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Re: Notizen

von Waldkatze » Mo Nov 16, 2020 11:35 pm

Es wird wieder einfacher, in die Leere zu fallen. Situation erschwert und verunmöglicht zum Teil Sinngebendes.
Nicht lähmen lassen, sondern das tun, was geht und mir selbst nicht schaden ist meine Aufgabe.
Es werden wieder andere Zeiten kommen und ich bin dankbar für die Unterstützung, die ich habe.

Re: Notizen

von Waldkatze » Sa Nov 07, 2020 4:32 pm

Es wird langweilig hier drin, so langsam möchte ich wieder raus gehen können. Meine Familie fehlt mir.

Re: Notizen

von Waldkatze » Mi Nov 04, 2020 6:51 pm

In Quarantäne. Es regnet, da fällt es nicht so schwer.

Bin am Ausmisten, krass was sich in den zwei Jahren schon wieder angesammelt hat. Tendiere doch schon seit dem Umzug in Richtung Minimalismus und trotzdem ist da noch so viel Zeug. Bin ich beim Mann, ersicke ich beinahe an dem Haufen Zeug, das er sammelt und überall rumstehen hat.
Ich brauche ganz deutlich eine (auch optisch) ruhige und klare Umgebung um selbst ruhig und klar bleiben zu können.

Nach dem Ausmisten kommt Herbstputz dran. Fenster, Wände, Decken habens nötig.
Und Literatursuche für Kleingruppen, immerhin ist es nicht gänzlich verboten sich zu treffen.

Seit ich Eisen und Folsäure nehme hatte ich gerade in der ersten Woche noch Löcher, jetzt ist bereits eine dreiwöchige stabile Phase, das ist wirklich lang. Der Boden bleibt, Angst vermag mir weder die Wahrnehmung zu verdrehen noch das Denken und Handeln zu blockieren.
In diesem Ausmass kann ich die Angst gut als Freund, der schützen will annehmen.

Blutmenge und Blutwerte sind praktisch immer tief, wenn danach geschaut wird.
Frage mich, welchen Anteil die Mangelerscheinungen generell an den Depressionen und depressiven Phasen haben und ob es sich lohnen würde, die Blutwerte regelmässig zu überwachen und frühzeitig auf tiefe Werte zu reagieren.
Evtl. würde das bereits reichen, um Abstürze zu verhindern. Wäre gewiss schlauer als ADs einwerfen.

Es ist mein Körper und ich trage die Verantwortung dafür. Keiner, erst recht kein Arzt mit hunderten von Patienten, beobachtet und spürt ihn besser als ich.
Diskussionsthema für die nächste Stunde.

Es ist so schön, so ein ruhiges Leben zu haben, sich sicher zu fühlen, vernetzt und eingebunden selbst wenn persönliche Kontakte nicht gehen. Noch letzten Monat hätte ich durchgedreht vor Angst und Einsamkeit. Und nun bin ich geborgen in meinem selbst gebauten Nest und die Liebe zu den Menschen, die meinem Herzen nahestehen lässt mich lächeln.

Danke.

Re: Notizen

von Waldkatze » Mi Okt 14, 2020 4:45 pm

Depression ist zurückgegangen, Arbeitsfähigkeit nähert sich dem vollen Pensum. Werde reduzieren, lieber knapp bei Kasse als krank. AD bleibt vorneweg bis Frühling, dann schauen wir weiter. Hatte Angst vor Rückfall, weil ich wieder so elend fertig war, es waren aber diesmal nur die üblichen Mangelerscheinungen.

Im Moment ist es das übliche Auf und Ab, das ich kenne. Heftige Löcher mit Angst, Unsicherheit und tiefer Einsamkeit, die ich aber als alte Gefühle erkennen kann - ich fühle mich klein dabei - und betrauern kann wechseln sich mit ruhigeren Phasen ab.
Muss mir die Zeit dafür nehmen, ob es mir passt oder nicht, sonst nimmt es mir den Boden, so einfach ist das.
Immer besser kommt auch im Gefühl an, dass es alt ist, und damit hat es weniger Macht über mich.
Ich sehe und spüre wie schlecht es dem Kind ging, versuche Trost zu geben und erkenne vor allem sein Leid an. Es spielt keine Rolle, wo genau die Schuld lag und was genau passiert ist, wichtig ist nur, wie es mir damit ging - beschissen - und dass es nicht gut war und nicht oder zum kleinsten Teil an mir lag.

