenn hier irgendwas los ist und auch selber Fehler eingestehen. Das hat vorher auch länger gedauert.
Was jetzt hier los war, weiß ich nicht, weil ich diesmal echt garnix mitgekriegt habe, insofern kann ich da überhaupt nichts konkretes zu sagen. Aber was mir da so eingefallen ist, weil Du doch recht zerknirscht gewirkt hast und ich finde, auch so wirkst als würdest Du ein bißchen übertreiben mit dem Dir selbst die Schuld geben: Denkst Du an den Vertrag, den ich Dir geschickt habe? Wenn Du Dich an den hälst, dann verzeihst Du Dir nämlich auch Fehler und machst Dich dafür nicht selber fertig ;-) Ich versuche das zur Zeit und kriege es immer öfter hin. Und wenn nicht, dann beschimpfe ich mich auch fürs selber fertig machen nicht mehr, weil damit breche ich den Vertrag ja dann auch wieder weil ich mich schon wieder selbst fertig mache.

Zum Adventskalender finde ich aber nach wie vor daß Du Recht hast. Ich war auch ziemlich sauer und frustriert, daß ich nie eine Antwort bekommen habe. Und das wird wohl auch so lange so bleiben, bis mal eine Antwort kommt. Und auch dann werde ich kaum noch so richtig zufrieden sein können, denn jetzt dauerts ja noch fast ein Jahr, bis ich das Wissen dann anwenden könnte.

Ach und nochwas, das hätte ich jetzt fast vergessen: Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß es Dich unglaublich triggert, wenn Du das Gefühl hast, andere werden Dir (hier) vorgezogen. Schließlich ist das doch genau das, was Dir in Deiner Kindheit passiert ist! Dein Bruder hat immer das bessere bekommen, das war deutlich in dem langen Text den Du an die Komission geschickt hattest, zu erkennen. Das ist also ein ganz altes Gefühl und ich finde es absolut verständlich, daß Dich dann eine ähnliche Situation förmlich anspringt. Aber ich finde auch, daß es gut ist, daß Du dann versuchst etwas dagegen zu unternehmen. Denn das bedeutet, Du verharrst nicht komplett im Alten, sondern wehrst Dich. Ja, manchmal schießt Du dabei übers Ziel hinaus, aber ich finde, das ist trotzdem ein guter Schritt in die richtige Richtung!

Liebe Grüße (und gute Besserung),
Imagica

Re: Genau jetzt

von ~SteinHart~ » Mi Jan 22, 2020 7:59 pm

Guten Tag Frau Dr. R,
wobei "sehr geehrte, liebe" es wohl auch treffen würde. Das ist ein sehr eleganter Ausdruck für gesund distanzierte Zuneigung, oder wie man das nennen mag.

Die Stunde heute fand ich gut und aufschlussreich. Mir ist vieles, was und wie es in meiner Familie läuft, bewusster geworden. Außerdem merke ich deutlich dass ich meine Mutter, nach wie vor, versuche zu schützen.
Sie war ja in BN und bei der Nachbesprechung meinte Dr.S dass ich sie sehr beschützt hätte. Nun habe ich zwar keine Sorge, dass Sie sie aggressiv angehen würden, dennoch fällt es mir schwer mir vorzustellen sie Ihnen auszuliefern. Interessantes Wort in dem Zusammenhang. Vielleicht habe ich doch Angst.

Wenn es, hoffentlich, wieder etwas ruhiger geworden ist hier daheim, wir einen Pflegedienst haben der etwas abnimmt... Nun, vielleicht frage ich sie doch mal ob sie mit kommen würde.


Eigentlich hatte ich mir für heute etwas anderes vorgenommen. Wobei die aktuellen Ereignissen aber eben tatsächlich so nah sind und das eigentliche Thema sehr schwer ist, war es heute wohl doch besser beim aktuellen zu bleiben.

Das Thema im Hintergrund wäre ein anknüpfen an die vorletzte Stunde gewesen. Die Notfallstunde.
Damals hatte ich, kurz vor Schluss gesagt was so lange nicht ging. Dass der Man bei der Anhörung, es Folter genannt hatte, was ich erzählte. Seit dem konnte ich es nicht mehr sagen.
Aber das Wort und was es bedeutet, knüpft stark an das Thema an, das mich in 2017 so durcheinander gewürfelt hat und in den EMDR Sitzungen in der Hohe Mark eher schlimmer als besser wurde. Das worüber ich dort nie die Möglichkeit hatte zu reden und mich bei Dr. K nicht getraut hatte, weil da ja die Wegstrecke immer so lang war und ich große Angst hatte dass mich das überfordert und ich dann durchgeknallt in irgendeiner Psychiatrie in Frankfurt aufwache.

