Therapeutische Beziehung - wie nah?

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Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von bloß ich » Mi Mai 01, 2019 11:41 pm

Ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber mir ist das Thema *Abhängigkeit von der Thera* auch nicht unbekannt.
Als meine erste Thera auslief, dachte ich auch, es geht nicht ohne sie und ich sei ohne sie nicht handlungsfähig. Ich habe sehr lange geweint und mich nach ihr gesehnt. Immer wieder dachte ich, ich könne nicht ohne sie. Und oftmals war ich auch tatsächlich handlungunfähig.

Irgendwann jedoch wurde mir klar, das ich mich nach der sehr intensiven Zeit mir ihr, einfach nur in sher einer starken Trauerphase befand. Ich musste mich von einem Menschen lösen, der mich, zum ersten Mal in meinem Leben, so nahm, wie ich war, der mir zuhörte, emotional bei mir war und mich annahm, so wie ich war. Mit all meinen Problemen und oftmals wirren Gedanken und Gefühlen. Sie nahm mich ernst und war mir immer zugewandt. Da wurde mir klar, das ich nicht von ihr abhängig war, sondern das ich die Trauer ablehnte. Ich wollte nicht traurig sein, sondern wollte wieder haben, was ich verloren hatte.
Als mir das klar wurde, ging es mir besser. Nicht das ich nicht mehr getrauert, oder geweint hätte, aber ich habe meine Tränen, als zu mir gehörig angenommen und habe sie geweint, wann immer mir danach war. Und das war etwas, das mir gut tat. Es war das, was ich doch eigentlich auch bei ihr gelernt hatte. Mich ernst zu nehmen und mich zu kümmern.
Das schöne daran war, das mir das den Weg geöffnet hat, all die wunderbaren Erinnerungen, die ich an unsere gemeinsame Zeit hatte, immer wieder deutlich vor mir zu sehen und davon zu zehren, aber eben auch, mein erlentes wieder anzuwenden.

Liebe Grüße
bloß ich

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von auchgast » Di Apr 30, 2019 3:52 pm

Hallo,

@ noch ein Gast: welche Gedanken mir kamen? "Wenn die thera andere geheilt hat mit Erfolg, dann liegt es wohl an mir, dass es einfach nicht hilft... Vll muss ich mehr anstrengen, mehr reden..." das kam mir direkt in den Kopf als sie das sagte :roll:

Ich weiß nich 100% bisher, wer alles Täter ist... Doch ich hab ne Mutter, aber die ist psychisch selbst erkrankt und konnte mir emotional nicht gerade viel geben...
Ich versuche es dir mal zu erklären, also eine Thera hört dir zu, ist da, sorgt sich um dich, interessiert sich für dich, du darfst sein wie du bist und sie nimmt dich an, sie akzeptiert dich, sie ist empatische, mitfühlend, hilft, stützt, gibt sicherheit usw.... dass ist es wonach ich mich gesehnt habe, ich nenne es halt immer "eine Mama suchen" weil es für mich unter eine gesunde Beziehung zur Mama fällt, mir ist schon klar dass die Thera nicht real meine mutter ist oder mich adoptieren wird... auch wenn ich mir das wünsche :roll: :oops: einfach aus dem egoistischen grund, dass ich dass alles immer haben möchte :oops:

@ nicht angemeldet: ich glaub auch, dass sie vll eher zeigen wollte, es kann besser werden oder so also vll sogar nett gemeint, bei mir kam es aber falsch an und machte druck, dass es an mir liegt, dass es nicht besser wird... :roll:

@ Gastacht: es ist auch schlimm :oops:
gerade ist das alles so präsent, vll auch durch diesen thread hier hochgeholt, während ich bei ihr war,war für mcih alles normal, es sollte so sein, aber erst wenn man aus der "Beziehung" raus ist wird einem klar, was alles schief lief und dass ich viiiiiiiiiiel früher die reißleihne hätte ziehen müssen :oops:
ihr den text einzuwerfen traue ich mich nicht, ich sehe sie ja vll doch noch mal in der stadt... und sie wird direkt wissen dass es von mir ist :lol: :roll:
ja ich kann nur hoffen, dass die seele was das angeht bald mal ruhe gibt... es ist so verdammt anstrengend und raubt so viel energie für nichts und wieder nichts... :cry:

