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Re: Notizen

von WK unl. » Mi Jan 06, 2021 12:11 am

Heiligabend war schlimm, gegen Abend zunehmend. Hielt es nicht aus drinnen, musste raus und habe mich im Wald verkrochen, bei Kälte und strömendem Regen. Silvester war etwas weniger heftig.
Nur die beiden Abende, wie ein schlechter Traum.

Wir waren meistens alleine an diesen Abenden, der Bruder und ich, und eigentlich ganz zufrieden damit, weil allein sein frei sein bedeutete, Momente ohne drohende Gewalt.
Aber eigentlich hätten gerade diese Abende fröhlich im Kreis liebender Menschen verbracht werden sollen, mit glücklichen Gesichtern, wie es in den anderen Familien war. Wir hätten auch gerne Geschenke gekriegt, wie andere Kinder von ihren Eltern.

Wir waren zufrieden allein, weil wir dieses Feiertagsfamilienglück nicht aus eigener Erfahrung kannten. Wir glaubten schlicht, dass böse Kinder wie wir so etwas nicht bekommen können, dass es unseretwegen nicht möglich wäre, eine glückliche Familie zu sein.

Und das ist es, was heute so weh tut. Nicht einmal das Alleinsein, mehr noch die Erinnerung an das Gefühl, am fehlenden Glück, den Süchten und anderen "Übeln" der Erwachsenen schuld zu sein. Diese Schuld aufgeladen bekommen zu haben und damit vollkommen allein gewesen zu sein.

Re: Notizen

von Waldkatze » Do Dez 24, 2020 11:35 am

Wieder sitzt die Müdigkeit in mir. Die Nacht war unruhig, mehrmals bin ich nassgeschwitzt augewacht und am Morgen machten es mir drückende Kopfschmerzen schwer, aufzustehen.
Ich habe geduscht, mich angezogen und fertig gemacht für den Tag, denn zumindest das Nötige einkaufen muss ich, ich habe Essen und Dessert versprochen und einen Spritzer Milch in meinen Kaffee möchte ich auch gerne.

Und dann war da plötzlich dieser Gedanke. Wenn ich morgen nicht mehr aufwachen würde, wäre es ok.

Ich bin erschrocken, es ging mir doch so gut, und ich habe doch die vergagenen Tage bereits versucht, gut für mich und den Körper zu sorgen.
Setze mich an mein E-Piano, klimpere eine Melodie, freue mich, weil ich meine ungelenken Finger dazu bringen kann. Mein gutes Gehör - nach vier Jahren Gehörbildungsunterricht kann ich mir immerhin diesbezüglich vertrauen - findet die passende Akkordbegleitung. Einen Funken Trost gibt es mir.
Rational weiss ich, dass der Körper Anlaufschwierigkeiten hat. Morgens ohnehin, und nach dieser Nacht erst recht. So mache ich Frühstück, schmiere mir sogar ein Brot mit meiner Lieblingsmarmelade und hole mir eine Decke zur Unterstützung.

Mein Blick schweift umher. Die Unordnung und der dreckige Boden spiegelt mein Inneres. Beides ist im Moment schwer aufzuräumen. Womit fange ich an?
Mein Gefühl sagt mir, dass sich mein Inneres in der aufgeräumten, geputzten Umgebung leichter sortieren lassen wird. Die Einkäufe sind dringender, aber da steckt eine gute Portion Fluchtinstinkt drin. Und die Sonne scheint endlich, darauf habe ich doch auch gewartet - noch mehr Fluchtgedanken, aber recht haben sie schon auch.

Ich werde es aufteilen. Zuerst wird eine Stunde aufgeräumt, dann eingekauft und frische Luft. Wenn es anfängt, dunkel zu werden wird der Rest Hausarbeit erledigt.

Es wird heller. Ich spüre, wie sich Wärme ausbreitet und der Körper sich entspannt. Die gewohnte Gelassenheit ist wieder da, ein Schauer kriecht mir den Rücken hoch, weil es immer noch so schnell und deutlich wechselt, dass ich mir selbst nicht hinterher komme.

Was war das? Ich lebe und lache doch so gern, es gibt so viel, was ich noch erleben möchte, Pläne, die ich schmiede.

