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Re: Notizen

von Cady » Di Mai 18, 2021 8:10 pm

Habe gestern 2 wichtige Arzt-Sachen geschafft.
Konnte hinter die Dinge gehen, nicht in die "States" direkt rein. Kann besser nebeneinander von verschiedenen dissoziativen States wahrnehmen.
Mehr Verknüpfung. Auf und ab von Gefühlen ist besser verankert im Wissen.
Der Zustand jetzt wird auch nicht bleiben.

Bin teilweise gefasster, wenn es mir nicht gut geht.

Annehmen, wenn der Körper mir Grenzen zeigt. Auch wenn es mir sehr schlecht teils geht.

Werde vielleicht vorsichtig sichtbarer.

Kann zulassen konkreter vorsichtig berührt zu werden, auf materieller Ebene. Emotionen, Körper. Nicht nur über "Seele", den gut geschützten Kern.

Mich vom Kern her langsam öffnen und nicht emotionale Berührung nur in dissoziativen States. Fragmentiert.

Heißt auch Bindung besser ausbalancieren können.
Manches auch besser auf Distanz lassen und wissen: okay, auf der Distanz, in den Grenzen ist es okay.
Weil einfach doch das Notwendige machbar ist.

Auch dass Distanz erstmal nötig ist, um dann Nähe zuzulassen. Oder nötig ist,in Distanz bleiben zu können, für mich sein zu können.
Mit mir und meinen Gefühlen prinzipiell alleine bin.

Ich glaube, ich habe eine Menge geschafft.

Die körperlichen Probleme - da beginnt sich abzuzeichnen, was diese Entzündungsschübe sein könnten. Wird hoffentlich nicht wieder so eine Odyssee.
Dafür habe ich kaum Kraft, denke ich.
Habe mir bei einem Privatarzt einen Termin geben lassen. Noch nie gemacht. Komme sonst nicht weiter. In dem Feld gibt es hier auch kaum Kassenärzte.

Re: Notizen

von Cady » Mo Apr 26, 2021 12:14 pm

Geliebt werden wollen - aber auch die Angst davor.
Sehnsucht nach etwas - aber nicht annehmen können, zulassen können, was ich ersehne.

Langsam, langsam wirklich fühlen und vertrauen.
Nicht mehr so getrennt von mir, von dem, aus dem ich bin.

Wüste, Wüstenlandschaft. Ödnis. Rapunzel.
Wüste, Leere aushalten - die Leere nimmt die Gestalt der Wüste an.
Immerhin Gestalt.

Nicht weglaufen. Mich einlassen.
Auf genau das, was ist. Nach wie vor das gleiche Lied. Nur wieder woanders stehen.

Da, wo nichts mehr ist, ist dann doch irgendwas, aber der Kontakt reißt.
Aber ich denke, es lohnt darauf zu vertrauen.
Hinter all den Widersprüchen. Hinter all den Auf und Abs des Lebens. Den Grenzen. Dem Versagen, usw.
Den Höhen, den Abgründen.

Wenn da nichts mehr scheint, wenigstens noch einer größeren Liebe, etwas Größerem treu bleiben.
Da ist vielleicht doch was, das all das zusammen hält.

Vertrauen.

Re: Notizen

von Waldkatze » Mo Apr 05, 2021 3:26 pm

Mutter möchte mit mir Kaffee trinken. Ich will nicht.
Ich will mich nicht in ihr Korsett drücken lassen und antanzen wann sie will und mir ihre Weltsicht anhören müssen.

So wie vorgestern morgen, als sie meine Kaffeemaschine gesehen hat, natürlich nicht ihre bevorzugte Marke (also sicher nichts Rechtes), auch nicht ihre Kaffeesorte (also entweder ungeniessbar oder teuer).
"Du musst sie einmal in der Woche komplett zerlegen und reinigen blabla bla."
Mir wird schlecht, am besten noch immer am selben Tag und um die selbe Uhrzeit und wenn ich das nicht schaffe bin ich nichts wert, mir wird schlecht.