Seit längerem versuche ich das Thema anzubringen, nehme aber jede Ablenkung gerne an. Ich würde wahrscheinlich deutlich lieber über jedwedes unangenehme Thema mit Ihnen reden, nur um nicht spüren zu müssen was da so schnell mit hochkommt.

Langfristig bringt mich das nun aber auch nicht weiter.


Ich würde es gern endlich mal sagen dürfen. Seit der Hohe Mark hat sich irgendwie fest gesetzt, dass ich es nicht darf. Denn da hatte ich zum Schluss sehr gebettelt es sagen zu dürfen. Aber die Bezugsschwester sagte das sei Sache für Dr. dM und die sagte dann beim wöchentlichen Termin, dass wenn ich es hätte ansprechen wollen, es bereits getan hätte. Dabei war sie die Woche davor gar nicht da gewesen und die vorangegangene Woche hatten wir die EMDR wo das alles erst hoch kam. Tja und dann war ich entlassen.
Es war dort nicht wie in BN, dass man einen Termin bekam, wenn es einem schlecht ging. Also ich weiß wirklich nicht, wie und wann ich denn, bei den Bedingungen vor Ort, es hätte thematisieren können.
Naja, egal, seit dem steckt es fest und ich auch.

In BN wollte ich mir dieses Jahr gern anschauen, was so passiert und vor allem wann und warum, wenn ich etwas hinterher nicht erinnere. Vielleicht wird das mit dem- ALLES IMMER - erinnern ja aber auch wieder gut, wenn ich diesen Knoten endlich löse.
Irgendwas hat sich in der vorletzten Stunde nämlich gelöst. Das Beinwackeln hat glaube ich, auch wenn ich mir dabei dämlich vorkam, irgendwas gelöst. Ich schlafe seit dem besser.


Lange Rede, kurzer Sinn, Sie haben Recht. Es läuft gut gerade und ich würde gern sagen, wovon ich glaube dass es mir das Reden so schwer macht.
Denn auch wenn es deutlich schlimmeres gibt und ich Folter eher mit Guantanamo in Verbindung bringe, als mit meiner Geschichte, nun, normal war es aber eben doch nicht.

Jetzt weiß ich ja schon mal, dass ich das Wort sagen kann, ohne dass die Welt stehen bleibt, ich, oder sonst jemand stirbt, oder sonst etwas passiert. Sie haben es gehört und die Reaktion war sanft, aber nicht schlimm und ich konnte atmen und dann gehen und schlafen und wieder kommen.

Ich könnte Ihnen schreiben was war, habe es längst geschrieben. Der Frau von der Anhörung damals und es auch online gesetzt und auch Dr. S und Frau K bekamen es. Durchs schreiben ist es aber nicht besser geworden. Ich kann es auch eher nicht lesen. Habe es nur einmal gelesen. Ich verstehe warum man es Folter nennt, gleichzeitig wehrt sich alles mögliche in mir gegen das Wort. Vor allem aber eben auch gegen das Reden. Rein kognitiv verstehe ich meine Angst, weiß wo sie herkommt. Aber wie beruhige ich das?
Es wird nichts schlimmes mehr passieren, weder mir noch jemand anderem. Dennoch versagt mir die Stimme und ich breche weg, sobald ich nur daran denke es zu sagen.

Würden Sie mir dabei helfen? Beim reden helfen, meine ich.

(lieben) Gruß,
SH


Ganz kurze, direkte Antwort am Telefon. Ja, natürlich hilft sie mir.

Ich kann noch normale Texte schreiben :) und sie hilft mir. Ich möchte wirklich gern weiter kommen.

SH

Re: Genau jetzt

von ~SteinHart~ » Mi Jan 22, 2020 1:48 pm

Hallo Silberfee, danke :)
Ich polarisiere, im besten Fall. Aber das war tatsächlich mehr als übers Ziel hinausschießen. Es war frech.