Den müden Teil von mir lege ich aufs Sofa und breite eine Decke darüber, streiche ihm sanft übers Haar, umhülle ihn mit Musik. Ruhe dich aus. Ich werde aufräumen.

Re: Notizen

von Waldkatze » Do Dez 10, 2020 7:55 pm

Wie einfach jetzt manches ist und wie leicht es fällt, zeigt eben auch, wie schwer es war und sein kann.
Und das will ich nicht vergessen!

Es soll mir Hilfe sein, weiterhin die Menschen so zu sehen, wie sie sind und zu erkennen, wie es in ihnen aussieht, statt sie um jeden Preis in eine Ecke zu drücken und "hin zu denken", wo "man" sie vielleicht gerne hätte.

Es soll mich gnädig mit mir selbst sein lassen und mir die Gewissheit geben, dass ich meinen Gefühlen glauben konnte und kann, denn sie waren und sind wahr. Auch ich selbst sollte mich von niemandem mehr in irgendeine Ecke drücken lassen.

Wie ich mit mir umgehe, spiegelt sich im Umgang mit den anderen.

Oder christlich ausgedrückt: liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

So mag diese graue, kontaktreduzierte Adventszeit ohne Musik doch noch etwas Besinnliches für mich haben.

Re: Notizen

von Waldkatze » Do Dez 03, 2020 10:21 pm

Folge deinem Stern
sing dein Lied
leuchte in deinen Farben
und du wirst sein wie das blühende Leben.

Jochen Mariss

Re: Notizen

von WK unl. » Di Dez 01, 2020 11:06 pm

Waldkatze hat geschrieben:
Mi Nov 04, 2020 6:51 pm
Es ist so schön, so ein ruhiges Leben zu haben, sich sicher zu fühlen, vernetzt und eingebunden selbst wenn persönliche Kontakte nicht gehen. Noch letzten Monat hätte ich durchgedreht vor Angst und Einsamkeit. Und nun bin ich geborgen in meinem selbst gebauten Nest und die Liebe zu den Menschen, die meinem Herzen nahestehen lässt mich lächeln.

Danke.
Danke!

Re: Notizen

von Waldkatze » Mo Nov 16, 2020 11:35 pm

Es wird wieder einfacher, in die Leere zu fallen. Situation erschwert und verunmöglicht zum Teil Sinngebendes.
Nicht lähmen lassen, sondern das tun, was geht und mir selbst nicht schaden ist meine Aufgabe.
Es werden wieder andere Zeiten kommen und ich bin dankbar für die Unterstützung, die ich habe.

Re: Notizen

von Waldkatze » Sa Nov 07, 2020 4:32 pm

Es wird langweilig hier drin, so langsam möchte ich wieder raus gehen können. Meine Familie fehlt mir.

Re: Notizen

von Waldkatze » Mi Nov 04, 2020 6:51 pm

In Quarantäne. Es regnet, da fällt es nicht so schwer.

Bin am Ausmisten, krass was sich in den zwei Jahren schon wieder angesammelt hat. Tendiere doch schon seit dem Umzug in Richtung Minimalismus und trotzdem ist da noch so viel Zeug. Bin ich beim Mann, ersicke ich beinahe an dem Haufen Zeug, das er sammelt und überall rumstehen hat.
Ich brauche ganz deutlich eine (auch optisch) ruhige und klare Umgebung um selbst ruhig und klar bleiben zu können.

Nach dem Ausmisten kommt Herbstputz dran. Fenster, Wände, Decken habens nötig.
Und Literatursuche für Kleingruppen, immerhin ist es nicht gänzlich verboten sich zu treffen.

Seit ich Eisen und Folsäure nehme hatte ich gerade in der ersten Woche noch Löcher, jetzt ist bereits eine dreiwöchige stabile Phase, das ist wirklich lang. Der Boden bleibt, Angst vermag mir weder die Wahrnehmung zu verdrehen noch das Denken und Handeln zu blockieren.
In diesem Ausmass kann ich die Angst gut als Freund, der schützen will annehmen.

Blutmenge und Blutwerte sind praktisch immer tief, wenn danach geschaut wird.
Frage mich, welchen Anteil die Mangelerscheinungen generell an den Depressionen und depressiven Phasen haben und ob es sich lohnen würde, die Blutwerte regelmässig zu überwachen und frühzeitig auf tiefe Werte zu reagieren.
Evtl. würde das bereits reichen, um Abstürze zu verhindern. Wäre gewiss schlauer als ADs einwerfen.