Wer nichts richtig machen konnte und für jeden Handgriff und jedes Wort heruntergeputzt und abgewertet wurde, wem die Schuld an der miesen Laune der anderen in die Schuhe geschoben wurde, für den war es normal und logisch, dass er lernte, sich unsichtbar zu machen, keine Angriffsfläche zu bieten. Klar lähmte jede noch so kleine, ungewohnte Aufgabe, alles was man nicht kannte, denn da war das Risiko, etwas falsch zu machen besonders gross.

Klar blockierte es bis weit ins Erwachsenenleben hinein und bis heute, wenn ich nicht genau weiss, wie ich vorzugehen habe - denn es war so tief in mir vergraben, dass ich Jahre brauchte, um herauszubekommen, woran es liegt. Die Psyche erlaubt nur zu erkennen, was auch ertragen werden kann.

Umso schöner ist es, doch sehen zu können, wie sich die Blockaden lösen. Im Schneckentempo über Jahre mit Schmerz und Trauer erarbeitet, bin ich nun meistens fähig zu handeln. Das ist schön.
Nur vergleichen darf ich nicht.
Keiner hat mein Leben gelebt, genausowenig wie ich das der anderen.

Re: Notizen

von Cady » Di Sep 29, 2020 12:32 am

Viel gepostet heute Abend - hat auch gut getan - aber jetzt völlig erschöpft und ich komme "drüber" und verliere mich.
Muss aufpassen, die Grenze jetzt zu halten.

Arm taub - irgendwas, was mit Trauma zu tun hat und ich weiß bis heute nicht was.
Ob evtl. auch neurologisch.
Arzttermin mit erneutem Abklärungsversuch steht an.
Macht Angst.

Beziehungsstress macht mir zu schaffen.
Evtl. ist die Beziehung jetzt echt an einem Ende.
Tut weh.
Aber ich kann die Grenze besser halten.
War echt unschön heute Abend. Wir haben uns beide hoch geschaukelt und ich hatte glaub mit einem Täterintrojekt am Telefon dann von ihm zu tun.
Hörer aufgeschmissen - ätzend.
Aber ich bin auch nicht grad viel besser wohl gewesen.

Bisher war okay, zusammen zu sein, obwohl beide komplex traumatisiert - und jetzt scheinen wir uns nur noch runterzuziehen, zu triggern, usw.
Er bringt sich in die unmöglichsten Situationen und ich habe keine Ahnung, ob er nicht anders kann oder einfach nur mies auch mit sich und mir umgeht.
Leichtfertig oder so.

Fühle mich schuldig, wo ich was nicht gut gemacht habe - aber ich bin keine Sozialarbeiterin - und langsam glaube ich, man kann mich gut bei diesen Schuldgefühlen kriegen.
Vermutlich tue ich ihm aber ebenso wenig gut.

Vielleicht können wir beide jetzt besser die Grenzen spüren und halten.
Früher war es eine Weile oft sehr nah und dann doch wieder zu weit weg - nicht ganz "on" "off" - wurde auch besser.
Aber gerade sind wirklich Zweifel, ob das auf gesündere Füße nochmal stellbar ist oder unser gemeinsamer Weg hier zu Ende ist.

Tut echt weh.

Re: Notizen

von WK unl. » Mo Jun 15, 2020 9:45 am

elefantenkind hat geschrieben:
Mi Jun 10, 2020 1:55 pm
[quote=Waldkatze post_id=1508809 time=1591783678

Wie komme ich an den Punkt, dass ich es mir wert bin, zu tun, was gut für mich ist?
Wie kriege ich es hin, zu stoppen, bevor ich mich allen anderen zuliebe verausgabe?

DAS ist meine Aufgabe gerade, sowohl beruflich wie privat.

Es ist nur so viel einfacher, für andere zu sorgen als für mich...
Liebe Waldkatze, genau das ist gerade auch mein Thema. Ich habe keine Lösung, keine Idee, aber in den letzten Tagen habe ich das gemerkt, dass es genau das ist, was mich alle Kraft kostet.

Es sitzt unendlich tief in mir drin: für die anderen sorgen. Und es ist unendlich weit von mir entfernt: für mich selbst gut sorgen.
[/quote]

Das tut mir leid dass du dich auch damit quälst. Ja, es raubt einem die Kraft.
Vielleicht ist es der Schlüssel, um diese tiefe Wertlosigkeit zu wissen und sich immer und immer wieder zu sagen dass es nicht stimmt, dass es von aussen kommt, durch die emotionale Gewalt, und nicht aus sich selbst heraus.
Und vielleicht hilft mir meine alte Krücke, für mich zu sorgen damit ich nicht andere belaste.
Total schön, dass es dieses innere Kind im Sommer gibt.
Ist es. Ein Kind, für das es sich zu sorgen lohnt.