lg auchgast

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von gastacht » Mo Apr 29, 2019 10:38 pm

hi auch gast
das klingt ganz schlimm und unprofessionell.
bitte geb dir nicht die schuld. so sollte das nicht rüber kommen. echt nicht
ja ich wurde abhängig aber meine thera war ganz anders. klar in grenzen, nie sprachlos, mitfühlend, glaubte mir immer.
das was du erlebt hast klingt wirklich ganz schlimm.
würd echt überlegen sie anonym zu melden...
gut dass du da weg bist.
gastacht

ps würd ihr evtl das was du hier schriebst einfach mal ausdrucken und schicken... hast ja nichts mehr zu verlierne. zum glück

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von noch ein gast » Mo Apr 29, 2019 10:05 pm

mmmmhh ... also mir würde es nicht gefallen, wenn sie von anderen Patiennten erzählt, auch ohne namen nicht. Aber das ist ansichtssache, da gibt es kein richtig oder falsch, nehme ich an. Was ich allerdings überhaupt nicht kapiere, wieso die Therapeutin als Mama angesehen wird. Also solche Gefühle hatte ich noch nie. Ich hoffe nicht, dass bei mir irgendwas nicht stimmt. Weil ich sehe sie als Therapeutin und nicht als Mutter.

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von Nicht angemeldet » Mo Apr 29, 2019 6:58 pm

@noch ein Gast

Meine Thera hat auch schon mal andere Patienten erwähnt. Zb wie sie die Übungen durchführen, oder wie und ob es mit der Klinik geklappt hat. Ohne natürlich Namen zu nennen.

Bei auch Gast, könnte ich mir vorstellen, wollte sie vermutlich nur deutlich machen, dass man auch nach schweren Vorfällen wieder glücklich werden kann. Das kann ja hilfreich sein. Mir hat es in Bezug auf die Klinik einwenig mehr die Augen geöffnet.

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von noch ein Gast » Mo Apr 29, 2019 5:34 pm

@auch gast,

welche Gedanken kamen bei Dir, als Sie dir von Ihren anderen Patienten erzählte?? Ich glaube, wenn meine Therapeutin mir von anderen Patienten erzähle würde, ich wäre nie wieder zu ihr gegangen. Weil du geschrieben hast, sogar von ihrem Vater..... daraus schließe ich, dass es bei Dir nicht im Elternkreis war. Hattest Du den keine Mutter? Oder warum suchst du eine? Wie kann man diese Gefühle entwickeln, dass man jemand , seine Therapeutin als Mama möchte? Irgendwie komme ich da jetzt nicht ganz mit.

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von auchgast » Mo Apr 29, 2019 5:11 pm