Es ist mein Körper und ich trage die Verantwortung dafür. Keiner, erst recht kein Arzt mit hunderten von Patienten, beobachtet und spürt ihn besser als ich.
Diskussionsthema für die nächste Stunde.

Es ist so schön, so ein ruhiges Leben zu haben, sich sicher zu fühlen, vernetzt und eingebunden selbst wenn persönliche Kontakte nicht gehen. Noch letzten Monat hätte ich durchgedreht vor Angst und Einsamkeit. Und nun bin ich geborgen in meinem selbst gebauten Nest und die Liebe zu den Menschen, die meinem Herzen nahestehen lässt mich lächeln.

Danke.

Re: Notizen

von Waldkatze » Mi Okt 14, 2020 4:45 pm

Depression ist zurückgegangen, Arbeitsfähigkeit nähert sich dem vollen Pensum. Werde reduzieren, lieber knapp bei Kasse als krank. AD bleibt vorneweg bis Frühling, dann schauen wir weiter. Hatte Angst vor Rückfall, weil ich wieder so elend fertig war, es waren aber diesmal nur die üblichen Mangelerscheinungen.

Im Moment ist es das übliche Auf und Ab, das ich kenne. Heftige Löcher mit Angst, Unsicherheit und tiefer Einsamkeit, die ich aber als alte Gefühle erkennen kann - ich fühle mich klein dabei - und betrauern kann wechseln sich mit ruhigeren Phasen ab.
Muss mir die Zeit dafür nehmen, ob es mir passt oder nicht, sonst nimmt es mir den Boden, so einfach ist das.
Immer besser kommt auch im Gefühl an, dass es alt ist, und damit hat es weniger Macht über mich.
Ich sehe und spüre wie schlecht es dem Kind ging, versuche Trost zu geben und erkenne vor allem sein Leid an. Es spielt keine Rolle, wo genau die Schuld lag und was genau passiert ist, wichtig ist nur, wie es mir damit ging - beschissen - und dass es nicht gut war und nicht oder zum kleinsten Teil an mir lag.

Wer nichts richtig machen konnte und für jeden Handgriff und jedes Wort heruntergeputzt und abgewertet wurde, wem die Schuld an der miesen Laune der anderen in die Schuhe geschoben wurde, für den war es normal und logisch, dass er lernte, sich unsichtbar zu machen, keine Angriffsfläche zu bieten. Klar lähmte jede noch so kleine, ungewohnte Aufgabe, alles was man nicht kannte, denn da war das Risiko, etwas falsch zu machen besonders gross.

Klar blockierte es bis weit ins Erwachsenenleben hinein und bis heute, wenn ich nicht genau weiss, wie ich vorzugehen habe - denn es war so tief in mir vergraben, dass ich Jahre brauchte, um herauszubekommen, woran es liegt. Die Psyche erlaubt nur zu erkennen, was auch ertragen werden kann.

Umso schöner ist es, doch sehen zu können, wie sich die Blockaden lösen. Im Schneckentempo über Jahre mit Schmerz und Trauer erarbeitet, bin ich nun meistens fähig zu handeln. Das ist schön.
Nur vergleichen darf ich nicht.
Keiner hat mein Leben gelebt, genausowenig wie ich das der anderen.

Re: Notizen

von Cady » Di Sep 29, 2020 12:32 am

Viel gepostet heute Abend - hat auch gut getan - aber jetzt völlig erschöpft und ich komme "drüber" und verliere mich.
Muss aufpassen, die Grenze jetzt zu halten.

Arm taub - irgendwas, was mit Trauma zu tun hat und ich weiß bis heute nicht was.
Ob evtl. auch neurologisch.
Arzttermin mit erneutem Abklärungsversuch steht an.
Macht Angst.

Beziehungsstress macht mir zu schaffen.
Evtl. ist die Beziehung jetzt echt an einem Ende.
Tut weh.
Aber ich kann die Grenze besser halten.
War echt unschön heute Abend. Wir haben uns beide hoch geschaukelt und ich hatte glaub mit einem Täterintrojekt am Telefon dann von ihm zu tun.
Hörer aufgeschmissen - ätzend.
Aber ich bin auch nicht grad viel besser wohl gewesen.