Re: Notizen

von WK unl. » Mo Jun 15, 2020 9:36 am

Marnie hat geschrieben:
Mi Jun 10, 2020 1:01 pm
Was hält dich fest an ihr? Kann es sein, dass es Abhängigkeit ist? Was denkst du, bist du ihr schuldig?
Nein, Abhängigkeit ist es nicht. Fest hält mich, dass ich mir Frieden und einen "normalen" Umgang in der Familie wünsche, denn der grosse Teil davon ist eine wirkliche Familie und gibt mir Boden.
Denken tu ich nicht, dass ich irgendetwas schuldig bin, aber diese tiefsitzende Wertlosigkeit erzeugt das Gefühl, jedem dankbar sein zu müssen, der mich nicht ablehnt. Das Gefühl sagt, es ist ein kleiner Preis, mich "aussaugen und treten" zu lassen, wenn sie sich dafür mit mir abgibt. Mein Hirn weiss, dass das Müll ist, trotzdem ist das Gefühl so.

Re: Notizen

von elefantenkind » Mi Jun 10, 2020 1:55 pm

[quote=Waldkatze post_id=1508809 time=1591783678

Wie komme ich an den Punkt, dass ich es mir wert bin, zu tun, was gut für mich ist?
Wie kriege ich es hin, zu stoppen, bevor ich mich allen anderen zuliebe verausgabe?

DAS ist meine Aufgabe gerade, sowohl beruflich wie privat.

Es ist nur so viel einfacher, für andere zu sorgen als für mich...
[/quote]

Liebe Waldkatze, genau das ist gerade auch mein Thema. Ich habe keine Lösung, keine Idee, aber in den letzten Tagen habe ich das gemerkt, dass es genau das ist, was mich alle Kraft kostet.

Es sitzt unendlich tief in mir drin: für die anderen sorgen. Und es ist unendlich weit von mir entfernt: für mich selbst gut sorgen.


Total schön, dass es dieses innere Kind im Sommer gibt.

Alles Liebe
Elefantenmädchen

Re: Notizen

von Marnie » Mi Jun 10, 2020 1:01 pm

Ich frage mich auch, warum du es tust? Diese Frau, die sich Mutter nennt, tut dir nicht gut und wird dir auch in Zukunft nicht gut tun. Es gibt keine Pflicht deinerseits, dass du dich kümmern musst, das hätte sie in all den Jahren tun müssen, aber sie tat es nicht. Was hält dich fest an ihr? Kann es sein, dass es Abhängigkeit ist? Was denkst du, bist du ihr schuldig?

Re: Notizen

von Waldkatze » Mi Jun 10, 2020 12:07 pm

Besser. Traurig. Wo bleibt nur die Wut? Es wäre glaub einfacher.

Man hat mir das angetan.
Mutter hauptsächlich hat mir das angetan.

Ich sehe, dass sie wohl nicht anders handeln konnte an dem Punkt wo sie mit ihrer eigenen Last stand und ich will ihr nichts nachtragen.

Mutter gut, ich böse.
Ich verleugne mich ihretwegen, immer noch.

Nein - es gibt doch nicht nur gut und böse, schwarz und weiss, sondern alle Schattierungen von grau dazwischen. Keiner ist nur weiss oder nur schwarz.
Es geht doch auch nicht um Personen, sondern um Taten. Und auch nicht um eine in Stein gemeisselte Aufzählung von Tätlichkeiten, sondern um spürbare Folgen.

Gefangen zwischen kindlichem und erwachsenem Denken?

Hohl. Ich tue für sie, was sie nicht für mich tat. Vordergründig scheint sie mich zu versorgen, bleibt nichts schuldig, subtil tritt sie mich immer noch. Sie denkt, sie meint es gut, aber sie fühlt nicht ein.

So ist es.

Ich half, war da, weil eine anfallende Aufgabe mir liegt und mir gut tat.
Die Dankbarkeit und Anerkennung dafür tat mir wohl.
Weh tut mir aber, dass sich dadurch nichts geändert hat.

Sie wird mich niemals als gleichwertigen Menschen anerkennen und behandeln. Mag sein, dass sie dazu nicht fähig ist, das ändert aber nichts.