Hallo,

hmm, ja, und schon fühle ich mich wieder angegriffen im Sinne von "tja selbst schuld"!
klar hab ich gemerkt, dass es nicht hilft die therapie, aber immer wenn ich dies äusserte und fragte, ob wir es nicht lieber lassen sollten kam von ihr "es braucht eben seine Zeit und bei Ihnen dauert es besonders lang, aber wir haben ja Zeit..." :roll:
Also mir war durchaus bewusst, dass die therapie nix bringt, aber sie meinte immer, dass braucht halt Zeit und erzählte von andren Patientinnen, die sogar von ihrem Vater mb wurden, un die jetzt ein glückliches Leben führen, mann und kind und job haben :roll: da dachte ich, joah, ich brauche halt geduld, vll wirds ja noch...
tja wurde aber leider nicht :oops: nach 6 jahren ließ sie mich fallen, letzte std wurde nichts von ihr aus thematisiert, ich saß bitterlichst heulend bei ihr, und war fix und alle... es kam nur "wenn alle Stricke reißen wissen Sie ja wo Sie mich finden können..." :roll: :oops:
schon krass finde ich im so im Nachhinein...
Das Beste war immer, ihre permanenten Angebote, dass ich anrufen darf, wenn ich sie anrief, war sie diejenige die sprachlos war und nicht wusste was sie sagen sollte :roll: :(
Jaa Frau ... ich weiß jetzt auch nicht, was könnte Ihnen denn helfen jetzt? mehr kam nicht, ja soweit war ich auch schon...
Dann immer dieser körperliche kontakt zu anfang... intentiv, extrem, wunderbar und dann mega distanz, bloss nicht anfassen... :roll:
ich kam mir so verarscht vor :cry:
wie so ne dumme kuh die ihr hinterher rennt, ihr am rockzipfel klebt und immer wieder weggeschubst wird :cry: :oops: dass tut scheisse weh :roll:
und ich wusste auch nie, wie nah darf ich sie an mich lassen, wann muss ich aufpassen... sie hat keine grenze eingehalten und mich kränker gemacht als ich war...
habe sehr gelitten rutschte in die magersucht wieder rein... wurde immer dünner, ihr kommentar dazu "ja Sie sind ganz schön dünn, aber ich glaube eine esstörung haben Sie nicht..." :roll:
ich sprach von depressionen, "nee ich glaube nicht dass Sie depressiv sind...
ich sprach davon nicht mehr leben zu wollen weil ich nicht mehr kann..."dass tun Sie nicht da vertraue ich Ihnen"!
puuuh es war eine art machtkampf den ich immer verlor irgendwie... ich weiß nicht was ich erreichen wollte aber ich konnte machen was ich wollte, ihr war alles irgendwie egal...
beim thema mb ging es gar net... sie glaubte mir eh nix oder schwieg munter vor sich hin... dann im nebensatz wieder "ich bin doch irgendwie Ihre Mutter...." ja suuuper, dass löste ein derartiges chaos in mir aus... ich wusste nix mehr... :oops: :roll:
puhh, es tut weh wenn ich das hier so tippe... und ich frage mich, wie dumm war ich :evil: :cry:
hoffe mir passiert so was nie mehr und ich kann früher die notbremse ziehen!
lg auchgast

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von anderer gast » So Apr 28, 2019 12:15 pm

@ Chaoskopf

Ein sehr gutes Beispiel mit der Mutter/Kind Beziehung. Eine Thera sollte zwar nicht die Mutter spielen, aber sie unterstützt die Patienten um selbstständig zu werden. Dafür ist Therapie gedacht.
Es ist auch normal das wenn es die erste Person im Leben ist, die einem das gibt, was man vermisst hat, das man ein Stück weit abhängig wird.
Sobald du sagst, das du ohne eine Person nichts schaffst oder nicht leben kann, da fängt Abhängigkeit an. Egal was es ist. Ohne meine jetztige Arbeit zb würde ich in ein Loch fallen, bin abhängig davon. Aber da keine Gefahr besteht gekündigt zu werden, brauche ich da noch nicht dran arbeiten.
Ich war von meiner jetzigen Thera am Anfang abhängig. Jetzt bin ich es nur noch von der Therapie. Bin Selbstzahler und kann mit einer anderen weiter machen, aber ich würde die Therapie nicht beenden.

Du schreibst das du immer wieder die selbe hast. Ist auch ein großes Streitthema, aber ich finde, solange man mit ihr/ihm weiter kommt, finde ich es sehr gut. So hört es sich für mich an und wenn du schreibst, das du dir vorstellen kannst, irgendwann allein klar zu kommen, bist du schon gut aus der Abhängigkeit der Thera.

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von chaoskopf » So Apr 28, 2019 12:10 pm

danke liebe mucki, schön, dass du diese thera gefunden hast!

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von Mucki » So Apr 28, 2019 11:10 am

Liebe Chaoskopf, Du sprichst mir aus der Seele. Bei mir war es sehr ähnlich und die Vorstellung eines Tages ohne meine Thera sein zu müssen, war schrecklich. Oft habe ich sie gefragt wie sehr ich sie denn mögen darf und ob ich nicht abhängig bin und da hat sie das ähnlich wie Du in Deinem Beitrag erklärt. Sie war für mich der 1. Mensch in meinem Leben dem ich vertraut habe und es fand ganz sicher eine gewisse "Nachbeelterung" statt, die aber zu der Zeit wichtig und richtig war. Lange Urlaubszeiten waren für mich der Horror und in den ersten Jahren haben wir nach der Hälfte oft einen Telefontermin abgesprochen.
Im letzten Jahr hat sie aus Altersgründen ihren Kassensitz abgegeben, arbeitet allerdings noch 2 Tage in der Woche auf privater Basis. Dank des Fonds kann ich mir ca. 1x pro Monat eine Stunde leisten und das genügt mir. Ich bin quasi mit ihrer Hilfe vom hilflosen und bedürftigen Kind zu einer erwachsenen selbstständigen Frau geworden. Natürlich gibt es immer mal wieder Phasen, in denen ich wünschte bei ihr zu sein, in denen ich bedürftig bin oder stimmungsmäßig in ein tiefes Loch falle, aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass ich das auch alleine schaffe da raus zu kommen. Was hilft ist aber auch die Gewissheit, dass ich mich im absoluten Notfall bei ihr melden darf, was allerdings bislang nicht nötig war. Die Stunden, die ich heute nehme, nutze ich meistens zur Reflektion von best. Situationen, in denen ich gerne anders gehandelt hätte oder in denen ich mal wieder in alte Muster gefallen bin.
Ich wünsche einfach jeder/jedem, die Thera, die zu einem passt und die hilfreich ist.