Hatte mir gestern ja Ruhe gegönnt. Heute früh kein Fieber mehr und mir ging es bis auf Triefnase und bissi Gliederschmerzen gut.
Also zu Thera...

Sie "schimpfte" als sie merkte dass ich krank bin und hörte dass ich Fieber hatte. Gefährlich, mein Herz... sollte im Bett liegen und in so einer Situation anrufen und einen neuen Termin ausmachen.

Nun, so mancher Gedanke wurde laut, sie schicke mich weg, oder so etwas... wieder einen Fehler gemacht.... aber nur sehr leise.
Bissi eingeschüchtert habe ich wohl aber gewirkt. Auf jeden Fall fragte sie ob ich es nicht gewohnt sei dass sich jemand sorgt und kümmert. Nunja… nee... nicht so richtig....


Sie knüpfte an das Familienthema und die Großeltern an. Hatte ihr ja aufs Band und auch kurz am Tele gesagt was los gewesen ist. Vielleicht hat sie angeknüpft, weil ich bisher kaum an etwas altes anknüpfen konnte. Immer wenn sie nach der vergangen Stunde gefragt hatte, war da erst mal nichts... nun also sie machte den start und so steckten wir dann im Familienthema.

Ich bin in ihren Augen die Königin in unserer Bienen-Familie. Ich regiere, trage Verantwortung, delegiere, verwalte... Ähm...
Meine Mama ist nur eine "Summ-Summ-Biene"
und auch Worte wie sie ist das verwöhnte Kind...

Nun, das klingt neativ und ich wehrte auch manches erst mal ab.... aber irgendwie ist es ja doch so... die Abläufe in meiner Familie, wie wir ticken und reagieren...

Ein Satz traf tief. Das was mir früher in schlimmster Weise widerfahren ist, wiederholt sich, im kleinen immer und immer wieder in meiner Familie. Auf das alte gingen wir nicht ein. Es ging einfach darum, dass es immer wieder darum geht Bedürfnisse durchzuboxen. Entweder man macht mit, oder ist raus. Es geht nie darum wie sich die einzelnen dabei fühlen...


Wortreicher... aber das muss hier nicht alles stehen ;)


Irgendwann sagte ich dass ich mal wieder eigentlich was ganz andere hätte ansprechen wollen, als dann Thema war... Sie fragte nach, gab die Möglichkeit. ich versankt in Stille (habs aber gemerkt) sie fragte ob es zu tief geht, für den Schluss, ich nickte. Und so blieb es erst mal. Das war gut so, denke. Wir haben ja weiterhin Termine.

Ganz kurz vor Schluss nochmal das Thema Klinik. ich sprach es an, denn ich habe Sorge dass es eben doch nicht so schnell geht wie sie sagt... und ich habe ja "geplant"
Nun, sie meinte, sie sieht mich gerade nicht in der Klinik. Ich sei anders, als damals als wir angefangen haben (da hätte sie mich am liebsten direkt hingefahren) wir seien im Prozess und es geht vorwärts. Sie würde gern weiter machen. Ich könne ja aber den Personen in der Klinik die mir wichtig sind schreiben (ähm mal nachdenken ob ich das will)

Interesssanter Weise war ich ganz ruhig und spürte weder Abwehr, noch kam da irgendein "Aber"

Sie hat Recht, mir geht es besser und ja, es passiert eine Menge gerade in der Therapie.

Ich knüpfte kurz an, dass mir aufgefallen ist, dass das Konzept, ihr Konzept zerstückelt wurde und ohne Verfasser, in seiner zerstückelheit nun auf der Homepage zu finden ist.
ich bilde mir das nicht ein, denn das Original ist noch in der Schriftenreihe zu finden.

Nun, sie sei ja nicht mehr da, man habe wohl das herausgestrichen was man so nicht mehr leisten kann, oder will. Das bestätigte meine Befürchtung und Sorge.

Dann sehr schöne Sätze. Traumaarbeit, Traumatherapie, gute Traumatherapie anzubieten sei eine Herzenssache, das muss man von ganzem Herzen wollen.
Sie habe epliziet Traumathoden einggeführt und damit gearbeitet...


Ich kenne ja den neuen leitenden Oberarzt... bläääääähhhh ;) die Oberärztin selbst war ja klasse, aber ER ? bläääääähhhh….. (MEINE! Worte, nicht ihre!!!!!!)