Wie erklärt man solche Dinge jemandem, der sie nicht selbst erlebt hat?
Solche nichtigen Kleinigkeiten, sie hat ja recht dass man Dinge regelmässig tun soll damit sie erledigt sind und sich nicht aufstauen.
Wie erklärt man jemandem, der es nicht genau so kennt, dass solche "Regeln" wie ein eiserner Käfig ums Herz sind und es eine Katastrophe ist, wenn man versagt?
Wie erklärt man jemandem, der es nicht genau so erlebt hat, dass es unglaublich schwer ist, sich aus Zwang und Strafe (weil es immer eine Regel gibt, die man verletzt, da sich die Regeln teilweise widersprechen) zu lösen? Weil auch das wieder eine Regelverletzung ist, die die totale innere Abwertung bis zum Sterben wollen zur Folge hat?
Wie erklärt man so etwas, wie soll das irgendeiner kapieren (ich habe ja selbst lange genug dafür gebraucht und es fällt noch immer schwer)?
Es klingt alles so harmlos!

Eine einzelne Demütigung eines Kindes ist wie ein einzelner Klaps, das einzelne Ausrutschen einer Hand.
Sicherlich nicht gut, sicher mit mehr Verständnis und Achtsamkeit vermeidbar, niemals zu billigen, aber nachvollziehbar - und für ein Kind, das ansonsten gut und sicher geborgen ist bei seinen Eltern - verkraftbar.

Aber ständige Demütigung, versteckt in jedem Satz und jedem Blick, das ist wie ein Kind grün und blau schlagen sobald es nur auftaucht.
Das ist niemals verständlich und niemals zu billigen, mag auch eine einzelne Tat (mehr kriegen Aussenstehende ja selten mit, wenn überhaupt) harmlos aussehen.

Für so ein Kind existiert keine Sicherheit.

Ich bin nicht fähig, bis heute nicht, Dinge immer am selben Tag und/oder um die selbe Uhrzeit zu tun. Ich kann mir keinen Putzplan machen und bin nur schon froh, wenn ich überhaupt fähig bin, zu putzen. Am Besten mache ich alles bewusst anders als Mutter, andere Geräte, anderer Ablauf, dann geht es eine gewisse Zeit. Auch bei der Arbeit geht es, weil völlig andere Umgebung und kleine Einheiten.

Wie erklärt man jemandem, der nicht genau so aufgewachsen ist, dass die Aufforderung, die Kaffemaschine einmal wöchentlich zu putzen dem Gang eines Gladiators in die Arena voller Löwen gleicht? Wie?

Sorry, ich weiss, dass es so ist - unzählige male bewiesen und völlig logisch - aber gleichzeitig kapiere ich heute noch nicht warum ich so überreagieren muss. Wegen so einer Kleinigkeit.

*Ironie ein*
Sie meint es doch nur gut. Was habe ich nutzloses Balg schon für einen Grund, ihr aus dem Weg zu gehen. Reine Boshaftigkeit und Faulheit, etwas anderes kann es ja bei mir gar nicht sein.
*Ironie aus*.

Re: Notizen

von Waldkatze » Mo Mär 29, 2021 11:29 pm

So, wie ich lernte, mich nicht für Vergangenes zu zerfleischen, sondern radikal nach vorne in Lösungen zu denken, genau so kann ich es lernen, trotz Müdigkeit, Schmerzen, Handicaps und Traurigkeit meinen Fokus auf das Schöne zu richten.

So wie heute Mittag, als ich mir fünf Minuten Zeit nahm, um in der Sonne ein paar Knospen und Blümchen zu fotografieren.

Und je öfter ich es tue, desto einfacher wird es, und irgendwann wird es selbstverständlich sein.

Re: Notizen

von Waldkatze » Mo Mär 29, 2021 11:22 pm

MEINE Entscheidung, wenn ich mich heute noch verletzen lasse!
MEIN darauf eingehen, MEIN auf mich beziehen.
MEINE Interaktion, MEINE Mechanismen und Interaktionen, MEINE Wahl, nach ihrer Pfeife zu tanzen, Automatismus und (V)Erziehung hin oder her. Für wen kämfe ich, für wen arbeite ich, für wen nehme ich diesen MEINEN Schmerz an?
Wer, wenn nicht ich, soll mich retten und befreien?
Es ist nicht mein Problem, aber es ist MEINE Wahl, wenn ich mir diesen Schuh anziehe.
Es ist IHRS, und ich darf es bei ihr lassen.
MEINS ist genug für mich.