Bisher war okay, zusammen zu sein, obwohl beide komplex traumatisiert - und jetzt scheinen wir uns nur noch runterzuziehen, zu triggern, usw.
Er bringt sich in die unmöglichsten Situationen und ich habe keine Ahnung, ob er nicht anders kann oder einfach nur mies auch mit sich und mir umgeht.
Leichtfertig oder so.

Fühle mich schuldig, wo ich was nicht gut gemacht habe - aber ich bin keine Sozialarbeiterin - und langsam glaube ich, man kann mich gut bei diesen Schuldgefühlen kriegen.
Vermutlich tue ich ihm aber ebenso wenig gut.

Vielleicht können wir beide jetzt besser die Grenzen spüren und halten.
Früher war es eine Weile oft sehr nah und dann doch wieder zu weit weg - nicht ganz "on" "off" - wurde auch besser.
Aber gerade sind wirklich Zweifel, ob das auf gesündere Füße nochmal stellbar ist oder unser gemeinsamer Weg hier zu Ende ist.

Tut echt weh.

Re: Notizen

von WK unl. » Mo Jun 15, 2020 9:45 am

elefantenkind hat geschrieben:
Mi Jun 10, 2020 1:55 pm
[quote=Waldkatze post_id=1508809 time=1591783678

Wie komme ich an den Punkt, dass ich es mir wert bin, zu tun, was gut für mich ist?
Wie kriege ich es hin, zu stoppen, bevor ich mich allen anderen zuliebe verausgabe?

DAS ist meine Aufgabe gerade, sowohl beruflich wie privat.

Es ist nur so viel einfacher, für andere zu sorgen als für mich...
Liebe Waldkatze, genau das ist gerade auch mein Thema. Ich habe keine Lösung, keine Idee, aber in den letzten Tagen habe ich das gemerkt, dass es genau das ist, was mich alle Kraft kostet.

Es sitzt unendlich tief in mir drin: für die anderen sorgen. Und es ist unendlich weit von mir entfernt: für mich selbst gut sorgen.
[/quote]

Das tut mir leid dass du dich auch damit quälst. Ja, es raubt einem die Kraft.
Vielleicht ist es der Schlüssel, um diese tiefe Wertlosigkeit zu wissen und sich immer und immer wieder zu sagen dass es nicht stimmt, dass es von aussen kommt, durch die emotionale Gewalt, und nicht aus sich selbst heraus.
Und vielleicht hilft mir meine alte Krücke, für mich zu sorgen damit ich nicht andere belaste.
Total schön, dass es dieses innere Kind im Sommer gibt.
Ist es. Ein Kind, für das es sich zu sorgen lohnt.

Re: Notizen

von WK unl. » Mo Jun 15, 2020 9:36 am

Marnie hat geschrieben:
Mi Jun 10, 2020 1:01 pm
Was hält dich fest an ihr? Kann es sein, dass es Abhängigkeit ist? Was denkst du, bist du ihr schuldig?
Nein, Abhängigkeit ist es nicht. Fest hält mich, dass ich mir Frieden und einen "normalen" Umgang in der Familie wünsche, denn der grosse Teil davon ist eine wirkliche Familie und gibt mir Boden.
Denken tu ich nicht, dass ich irgendetwas schuldig bin, aber diese tiefsitzende Wertlosigkeit erzeugt das Gefühl, jedem dankbar sein zu müssen, der mich nicht ablehnt. Das Gefühl sagt, es ist ein kleiner Preis, mich "aussaugen und treten" zu lassen, wenn sie sich dafür mit mir abgibt. Mein Hirn weiss, dass das Müll ist, trotzdem ist das Gefühl so.

Re: Notizen

von elefantenkind » Mi Jun 10, 2020 1:55 pm

[quote=Waldkatze post_id=1508809 time=1591783678

Wie komme ich an den Punkt, dass ich es mir wert bin, zu tun, was gut für mich ist?
Wie kriege ich es hin, zu stoppen, bevor ich mich allen anderen zuliebe verausgabe?

DAS ist meine Aufgabe gerade, sowohl beruflich wie privat.