Die Ausrichtung der Klinik sei ja eigentlich eben TP und analytisch. Das würde man jetzt wohl wieder mehr machen. Vermutung... Sie ist ja nun hier, nicht mehr da.


Soweit so gut. Sie fragte ob ich Angst habe dass die Klinik nun für mich weg sei. Ja ein wenig, irgendwie...


Also erst mal gehe ich wohl nicht hin und das ist ok. Es läuft nämlich wirklich gut mit der Thera gerade (nur öfter fände ich besser)
Bedauerlich aber, dass die Thera in der Klinik wohl nur noch dieses Jahr da ist. Und ein wenig die Angst dass es nicht mehr so gut ist. Denn "hochfrequentes Einzelsetting" steht nicht mehr da und auch der Zeitrahmen und wie eben Konfrontation gemacht wird steht da auch nicht mehr. Es ist nur noch so ein Wischiwaschi, drumherum Geschreibsel wie in anderen Kliniken... wie in der Hohe Mark, die ja auch TP ausgerichtet ist... und es war scheiße. Ich denke zwar nicht dass TP Kliniken grundsätzlich Mist sind..... aber ich denke eben dass Traumapatienten fordern und schnell überfordern und Ressourcen fressen... :(

Hin möchte ich aber dennoch wieder, denn, so vil schlechter kann es ja nicht plötzlich sein. Das Personal ist ja noch das selbe. Ich mag halt wirklich gern mal genauer schauen was mit mir ist, wenn ich mich nicht erinnern kann.

UND ich weiß ja nun was zu tun ist, sollte es schlecht laufen. GEHEN! Wenn etwas schlecht ist, nicht gut tut, also grundsätzlich. Koffer packen und GEHEN! Ich muss da nicht bleiben. Ich habe die Thera hier und für den Notfall wohl auch die Beraterin (will da mal wieder anrufen, haben uns schon ewiglich nicht mehr gesehen)




Ach ja, noch zu meiner Familie. Ich habe ja Klartext gesprochen mit meiner Mutter und auch Oma.... Meine Mutter ist jetzt richtig drin. Ist jeden Tag den ganzen Tag da. Währenddessen bin ich wieder ziemlich raus, arbeite ja bis auf heute die ganze Zeit... mache eigentlich nix mehr (beschämend)
Ich habe Sorge dass das zu viel ist. Sagte das auch zur Thera. Sie meinte, das verwöhnte Kind, sei eine erwachsene Frau und ich die Bienenkönigin könnte ihr ja mal einen Platz frei machen, einen neuen Thron errichten, sozusagen. Das sei bei Kindern wichtig, nur so können sie wachsen - indem man ihnen immer wieder etwas zutraut.

Meine Mutter könnte mal mit in die Therapie. Schon seit meiner Entlassung aus der Klinik hat die Thera das immer wieder mal angeregt.... ich bin da sehr zurück haltend, ängstlich vielleicht auch(?)

Eine gute Stunde finde ich. Aufschlussreich irgendwie.


Das F Thema, wird Thema werden. Ich will das ansprechen. ich glaube auch dass das geht, nur schwer ist es wohl(?)
Werde ihr wohl schreiben erst mal. Mag sie nicht so, bzw. meinte ich solle, wenn dann das geschriebene nicht schicken, sondern mitbringen in die Stunde. Ich Sturkopf schicke aber lieber ;)

So ein wenig an das Thema rantasten, so dass sie schon ein bissi was weiß und mir vielleicht helfen kann es zu sagen, oder sowas in der Art.


SH

Re: Genau jetzt

von Silberfee » Mi Jan 22, 2020 9:43 am

Hallo SH,
also ersteinmal: ich mag dich.
Ich finde, du schreibst immer sehr hilfreiche und durchdachte Gedanken.
Gut, manchmal schießt du etwas über das Ziel hinaus, aber das machen andere hier auch.

Ich hoffe, du konntest dich inzwischen etwas ausruhen. Das wäre ja schon wichtig, gerade bei Fieber.
Dass es deinen Großeltern so schlecht geht, ist schlimm. Es tut weh, wenn man Menschen, die man mag, immer mehr "verschwinden" sieht. Und man kann nichts dagegen tun. Allerdings bist nicht nur du für die beiden verantwortlich und ich werde echt sauer, wenn ich höre, wie sich deine Familie vor der Verantwortung drückt!
Es ist eine schwierige Situation für alle und dich da so vorzuschieben ist überhaupt nicht okay.
Die sind alle erwachsen und können sich kümmern.