Mucki

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von chaoskopf » So Apr 28, 2019 10:27 am

endlich mal wieder ein toller thread mit sehr gutem austausch, vielen dank dafür, ich lese hier von anfang an mit und hab bisher nichts dazu geschrieben, aber jetzt mag ich mich doch auch einbringen.
ich bin schon ganz viele jahre in therapie, immer bei der selben therapeutin. und auch ich hab mir diese frage schon ganz oft gestellt - wie nah soll diese beziehung sein. ich hatte immer wieder große angst und es gab zeiten, in denen ich dachte: wenn der thera jetzt was passiert oder wenn die therapie nicht verlängert wird, dan schaff ich das nicht. aber ist das schon abhängigkeit?
ich hatte teilweise sogar wöchentlich doppelstunden, teilweise nur vierzehntägig eine stunde, je nachdem, wie es mir halt geht. es war auch schon oft schwierig, wenn die therapeutin urlaub hatte. aber ich denke gerade diese zeiten sind sehr wichtig.
ich hab über viele jahre häufig e-mails an meine therapeutin geschrieben, die hat sie nicht immer, aber doch öfter mal, beantwortet. inzwischen geht das nicht mehr, sie nimmt das mit dem dsvg sehr ernst und ich denke, das ist auch gut so. zudem hat sie zweimal in der woche eine stunde eingeräumt, in der patienten sie anrufen können.
in all den jahren entstand eine relativ enge beziehung. das macht angst, aber zugleich ist es auch wahnsinnig hilfreich, weil ich inzwischen viel besser mit ihr reden kann. ich habe vertrauen gefasst und dadurch können wir ganz anders miteinander arbeiten als in den jahren zuvor. bei mir ist es so, dass ich nun unglaubliche fortschritte mache und es inzwischen tatsächlich vorstellbar wird, es irgendwann ohne sie zu schaffen, nämlich dann, wenn ich mich stabilisiert habe ud diese anteilsarbeit abgeschlossen ist. wird aber leider noch dauern.....
ich denke es ist kein wunder, dass sich viele abhängig von der thera fühlen, weil sie häufig der einzig beständige mensch im leben ist, auf den wir bauen, der einem weiterhilft. ich sehe es ähnlich wie eine GESUNDE mutter-kind-beziehung (wie gesagt ÄHNLICH von der struktur her), da ist es auch so, dass die mutter dem kind vieles beibringt, irgendwann jedoch wird das kind zunehmend selbständiger und löst sich langsam los. ähnlich finde ich läuft der prozess in der therapie ab.
daher glaube ich auch, bis zu einem gewissen grad fühlt man sich vielleicht immer wieder mal abhängig von der thera, speziell wenn man in einer depressiven phase feststeckt oder es einem sehr mies geht. ich frage mich: wo beginnt abhängigkeit wirklich?