Warum renne ich dem nach?

Ich will Frieden.

Ich sehe, wer sie ist und habe mich damit abgefunden. Es ist meine "gute Tat" wenn ich etwas für sie tue, ich sehe ihre Dankbarkeit, aber ich weiss, dass mehr "Tritte" als Anerkennung zurückkommen.

Das hätte ich wohl eher gerne.

Ich gehe da hin und lasse mich treten, und damit ich es ertragen kann, schalte ich mich aus, und das soll Frieden sein?
Und dann frage ich mich noch, weshalb die tiefe Wertlosigkeit bleibt und der Drang, andere vor mir schützen zu müssen, mich niemandem zumuten zu dürfen?

So ist es doch?!

Wie komme ich an den Punkt, dass ich es mir wert bin, zu tun, was gut für mich ist?
Wie kriege ich es hin, zu stoppen, bevor ich mich allen anderen zuliebe verausgabe?

DAS ist meine Aufgabe gerade, sowohl beruflich wie privat.

Es ist nur so viel einfacher, für andere zu sorgen als für mich...

Ich sehe ein Kind, barfuss im Sonnenschein, weit weg vom Einfluss der Mutter. Es summt und pflückt sich Kirschen vom Baum, legt sich ins Gras und geniesst die Sonnenwärme. Das Kirschenaroma auf der Zunge, der Duft von frisch gemährem Gras, stachlig an den nackten Beinen und Armen, summen eines Flugzeugs in der Ferne. Sie öffnet ihre Augen und alles scheint ganz grün.

Dieses Kind braucht meine Sorge und Liebe.

Re: Notizen

von Waldkatze » So Jun 07, 2020 1:16 pm

Mich absondern, wie damals, nicht weil ich Angst vor Verletzungen hatte und niemandem mehr trauen konnte - wie ich bisher glaubte - sondern um die anderen vor mir zu schützen, mich niemandem zumuten zu müssen.

Wie umgehen mit dieser absoluten Wertlosigkeit?
Nicht wert, gut zu mir zu sein.
Nicht wert, etwas zu erreichen.
Nicht wert, Hilfe in Anspruch nehmen zu dürfen.
Nicht wert, mich jemandem zuzumuten, erst recht nicht wenn es mir nicht gut geht.

Selber schuld dass es mir nicht gut geht,
selber schuld dass/weil ich so schlecht und böse bin, so unfähig und überflüssig.

Selbsthass und -ablehnung, nicht ich sein wollen, mich selbst verachten, es unfair finden, dass jeder sich von mir distanzieren darf, mich ablehnen darf, mir aus dem Weg gehen darf, nur ich selbst nicht. Mich ekeln und es hassen, dass ich mich mit diesem Haufen Dreck befassen muss.

Die Trauer und das Entsetzen hinter dem Hass zulassen. Wissen dass es anders ist. Immer wieder versuchen gut zu mir zu sein. Mir erklären, woher es kommt. "Gegenbeweise" zeigen. Realitätschecks.
Immer wieder.
Hoffen, dss es irgendwann ankommt.

Re: Notizen

von Waldkatze » Sa Mär 07, 2020 12:27 am

Zwei Tage lang hatte ich Boden, war das schön. Man vergisst, wie es ist, wenn es so lange nicht da ist. Man vergisst, wer man ist und was man eigentlich kann und will.
Es ist schön, handeln und sein zu können ohne Angst, es ist ganz anders und es gelingt einem auch alles besser, weil es so selbstverständlich ist, dass man diese alltäglichen Dinge kann, und weil nicht das ganze Leben davon abhängt, wie gut sie einem gelingen. Weil sich unterscheiden lässt zwischen dem reinen Lebensgefühl und der Daseinsberechtigung und den Dingen, die man tut oder nicht tut.
Ich bin, wer ich bin, unabhängig davon was ich leiste, und wenn mir etwas nicht gelingt, weiss ich doch das anderes gelingen kann. Und ich darf nicht nur müde sein, sondern es ist logische Folge der Belastungen des letzten Jahres.

Das, genau das hat mir die letzten Monate gefehlt. Ich fühlte mich unfähig und wertlos, konnte meine Fähigkeiten und meine Leistungen nicht (an)erkennen und sah in jedem noch so kleinen Missgeschick einen Beweis für die Unwürdigkeit meines Daseins.
Und ich kann dann nicht anders, als alles auf mich zu beziehen. Unmöglich, dass Freunde oder sonstwer einfach auch anderes um die Ohren haben, nein, ich muss abstossend sein und Fehler am laufenden Band machen.