Es ist nur so viel einfacher, für andere zu sorgen als für mich...
[/quote]

Liebe Waldkatze, genau das ist gerade auch mein Thema. Ich habe keine Lösung, keine Idee, aber in den letzten Tagen habe ich das gemerkt, dass es genau das ist, was mich alle Kraft kostet.

Es sitzt unendlich tief in mir drin: für die anderen sorgen. Und es ist unendlich weit von mir entfernt: für mich selbst gut sorgen.


Total schön, dass es dieses innere Kind im Sommer gibt.

Alles Liebe
Elefantenmädchen

Re: Notizen

von Marnie » Mi Jun 10, 2020 1:01 pm

Ich frage mich auch, warum du es tust? Diese Frau, die sich Mutter nennt, tut dir nicht gut und wird dir auch in Zukunft nicht gut tun. Es gibt keine Pflicht deinerseits, dass du dich kümmern musst, das hätte sie in all den Jahren tun müssen, aber sie tat es nicht. Was hält dich fest an ihr? Kann es sein, dass es Abhängigkeit ist? Was denkst du, bist du ihr schuldig?

Re: Notizen

von Waldkatze » Mi Jun 10, 2020 12:07 pm

Besser. Traurig. Wo bleibt nur die Wut? Es wäre glaub einfacher.

Man hat mir das angetan.
Mutter hauptsächlich hat mir das angetan.

Ich sehe, dass sie wohl nicht anders handeln konnte an dem Punkt wo sie mit ihrer eigenen Last stand und ich will ihr nichts nachtragen.

Mutter gut, ich böse.
Ich verleugne mich ihretwegen, immer noch.

Nein - es gibt doch nicht nur gut und böse, schwarz und weiss, sondern alle Schattierungen von grau dazwischen. Keiner ist nur weiss oder nur schwarz.
Es geht doch auch nicht um Personen, sondern um Taten. Und auch nicht um eine in Stein gemeisselte Aufzählung von Tätlichkeiten, sondern um spürbare Folgen.

Gefangen zwischen kindlichem und erwachsenem Denken?

Hohl. Ich tue für sie, was sie nicht für mich tat. Vordergründig scheint sie mich zu versorgen, bleibt nichts schuldig, subtil tritt sie mich immer noch. Sie denkt, sie meint es gut, aber sie fühlt nicht ein.

So ist es.

Ich half, war da, weil eine anfallende Aufgabe mir liegt und mir gut tat.
Die Dankbarkeit und Anerkennung dafür tat mir wohl.
Weh tut mir aber, dass sich dadurch nichts geändert hat.

Sie wird mich niemals als gleichwertigen Menschen anerkennen und behandeln. Mag sein, dass sie dazu nicht fähig ist, das ändert aber nichts.

Warum renne ich dem nach?

Ich will Frieden.

Ich sehe, wer sie ist und habe mich damit abgefunden. Es ist meine "gute Tat" wenn ich etwas für sie tue, ich sehe ihre Dankbarkeit, aber ich weiss, dass mehr "Tritte" als Anerkennung zurückkommen.

Das hätte ich wohl eher gerne.

Ich gehe da hin und lasse mich treten, und damit ich es ertragen kann, schalte ich mich aus, und das soll Frieden sein?
Und dann frage ich mich noch, weshalb die tiefe Wertlosigkeit bleibt und der Drang, andere vor mir schützen zu müssen, mich niemandem zumuten zu dürfen?

So ist es doch?!

Wie komme ich an den Punkt, dass ich es mir wert bin, zu tun, was gut für mich ist?
Wie kriege ich es hin, zu stoppen, bevor ich mich allen anderen zuliebe verausgabe?

DAS ist meine Aufgabe gerade, sowohl beruflich wie privat.

Es ist nur so viel einfacher, für andere zu sorgen als für mich...

Ich sehe ein Kind, barfuss im Sonnenschein, weit weg vom Einfluss der Mutter. Es summt und pflückt sich Kirschen vom Baum, legt sich ins Gras und geniesst die Sonnenwärme. Das Kirschenaroma auf der Zunge, der Duft von frisch gemährem Gras, stachlig an den nackten Beinen und Armen, summen eines Flugzeugs in der Ferne. Sie öffnet ihre Augen und alles scheint ganz grün.

Dieses Kind braucht meine Sorge und Liebe.

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