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von Zitrönchen » So Apr 28, 2019 9:54 am

Den Ansatz, eine Therapie braucht Bindung, finde ich gut. Bzw ist sicher der richtige Weg. Jedoch bedeutet Bindung nicht Abhängigkeit. In der Ehe zum Beispiel hat man eine tiefe Bindung. Aber ich bin nicht von meinem Mann abhängig und er nicht von mir. Und mein Leben geht weiter, auch wenn dem Mann etwas zustößt oder er mich verlässt. So grausam das auch wäre. Die Therapeutin kann auch weiterleben, wenn die Patientin die Therapie abbricht. Seitens der therapeutin ist keine Abhängigkeit gegeben. Wir machen uns selbst abhängig von einem Menschen. Seis Die therapeutin, Sei es der Partner usw. Eine Bindung ist sehr wichtig, schon allein wegen dem vertrauen. Aber die Abhängigkeit, ist meine eigene Verantwortung. Ich mache auch Therapie seit 9 Monaten. Es gibt mailkontakt und 1 mal die woche Sitzung. Wenn sie aber krank werden würde, oder sie geht in den Urlaub, oder sie müsste die Therapie abbrechen, dann würde ich damit zurechtkommen. Klar wäre das unendlich traurig und ich würde total viel weinen. Aber mein Leben geht auch ohne sie weiter.

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von gastacht » Sa Apr 27, 2019 11:53 pm

hallo
ich denke das problem ist, dass thera ohne bindung nicht geht. und bindung und abhängigkeit liegen so nah beieinander. so ein bisschen wie eine gesunde sexualität und mb... blöder vergleich aber kam mir gerad.
ich denke auch dass es gut ist es immer wieder zum thema zu machen.. wieso dir das passiert. und jemanden zu haben der auch selbst sehr reflektiert ist. quasi dass ihr beide auf einer metaebene gucken könnt was gerad in der thera passiert.
hast du eine idee woher die abhängigkeit kommt? ist es weil du sehr stark bindung vermisst?
immer wieder zu gehen ist evtl keine lösung... wichtig ist umgekert bei jemaden zu sein der eben auf ner metaebene darüber reden kann...wenn das nicht geht würd ich auch gehen.
oder du machst erstmal gruppentherapie oder verhaltensthera (kurrzeit). da wird glaub die abhänigigkeit auch weniger sein.
langfristig muss man glaube ich 1. erkennen, dass die kindheit rum ist und man sich selbst das meiste geben muss, dass das niemand von außen tun kann, das ist bei mir das problem und der trotzige wunsch. nur gefühlt bin ich 5 jahre alt und schrei eben nach dass es jemand von außen macht und 2. muss man dann auch lernen sich selbst zu kümmern um sich und seine wünsche. und man braucht 3. gute freunde/partner etc... wenn man das alles kann und hat, dann ist man nicht mehrso angewiesen auf die thera.. ergo weniger abhängigkeit.
ode rmeint abhängigkeit bei dir was anderes? eher so im sinne von unterwerfung? bei mir gehts um den wunsch der andere möge sich kümmern

ja ich versuch es mit den selbstvorwürfen. aber jeder macht fehler ist leicht gesagt.. wenn dir das bis ans ende deines lebens dein leben versaut (gerade so gefühlt), dann ist es schwer einem zu verzeihen. hier gehts ja nicht um einen falsch gekauften mantel. das sind 8 jahre die fürn aa.. waren.. nur weil man selbst... ach egal.und das was in dem zeitfenster läft kann ich wahrscheinlich nie mehr nachholen. puuh da werden die gedanken dunkel. sehr dunkel..
gute nacht
gastacht

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von anderer gast » Sa Apr 27, 2019 7:41 pm

@ gastacht
Mach dir keine selbst Vorwürfe. Es passiert jedem der es nicht gelernt hat. Man muss es halt lernen und das ist auch ein Prozess. Gut ist schon das du selbst die Erkenntnisse hast, erst dann kannst du es verändern. Ich rutsche ja auch immer wieder rein, aber Treff dann meine Entscheidung es zu ändern. Früher war es noch nicht die Zeit, aber in dem Moment wo du dir sagst, nicht nochmal, das ist die richtige Zeit. Jeder Mensch macht Fehler oder Fehlentscheidung, man muss nur sehen was der Fehler ist und woher er kommt.


@ nicht angemeldet

Hat meiner gesagt ja. Ich weiß aber nicht ob das nur geht weil er Gutachter ist. Da muss ich ihn Mal fragen in 2 Wochen. Meine KK hört auch auf ihn. Alles was er mir an Therapien gab bis jetzt, wurde genehmigt. Ein Psychiater ist ja auch noch eine andere Liga als Therapeut. Wenn mein Psychiater was vorschlägt bekommt er ja kein Geld dafür.

