Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

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Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » Fr Jun 19, 2020 2:32 pm

Wenn meine Gefühle immer wieder abgespaltet werden, dann ist das Käse.Egal ob positiv oder negativ, sie sind dann einfach nicht da und können dadurch auch nicht gezeigt werden. Keine Wut, keine Betroffenheit,keine Freude usw. Ich merke es leider oft auch erst sehr viel später, wenn ich damit meine Mitmenschen vor dem Kopf stoße und wenn ich es danach auch nicht wieder gutmachen kann. Es sind immer nur kurze Augenblicke, wo ich diese Erkenntnis habe und dann fühle ich mich auch immer schlecht und schuldig. Ich frage mich manchmal, wie gehen wohl andere "Viele" damit um??

martha

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » Fr Jun 19, 2020 1:20 pm

Hm, dann scheine ich doch etwas verkehrt gemacht zu haben. Versuche es gleich noch mal.

Liebe Grüße!
martha

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von Dorie » Fr Jun 19, 2020 12:55 pm

Liebe Martha

Nein, irgendwie nicht. Hab grad geschaut

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » Fr Jun 19, 2020 11:45 am

Liebe Dorie, hast Du die PN von mir bekommen?

Liebe Grüße!
martha

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » Di Jun 16, 2020 5:26 pm

Liebe Dorie,
ich habe nachgedacht, und ich glaube, ich kann und möchte nicht verzeihen. Es hat mich all die Jahre zuviel Substanz gekostet und da ich an die Gefühle dafür nicht rankomme, ist es vermutlich auch nicht so wichtig.
Dorie hat geschrieben:
So Jun 14, 2020 2:49 pm
Ich kann dir gerne mal etwas erzählen, weil ich habe es privat von anderen Menschen mitbekommen, die die gleiche Situation hatten, wie du auf der Beerdigung. Ging nur nicht um stiefsohn, sondern um Pflegekind. Aber das würde ich per pn lieber. Da brauch ich aber dein ok.
Gern.

Liebe Grüße!
martha

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » Di Jun 16, 2020 10:30 am

Wenn ein Kind mit 11 Jahren, dass du eigentlich nicht kennst, nachts plötzlich mit Tante und einem großen Koffer vor der Tür steht,dann ist das schon eine ziemlich große Hausnummer.
Wenn du dann von 0 auf 100, fast allein für die Betreung und Erziehung des Kindes zuständig bist, weil der Vater kaum unterstützt, ist das auch eine große Hausnummer.
Wenn du dann erst nach der Hochzeit und der Geburt des gemeinsames Kindes merkst, dass dein Partner generell nicht für's Vatersein geeignet ist, dann ist das schon sehr bitter.
Ich habe damals dadurch viel Respekt für mein Mann verloren und der Mutter habe ich es immer sehr übel genommen, dass sie weder zum Geburtstag,noch zu Ostern oder zu Weihnachten, an den Jungen gedacht hat. Er hat sich später auch bis zum Schluss vehement gesträubt, Kontakt mit seiner Mutter zu haben. Ach hätte ich doch nur damals das Wissen von heute gehabt, vielleicht hätte der Junge noch eine Chance gehabt....??

martha

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von Dorie » So Jun 14, 2020 2:49 pm

martha hat geschrieben:
So Jun 14, 2020 2:32 pm
obwohl ich diese Frau vermutlich niemals mehr wiedersehen werde?
Nach meiner Erfahrung ist es nicht erforderlich das du sie je wieder sehen musst. Ich habe meiner Mutter verziehen und meinen inneren Frieden gefunden, da war sie schon Tot. Aber bei mir war es bis jetzt immer so, sollten diese Personen noch leben, würde ich gerne mit denen sprechen und das aus der Welt schaffen. Für mich, nicht für die andere Person, weil das ist ja deren Entscheidung und wenn sie es nicht wollen würden, hätte ich das akzeptieren können. Aber erforderlich war es für mich nicht. Nur bei meinem Kind war es mir wichtig.
Aber das ist unterschiedlich und von dir abhängig, was du dir wünscht. Du kannst jetzt "auf gar keinen Fall" denken und deine Haltung dazu kann, aber muss sich nicht verändern.

Ich kann dir gerne mal etwas erzählen, weil ich habe es privat von anderen Menschen mitbekommen, die die gleiche Situation hatten, wie du auf der Beerdigung. Ging nur nicht um stiefsohn, sondern um Pflegekind. Aber das würde ich per pn lieber. Da brauch ich aber dein ok.

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » So Jun 14, 2020 2:32 pm

Ja liebe Dorie, und ich glaube ein Austausch ist gut, auch um damit abschließen zu können, obwohl ich diese Frau vermutlich niemals mehr wiedersehen werde?