Re: Notizen

von Waldkatze » Mo Mär 29, 2021 11:14 pm

Meine eigenen Dämonen....
Meine eigene Unfähigkeit, meine wunden Punkte für mich selber, mit mir selber auszumachen.
Meine Verletzung, meine Geschichte, mein Schmerz.
Meine Gedanken und Projektionen.
Meine lebensrettenden Strategien.
Meine Defizite.
Mein Wissen und Bewusstsein.
Mein Schmerz, immer wieder mein Schmerz, in unglaublicher Tiefe.
Meine Errungenschaft?
Meins, nur meins, aber wieder ganz meins.
Meine Fähigkeiten, und das Produkt meiner Arbeit.
Meins ist meins, das Gute wie das Schlechte, das Schwere wie das Schöne.
Mein Leben.

Re: Notizen

von WK unl. » Mi Jan 06, 2021 12:11 am

Heiligabend war schlimm, gegen Abend zunehmend. Hielt es nicht aus drinnen, musste raus und habe mich im Wald verkrochen, bei Kälte und strömendem Regen. Silvester war etwas weniger heftig.
Nur die beiden Abende, wie ein schlechter Traum.

Wir waren meistens alleine an diesen Abenden, der Bruder und ich, und eigentlich ganz zufrieden damit, weil allein sein frei sein bedeutete, Momente ohne drohende Gewalt.
Aber eigentlich hätten gerade diese Abende fröhlich im Kreis liebender Menschen verbracht werden sollen, mit glücklichen Gesichtern, wie es in den anderen Familien war. Wir hätten auch gerne Geschenke gekriegt, wie andere Kinder von ihren Eltern.

Wir waren zufrieden allein, weil wir dieses Feiertagsfamilienglück nicht aus eigener Erfahrung kannten. Wir glaubten schlicht, dass böse Kinder wie wir so etwas nicht bekommen können, dass es unseretwegen nicht möglich wäre, eine glückliche Familie zu sein.

Und das ist es, was heute so weh tut. Nicht einmal das Alleinsein, mehr noch die Erinnerung an das Gefühl, am fehlenden Glück, den Süchten und anderen "Übeln" der Erwachsenen schuld zu sein. Diese Schuld aufgeladen bekommen zu haben und damit vollkommen allein gewesen zu sein.

Re: Notizen

von Waldkatze » Do Dez 24, 2020 11:35 am

Wieder sitzt die Müdigkeit in mir. Die Nacht war unruhig, mehrmals bin ich nassgeschwitzt augewacht und am Morgen machten es mir drückende Kopfschmerzen schwer, aufzustehen.
Ich habe geduscht, mich angezogen und fertig gemacht für den Tag, denn zumindest das Nötige einkaufen muss ich, ich habe Essen und Dessert versprochen und einen Spritzer Milch in meinen Kaffee möchte ich auch gerne.

Und dann war da plötzlich dieser Gedanke. Wenn ich morgen nicht mehr aufwachen würde, wäre es ok.

Ich bin erschrocken, es ging mir doch so gut, und ich habe doch die vergagenen Tage bereits versucht, gut für mich und den Körper zu sorgen.
Setze mich an mein E-Piano, klimpere eine Melodie, freue mich, weil ich meine ungelenken Finger dazu bringen kann. Mein gutes Gehör - nach vier Jahren Gehörbildungsunterricht kann ich mir immerhin diesbezüglich vertrauen - findet die passende Akkordbegleitung. Einen Funken Trost gibt es mir.
Rational weiss ich, dass der Körper Anlaufschwierigkeiten hat. Morgens ohnehin, und nach dieser Nacht erst recht. So mache ich Frühstück, schmiere mir sogar ein Brot mit meiner Lieblingsmarmelade und hole mir eine Decke zur Unterstützung.

Mein Blick schweift umher. Die Unordnung und der dreckige Boden spiegelt mein Inneres. Beides ist im Moment schwer aufzuräumen. Womit fange ich an?
Mein Gefühl sagt mir, dass sich mein Inneres in der aufgeräumten, geputzten Umgebung leichter sortieren lassen wird. Die Einkäufe sind dringender, aber da steckt eine gute Portion Fluchtinstinkt drin. Und die Sonne scheint endlich, darauf habe ich doch auch gewartet - noch mehr Fluchtgedanken, aber recht haben sie schon auch.