OK. Das kann ich dir nicht sagen ob sie es macht. Meine jetzige würde das, das weiss ich.
Würde ich auch nicht sofort machen. Ich wünsche dir viel Kraft das es besser wird bis dahin.

Meine Tochter ist gerade in der Tagesklinik. Empfehlung von ihrer Psychiaterin. Dann müsste sie dort anrufen und sich vorstellen erst per Telefon. Dann wurde sie zurück gerufen wegen Termin zur Vorstellung. Ihr wurden dann Fragen gestellt. Sie selbst musste erst was ausfüllen als sie da war und da hat man ihr geholfen. Da gibt's Sozialarbeiter. Ich denke bei stationären hätte man ihr auch geholfen.
Ansonsten fragen. Ihre Thera hätte ihr geholfen, wenn sie vorher was ausfüllen müsste. Meine Theras zb haben ja auch geholfen wenn man selbst einen Antrag stellen muss.

@ gast2304

Es beginnt damit, das du sagst, das du es so nicht willst. Der nächste Schritt wäre es noch Mal ganz deutlich zu sagen und wenn das nichts bringt, dann gehen. Mit deutlich sagen meine ich das was EVU schrieb. Dafür ist Therapie da.
Dann ist es ihre Verantwortung mit dirdran zu arbeiten. Deine ist es dann daran zu arbeiten.
Sollte sie daran nicht arbeiten wollen, das du aus der Abhängigkeit kommst, ist es ihre Verantwortung und deine dann leider zu gehen.

Dann brichst du den immer wieder kehrenden Kreis. Mit der KK reden und dann kannst du dir ne neue suchen. Ist hart, aber sonst kommst du immer wieder rein. Setze nicht den Theras die Grenze, sondern dir selbst. Damit bin ich gut gefahren und hab es dadurch gelernt. Niemand darf so mit mir umgehen und wenn ich das demjenigen sage und der hält sich nicht dran, dann gehe ich. Dann setz ich meine Grenze für mich indem ich auch danach handle.
Beispiel. Ich hatte eine gute Freundin, aber sie vertraute niemanden, nicht Mal mir. Da hab ich gesagt, was muss ich tun damit du mir vertraust, weil das macht für mich eine Freundschaft aus. Da meinte sie, ich könnte nix tun.
Meine Grenze war dann erreicht. Bringt es mich weiter wenn Freunde nicht vertrauen? Nein. Sie nannte mich egoistisch.
Ne, weil ich will gesund werden und wenn man mich hindert, dann hab ich das Recht zu gehen. Es ist ein Prozess, aber er lohnte sich. Ich kann viel besser für mich einstehen und bekomme was mir gut tut.
Heute Treff ich sie immer Mal wieder und reden auch. Sie sagt, das was ich tat, hat sie wach gerüttelt und auch wenn ich damals gegangen bin, haben wir wieder zueinander gefunden. Sie vertraut mir jetzt, dadurch das ich mich für mich eingesetzt hab. Und ich helfe ihr, wo sie sich einsetzen muss und selbst nicht kann. Ich brauche nur noch anwesend sein, um ihren Rücken zu stärken. So ist das Vertrauen gewachsen.

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

von evu50unl » Sa Apr 27, 2019 7:28 pm

auch wenn du das nicht so gern hören magst und dir wahrscheinlich eher ein "rezept" wünscht:
das Wichtigste und Hilfreichste ist sicher, wenn du mit deiner thera darüber redest über all diese Ängste. Es gibt keine Patentlösung und wenn du so schreckliche Angst davor hast, liegt halt der Verdacht nahe, dass da mehr dahinter steckt und das auch mit früher zusammen hängt und umso wichtiger ist das, es zum Thema in der Therapie zu machen.
Das ist ja was emotionales und da gibts keine Handlungsempfehlung und das lässt sich auch nicht so einfach nur über den Kopf bzw. das Wissen darum steuern. Um aber solche emotionale Sachen aufzuarbeiten, dafür ist die Therapie ja da! Sie kann ja auch helfen zu schauen, was du tun kannst, wenn du dich ausgeliefert oder abhängig fühlst und ihr könnt auch zusammen schauen, was genau diese Gefühle bei dir auslösen und ihr könnt zusammen schauen, was es braucht, damit deine Grenzen gewahrt bleiben und du dich nicht unangenehm abhängig fühlst.

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