Ich habe auch deine Gedanken zum F Thema gelesen.
Irgendwie bleibt diese Ohnmacht schon, finde ich. Wir waren ja auch "ohnmächtig", hätten nichts dagegen tun können, oder? Aber für mich macht es ein Unterschied, ob ich es erzähle oder nicht. Ja, es ist ganz furchtbar schwer, darüber zu reden und ich brauch auch lange, weil plötzlich Worte fehlen oder nicht raus kommen. Aber es ist meistens besser hinterher, weil ich nicht mehr damit alleine sein muss.

Soweit erstmal
Gute Besserung und Herzliche Grüße
Silberfee

Re: Genau jetzt

von ~SteinHart~ » Mi Jan 22, 2020 7:36 am

auch Gast hat geschrieben:
Di Jan 21, 2020 9:13 pm
Hallo Steinhart,

ich hoffe mal, es ist okay für dich, wenn ich hier schreibe.

Ich wusste tatsächlich nichts von deiner Abneigung wegen @Threads.
Ich nehme deine Entschuldigung an und verzeihe dir.

Grüße
auch Gast
ja, das ist ok und danke.

Hatte deinen Beitrag bis eben nicht lesen können, wegen der zeitverzögerte Freigabe von Gastbeiträgen. Mag nur erklären, warum ich jetzt erst reagiere.

SJ

Re: Genau jetzt

von ~SteinHart~ » Di Jan 21, 2020 10:58 pm

Mittlerweile würde ich mich hier auch nicht mehr mögen. Bin überreizt... von hier, oder hier daheim, oder hier da draußen, oder dem alten hier, oder von was ach immer. Manches ist gut, nur irgendwie freut es mich nicht. Heute arbeiten gegangen, trotz noch Fieber, aber besser als gestern Abend. Erst Rüffel an der Arbeit, ich sähe scheiße aus... warum ich so abreiten komme? Tja, aber nur kurz, denn, ja, wir sind unterbesetzt und es hätte tatsächlich niemand anderen gegeben, war ja ohnehin schon die, die eingesprungen ist. Tja so ist das halt. Nicht so anstrengend war es, es ging, so irgendwie, mit Medis. Wollte ich eigentlich nicht mehr machen, krank zur Arbeit. Nunja. Hatte dann noch mein ZVG und das wirklich mit gutem Ergebnis, besser als letztes Jahr. Überdurchschnittlich. Das war gut heute, aber so richtig erreicht hats mich glaube ich nicht. War aber auch schon sehr fertig und bettreif. Fiebrig und müde und einfach fertig. Aber ich mache meinen Job gut, hieß es. Könne mehr. Man mag mich. Die Schüler und neue reden gut über mich. Gut erklären könne ich, eine ganz tolle Art. Verständnisvoll und ruhig und immer da. Ich wollte es selber nicht so ganz glauben. Aber es ist tatsächlich oft so, dass die neuen an mir kleben. Ich soll sagen wenn es zu viel wird. Sie gibt mir die neuen gern an die Hand, aber ich soll sagen wenn es zu viel wird. Weiß nicht ob ich das überhaupt merke, ob ich das sagen kann? Konnte keine Verbesserungsvorschläge anbringen oder irgendwas. War leer. o hats sich angefühlt. Leer. Es war wohl zu viel gutes, denke ich gerade. Dann kippt es nämlich oft. Ich mag Lob, aber dennoch kippt es dann oft. Vorwürfe mache ich mir seit dem. Denn so mega geduldig bin ich ehrlich gesagt nicht. Gedanken was ich besser und anders machen könnte, sollte, müsste.
Manchmal wünschte ich, ich könnte es so entspannt sehen und fühlen wie zwei Kollegen darüber berichten. Denn letztendlich ist es egal. Im Grunde geht's auch nur um Geld. Je nachdem wie gut man abschneidet bekommt man eben mehr oder weniger leistungsbezogene Zulage, oder wie das heißt. Es geht immer nur ums Geld, wenn wir mal ehrlich sind.
Daheim dann die nächste miese Botschaft. So langsam geht es schnell mit dem Verfall. Sie sind krank, beide und wohl auch sehr und das macht mir Angst. Ohne die beiden, ohne die Ferien dort, ohne das heile Weltgefühl dass ich mit ihnen verbinde... ich habe Angst sie zu verlieren und weiß doch dass es so sein wird und mit jedem Tag eben eher früher als später.
Mir fehlen gerade Kraft, Mut und Zeit so zu helfen wie ich es will und wohl auch müsste. Wollte eigentlich ruhen, heute und morgen nach der Thera. Weil ich ja auch krank bin. Aber das geht jetzt nicht. Vorwürfe weil ich das blöd finde. Es beschämt mich, dass ich so wenig schaffe, dass ich nicht da bin für sie.
Vielleicht vermeide ich auch bloß(?) Wie so ein Löwenbaby, in der Savanne, dass allein ist und die Augen schließt in der Hoffnung dass der Fein, den man nicht sieht, einen auch nicht sehen kann. Wie einfältig (Löwen)Kinder doch sind. Und kurzsichtig. Schlechtes Gewissen.