Ich werde es aufteilen. Zuerst wird eine Stunde aufgeräumt, dann eingekauft und frische Luft. Wenn es anfängt, dunkel zu werden wird der Rest Hausarbeit erledigt.

Es wird heller. Ich spüre, wie sich Wärme ausbreitet und der Körper sich entspannt. Die gewohnte Gelassenheit ist wieder da, ein Schauer kriecht mir den Rücken hoch, weil es immer noch so schnell und deutlich wechselt, dass ich mir selbst nicht hinterher komme.

Was war das? Ich lebe und lache doch so gern, es gibt so viel, was ich noch erleben möchte, Pläne, die ich schmiede.

Den müden Teil von mir lege ich aufs Sofa und breite eine Decke darüber, streiche ihm sanft übers Haar, umhülle ihn mit Musik. Ruhe dich aus. Ich werde aufräumen.

Re: Notizen

von Waldkatze » Do Dez 10, 2020 7:55 pm

Wie einfach jetzt manches ist und wie leicht es fällt, zeigt eben auch, wie schwer es war und sein kann.
Und das will ich nicht vergessen!

Es soll mir Hilfe sein, weiterhin die Menschen so zu sehen, wie sie sind und zu erkennen, wie es in ihnen aussieht, statt sie um jeden Preis in eine Ecke zu drücken und "hin zu denken", wo "man" sie vielleicht gerne hätte.

Es soll mich gnädig mit mir selbst sein lassen und mir die Gewissheit geben, dass ich meinen Gefühlen glauben konnte und kann, denn sie waren und sind wahr. Auch ich selbst sollte mich von niemandem mehr in irgendeine Ecke drücken lassen.

Wie ich mit mir umgehe, spiegelt sich im Umgang mit den anderen.

Oder christlich ausgedrückt: liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

So mag diese graue, kontaktreduzierte Adventszeit ohne Musik doch noch etwas Besinnliches für mich haben.

Re: Notizen

von Waldkatze » Do Dez 03, 2020 10:21 pm

Folge deinem Stern
sing dein Lied
leuchte in deinen Farben
und du wirst sein wie das blühende Leben.

Jochen Mariss

Re: Notizen

von WK unl. » Di Dez 01, 2020 11:06 pm

Waldkatze hat geschrieben:
Mi Nov 04, 2020 6:51 pm
Es ist so schön, so ein ruhiges Leben zu haben, sich sicher zu fühlen, vernetzt und eingebunden selbst wenn persönliche Kontakte nicht gehen. Noch letzten Monat hätte ich durchgedreht vor Angst und Einsamkeit. Und nun bin ich geborgen in meinem selbst gebauten Nest und die Liebe zu den Menschen, die meinem Herzen nahestehen lässt mich lächeln.

Danke.
Danke!

Re: Notizen

von Waldkatze » Mo Nov 16, 2020 11:35 pm

Es wird wieder einfacher, in die Leere zu fallen. Situation erschwert und verunmöglicht zum Teil Sinngebendes.
Nicht lähmen lassen, sondern das tun, was geht und mir selbst nicht schaden ist meine Aufgabe.
Es werden wieder andere Zeiten kommen und ich bin dankbar für die Unterstützung, die ich habe.

Re: Notizen

von Waldkatze » Sa Nov 07, 2020 4:32 pm

Es wird langweilig hier drin, so langsam möchte ich wieder raus gehen können. Meine Familie fehlt mir.

Re: Notizen

von Waldkatze » Mi Nov 04, 2020 6:51 pm

In Quarantäne. Es regnet, da fällt es nicht so schwer.

Bin am Ausmisten, krass was sich in den zwei Jahren schon wieder angesammelt hat. Tendiere doch schon seit dem Umzug in Richtung Minimalismus und trotzdem ist da noch so viel Zeug. Bin ich beim Mann, ersicke ich beinahe an dem Haufen Zeug, das er sammelt und überall rumstehen hat.
Ich brauche ganz deutlich eine (auch optisch) ruhige und klare Umgebung um selbst ruhig und klar bleiben zu können.