Liebe Grüße!
martha

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von Dorie » So Jun 14, 2020 2:15 pm

Liebe Martha

Mach wie du es kannst und möchtest. Du kannst dich mit mir darüber austauschen, aber auch einfach stehen lassen und für dich weiter machen. Mach dir keinen Druck, du musst darauf antworten. Wenn erst später, dann ist es so für mich gut. Ich habe alle Zeit und du auch. Alles braucht seine Zeit. Ob du was veränderst oder auch wenn du nichts veränderst, beides sollte gut überlegt sein.

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » So Jun 14, 2020 1:46 pm

Danke liebe Dorie für deinen Post! Ich werde darüber noch mal in Ruhe nachdenken und alles reflektieren, dann antworte ich dir darauf, ok?

Liebe Grüße!
martha

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von Dorie » So Jun 14, 2020 11:01 am

Liebe Martha

Erst einmal mein herzliches Beileid für dich. Ich wünsche dir viel Kraft und viel Trost in dieser Zeit.

Du musst gar nichts. Du kannst ihr verzeihen, du kannst es auch nicht. Vielleicht kommt die Zeit dafür oder auch nicht. Das ist ganz alleine deine Entscheidung. Es ist eine Entscheidung für dich, nicht für uns. Darüber kann keiner urteilen, egal wie du dich entscheidest.

Was bedeutet für dich verzeihen? Was steckt dahinter für dich? Kannst du dir selbst verzeihen?

Ich kann dir nicht sagen, was du tun musst aber ich kann dir sagen was ich mache. Wie ich es mache und was es für mich bedeutet. Aber das ist mein Weg den ich für mich für richtig empfinde. Deiner kann ja anders sein.

Ich glaube viele kennen das Gefühl, das wenn jemand den wir gern haben, ja sogar sehr nahe lieben (stiefsohn, kann ja sehr nahe sein), wenn er was schlimmes erlebt hat, das man den anderen hasst der ihm das angetan hat. Ich finde bei unserer Geschichte völlig normal. Und wie alles andere, auch hier braucht es Zeit.

Ich kann inzwischen leichter anderen verzeihen. Ich habe auch gelernt mir selbst zu verzeihen und das empfand ich schwierig. Ich muss dazu sagen, weil für mich war das wichtig um verzeihen zu können, das ich das verarbeitet habe. Ohne konnte ich das auch nicht.

Wir sind alles Menschen und keine Roboter. Fehler machen ist menschlich. Du machst Fehler und ich mache Fehler. Manchmal große und manchmal kleine. Aber wir sind Menschen. Kein Gott.

In deiner Situation würde ICH, verzeihen können, aber auch nur weil ich es verarbeitet habe. Als Mutter habe ich auch Fehler gemacht. Mein Kind muss zur Therapie. Nicht nur wegen mir, aber eben auch wegen mir. Und warum? Weil ich völlig überfordert war und es leider so gelernt habe in meiner Überforderung so zu reagieren. Man war damals auch mit mir überfordert und so wie sie mit mir umgegangen sind, bin ich mit meinem Kind umgegangen. Es war für mich unverzeihlich.

Heute habe ich mir verziehen, nach der Verarbeitung, aber auch nach einem Gespräch mit meinem Kind. Sie hat mir verziehen. Hat aber jahrelang gedauert.

Verzeihen bedeutet nicht, mein Gegenüber oder ich selbst auch habe jetzt alles richtig gemacht. Meine Fehler bleiben, aber ich versuche sie wieder gut zu machen. Nicht wieder die gleichen Fehler zu machen. Es ist und war schlimm diese Fehler zu machen. Das ist ganz wichtig für mich. Auch die meines Gegenübers. Sowas darf nicht wieder passieren. Es macht nichts ungeschehen und es spricht die Fehler dadurch nicht gut.

Das habe ich damals gedacht, wenn ich verzeihe, daß bedeutet dann alles war so okay. Wie oft, wenn sich jemand entschuldigt hatte, hatte ich gesagt, "ist schon ok, vergessen". Ne, es ist nicht vergessen, das bleibt.

Aber dieses verzeihen gibt mir einen inneren Frieden um mit der Situation umzugehen, aber auch für mich selbst. Ich verurteile mich dadurch auch nicht mehr. Das war für mich wichtig. Mich dadurch nicht mehr zu verurteilen, darum kann ich aber die Situation trotzdem blöd oder schlimm empfinden.

Aber nur weil ich das verzeihen könnte, heißt es nicht das du das jetzt musst. Jeder muss da seinen Weg finden um besser damit umzugehen. Ist es im Moment immer noch die Wut, dann ist es so. Du musst ja jetzt damit klar kommen.


Nachtrag.
Die einen Menschen brauchen das verzeihen nicht für ihre Verarbeitung und es gibt Menschen die brauchen es um ihre Geschichte zu verarbeiten
Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, wenn ich das nicht verzeihen kann, dann bleibt da ein Gefühl was mich damit noch verbindet. Ich konnte die Person nicht los lassen, weil es mich immer noch triggerte. Somit ging auch das los lassen der Person nicht, das los lassen der Situation und das loslassen vom Thema.