Meine Familie kollabiert gerade, das ist zu viel für alle. Ganz weniges ist schon zu viel. So stark wie das alles nach außen wirkt ist es nicht. Ganz und gar nicht. Wir sind nicht belastbar, befürchte ich.

Hatte es vorhergesagt, irgendwie. Auch deshalb mache ich mir Vorwürfe. Sollte nicht solche Sachen sagen, oder denken.


Tja und neben all dem, mein ganz persönliches. Mein Thema. Weiß nicht warum ich das so von der Familie abspalte. Denn eigentlich ist es ein Familienthema. Die Thera sagt auch immer wieder Dinge die in die Richtung gehen. Nur fühlt sich das MB Thema nicht wie ein Familienthema an. Nicht mehr. Seit wann???
Auf jden Fall, würde ich morgen gern ein wenig versuchen anzuknüpfen. Anknüpfen an das Thema von vorletzter Stunde, an das Thema dass seit bald drei Jahren Thema ist. Vielleicht immer Thema war.
Das F Thema. Dieses Wort dass ich nicht mag, nicht wahrhaben will, oder was auch immer.
Konnte und kann oft bei anderen nicht nachvollziehen, wie man das offensichtliche so übersehen, oder ablehnen kann. Tja und jetzt mach ich da selbe.
Hatte das Wort ja gesagt, kurz vor Schluss. Es passierte auch nichts schlimmes. Nur ging s etwas unter. Weil eben so sehr am Schluss. Ob das Absicht von mir ist? Ob ich absichtlich andere (die Thera) hilflos mache?
Unabhängig von den Gedanken gerade, erinnere ich und fühle, dass es mir dennoch besser ging. Trotz am Schluss, trotz kaum noch Worte von der Thera. Vielleicht aber auch genau deshalb.
Das ist sehr wahrscheinlich, fühle ich gerade. Es ist nichts schlimmes passiert. Habe es gesagt und die Welt hat sich weiter gedreht. Niemandem ist etwas passiert und auch ich konnte weiter atmen. Sogar durchatmen.

Trotzdem ist da der Wnsch es zu thematisieren. Also "richtig" darüber zu reden. Wobei ich mich frage, was "richtig" bedeutet?
Bei der alten Thera, Dr. K tat es gut, wenn ich etwas belastendes gesagt hatte. Aber das war so unglaublich schwer und auch zeitaufwendig. Weiß aber auch nicht wie es anders gehen kann? Vielleicht die Körperübungssachen von Dr.R? Das half tatsächlich (auch wenn ich mir dabei blöd vorgekommen bin, erst mal)

Dieses, "ich will DAS nicht wahrhaben" wird schwächer, oder ist schwächer geworden (durch es gesagt haben???) was aber geblieben ist, ist dieses ohnmächtige Gefühl. Das soll bitte weg.

Frage mich ob es wirklich weggehen kann. Sich wirklich auflösen kann...
Hier im Forum lese ich von so vielen Kreisen, die gezogen werden und leider sehr wenig konkretes (keine Kritik an irgendwem!) dann aber wieder Dinge wie eben "es löst(e) sich auf" oder es wurde besser, oder so....

Ob es das wirklich tun kann?