Es ist eben das, was mir fehlt durch die emotionale Vernachlässigung und Gewalt. Mein Ich hat sich nie recht festigen können, und es braucht unglaublich viel Arbeit, das jetzt noch nachzuholen. Es wird immer eine Schwachstelle bleiben, so, wie ein Kind, das eingesperrt wurde und sich nicht bewegen konnte und durfte als Erwachsener eine eingeschränkte Motorik behält.
Ich kann es verändern, ich kann viel tun, damit es sich ändern kann, aber ich kann es nicht vollständig ausbügeln.

Und doch ist es noch gar nicht lange her, vielleicht wenn es hoch kommt fünf Jahre, dass ich dieses Gefühl, diesen Boden und die Sicherheit eines Erwachsenen zum allerersten mal fühlte. Was sind da schon ein paar wenige, erschöpft-depressive Monate ohne dieses Gefühl? Ich habe zuvor Jahrzehnte so gelebt!
Ich will das immer haben so. Ich will nicht mehr dieses hilflose-bedrohte-Kind-Gefühl.
Verständlich. Aber Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Ich sollte etwas geduldiger sein mit mir.
Aber was ich ehrlich fühle, ist tiefe Dankbarkeit für diese zwei Tage Erinnerung an dieses sichere Lebensgefühl.

Re: Notizen

von Waldkatze » Do Feb 20, 2020 12:02 am

Und schon wieder schieb ich auf Arbeit als einzige Extraschichten und betüdle nebenbei noch meine Mutter. Immerhin bin ich mir jetzt bewusst, dass 10-Stunden Tage müde machen und es sich nicht um mangelnde Belastbarkeit meinerseits handelt.

Re: Notizen

von Waldkatze » Fr Feb 07, 2020 1:21 pm

War zu viel, das letzte Jahr. Zunehmend in Richtung Depression steuernd und mehr und mehr am Verwahrlosen, über die Feiertage nicht erholt. Schaffe meine Arbeit kaum noch, Haushalt oder vernünftig Essen bleibt auf der Strecke, für regelmässige Bewegung viel zu müde. Müdigkeit macht Angst und bewirkt Rückzug.
Helfer haben Handbremse gezogen, kurze Zwangspause.
Antidepressivum mit Nebenwirkung Schlafstörungen, ich, die glücklicherweise sonst immer schlafen kann. Ausschlusskriterium, geht so nicht, auch keine zwei, drei Wochen. Hatte auch klares Denken vermisst. Nun halt mit dem gut vertragenen Pflanzlichen weiter.
Wieder Psychotherapie ab nächster Woche. Bin skeptisch, der Nutzen muss recht gross sein dass es sich lohnt dafür nochmal länger zu Arbeiten, resp. die versäumte Zeit aufzuholen. Weiss auch gar nicht, woher ich die Energie für Therapiearbeit nehmen soll, aber es war die letzte Möglichkeit auf der ärztlichen Liste.

Kann aber mit kleinen Dingen ein bisschen was bewirken, mehr Pausen, Lärmschutz, weniger Bildschirmzeit, dafür raus gehen - zumindest frische Luft, auch wenn ich nur rumsitze - und wenigstens ab und an mit dem Rad zur Arbeit fahren.

Man müsste es sich selbst wert sein, gut mit sich umzugehen.

Re: Notizen

von elefantenkind » Do Dez 05, 2019 12:58 pm

Liebe Waldkatze,
ich habe da was ganz schönes gelesen. Wenn wir uns auf Beziehungen und Nähe einlassen, haben wir mehr zu verlieren, werden wir mehr verlieren, aber unser Leben wird auch reicher.
Ich such das später mal raus, ich kann es nicht so schön wiedergeben.

Auf jeden Fall hat jede Entscheidung diese zwei Seiten und du folgst deinem Herzen, um für dich zu sorgen und zu heilen.
Es ist traurig, wenn das mit Mann und Kindern nicht gemeinsam geht, aber es gibt dazu keine Alternative . Bleiben wäre dann selbstmissachtung.

Ich freu mich, dass du sagen kannst, dass ihr einen Weg gefunden habt, bei dem jeder wenigstmöglich verletzt wurde. Das ist so schön. Dein Weg ist nicht leicht, aber ich kann lesen, dass du ganz nah bei dir selbst bist.

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