Ich habe zb meinen damaligen Mobbern in der Schule verziehen. Ich habe es los gelassen. Das macht mit mir gar nichts mehr, wenn ich daran denke. Früher wollte ich keinen davon mehr sehen. Nie wieder, weil es belastet hat. Heute würde es mir nichts mehr ausmachen, sollte er oder sie mir begegnen. Heute würde ich mit erhobenen Hauptes, also nicht klein und ängstlich, Ihnen entgegen treten. Die wollten mich zu dem machen wie sie sich gefühlt haben. Zu Hause nicht wahr genommen und wenn dann nur negativ. Mich haben sie negativ wahrgenommen. Sie haben sich klein gefühlt und um wieder sich größer zu fühlen, haben sie mich klein gemacht. Es lag nicht wirklich an mir. Aber sie haben mit mir leichtes Spiel gehabt. Die gute Aufmerksamkeit von ihren Eltern zu bekommen, das war zu schwer.
Du siehst, das verzeihen macht hier nicht die Tat weniger schlimm, aber es erleichtert mir das los lassen und wieder zu mir zu stehen. Aber das ist halt mein Weg. Es gibt auch andere Wege

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » So Jun 14, 2020 10:03 am

Mein Stiefsohn ist gestorben. Nieren-und Leberversagen, vermutlich verursacht durch den exzessiven Konsum von Alkohol über sehr viele Jahre. Er lebte mehrere Jahre bei uns, weil er es bei seiner Mutter nicht mehr ausgehalten hat. Bei der Beerdigung konnte ich die Mutter meines Stiefsohnes nur schwer ertragen und habe auch jeglichen Kontakt zu ihr gemieden.Keine Begrüßung, kein gemeinsamer Cafebesuch anschließend. Mein Exmann meinte, ich müsste doch vergessen und verzeihen können, weil ich jeglichen Kontakt mit der Frau ablehnte.
Hätte ich das gemusst? War ich da zu hart und unnachgiebig?

martha

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » Di Mai 19, 2020 9:34 pm

Die Coronamaßnahmen setzen mir immer noch sehr zu.
Ich kann es schlecht aushalten all diese Menschen mit den Masken vor dem Gesicht zu sehen.
Ich werde immer isolierter und die Einsamkeitsgefühle haben sich dadurch verstärkt.
Ich cancel Arztbesuche oder breche sie ab, weil dort Maskenpflicht besteht und ich aber keine tragen kann, ohne schon nach wenigen Sekunden Schnappatmung zu bekommen, verbunden mit stark aufsteigender Panik. Mein Attest hilft da nur sehr selten. :(
Ich kann mein Hobby nicht mehr ausüben und alle Termine sind für dieses Jahr abgesagt. :(
Ich habe kaum noch Kontakt zu meinen wenigen sozialen Kontakten. Es scheint von beiden Seiten eine unausgesprochene Einstimmigkeit darüber zu herrschen, dass Kontakt gerade nicht gut geht.
Ich komme mir vor, als wenn ich in eine nicht reale Welt geswitcht bin.....
Scheiß Virus.

martha

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » So Mär 08, 2020 8:39 pm

Wenn man jemanden immer mehr vertraut, die hohe Mauer anfängt zu bröckeln, dann lässt man auch die "Zugbrücke" immer weiter runter.
Wenn man dann ganz sicher glaubt, der Mensch respektiert und schätzt dich, würde dich nicht verletzen, dann lässt man sie bei jedem Treffen immer ganz unten. Jede Vorsicht und alle Zweifel werden ausgeblendet. Gott, wie kann man nur so blöd sein!!!???
Die momentanen Gefühle zerfressen mich gerade. Ich schaffe es nicht sie abzuspalten, die Wucht des Schmerzes, der Enttäuschung und auch der Wut sind kaum auszuhalten und der Alltag ist zum Erliegen gekommen.
Sinnlosigkeit und Lebensmüdigkeit versuchen die Oberhand zu gewinnen, sich dagegen zu wehren, kostet viel Kraft....

martha

Re: Nix geht mehr :( ***TRIGGER***

von martha » Fr Jul 26, 2019 11:11 am

Neue Erkenntnisse sind manchmal schwer zu ertragen und bitter. :? Ich werde und kann nicht mehr an den Großveranstaltungen meines Hobbys teilnehmen, es wird dafür keine Unterstützung mehr durch die Vertraute geben. :( Eine Depression hat mich dann erst mal außer Gefecht gesetzt, aber jetzt ist klar, es hat mich immer nur gestresst und hatte mit Spaß am Hobby nichts mehr zu tun. Gestern dann endlich mal geschafft, mit einer Freundin am Telefon darüber zu sprechen und sie hat wohl recht, das ist schon wie Selbstverletzung, wenn ich mich dem immer wieder aussetze. Puh...

martha

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