Bei Dr.K hatte ich viel konkreteres als Themen. Und ja es wurde besser. Manches war so konkret, dass es schwarz auf weiß dann "erledigt" war. Meine Angst HIV positiv zu sein, zum Beispiel. Als ich das gesagt hatte (oh man war das ein zeitraubender Prozess) machten wir eine Test und das Ergebnis war negativ.

Das jetzt erscheint mir viel komplizierter. Und es gibt für so etwas auch keinen Test. Bzw. doch, ich habe ja ganz viel getestet. Habe getestet ob ich lebe, bewiesen dass ich lebe.
Das ist glaube ich die große, innere Angst hinter all dem. Das was mich so nieder wirft. Die Angst zu sterben, das Gefühl zu sterben. Oder auch für Tod verantwortlich zu sein.

Was könnte denn noch helfen, dem inneren Ding zu erklären dass ich /es lebt?

Ich ziehe kreise und das nervt mich. Es frustriert.
Sollte es einfach sagen, ansprechen. Die Worte habe ich. Was passiert ist habe ich aufgeschrieben. Ich kene die Worte und ich kann reden.

Nur gleichzeitig irgendwie nicht.


Ich bin so müde, so unglaublich müde. Ich darf das sein und bin da gerade sehr "gnädig" mit mir. Hier daheim zumindest. Gestern abend und heute früh war ich es nicht. Mit Fieber hätte ich mich, gnädiger Weise, krank melden sollen. Aber nunja, eins nach dem anderen, irgendwann kann ich das bestimmt.
Aber jetzt so daheim, kann ich mir Ruhe gönnen. Habe Medis genommen und Suppe gegessen (sogar selbst gemacht, kochen geht immer besser) und sonst nichts. Sofa und Decke und Ruhe... krank sein...

Das klingt gut und fürsorglich. Aber wie so vieles ist es gekoppelt. Ich mag diese Verbindungen nicht. Positives kann nicht einfach positiv sein und wahrgenommen werden. Damals hatte ich auch meine Ruhe, wenn ich krank war. Wenn ich krank war, ließ er mich in Ruhe.

Mir ist nicht ganz klar, warum diese Kopplung ein so schlechtes Gefühl macht.
Ich weiß nicht mal was das genau für ein Gefühl ist.

Würde die Vergangenheit wirklich gern nehmen und ihr Lebe wohl sagen. Sie schlafen legen, oder so etwas in der Art.

Habe gerade so den Gedanken dass es vielleicht wie bei einer Sucht ist? Vielleicht muss ich es mir erst mal eingestehen? Mir sagen, ich wurde mb, oder so etwas?


Oder so etwas... warum wird mir der Brustkorb eng, wenn ich so einen Satz wie den gerade denke?

Ich wurde…

er hat...


Dachte wirklich ich hätte ihn längst hinter mir gelassen, emotional auch. Denke oft, so verachtend an ihn... aber es scheint, als hätte die Thera recht. Ich schütze ihn. Da ist noch immer eine Verbindung(?)



Resümee jetzt erst mal negativ. Habs in den zweieinhalb Jahren geschafft zum Vollzeitonlinearschloch zu werden, mein Offlineleben steht still, bzw. ich merke dass es seit Jahren, viel länger als die zweieinhalb still steht. Habe einige Fähigkeiten verloren, oder es fällt mir schwer(er) als früher.

Irgendwie fühle ich mich kaum einen Schritt weiter. Obwohl es doch eigentlich so ist. (???) Oder eben nicht, denn was habe ich erreicht? Also so wirklich konkret, doch irgendwie noch nichts(?)

Langzeittherapatient, als Zwischenziel. Ist das positiv?


Mein Leben ist irgendwie im Arsch. Nur nicht so sehr, dass ich mich darauf ausruhen, oder kapitulieren könnte/darf.
Habe null Plan, was ich mit meinem Leben anfangen soll und an dem Gedanken hängen natürlich auch wieder Verbindungen. Kranke Gedanken. Mich soll es gar nicht geben.


SH

Re: Genau jetzt

von auch Gast » Di Jan 21, 2020 9:13 pm

Hallo Steinhart,

ich hoffe mal, es ist okay für dich, wenn ich hier schreibe.

Ich wusste tatsächlich nichts von deiner Abneigung wegen @Threads.
Ich nehme deine Entschuldigung an und verzeihe dir.