Nach dem Ausmisten kommt Herbstputz dran. Fenster, Wände, Decken habens nötig.
Und Literatursuche für Kleingruppen, immerhin ist es nicht gänzlich verboten sich zu treffen.

Seit ich Eisen und Folsäure nehme hatte ich gerade in der ersten Woche noch Löcher, jetzt ist bereits eine dreiwöchige stabile Phase, das ist wirklich lang. Der Boden bleibt, Angst vermag mir weder die Wahrnehmung zu verdrehen noch das Denken und Handeln zu blockieren.
In diesem Ausmass kann ich die Angst gut als Freund, der schützen will annehmen.

Blutmenge und Blutwerte sind praktisch immer tief, wenn danach geschaut wird.
Frage mich, welchen Anteil die Mangelerscheinungen generell an den Depressionen und depressiven Phasen haben und ob es sich lohnen würde, die Blutwerte regelmässig zu überwachen und frühzeitig auf tiefe Werte zu reagieren.
Evtl. würde das bereits reichen, um Abstürze zu verhindern. Wäre gewiss schlauer als ADs einwerfen.

Es ist mein Körper und ich trage die Verantwortung dafür. Keiner, erst recht kein Arzt mit hunderten von Patienten, beobachtet und spürt ihn besser als ich.
Diskussionsthema für die nächste Stunde.

Es ist so schön, so ein ruhiges Leben zu haben, sich sicher zu fühlen, vernetzt und eingebunden selbst wenn persönliche Kontakte nicht gehen. Noch letzten Monat hätte ich durchgedreht vor Angst und Einsamkeit. Und nun bin ich geborgen in meinem selbst gebauten Nest und die Liebe zu den Menschen, die meinem Herzen nahestehen lässt mich lächeln.

Danke.

Re: Notizen

von Waldkatze » Mi Okt 14, 2020 4:45 pm

Depression ist zurückgegangen, Arbeitsfähigkeit nähert sich dem vollen Pensum. Werde reduzieren, lieber knapp bei Kasse als krank. AD bleibt vorneweg bis Frühling, dann schauen wir weiter. Hatte Angst vor Rückfall, weil ich wieder so elend fertig war, es waren aber diesmal nur die üblichen Mangelerscheinungen.

Im Moment ist es das übliche Auf und Ab, das ich kenne. Heftige Löcher mit Angst, Unsicherheit und tiefer Einsamkeit, die ich aber als alte Gefühle erkennen kann - ich fühle mich klein dabei - und betrauern kann wechseln sich mit ruhigeren Phasen ab.
Muss mir die Zeit dafür nehmen, ob es mir passt oder nicht, sonst nimmt es mir den Boden, so einfach ist das.
Immer besser kommt auch im Gefühl an, dass es alt ist, und damit hat es weniger Macht über mich.
Ich sehe und spüre wie schlecht es dem Kind ging, versuche Trost zu geben und erkenne vor allem sein Leid an. Es spielt keine Rolle, wo genau die Schuld lag und was genau passiert ist, wichtig ist nur, wie es mir damit ging - beschissen - und dass es nicht gut war und nicht oder zum kleinsten Teil an mir lag.

Wer nichts richtig machen konnte und für jeden Handgriff und jedes Wort heruntergeputzt und abgewertet wurde, wem die Schuld an der miesen Laune der anderen in die Schuhe geschoben wurde, für den war es normal und logisch, dass er lernte, sich unsichtbar zu machen, keine Angriffsfläche zu bieten. Klar lähmte jede noch so kleine, ungewohnte Aufgabe, alles was man nicht kannte, denn da war das Risiko, etwas falsch zu machen besonders gross.

Klar blockierte es bis weit ins Erwachsenenleben hinein und bis heute, wenn ich nicht genau weiss, wie ich vorzugehen habe - denn es war so tief in mir vergraben, dass ich Jahre brauchte, um herauszubekommen, woran es liegt. Die Psyche erlaubt nur zu erkennen, was auch ertragen werden kann.

Umso schöner ist es, doch sehen zu können, wie sich die Blockaden lösen. Im Schneckentempo über Jahre mit Schmerz und Trauer erarbeitet, bin ich nun meistens fähig zu handeln. Das ist schön.
Nur vergleichen darf ich nicht.
Keiner hat mein Leben gelebt, genausowenig wie ich das der anderen.

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