Grüße
auch Gast

Re: Genau jetzt

von ~SteinHart~ » Mo Jan 20, 2020 9:52 am

Wunderbar, dass von mir was gelöscht wurde steht natürlich wieder offen da... aber immer wieder verschwinden Threads spurlos, ohne dass das erkennbar gemacht wird und der Scheiß von Leben? bleibt stehen... trotz Meldung... und wahrscheinlich wird die Meldung (mal wieder) nicht geschlossen, damit es nicht erneut gemeldet werden kann...
Dort meckern darf ich nicht... Menschen die mir am Arsch vorbei gehen bekommen auch keine PN von mir.... dann halt hier...

Und der Pfarrer/Königs Gast war schon so oft, allerdings angemeldet da... es ist jedes Mal eskaliert und das NICHT NUR wegen mir, beim letzten mal hatte ich mich da sehr zurück gehalten. Verarscht wurde sie von anderen Forenmitgliedern (die meisten natürlich als gast)
Der Zugang wurde jedes Mal gelöscht... bleibt zu hoffen dass die Medis wirken...


Dass ich @Threads ablehne und, wenn dann direkten Kontakt via PN will, ist bekannt... und wenn auch gast so sehr betont dass er ja so lange schon mitliest, gehe ich davon aus dass das eben bekannt war. Zumindest aber den Moderatoren, die ja Gastbeiträge freischalten ist das bekannt.
Aber hey, so ein bisschen Öl ins Feuer gießen, ist lustig(?)

Wobei es wahrscheinlich Zufall war und Unwissenheit. Sehr wahrscheinlich sogar... und dann tut mir die heftige Reaktion für auch gast tatsächlich leid... hoffe aber dass es dazu führt dass der nächste sich ein @mit meinem Namen dahinter verkneift.

Bei jeder Eskalation wurde ich, von "gästen" (aka feige Forennutzer, die ihren Nick nicht beschmutzen wollten) angegangen, aber ich bleibe und bemühe mich. Nicht genug vielleicht. Mag sein....

Es ist aber auch sau schwer hier, denn bei konkreten Anliegen kommt keine, oder erst nach nachbohren mal eine Antwort... Siehe Adventskalender. Da wurde, ohne Erklärung einer Ausnahme, oder überhaupt irgendeiner Erklärung Regelverstöße akzeptiert... Bis heute keine Antwort dazu und ich war nicht die einzige die verunsichert war, was man da nun schreiben darf, oder eben nicht.
Na vielleicht braucht es einfach noch 10 Monate. Oder es schreiben halt wieder nur die, die sich offensichtlich keine Gedanken um Regeln machen... auch gut.

Die Regeln sind oberflächlich formuliert und immer wieder werden Ausnahmen gemacht, für die vermeintlich schwachen, für vermeintlich wichtige Themen. Wenn die so wichtig wären, könnte man ja vielleicht mal einen Satz schreiben. Das braucht im Minimalfall drei Wörter....

Bin mal gespannt wann jemandem auffällt, dass zwar endlich die Youtube-Ausnahme in den Regeln steht (natürlich wieder mal nicht angekündigt) da aber steht MUSIK Videos... was wieder kurzsichtig ist, denn hier werden eben oft themenrelevante Videos verlinkt, die eben Aufzeichnungen von Sendungen aus dem TV sind... tja...

Ach ja und mittlerweile ist ja TikTok in... bin gespannt wann da der erste Link auftaucht und es Diskussionen gibt.
Ja, Diskussionen nerven, ja Regeln hinterfragen nervt und ja, Nervlinge will man tendenziell lieber los werden als sich mit ihnen zu befassen... aber ich nerve lieber, als dass ich bewusst nochmal gegen eine Regel verstoße, die bereits mehrfach von anderen gebrochen wurde, wo es aber im Flow der Zeit unterging. Dann holt einen das nämlich über ein Jahr später wieder ein... und man soll rausgeworfen werden, für etwas dass damals mehrere gemacht haben...
Ja, das ist geklärt... diese eine Sache... Unsicherheit bleibt aber trotzdem.


So also, nochmal, weil ich dazu nicht mehr gekommen war, bevor gelöscht wurde: sollte es "auchgast" nicht bewusst gewesen sein, dass ich keine @Threads mag, dann möchte ich wegen der heftigen Reaktion um Verzeihung bitten.

SH

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